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Angst vor ambulanter Reha

T
Hallo zusammen,
mir geht es seit einem Jahr schlecht. Ich habe schwere Depressionen mit körperlichen Symptomen. In einem Jahr hatte ich nun 2 Bandscheibenvorfälle und einen Hörsturz sowie immer auffallende Neurodermitis.
Die Krankenkasse hat mich zur Reha gezwungen, weil man meine Erwerbsfähigkeit wiederherstellen will. Ich gehe seit einem Jahr nur noch raus, wenn ich zu Ärzten oder Krankgymnastik gehe. Eine Geschäft zu betreten, löst Ängste in mir aus. Ich habe bei jeder Sache das Gefühl, dass ich einfach nicht mehr kann.
Nun geht ab nächster Woche meine ambulante Reha los. Den Weg fahre ich mit dem Auto, ca 30 km pro Strecke. Ich habe ernsthafte Angst, dass ich dort einfach psychisch oder körperlich zusammen breche. Was passiert dann? Muss ich dann sofort in eine psychiatrische Klinik? Da will ich auf keinen Fall hin, hab aber die Befürchtung, dass so ein Zusammenbruch passieren könnte. Wenn ich schon an die ganze Therapien dort denke, Sport, Bewegung, Gesprächsrunde mit anderen Leuten. Mir wird schon ganz anders. Kann mir jemand irgendwie die Angst nehmen?

07.11.2022 13:12 • #1


Marylu
Liebe Tweety83,
herzlich willkommen im Forum.
Auch wenn es dir jetzt als viel zu anstrengend erscheint, denke ich,dass die ambulante Reha gut für dich ist. Wenn du immer nur zu Hause bist, wird sich dein Zustand sicher nicht verbessern. Vielleicht schaffst du es, es so zu sehen, dass es dir eine Hilfe sein soll. Du kannst den Therapeuten deine Ängste schildern und wirst nicht die erste sein, der es so geht. Du wirst sehen, sie kommen dir entgegen, du triffst Gleichgesinnte und die Therapien werden dir helfen aus deinem Tief heraus zukommen. Wie viele Wochen sind angesetzt? Ich wünsche dir alles Gute.

07.11.2022 18:02 • x 2 #2


A


Hallo Tweety83,

Angst vor ambulanter Reha

x 3#3


T
Hallo Marylu,
Danke für deine Antwort. Momentan steht es einfach wie ein Berg vor mir. Und die Angst davor ist riesig. Fühle mich so hilflos und ausgeliefert. Seit einem Jahr hänge ich in der Depression, keine Antidepressiva wirken. Ich weiß auch nicht, wie ich es wieder schaffen soll, zu arbeiten. Es setzt mich alles unter Druck. Die Krankenkasse hat mich heute angerufen und mir mitgeteilt
und schon von einer Wiedereingliederung gesprochen. Und ich bekomme nicht mal mein tägliches Duschen hin....
Es sind 5 Wochen angesetzt.

07.11.2022 18:11 • x 1 #3


aurora333
Liebe Tweety83..es ist wirklich frustrierend für Dich, dass Du noch nicht das für Dich stimmige Antidepressiva gefunden hast . Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es oftmals viel Geduld braucht, bis man fündig wird. Ich kann auch deine Ängste in Bezug auf die Reha nachvollziehen , doch ich denke schon, dass was @MaryLou schreibt auch Dir passieren könnte: dass Du unter Gleichgesinnten eine neue Art von Solidarität vorfinden könntest, was Dir dann wieder Mut machen könnte. Als ich seinerzeit in eine Tagesklinik ging, bzw. dreimal die Woche an einer Gruppenrunde teilnahm , tat mir das sehr gut, weil ich in vielem nicht allein war. Deshalb versuche doch, wenn es Dir irgendwie möglich ist, der Reha eine Chance zu geben..

07.11.2022 21:13 • #4


T
Hallo Aurora,
Danke für deine Antwort
Ich habe mittlerweile 13 verschiedene Antidepressiva durch. Die Hoffnung, dass mir irgendwas hilft, ist nicht mehr so da...
Ja, in der Tagesklinik damals hat mir fast auch geholfen, mit anderen Kontakt zu haben, die ähnliche Probleme haben. Aber da ging es mit Abstand nicht so schlecht wie jetzt. Und da war auch nicht das Hauptanliegen Sport sondern Therapie .

07.11.2022 21:22 • x 1 #5


Mit180gen0
Liebe Tweety,
auch ich wollte zuerst nicht so recht in die Reha! Bin jetzt 6 Wochen wieder zu Hause...
Verstehe ich das richtig: du fährst da jeden Tag hin? Bist nicht über Nacht dort?

Mir hat es sehr sehr gut getan, dass ich dort auf einmal Leute getroffen habe, denen es ähnlich ging wie mir. Endlich verstanden werden ohne große Worte! Das war richtig gut!

Auch gut getan hat mir, wieder Struktur zu haben. Ja: der Therapieplan war teils ganz schön voll. Aber sonst musste ich mich um nichts kümmern. Ich war stationär dort. Ich habe Frühstück bekommen, Mittag, Abendessen... musste somit nicht einkaufen, nicht überlegen, was kochen etc.
Somit konnte ich mich ganz auf mich konzentrieren. Wir hatten eine richtig gute Achtsamkeitsgruppe, Ergotherapie, Kunst, Sport und vieles mehr.

