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Alles wäre besser ohne mich

D
@Verbrannt
Zitat von Verbrannt:
Leider kann ich sie nicht dazu bewegen dir zu schreiben, du kennst vermutlich diese aus meiner Sicht manchmal grundlose Sturheit ? Wenigstens kann ich sie aber gerade dazu befragen .

Ich würde dies jetzt nicht als Sturheit bezeichnen. Ich kann ihre Reaktion schon gut nachvollziehen. Warum sollte sie mit jemanden reden, der dieselben Problemchen hat, aber auch keine Lösung. Ist absolut sinnig für mich. Ich glaube, alleine der Hinweis, dass man das mal lesen sollte, würde bei mir gleich wieder Druck auslösen und ich würde mich querstellen. Ach siehe da... Ist doch etwas Sturheit. Wobei mir meine in manchen Dinge auch hilfreich ist.


Zitat von Verbrannt:
Ihre Emotionen sind natürlich hier das Problem, sie legt halt jedes Wort auf die emotionale Goldwaage und da kann man halt nur oft etwas falsch verstehen.
Diskutiert man dann mit ihr, redet sie sich um Kopf und Kragen um sich zu rechtfertigen....

Puh, hatte heute erst wieder so einen Fall (leider mit kurzem Ausraster zuhause, weil mein Fr und etwas zu belehrend Oberlehrerhaft zu mir war), in dem ich zu viel in die Worte anderer Menschen gelegt habe. Ich muss definitiv lernen, davon Abstand zu bekommen. Nicht alles gleich persönlich auffassen oder wenn ich der Meinung bin, dass es persönlich gemeint, dennoch zu sagen, den Schuh zieh ich mir nicht an, ist mir jetzt egal, ignoriere ich. Vor allem bei meinem Chef. Blöd gesagt, der ist das größte Mädchen in der Abteilung, redet mal so und mal so. Lobt ständig ein und dieselbe Kollegin, die ihn sogar anmeckern darf und wenn mir mal der Ton minimal entgleist, werde ich gleich angebafft, dass es auch freundlich geht. Sie wird für jede Stunde, die sie länger bleibt vor allen gelobt, bei mir ist das ja normal, er weiß ja, dass ich nicht gehe, bevor die Arbeit nicht fertig ist. Tja, bin ich wohl selber schuld dran. Aber mein Freund hat schon recht, dass ich ihn dann nicht mit Sprüchen provozieren soll, denn das geht immer nach hinten los. Ich muss mich einfach daran gewöhnen, dass es so ist und mehr auf mich schauen. (Ist halt imer schwierig, wenn man besagte Kollegin sowieso nicht mag.) Ich überlege manchmal wegen Jobwechsel, aber andererseits gehts mir mit dem Job echt gut. Ich habe genug zu tun (ist das Wichtigste, Langeweile ist furchtbar), es ist abwechslungsreich und nicht nur Schreibtischarbeit, Bezahlung ist super und wenn ich mal Jobangebote lese, dann langweilen mich die schon nach dem 2. Satz. Ich bin leider einstudiert, was mir die interessanten Jobs verwehrt. Ist halt so, kann man nicht ändern. Diesen Job, mach ich jetzt seit fast 10 Jahren, hätte ich auch nie gedacht, nach 3 war sonst immer Schluss, wenn ich es denn so lange ausgehalten hab.

Zitat von Verbrannt:
Man hört ja manchmal bei todlangweiligigen Themen eben nur aus Höflichkeit hin und versucht ab und an schlau wirkende Kommentare abzulassen

Ich versuche solche Menschen zu meiden. Aber manchmal hat man halt Freunde und dann bekommen die nen neuen Partner und manchmal liegen die einfach nicht auf meiner Wellenlänge, finden mich aber anscheinend total ok und erzählen mir von ihrer Arbeit oder sonstwas, was mich null interessiert. Ich hasse diese falsche Höflichkeit und finde sie super anstrengend. Mein Freund hat da keine Probleme mit, aber der bekommt die komischen Menschen auch nicht ab, weil meistens sind es die Frauen, die komische Themen haben und meinen, sie können sich mit mir drüber unterhalten, dabei würd ich lieber den Männern und ihre Themen zuhören.

