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Alleine sein mit Depressionen, Einsamkeit

P
Hallo Joachim,

ich verstehe sehr gut was Du meinst. An der Kasse überlege ich manchmal ob man mir die Einsamkeit schon ansieht... Mein letzter kläglicher Versuch war bitte störe mich.de in den Status zu stellen und es ist gar nichts passiert. Nicht mal meine Schwester hat reagiert. Genau die hat nach dem Suizid meines Onkels genau gewusst das dessen Lebensgefährtin schuld sein musste. So einfach ist für die meisten die Welt.
Ich verstehe auch deine Ironie und deine Wut nur zu gut. Ich glaube diese Wut auf irgendjemand ist das Resultat von Einsamkeit weil die nicht der menschlichen Natur entspricht.
Also, über was sprechen wir?
Die Brücke steht morgen auch noch.

Liebe Grüße

12.06.2020 21:02 • x 2 #31


Ylva
Hallo @Joachim-68 . Wo bist du?
Liebe Grüße, Ylva

14.06.2020 12:44 • x 2 #32


A


Hallo Joachim-68,

Alleine sein mit Depressionen, Einsamkeit

x 3#3


B
Hallo, Joachim,
Du hast deine Depr. seit 10 Jahren. (ich seit fast 70 !) Du wirst eines nicht zu fernen Tages erfahren, dass man dich als chronisch und austherapiert bezeichnet. Zur Zeit leidest du noch unter der Einsamkeit. Später, wenn du durch die vielen Episoden über lange Zeit hinweg ausgebrannt bist, wirst du eine sogen. Soziophobie entwickeln, d.h. die Menschen gehen dir auf die Nerven. Dann hast du nur noch eines im Sinn: lasst mich in Ruhe, lasst mich allein. Glaub mir, du wirst die Einsamkeit lieben.Du wirst den Menschen aus dem Weg gehen und jedem dankbar sein, der sich von dir verabschiedet. Nachdem du deinen Supermarkteinkauf beendet hast, wirst du fliehen: nix wie heim. Vielleicht hast du ein Haustier, das auf dich wartet, einziges Lebewesen, mit dem du reden kannst. Besser als nichts! Du lebst in einem Schneckenhaus, in dem du dich häuslich einrichten musst, wenn du überleben willst.Fürchte dich nicht vor der Einsamkeit, du wirst sie mögen .Außenstehende werden sich fragen, wie kann man nur so leben? Na und ... Nutze das Internet, so lange es geht Das verbindet dich mit der Welt, kannst Musik und Filme herunterladen, chatten usw. - Lieber Joachim, Du mußt das Unabänderliche akzeptieren. Du wirst es schaffen
Ich hab' das alles durch, vom ersten Antidepressiva in den 50iger Jahren bis zur EKT 2015. Und heute?
Alle 14 Tage die Haushaltshilfe, alle 3 Wochen der Einkauf. Dazwischen kein menschliches Wort. So sieht unsere Karriere aus, meine und die von vielen anderen Betroffenen.
Wenn man mich finden wird ...ähnliches ist manchmal als kleine Zeitungsnotiz ganz unten rechts außen kleingedruckt am Rand zu lesen. So ist das Leben.
Mach's gut Joachim
Liebe Grüße
bake37
Führt die Depr. zu Einsamkeit oder die Einsamkeit zu Depr.? Ich neige eher zu ersterem. Übrigens haben Wissenschaftler festgestellt, dass Einsamkeit eine sichtbare Spur auf den Genen hervorruft..

14.06.2020 21:58 • x 2 #33


P
Hallo bake...
Erschreckend unsere Aussichten. Du bist sehr intelligent, das merkt man wie Du schreibst. Hast Du etwa zu oft die Therapie hinterfragt das der Stempel austherapiert gedrückt wurde? IronieSag warum sprichst Du die Haushaltshilfe nicht einfach mal an? Darf ich überhaupt Du sagen? Abkürzungen die niemand versteht ist eigentlich mein Part. EKT? Und wieso machs gut Joachim?
LG Plexiglas

14.06.2020 22:36 • x 1 #34


Alexandra2
Jeder, der chronisch krank ist, kann seine Behinderung feststellen lassen. Damit kann Eingliederungshilfe und oder betreutes Wohnen (dh psychosoziale Betreuung) beantragt werden. Das ist ein Segen und hat mir das Leben gerettet. Bis 4 Termine Einzel-und Gruppentherapie/Woche bekam ich. Auch Aufsuchen in der Häuslichkeit ist möglich.
Ich bin über 50 Jahre krank

15.06.2020 08:10 • x 3 #35


Kate
Hallo Bake,
das klingt ja schrecklich. Es gibt so viele Möglichkeiten unter Menschen zu gehen und der Einsamkeit ein Stück weit zu entkommen. Ich persönlich empfinde Deine jetzige Lebenssituation als absolute Endstation. Ich glaube auch nicht, das Joachim mit dieser Aussicht auf die Zukunft neuen Lebensmut schöpfen könnte. Mir scheint, so glücklich bist Du vielleicht auch nicht unbedingt, sondern Du hast Dich vielleicht nur damit abgefunden und versuchst das Beste daraus zu machen. Kann das sein?