Besonders die Trainer haben bei den sportlichen Einheiten schon auf uns geachtet, wir wurden oft gefragt, ob irgendwas besonderes ist.
Und somit konnte auf einzelne Rücksicht genommen werden. Es waren keine langen und schweren Einheiten, wenn doch, war es oft möglich, etwas anderes zu machen.

Wichtig ist, mit denen zu reden. Nie unentschuldigt einfach fehlen, sondern sich abmelden. Reden, wenn es dir nicht gut geht oder wenn du Hilfe brauchst.

07.11.2022 21:27 • #6


Marylu
Liebe Tweety83,
ich wünsche dir ganz viel Kraft, dass du nächste Woche den Start schaffst. Versuche noch nicht an die Arbeit zu denken. Könntest du dir vorstellen auch stationär zu gehen? Dann wäre die Medikamenteneinstellung einfacher. Ganz liebe Grüße.

07.11.2022 22:26 • #7


T
Vielen Dank ihr beiden.
Ich bin nur tagsüber in der Reha. Das war für mich sehr wichtig, da ich es nicht schaffe, woanders zu schlafen. Deshalb fällt auch stationäre Klinik für mich weg. Meine Psychiaterin hat mir auch schon eine Einweisung für dir stationäre Klinik gegeben, weil ich dorthin müsste, aber das packe ich nicht.
Das schlimme ist ja, dass ich die Reha für die Krankenkasse machen muss. Ich habe im Januar einen Vorgesprächstermin für eine Tagesklinik bei uns im Ort. Da würde ich viel lieber hin.
Was passiert denn, wenn die Reha mich zur Wiedereingliederung zwingt und ich noch nicht wieder gesund bin? Oder können die mich auch einfach gesund entlassen?

07.11.2022 22:45 • #8


Marylu
Also wenn du noch krank bist, können sie dich auch nicht gesund entlassen. Wenn du es schaffst, dich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, wird vielleicht die Angst auch kleiner. Hast du nochmal Therapie diese Woche?

07.11.2022 22:56 • #9


T
Nein, leider habe ich erst vor 3 Wochen eine Therapeutin gefunden und war jetzt 2 mal da. Wir sind noch nicht mal in der Probatorik. Sie meinte auch, dass ich eine Angststörung entwickelt habe

07.11.2022 22:59 • #10


Lost111
Hallo @Tweety83 ,

ich war auch mal in einer TK, und ich hatte auch echt Panik davor. Aber letzten Endes ist diese Zeit sehr hilfreich für mich gewesen, da ich erstmals erfuhr, was wirklich mit mir los ist. Und das wünsche ich dir auch. Gib dem eine Chance!
Und wenn dir das da wirklich nicht gefallen sollte, kannst du immer noch gehen, es ist deine Entscheidung.
Ich wünsche dir die Kraft und den Mut, dass du das angehen kannst!

LG Lost111

08.11.2022 03:11 • x 1 #11


T
Hallo Lost,
In einer TK war ich auch schon mal. Aber jetzt muss ich in eine Reha, die mir von der Krankenkasse aufgezwungen wurde, damit meine Erwerbsfähigkeit geprüft wird.
Und da kann ich nicht einfach gehen, dann bekomme ich kein Geld mehr. Das ist das Problem

08.11.2022 06:44 • #12


Mit180gen0
@Tweety83 Ich hatte auch die ganze Zeit Angst, wieder arbeiten zu müssen. Zu der Zeit war auch nur mein Hausarzt beteiligt.
In der Reha sind aber ganz viele verschiedene Menschen, die mit dir arbeiten. Verschiedene Fachärzte und verschiedene Therapeuten.
Die werden schon merken, wie es dir wirklich geht!

Versuche mal, die Krankenkasse gedanklich wegzuschieben. Lass dich von denen nicht stressen! Die können dich eigenltich zu gar nichts zwingen. Schon gar nicht können sie dich zur Arbeit zwingen, wenn du krank bist.

08.11.2022 08:27 • x 1 #13


Ziva
Zitat von Mit180gen0:
Die können dich eigentlich zu gar nichts zwingen.

Mhn, das vielleicht nicht. Aber sie machen Druck und das nicht zu wenig. Ich kenne das sehr gut.
Und das ist wirklich ein schlimmes Gefühl, wenn die Krankenkasse einem so im Nacken sitzt.
Man kann das einfach nicht ausschalten.

08.11.2022 11:15 • #14


A


Hallo Tweety83,

x 4#15


T
Danke, Ziva. Ich hatte vor einigen Jahren mal eine orthopädische Reha wegen einem Bandscheibenvorfall. Das Ergebnis war, dass es während der Reha aufgrund der ganzen Sport und Zwangs Therapien( Vorträge im Sitzen u.ä.) so schlimm wurde, dass der Bandscheibenvorfall noch größer wurde und ich operiert werden musste.
Und ich kenne meine Grenzen leider nicht. Ich merke erst Tage später, dass irgendwas nicht gut für mich war.
Zwingen können sie mich nicht, aber wenn die im Abschlussbericht steht, ich hab dies und das nicht gemacht, ist es auch mit Ärger verbunden.

08.11.2022 12:39 • #15

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