Wie meinst du das eigentlich mit der Vermeidungstaktik, wie nützt deine Frau denn ihr Wissen als Vermeidungstaktik? Vielleicht wird mein Fundus an unnützem Zeugs mal für irgendwas gut.

07.08.2020 14:42 • #16


D
@Manu-ela
Ich hoffe, dass ich es irgendwann mal ablegen kann. Verstehe bis heute eigentlich gar nicht, warum das so ist.
Klar, von meinem Vater hab ich nie Zuneigung erhalten, sondern nur Sprüche, wenn was (in seinen Augen) falsch lief. Meine Mum war damit beschäftigt sich um meine 2 kleineren Brüder zu kümmern also fiel ich hinten runter. Mein älterer Bruder war eh so angepasst, der ist es heute noch und mit dem kann man heute nicht mal über so Sachen reden. Aber ansonsten ist bei uns ja nichts exorbitantes passiert. Nebeneinander herleben, das wars. Gut, richtige Probleme wurden bei uns immer totgeschwiegen. Als früher mal Bekannte meinen Vater angesprochen hatten, ob ich essgestört sei, hat der total abgewiegelt. Wahrscheinlich war er da total grantig auf mich, wie ich ihm so etwas antun konnte, dass Leute ihn auf sowas ansprechen. Witzig als ich es genau diesen Leuten Jahre später bestätigt hab, ich glaube, dass haben die ihm dann auch schon vorgehalten. (späte Genugtuung für mich) Probleme hatte man selbst zu lösen und am besten heimlich, die erzählte man niemandem, die gab es ja in Wirklichkeit gar nicht.

Ich frag mich, ob es wirklich nur daran liegen kann, dass ich so nen Knacks hab. Ich nehm alles schnell persönlich, überinterpretiere, wo es nur geht, und lege zu viele Aussagen auf die Goldwaage. Bin bei jeglicher Kritik sofort im Verteisigungsmodus als wenn jemand mit nee Eisenstange auf mich einprügelt. Wenn ich im Unrecht bin fällt es mir bei gewissen Menschen echt schwer das zuzugeben. Oder erst nachdem ich ausgeflippt bin, erstmal dein Gegenüber versuchen klein zu hacken, bevor du dich selbst verletzbar zeigst.

Ich glaube, so wie ich bin, kennt mich nur mein Freund und meine Mum. Viele meiner Freunde würden wahrscheinlich vom Glauben abfallen, wenn ich meine Probleme mal zugeben würde. Auch meine Depression, denn ich bin, wenn ich mit anderen unterwegs bin, immer fröhlich. Ich muss mich zwar vorher oft aufraffen, aber dann gehts meist und wenn nicht, dann bleibe ich stiller Beobachter.

Das mit dem so böse sein ist auch etwas, was mir selbst Angst macht. Ich kann echt so ekelig gemein sein, obwohl alles, was ich will, immer Gerechtigkeit ist. Wenn manche Menschen so lapidar sagen, dass sie mich nicht zum Feind wollen, denk ich mir immer, ihr wisst gar nicht, wie sehr ihr das nicht wollt.

Und zu viele Gedanken, um mich selbat mach ich mir auch. Wobei, wenn es nur Gedanken wären, wäre es wohl noch ok, ich mach mich selbst nieder und zwar richtig. Eigentlich bin ich selbst mein schlimmster Feind. Ich glaube, niemand kann mich so verletzen, wie ich das selbst schaffe. Eigentlich furchtbar. Ich hab nur noch keinen Weg gefunden, mich da an den Tiefpunkten rauszuholen bzw. Gar nicht erst reinfallen zu lassen.
Was heute immerhin geklappt hat war, dass ich mich schneller wieder rausziehen konnte. Jetzt heul ich zwar immer noch, aber ok...

07.08.2020 14:58 • x 1 #17


A


Hallo dumbo,

Alles wäre besser ohne mich

x 3#3


M
Liebe Dumbo,
wenn ich immer Deine Zeilen lesen, muss ich schmunzeln . Es ist so viel identisch mit meiner Biographie. Besser kann ich es nicht formulieren.
In den 4 Jahren Therapie habe ich gelernt, mich einfach so anzunehmen. Lebe seit 20 Jahren allein, gehe eigentlich nur 2mal mit meinem Hund raus. Da trifft man natürlich auch Menschen. Immer mehr erfahre ich diese Scheinheiligkeit, dieses Geschmiere, dabei weiß ich natürlich, wenn ich weg bin, wird über mich hergezogen. Da bin ich still und höre zu, innerlich schüttle ich den Kopf. Dann bin ich lieber ich. Das schlimme ist, das ich nicht lüge. Dieses Gedöns kann mir so auf die Nerven gehen, das manchmal unfeine Worte rausrutschen. Daheim ärgere ich mich immer darüber und hab einen Spruch an den Badspiegel geklebt: Vor Inbetriebnahme des Mundwerks, Gehirn einschalten.
Jetzt schreibe ich Tagebuch und habe eine Ja und Nein Liste. Wenn man das am Tag danach durchliest, stellst Du einiges fest. Mir fällt es dadurch leichter, den Angepassten gegenüber zu treten. Natürlich laufen noch Tränen über mein Gesicht, aber ich stehe immer mehr zu mir. Mich ärgert nur, dass meine Kinder mich nicht verstehen. Auch wenn ich darüber unheimlich traurig bin, bleibe ich mir treu. Eine Mitstreiterin erklärte: Das bin nicht ich, sondern das ist meine Krankheit. Wenn es mal besonders weh tut, eigne ich mir diese Erklärung an.
Es ist nicht einfach mit solchen Krankheiten zu leben. Ständiges Fragen nach dem Warum. Immer neue Erklärungen suchen. Es hilft ja nichts, man muss da durch und individuell für sich einen Weg suchen. Man kann ja Ratschläge annehmen, aber am besten kennst du dich und du merkst instinktiv ob es was für dich ist.
Liebe Grüße
Manu-ela

07.08.2020 16:04 • x 1 #18


D
Zitat von Manu-ela:
Jetzt schreibe ich Tagebuch und habe eine Ja und Nein Liste. Wenn man das am Tag danach durchliest, stellst Du einiges fest.

Wie funktioniert denn diese Ja/Nein Liste? Zu was schreibe ich ja oder nein? Ich würde das gern mal probieren.

Also mein Spruch ist ja immer noch Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?
Mit dem Lügen zu ich mich auch schwer. Kleine Notlügen gehen, Interesse heucheln, indem man Fragen stellt. (Ich versuche dann aber diese Personen zu meiden, weil es eben zu sehr anstrengt und echt nervig ist) Große Lügen kann ich gar nicht. Mir sieht man es sofort an, wenn ich lüge. Manche sagen, dass es eine tolle Eigenschaft ist, ich finde es furchtbar. Manchmal wäre es doch ganz hilfreich.

07.08.2020 16:28 • x 1 #19


V
Liebe Dumbo,

erzähl mir lieber wie ich meine Frau dazu bekomme hier etwas zu schreiben . Keiner von euch beiden weiß es und ich auch nicht.

Du hast absolut recht, es ist auch ihr analytisches Denken was sie vermutlich dazu bewegt hier nicht zu schreiben. Zwei Menschen mit den gleichen Problemen = null Punkte. Diese Denkweise kenne ich und kann es auch gut nachvollziehen. Öffentlichkeit ist zu dem ein Graus für sie. Erfährt sie hier Kritik, könnte man im schlimmsten Fall das Haus neu streichen

Sie hat mal unsere Gartenmöbel nach einer emotionalen Session mit ihrem Vater und danach mit mir komplett zerlegt. Im ersten Moment habe ich es natürlich als drüber angesehen.

