Angst vor dem Alltag - chronische Depressionen

L
Hi Elis
Was du beschreibst erinnert mich an meine eigene Situation nur dass die noch viel schlimmer ist. Bin inzwischen 40 wohne immernoch zu hause bei meiner Mutter. Habe aus ähnlichen gründen wie die, die du Beschreibst, vielen schlechten erfahrungen inklusieve, eine schier unüberwindliche Soziale Phobie; meine sämptlichen Sozialkontakte zur normalen Welt sind abgebrochen oder eher nie aufgebaut weil mir die Fähigkeiten dazu fehlten. Zum beispiel sagst du du hättest fürchterliche Angst in Ämtern um einen Personalausweis zu beantragen, Kann ich voll unterschreiben, solche oder ähnliche Situationen treiben mir den Angstschweiss auf den Rücken, weil ich mich vor irgendjemandem der dort ist blamieren könnte und sogar oft Angriffe von aussen befürchte. Mir graut davor, dass ich die nächsten Tage irgendwann zum Recyclinghof muss und ich kann dir kaum sagen wie sehr ich jetzt da mein Vater gestorben ist und einiges an Verantwortung auf mich zukommt unter druck stehe; ich habe mich, da ich keine Sozialkompetenz besitze zum beispiel über jahre hinweg ins internet geflüchtet. In dem kleine Ort in dem ich wohne traue ich mich kaum vor die tür und wenn dann am besten nachts. Am schlimmsten sind die Zukunftsängste unter denen ich leide da ich keinerlei Perspektiven sehe. Bin schon seit jahren in psychologischer behandlung aber die soziale Furcht kann ich einfach nicht besiegen.
habe über jahre hinweg an der Uni an mir vorbeistudiert und bin immer aus angst vor zurückweisun allen engeren Sozialkontakten aus dem Weg gegangen, das ganze ging phasenweise soweit dass ich das gefühl hatte und immer noch habe von anderen beobachtet zu werden. Jedenfalle hab ich in diesem Ganzen bereich für den andere menschen erfordlich sind auf der ganzen linie versagt und ich kann sicher sagen dass ich arbeitsunfähig bin; nicht aus fachlichen gründen sondern weil ich es nicht aushalte lange mit fremden Menschen in einem Raum zusammen zu sein, fühle mich dann fremd und unnormal, sobald die anderen anfangen sich untereinander zu unterhalten befürchte ich dass es nur noch eine frage der zeit ist bis sie sich über mich das Maul zerreissen. Deshalb arbeiten ja aber nur alleine wenn es solche möglichkeiten gibt. Inzwischen habe ich todesängste dazubekommen, da ich meinen Vater vor meinen augen habe sterben sehen hab ich jezt massive ängste um Meine Mutter die auch schon 65 jahre alt ist. Ich weiss nicht ob ich mich damit jetzt vor dir blamiert habe aber wenn ich dir damit weiterhelfen kann habe ich es gern getahn.

19.05.2009 22:37 • #16


S
hey legolas,

Zitat von legolas:
Bin schon seit jahren in psychologischer behandlung aber die soziale Furcht kann ich einfach nicht besiegen.


gut dass du das hier schreibst. Das solltest du öfters tun. Beschreib doch mal wann die Furcht anfängt, bei welchen Vorstellungen und was es genau ist, dass du befürchtest. Es gibt immer einen Ausweg, aus jeder Situation, ja auch in deinem Alter. Kannst also zuversichtlich sein.

bis später,

Sanduhr

20.05.2009 02:22 • #17


A


Hallo Elis,

Angst vor dem Alltag - chronische Depressionen

x 3#3


Nachtstrahl
Lieber Legolas,

meiner Meinung nach hast Du Dich nicht im geringsten vor irgend jemand blamiert. Es ist nämlich so gut, von anderen Menschen zu hören, denen es ähnlich oder gleich geht wie einem selbst. Ich kenne so vieles von dem was Du, Janus und Elis geschrieben hat.

Die soziale Phobie hat mich mittlerweile in die Zeitberentung getrieben. Ich fühle mit Dir.

@Elis: Schade, dass Du Dich nie wieder hier gemeldest hast. Würde gerne wissen, wie es Dir geht.

Liebe Grüße
Nachtstrahl

20.05.2009 14:08 • #18


D
Ein banaler, sehr gangbarer, aber für dich womöglich sehr harter Weg, wäre der Einzug in eine WG.

Durch das alltägliche Zusammensein mit anderen Menschen verlierst du die Scheu.

Mir geht es auch nicht gut, aber man sollte sich rational von seinen Gefühlen distanzieren, denn es gibt immer Wege aus dem Leid, nur die
Menschen sehen sie oft nicht. Mit hat z.B. Kampfsport sehr geholfen, denn da tritt man mit Menschen körperlich in Kontakt. Das ist etwas
sehr lockeres und persönliches.

28.05.2009 23:01 • #19


R
... hmm ich glaub hier bin ich richtig!^^

Mein Problem ist im Grunde genommen, genau wie das von Ellis, nur das ich schon ein paar Jahre älter bin und mich mittlerweile fast komplett von der Außenwelt isoliert habe. Und he auch wenn es blöd klingt, aber damit geht es mir noch am besten, klar hat man auch, wenn man allein ist Deprischübe, aber die die man hat, wenn man da draußen ist und Tag für Tag anderen Menschen ausgesetzt ist sind noch viel. Es ist noch viel schlimmer immer und immer wieder zu versuchen mit diesen klar zu kommen und immer wieder zu scheitern, sich immer wieder darum zu bemühen einen Platz zu finden und trotzdem immer wieder, daß Gefühl zu bekommen, völlig nutzlos und ungewollt zu sein.