LG Kate

15.06.2020 08:58 • x 5 #36


B
Hallo, Plexiglas,
Danke für Deinen Kommentar.Die Feststellung austherapiert stammt von mir. Ich weiß, dass ich alles versucht habe was die Medizin so bietet. (EKT= Elektrokrampftherapie= Elektroschock) Wenn über Jahrzehnte geht und nichts mehr anschlägt, muß man sich eines Tages damit abfinden und es akzeptieren.. Krebspatienten geht es ja genau so.Wir wissen, dass wir nicht mehr gesund werden. Also an ein Ende mit Würde denken. Ihr alle im Forum seit noch jung. Versucht alles, solange Ihr noch fähig seid. Lasst nichts aus. Vielleicht erlebt Ihr , dass jemand eine aufregende Entdeckung macht und die Depr. zu heilen ist. Dann wäre viel Elend aus der Welt.
Guck mal mein Profil
Erzähl von Dir. Ich kenne die Stadt, die Plexiglas erfand und herstellt!
Liebe Grüße
bake 37

15.06.2020 12:08 • x 1 #37


B
Hallo, Alexandra2,
Danke für Deinen Kommentar.
Ich weiß nicht, ob Du das verstehst. Ich möchte nicht, dass ich zum Sozialfall werde. Also finde ich mich ab mit dem, was nicht zu ändern ist. Vielleicht heißt das, ich habe mich aufgegeben. Na gut. Das Leben läuft nicht immer rund, den einen erwischt es mehr, den anderen weniger oder gar nicht.
Grüße von
bake37

15.06.2020 12:20 • x 1 #38


B
Hallo Kate,
Mit Endstation und abgefunden liegst Du richtig. Jeder Mensch erreicht irgendwann einmal die Endstation. Das ist Realität, nur spricht man nicht gern darüber.- 70 Jahre lang Depr.,damit habe ich mich doch ganz gut gehalten bis heute. Es war so mancher Drahtseilakt dabei. Wenn Ihr wüsstet, wie Eure Omis und Uromis damals behandelt wurden, als es noch nichts gab ausser Tofranil und gutes Zureden! Ein Thema für sich.
Danke für Deinen Kommentar
Liebe Grüße
bake37

15.06.2020 12:44 • x 3 #39


Kate
Hallo Bake,
ich umarme Dich mal herzlich. Egal für was, es ist nie zu spät.

LG Kate

15.06.2020 15:37 • x 2 #40


B
Hallo, Kate,
es tut mir total leid, wenn ich den Joachim entmutigt haben sollte. Das Gegenteil wollte ich bewirken
wer gut informiert ist, weiß, was auf ihn als Langzeitbetroffener zukommt.Er kann rechtzeitig und nach Bedarf reagieren und gegensteuern.. Davon bin ich ausgegangen.
Ich wollte deutlich machen,dass Einsamkeit nicht nur bedrohlich und schmerzhaft sein kann, sondern auch positive Seiten hat.Sie schafft einen Ruhe- und Rückzugsraum, wenn die ewig gut gelaunten lachenden und feixenden Schwätzer aus unserer Umgebung nicht mehr auszuhalten sind.
Du hast recht, vielleicht war mein Beitrag wenig hilfreich für Joachim. Ich werde mich in Zukunft zurückhalten. Versprochen!
Danke für Deine Umarmung
bake38

15.06.2020 22:54 • x 2 #41


P
Hallo bake,
Bitte nicht zurückhalten. Lieber erklären so wie gerade geschehen. Ich finde es ausgesprochen hilfreich solch Gedanken die gegen den Strom der eigenen laufen zu lesen. Meine Gedanken in und um meine Einsamkeit sind durchweg negativ und mit Scham behaftet. Jetzt nachdem ich eine andere Sichtweise beleuchte fällt spürbar etwas Scham und Schmerz weg. Es ist mir im Augenblick erträglich einsam zu sein weil ich gerade keinen Kompromiss im Zusammenhang mit Gesellschaft wollte, falls Jemand klingelt. Erstaunliche Klarheit.
Dankeschön

16.06.2020 06:31 • x 2 #42


P
Hallo bake,

Du schreibst wer gut informiert ist kann sich vorbereiten. Kannst Du das etwas näher beleuchten wenn Du Zeit und Lust findest?
Ich frage weil ich immer wieder hoffe es wird besser und dann wieder völlig überollt von unerträglichen Episoden. Leider habe ich noch keinen Zugang gefunden wie ich mich darauf vorbereiten könnte. Das wiederum ängstigt mich weil ich nicht wirklich Einfluss nehmen kann.

Du schreibst Frauen früher.... Auch dazu hab ich Fragen.
Ein Teil meiner belasteten Situation ist eine Frau in deinem Alter im sehr nahen Umfeld die mindestens dreimal täglich zum freundlichen Schwatzen für einige Stunden rausgeht. Aus irgendeinem Grund reagiert Sie auf alles und jedes was nicht Sie nicht bestimmt hat mit intregantem Verhalten. Wohl eine Art für Sie ihre Meinung entlastend an anderer Stelle anzubringen ohne einen Konflikt auszutragen. Für meine Begriffe sehr egoistisch und übergriffig weil Sie damit z.B. in mein Leben eingreift. Es gibt schon fast keinen Nachbarn mehr der mir unvoreingenommen guten Tag sagt, so viel zu der Auswirkung auf mich. Ich hab ja zu gar niemand von denen Kontakt also muss ein Großteil von ihren Interaktionen kommen. Es wird ein Kraftakt für mich diese Situation durch Umzug zu verändern, deshalb frag ich mich was die Frau so geprägt hat.

Liebe bake, 70 Jahre Depr., wie hast Du dich trotzdem so gut gehalten? Du zeigst mir da schon wieder was ganz Neues. Man kann also mit Depression auch würdevoll alt werden und scheinbar auch die Technik für sich nutzen, so wie Du.

Leider wohne ich nicht neben dir, nicht mal in deiner Stadt.

Liebe Grüße und danke fürs teilen

16.06.2020 07:28 • x 2 #43


B
Hallo, Plexiglas (Polymethmetylacrylat)
Ich gehöre ja zur 68iger Generation. Auf die Dauer hilft nur Power hieß es damals. Das fällt mir zu Deiner Nachbarin ein.
Du solltest einen deutlichen Schlußstrich ziehen, wenn nötig mit etwas Gewalt ,auch etwas plötzlich, damit sie merkt, dass es Dir ernst ist. Es muß Eindruck machen. Anders geht es nicht. Sag ihr ohne lange Diskussion eben ist Schluss, es reicht, verschwinde aus meinem Leben, jetzt und auf der Stelle und für immer. Rücksicht ist da fehl am Platze. Nimmt sie auf Dich Rücksicht? Sie läßt ihren Frust an Dir aus. Du brauchst auch nicht zu fragen, was diese Frau geprägt hat. Das ist Aufgabe der Psychologie, nicht hilfreich und belastet Dich unnötig. Sei mutig und denk an Dich. Du gehst ja kaputt.
Ich habe ähnliche Situationen erlebt, wobei manche Menschen klammern, bei den ersten Anzeichen habe ich die Beziehung beendet. Manche saugen einen richtiggehend aus!
Denk drüber nach. Ich wünsche Dir viel Erfolg
bake37

16.06.2020 14:46 • x 4 #44


A


Hallo Joachim-68,

x 4#15


B
Hallo, Joachim,
ich habe Dir ein paar mal geantwortet. Leider bin ich z.Zt. auf Talfahrt. Deshalb muss ich noch was ergänzen. Ein Hinweis., der Dir vielleicht weiter hilft, als das bisher gesagte:Ist es Dir möglich, Dir einen Therapeuten/In zu suchen für eine längerfristige Psychotherapie.? Ich habe eine, konnte sie mit viel Glück ergattern.Ein solches Gespräch, auch wenn es nur einmal pro Woche stattfindet, mildert eine schmerzhaft empfundene Einsamkeit. Wenn man zu lange einsam ist, entstehen Probleme beim Sprechen. So weit sollte es nicht kommen. Telefoniere so oft Du kannst. Fühlst Du Dich einsam, wenn wir hier chatten? Du wirst sehen, dass Du eines Tages nicht mehr leidest. Du nimmst alles in Deiner Umgebung viel intensiver wahr. Kleinigkeiten werden interessant. Bleib neugierig. Gehe Dingen nach, die Du schon immer wissen wolltest. Hast Du ein Hobby? Wenn nicht, such Dir eines.
Ich glaube ganz fest, dass uns Einsamkeit viele Chancen bereit hält. Man muß sie nur positiv betrachten. Und schämen braucht man sich schon gar nicht, auch nicht, wenn Du mal Selbstgespräche führen solltest. Die führt jeder, nur würde es keiner zugeben. Beobachte Menschen auf der Strasse oder beim einkaufen! Und ein Haustier wirkt Wunder.
Was glaubst Du, wieviele große Denker, Künstler und Wissenschaftler einsam waren? In Gesellschaft hätten sie ihre Werke wohl kaum zustande gebracht.
Viele Grüße
bake37

16.06.2020 16:32 • x 4 #45

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