Danach habe ich es verstanden und eigentlich bin ich auch froh das die Möbel weg sind. Ich hab die Mistteile zig Male repariert und mir damit Lebenszeit genommen. Es waren mindestens zwei warme Abende am Kamin danach und dank eBay-Kleinanzeigen gab es dann für 40,00 Euro neue Möbel ohne diese Probleme.

Die Mutter meiner Frau ist einfach damals abgehauen und hat zwei 7 jährige Mädchen (Zwillinge) einfach zurückgelassen. Der Vater war überfordert und die Mutter hat auch noch alles Geld mitgenommen.
Die Zwillingsschwester meiner Frau ist das komplette Gegenteil von ihr. Heute sehr erfolgreich im Beruf, jedoch stark behaftet von Ängsten und Zwängen.

Nachdem die Mutter abgehauen war, ist ein paar Monate später die böse Stiefmutter in ihr Leben getreten (und die ist echt böse). Zwei Kinder mit in die Beziehung gebracht und der Vater hat sich direkt unterbuttern lassen. Das Wohl ihrer Kinder stand immer und bis zum heutigen Tage im Vordergrund.

Mit 8 Jahren war meine Frau dann fertig. Mama weg und die Kinder ihrer Stiefmutter haben eindeutig die bessere Behandlung bekommen. Das Kind war nicht mehr kontrollierbar.

Also hat man ihr einen Hasen geschenkt. Wie du ist sie sehr emotional. Ihr hat man aber den Hasen geschenkt und nicht ihrer Zwillingsschwester.
Resultat: Ihre Schwester hat nur noch geheult und meine Frau hat den Hasen mit geteilt, damit es ihr wieder gut geht. Faktisch geschenkt.

Wie kann man so etwas als Eltern bitte machen ?

Dann wurde die Schwester aus der Klasse genommen, da sie sich ja immer hinter meiner Frau versteckt hat. Grober Fehler. Die Schwester meiner Frau ist damals genau daran zerbrochen ( ich rede mit beiden oder bin bei den Gesprächen dabei).

Ihre Mutter hat sich dann in eine Frau verliebt und sie waren bis zum Lebensende glücklich zusammen. Wie aber bitte hat man gerade in den 1990iger Jahren jemandem, selbst aus seinem engsten Freundeskreis das erklären können ?
Sie hat es nicht und hat natürlich alle belügen müssen, obwohl genau das nicht ihre Art ist.

Ich bleibe dabei, dein Mann bzw. Freund liebt dich so wie du bist. Und nach wie vor hast du wie auch ich hier nur negative Aspekte der Seele aufgeführt. Die positiven Eigenschaften überwiegen um Längen.

Bitte doch mal deinen Mann bzw. Freund um folgenden: Eine Liste deiner positiven und negativen Eigenschaften. Wetten das die positive Liste eindeutig länger ist .

Vermeidungstaktik: Sie kennt sich und notfalls geht sie den Dingen dann aus dem Weg. Punkt. Du merkst ja, wenn dich für dich negative Dinge belasten, dann gilt es zuzuhören. Sorry, höre mich gerade Oberlehrer mäßig an, so ist aber ihre Taktik.
Geh der Sache einfach aus dem Weg. Lüge notfalls und sage du musst telefonieren. Nutze den Moment des Alleinseins für die Reflektion oder um runter zu kommen. Geh auf Klo. Niemand wird es merken. Sage, dass es langweilig ist. Lenke vom Thema ab indem du etwas aus dem Gespräch aufgreifst, was dich interessiert.

Meine Frau lügt nie, niemals. Trotzdem ist es offensichtlich normal geworden in dieser Welt. Angeblich lügen wir Durchschnittlich ca. 10 bis 300 mal pro Tag. Meine Frau sagt 2 bis 3 mal....wie geht es dir....gut. Lüge eins. Hast du gut geschlafen.....Lüge zwei. Eine hat sie dann noch frei.... Hoffe es ist einigermaßen verständlich.

Sturheit : Ist auch bei ihr eine manchmal sehr nützliche Eigenschaft.

Deine Job-Erlebnis: Nehmen es andere Kolleginnen oder Kollegen auch so wahr ? Du kannst doch die Zeichen lesen und vielleicht auch für dich in Zukunft einen Vorteil daraus ziehen. Andere Menschen merken es nicht mal und du siehst hin. Ist doch keine negative Eigenschaft. Nur das verarbeiten ist eine andere Geschichte.....

Ein schönes Wochenende wünsche ich dann ( und mit Sicherheit auch meine Frau )

07.08.2020 17:08 • #20


M
Hallo Dumbo,
am Abend schreibe ich Tagebuch. Lese mir die Zeilen nochmals durch und entscheide auf der Ja/Nein Liste was gut/schlecht für mich war . Am nächsten Morgen lese ich das noch mal durch. Dadurch habe ich einen besseren Blick, für das, was ich verändern kann und wozu ich einfach stehen muss.
Früher konnte ich nicht allein über die Straßen gehen, ich stolperte, fiel hin, weil ich annahm jeder sieht mich an. Bei meinen Kindern sollte ich mich an den Tisch setzen. Ich war so verunsichert, das ich wartete, bis jeder seinen Stuhl gefunden hatte. Danach nahm ich den letzten der übrig geblieben ist. Mit der Liste habe ich es geschafft, mir einfach den Platz zu nehmen der mir gefällt. Man muss es einfach ausprobieren. Es kommt natürlich nicht von heute auf morgen.
Es ist auch unheimlich was du von dir erfährst. Die Idee hatte meine Therapeutin und ich bin gut damit gefahren. Es kostet halt Zeit und Ruhe.
Liebe Grüße
Manu-ela

07.08.2020 20:19 • x 2 #21


M
Nachtrag: es ist kein Allheilmittel und ich falle auch immer wieder in alte Strukturen. Aber ich versuche wenigstens etwas.

07.08.2020 20:31 • x 2 #22


V
Das kann ich eben auch als Außenstehender bestätigen @ Manu-ela.

Ich sehe es nur von außen und nicht von innen.

07.08.2020 20:36 • x 1 #23


D
Zitat von Verbrannt:
erzähl mir lieber wie ich meine Frau dazu bekomme hier etwas zu schreiben .

Vielleicht will deine Frau da einfach nicht drüber reden. Punkt. Nicht jeder muss seine Probleme öffentlich zur Schau stellen. Das ist ok. Ich meine, du wirst ihr das doch garantiert vor lesen, das reicht doch. Sie kann sich was dazu denken, muss es aber nicht sagen. Mit Kritik bin ich nach wie vor nicht gut. Ich versuche aber mittlerweile, mich nicht mehr mitreißen zu lassen, sondern ruhig zu reagieren. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Gerade, wenn man nur einen Text hat, da muss man sich den Ton ja vorstellen und wenn man eh nur mit Kritik groß geworden ist, dann fast man vieles schneller als Angriff auf als man eigentlich will. Weil man es eben so kennt. Ist ein ganz Wunder Punkt bei mir. Selbst wenn es keine Kritik ist, fühl ich mich oft gegängelt. Dabei ist mein Gegenüber vielleicht einfach unachtsam und meint es gar nicht böse, auch wenn es bei mir so ankommt. Hab jetzt ne Lektütereihe zuhause. Miteinander Kommunizieren Band 1 - 4. Kann ja nicht schaden, mal das Grundkonstrukt zu lernen und wie Mißverständnisse eigentlich entstehen. (Hilft mir dennoch bisher nur im Nachhinein, wenn ich es analysiere)

Bei deiner Frau kommt natürlich schon einiges zusammen, Verbrannt. Ich verstehe selbst immer nicht wie Menschen so sein können. So komplett lieblos und verhasst aufeinander. Das macht mich genauso kirre, wie darüber nachzudenken, dass das Universum endlos ist und sich noch ausdehnt. Ja wohin denn bitte? Und was war davor an dieser Stelle?

Ich hatte mit meinem Freund Anfang des Jahres ein Gespräch. Freunde von uns foppen uns immer und fragen, wann wir heiraten. Sie wollen ihn auch beim Heiratsantrag mit dem Flashmob unterstützen. Und ich hab ihm öfters gesagt, dass ich glaube, er macht das eh nie und er sagte immer, sag doch sowas nicht, warte doch ab. Und irgendwann kam es mir mal, da hab ich ihn gefragt, ob es sein kann, dass er das nicht macht, weil ich immer so ausflippe? Und ich hab ihn gebeten bitte ganz ehrlich mit mir zu sein. Und er hat gesagt, dass er momentan nicht heiraten will, weil er sich überlegt, ob er sich das wirklich antun soll. Hat mir natürlich schon etwas vor den Latz geballert und ich habe ihn gefragt, warum er das nie gesagt hat, sondern immer, warte nur ab, da ist doch klar, dass man sich Gedanken/Hoffnungen macht und dass das auch nicht fair ist. Er sagt natürlich auch, dass es halt momentan so ist und er nicht weiß, wie das in ein oder zwei Jahren sein wird. Das ist mir auch klar. Aber die Angst bleibt halt bei mir, dass er sich doch irgendwann gegen mich entscheidet und ganz geht. Ich kann ihn andererseits aber auch verstehen, ich würd mich auch nicht heiraten wollen, zusammen bleiben ok, weil das kann man mal immer schnell beenden, aber heiraten.... da hätte ich Angst, dass ich selber gar nicht mehr an mir arbeite und noch mehr ausflippe.

Seitdem er das sagte, ist bei mir aber natürlich noch mehr Druck da, im Sinne von, ich muss das hinbekommen. Ich kann ja sauer werden und so, aber halt nicht mehr so, dass ich die Beziehung gleich in Frage stelle, ihm sage, er kann sich ne Neue suchen, und er kann mich mal und alle können mich mal und ich bin sowieso kacke und alle anderen auch und ich hasse mein Leben sowieso und bei der nächsten Gelegenheit fahr ich irgendwo vor. Das ist halt kacke. Auch wenn das in dem Moment meine Gefühle sind, ist es halt kacke. Weil 10 Minuten später tut es mir sowieso leid. Also dass ich so zu ihm war. Meine Gefühle sind und bleiben da. Hab sie auch jetzt noch. Nicht falsch verstehen, ich würde mir nie was antun. Das hab ich mal kläglich mit ner Packung Schlaftabletten probiert, die nicht gewirkt haben. (Gott war ich naiv, ich dachte wirklich, ich bekomme das Zeugs einfach so in der Apotheke. ) das würde ich heute nie wieder. Ich lass meine Gefühle raus und dann ist auch wieder gut. Weiß nicht, ob er das so glaubt, daher ist es mies, so etwas zu sagen.

Die Ja/Nein Liste scheine ich dann ja schon irgendwie zu machen. Habe ein Notizbuch, auf die linke Seite kommen die guten Sachen des Tages, auf die rechte die schlechten Dinge. Das mit dem nochmal durchlesen sollte ich aber mal in Angriff nehmen, damit ich daran erinnert werde, was nicht gut ist und für was ich noch eine Lösung finden muss.

07.08.2020 22:30 • #24


V
Da hast du absolut recht. Vielleicht will sie nicht drüber reden....Ich habe da gerade ein wirklich schlechtes Gewissen und werde sie in keinem Fall drängen. Da kann ich ja gleich in eine Kreissäge springen .
Sie hatte sich vor ein paar Wochen eben hier angemeldet und wollte sich helfen, da ihre Art sie eben auch massiv stört manchmal. Seither ist es die Sturheit, die sie davon abhält. Vielleicht hatte sie auch Kritik einstecken müssen ? Ich muss das mal irgendwann ergründen aber es ist nun mal auch ihre Sache und ich komme auch so gut mit ihr klar. Sie stört es mehr als mich.

Kommunikation. Das ist genau die Sache mit der emotionalen Goldwaage. Manchmal hat man sich nur ungeschickt ausgedrückt. Mit der Kritik hast du Recht. Sie musste in ihrer Kindheit ständig Kritik einstecken und sich immer rechtfertigen. Ewige Verbote die sich sogar bis in die frühen Jahre unsere Beziehung zogen. Mir wurde es dann zuviel, ich bin explodiert und habe den Kontakt zu ihrem Vater gekappt. Ein Jahr später hat er ihr einen Brief geschrieben und heute hat man sich arrangiert. Jedoch muss man gerade da sehr vorsichtig sein, sonst steckt sie soviel Emotionen nur in ein Gespräch und im Anschluss ist sie ausgebrannt.

Heiraten ist eine der höchsten Stufen der Emotionen wohl überhaupt, zumindest die man selbst herbeiführt. Geh es doch gelassen an. Viele unserer Freunde und Bekannten sind nicht verheiratet. Wir haben aus zwei Gründen geheiratet:

Sie hatte mal einen heftigen Unfall und ich durfte damals nicht ins Krankenhaus. Um ein Haar hätte ich die ganze Station zerlegt und im Anschluss nur geheult. Ich hab gedacht, es geht zu Ende. Das wollten wir beide nie wieder erleben. Damit will ich dir aber keinen Druck machen, da gibts auch andere Wege.

Zweitens: Steuern, Krankenversicherung usw.

Aus Liebe haben wir nicht geheiratet. Wir wissen, dass wir uns lieben und dafür braucht keiner von uns einen Zettel auf dem es steht.

Wir haben auch nicht gefeiert. Schon bei der anfänglichen Planung waren ihr die Emotionen deutlich zu viel. Wir sind dann zum Termin mit den gepackten Sachen zum Standesamt gefahren und danach direkt in die Flitterwochen und allem aus dem Weg gegangen. Es war so großartig, auch wenn es sich gerade anders anhört. Kein Erwartungsdruck nichts.

Andere Freunde von uns haben es eben auch so oder ähnlich gemacht. Manche haben gefeiert, andere nicht. Bei fasst allen Hochzeiten ging es eigentlich immer nur ums Finanzamt, da viele Selbstständig sind usw. Manche heiraten aber auch genau aus diesem Grund nicht....leider...und traurig.

Fazit: Man kann sich auch ohne Trauschein und weiße Kutsche sehr lieben .

Schlaftabletten waren bei mir auch die dümmste Idee aller Zeiten. Ich hatte auch schon eine Menge beknackter Ideen aber das war mit Abstand die dümmste. Bei meiner Frau war es leider auch ähnlich. Heute können wir es beide gar nicht mehr verstehen. Zum Glück .

Ein sonniges Wochenende.

08.08.2020 09:59 • #25


A


Hallo dumbo,

x 4#11


D
Ich mache mir 3igentlich nicht so viel2 Gedanken ums heiraten. Von ihm kam aber lange Zeit immer so ein warte es doch ab. Freunde fragten oft und ich hab ihn dann halt auch mal gefragt. Es ist eigentlich gut, dass ich ihn mal um eine ehrliche Antwort gebeten habe, denn so ein Satz wie warte doch einfach ab weckt ja schon irgendwie Erwartungen. Wenn da aber nix hinter ist, dann gibt's halt Enttäuschungen. Ich hab das Thema für mich mittlerweile Antidepressiva acta gelegt. Als wir uns kennenlernten u d es ernst wurde, war meine erste Aussage dass wir niemals heiraten werden. Ich fand heiraten immer doof. Es bringt einem nichts ausser ggf ein bisschen Geld, wenn man unterschiedlich gut verdient. Mittlerweile hab ich da eine andere Einstellung zu bekommen. Er ist der Erste, wo ich wirklich sagen würde, ich wäre bereit ihn zu heiraten, nicht wegen Geld, sondern wegen Liebe. (Ganz was Neues für mich, früher war das so, ih mein Gott, so fest binde ich mixh bestimmt an niemanden) Und natürlich auch irgendwie Absicherung, wenn einer von uns beiden draufgehen sollte. Rente etc pp. Ich glaube, zumindest bei Teilen meiner Familie, hätte er im Erbschaftsfall echt schlechte Karten, wenn wir nicht verheiratet wären. Ob es so wäre weiß ich nicht, kanns mir aber vorstellen und auch, wenn mir das egal sein könnte, würde ich das gern vermeiden. Auf der anderen Seite, er ist älter als ich und geht somit bestimmt früher drauf, Männer sterben ja eh früher als Frauen.

Wir hatten letzte Woche und haben noch diese Woche Urlaub. Ich merke, dass ich in der Zeit wesentlich entspannter bin. Mich nervt halt weder mein Chef noch meine Arbeitskollegen. Aber auch da haben wir besprochen, dass ich unbedingt lernen muss, mich von denen nicht persönlich angegriffen zu fühlen. Sie sind halt teilweise, einfach doof und gehen den einfachsten Weg. Mein Chef mag sich halt immer mit jedem gut verstehen. Und es gibt welche bei uns, die bei Kritik ordentlich zurück meckern, die kriegen dann eben immer weniger Kritik ab. Wenn ich nur mal im Ton ein wenig schwankey bin ich gleich die, der gesagt wird, dass das auch netter geht. Ja klar, nich jemanden, der ihn respektlos anmault, braucht er nicht. (Und im Prinzip hat er Recht, fühlt sich dennoch unfair an) aber ich muss lernen damit abzuschließen, ist halt so. Dann ist er halt gerade doof, aber zuhause brauch darüber nicht lamentieren und nach Bestätigung suchen, dass ich recht hab und er doof ist.

Hatte heute nen kleinen Austicker. Stellte fest, dass es mich rasend macht, wenn ich ne Frage stelle und nur ne Gegenfrage statt nee Antwort bekomme. Ich merke, dass meine Frage nicht passte oder man sie anders beantworten wollte, als ich es gerne hätte. Hab auch da mit meinem Freund drüber geredet. Dass ich bei Fragen keine Gegenfrage möchte, weil ich mir so vorkomme als wäre ich so furchtbar, dass er sich nicht traut seine Meinung zu sagen, dass er Angst hat, ich ticke dann wieder aus. Dem ist lt. ihm nicht so, er weiß angeblich selber nicht, warum er das macht und gelobt Besserung. Ich kann nun vielleicht auch beim nächsten Mal, wenn er das macht, gelassen noch eine Gegenfrage stellen.

Ich versuche momentan immer die Situation zu verlassen, wenn ich merke, dass ich ösig werde, um mir klar zu machen, warum ich ösig bin. Musste meinem Freund aber auch klar machen, wenn er mir hinterher läuft, dass er mich gerne in den Arm nehmen darf, aber nicht nachdem Grund fragen soll. Dafür brauche ich länger und sein Fragen nervt mich nur mehr. (Selbstabwertung, warum weiß ich nicht, warum ich ösig werde, ich bin so zum kotzen) Er muss mir einfach die kurze Auszeit geben, dann komme ich schon selbst wieder an und eskaliere ggf gar nicht. Soweit der Plan.

Morgen ist mein Thera aus dem Urlaub wieder da. Ich hätte zwei Wochen Zeit, auch zum üben. Ich hab nix gemacht. Komm mir n bisl blöd vor, aber hilft wohl nichts...

17.08.2020 17:01 • #26

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