Habe mir mal ein paar der Antworten noch durchgelesen und für einen Außenstehenden mögen die Lösungsvorschläge ganz gut und Logisch klingen, ich persönlich finde sie lächerlich und jemand der einem Menschen mit diesen Problemen rät in eine WG zu ziehen, hat nicht im mindesten begriffen, wie sich diese Probleme äußern, was sie provoziert und wie man darunter leidet.

Es ist unglaublich nervtötend unter Menschen zu sein und sich trotzdem so furchtbar allein zu fühlen und wenn man unter Menschen ist kann es dann durchaus noch vorkommen, daß Paranoide Gedanken hinzukommen und es ist kein schöbnes Gefühl an seinen Mitmenschen und ihrer aufrichtigkeit zu zweifeln, bis hin zu dem Punkt wo man anfängt die wirklichkeit an sich in Frage zu stellen, wo man glaubt das dieses ganze Leben nur dazu dient einen zu quälen. Dann kann es leicht vorkommen, daß man einen Hass auf seine Mitmenschen entwickelt und in wirklich schlimmen Momenten, artikuliert man den auch diesen gegenüber und Egal, ob er nun berechtigt ist, oder nicht irgendwer wird sich sicher auf den Schlips getreten fühlen und vor allem man selbst leidet, im nachhinein dann drunter, daß man es nicht für sich behaöten konnte...

...kommen solche Aussetzer öfter vor verscherzt man es sich ganz zwangsläufig mit seiner Umgebung und macht es sich selbst schwer. Man selbst leidet am meisten darunter, denn eigentlich möchte man es ja garnicht, eigentlich möchte man ja gut mit den Menschen auskommen, wirklich übel wird dies, wenn man das gegenüber Menschen bringt die sich um einen bemühen, die man sogar mag und die meisten können diese Problematik und wie sie sich äußert nicht verstehen und nehmen einem, daß auf Dauer übel, was ja auch verständlich ist, jeder hat Grenzen auch sehr tolerante und verständnissvolle Menschen.

Deswegen glaube ich nicht, daß der erzwungene ununterbrochene Kontakt zu Menschen eine gute Idee ist, hatte den früher auch mal ein paar Jahre lang, in Form von Montage Arbeit und es war nicht schön, den ganzen tag anderen Menschen ausgesetzt zu sein, mit diesen auch Abends und Nachts die Unterkunft teilen zu müssen, ganz besonders, dann, wenn die Unterkunft mies und die Kollegen unangenehme Gestalten waren. Also eine Schocktherapie hilft bei so etwas überhaupt nicht.

Man muß versuchen seinen Frieden mit sich selbst zu machen und aufhören, sklavisch daran zu glauben, daß einem Kontakt zu anderen menschen weiterhelfen könnte, denn die Art von Zuwendung die man sich oft wünscht kann man nur schwerlich von anderen bekommen, sorum funktioniert es im Leben nunmal nicht.
Man muß halt mit sich selbst frieden machen und sich mit der eigenen Situation anfreunden. Im Laufe der Zeit, wenn man es schafft lange Zeit frustrierende Momente zu vermeiden und wenn man ab und zu mal ein paar schöne Momente hat, wird es leichter. Ohne Erwartungen an irgendeine Situation heranzugehen, sie zu nehmen wie sie kommt und mit dem zufrieden sein was dabei herauskommt auch wenn es nicht viel war.
Aufhören sich selbst unter Druck zu setzen, Dinge vermeiden von denen man weiß das sie einen Unglücklich machen und sich immer wieder sagen, daß es alles garnicht so schlimm ist.

08.01.2010 23:21 • #20


Jellybaby
naja, Kontakt mit anderen kann helfen, sogar diese WG Idee. Mich hat das WG Leben im Wohnheim lange vor dem totalen Absturz bewahrt. Das äußert sich bei jedem halt anders. Lächerlich ist der Vorschlag nicht. Nur nicht für jeden geeignet.

Ich hatte mich ebenfalls ewig lange immer weiter zurückgezogen, soweit bis ich mich am Ende wochenlang nicht mehr aus der Wohnung getraut habe. Und dann kam die Einsicht die du auch nennst: Man muss seinen Frieden mit sich selbst machen, ohne Erwartungen an eine Situation rangehen und zufrieden mit dem sein was da kommt.
Ich habe dann erst für mich entscheiden können mit anderen Menschen in Kontakt sein zu wollen. Ich dachte zwar schon die ganze Zeit das wäre so, aber es ist ein Unterschied diese Entscheidung so zu treffen, oder es deswegen zu wollen weils einfach sein muss oder weil alle es so machen. Ich wollte ein normales Leben erzwingen und das hat nicht funktioniert. So langsam lerne ich damit zu leben wie es ist und damit zurechtzukommen. Und langsam, gaaaaanz langsam, funktioniert das mit dem Leben ganz von selbst.

09.01.2010 00:36 • #21

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag