Angst vor Gespräch mit Chef, bin krank geschrieben. Was tun?

J
Liebe Sonnenblume,

vielen Dank für deine Bestätigung. Ich bin jetzt ziemlich sicher, dass ich diesen Weg gehen muss und meinen festen Job aufgeben werde, um zu gesunden. Ich erhalte auch keine Unterstützung, meine halbjährige Wiedereingliederung, die ich nach der Reha antreten sollte wurde vom AG abgelehnt und heute abend werde ich sicher auch erfahren, was man mit mir vorhat. Werde um eine Abfindung kämpfen, die Auszahlung meiner Stunden und den Urlaubsanspruch, wohlwollendes Zeugnis. Weil unter den Umständen macht es keinen Sinn am Vertrag zu kleben, Mobbing und Intrigen gehören leider zum Stammrepartoire der Geschäftsebene. Es tat gut zu lesen, dass du deine Entscheidung nie bereut hast, das bestärkt mich unheimlich....


Ja, ich finanziere mich zur Zeit selbst. Bin ausgesteuert, Alg1 ist ausgelaufen und Anspruch auf Hartz IV habe ich nicht, da ich noch über ein paar Reserven verfüge, nicht viel...aber ich habe sie nicht rechtzeitig weggeschafft...und kriege nur etwas Wohngeld. Aber im Endeffekt war es dann doch kein Fehler, schließlich kriege ich ja jetzt die Rückzahlung von der drv. Es ist alles gut gegangen...

Jetzt bin ich mal gespannt, was mir meine Kollegin heute Abend erzählt...aber inzwischen ist das fast auch egal, ich will da eh nur noch weg und gesund werden. glg, Juni

15.06.2011 14:52 • #16


J
Obwohl ich in etwa einen Plan habe merke ich, dass ich total unruhig bin, weil die Kollegin sich noch nicht gemeldet hat. Ich bin total angespannt, möchte gern wissen was los ist. Eigentlich weiß ich es ja schon, aber etwas konkreter wäre schön. Dann wüßte ich, was mich am Di erwartet. Es ist einfach psychisch sehr anstrengend...hofentlich halte ich die Tage durch....ohne heftige Panikattacken und Magen- Darm Geschichten. Übel ist mir schon seit ein paar Tagen....

15.06.2011 20:49 • #17


A


Hallo Juni,

Angst vor Gespräch mit Chef, bin krank geschrieben. Was tun?

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J
Meine Kollegin hat mich abends angerufen und mich vorgewarnt...ich bin gut vorbereitet. Ich werde auf keinen Fall zu diesem Wohlfahrtsverband zurück, aber das werde ich meinem Arbeitgeber nicht auf die Nase binden. Ich werde schauen, dass eine ordentliche Abfindung für mich bei rausspringt und natürlich alles prüfen lassen, bevor ich irgend etwas unterschreibe. Meinen Freund nehme ich auf jeden Fall mit, ich will einen Zeugen für dieses Gespräch haben.

In der Personalabteilung habe ich mich heute erneut gemeldet, da ich noch keinen Rückruf erhalten habe. Die Frau war so etwas von zuckersüß zu mir, sie würde mich gern kennenlernen wollen, weil ich ja schon länger krank bin und natürlich auch wegen der Stunden etc...ja klar!

Meine Kollegin sagte mir, dass ich meine Mehrarbeit nur bezahlt kriege, wenn ich gehe, mein Arbeitgeber will sich seiner Karteileichen entledigen....

Egal, mir geht es jetzt besser und ich weiß, dass ich nichts zu verlieren habe, sondern nur gewinnen kann: Gesundheit, Freiheit und Abfindung....

Ganz lieben Dank euch allen, ich werde über den weiteren Verlauf berichten...Juni

16.06.2011 16:22 • #18


J
Hallo ihr Lieben,

das Gespräch ist vorbei, aber so richtig klar ist eigentlich nichts, außer dass man sich meiner möglichst günstig entledigen möchte. Sie kamen auch gleich mit auflösung und dass sie sich wegen aufhebung der sperrzeit kümmern würden, ich keine Probleme bekommen würde, aber nichts von Abfindung. Hab da auch erstmal nicht nachgefragt, das kann ich später immer noch tun. Mein Geld kriege ich angeblich nur ausgezahlt, wenn ich dort aufhöre zu arbeiten, ist nicht rechtens, habe aber erstmal nichts gesagt. Der Betriebsrat erwiderte, dass andere Mitarbeiter durchaus ihr Geld ausgezahlt bekommen haben.

Dann haben sie mich gefragt, wie es weitergeht, hab gesagt, dass ich erstmal gesund werden muss und nicht abschätzen kann, wie lange das dauert und dann möchte ich selbsverständlich wieder zurück. Sie haben mir ein paar bla, bla Angebote gemacht, bezüglich Fortbildung, Versetzung etc., hab hier und da gesagt, ich könnte es mir vorstellen, bin aber im Moment krank und sie möchten mir doch bitte ihre Vorschläge mal schriftlich unterbreiten....

Natürlich wäre mir die Abfindung am liebsten, aber ich kann ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen...und hoffe, dass sie mir diese noch anbieten. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, in dieser Organisation zu arbeiten, auch wenn ich einen sicheren Vertrag habe.

Auf jeden Fall wissen sie jetzt, dass sie mich nicht so leicht los werden....mal sehen, was ich schriftlich bekomme, welche Vorschläge mir unterbreitet werden. Und wegen der nicht ausbezahlten Mehrarbeit würde ich nochmal nachfragen...jetzt warte ich ab. Von meinem Rentenantrag habe ich vorerst nichts erzählt, da ich aber angelehnt an den öffentlichen Dienst arbeite, würde mein Vertrag für die Zeit ruhen.

Hoffentlich habe ich alles richtig gemacht...und vielleicht kommen sie ja beim nächsten Gespräch mit der Abfindung? Unsicher bin ich dennoch...aber es geht ja gerade erst los..., glg, Juni

21.06.2011 18:51 • #19


M
Hallo Juni,
wenn ich das so lese, kann ich dir nur gratulieren, du hast es genau richtig gemacht. Hast dich auf nichts eingelassen, super

Wenn einige Kollegen die Überstunden schon ausgezahlt bekommen haben, stehen deine Chancen nicht schlecht, dass man sie dir auch auszahlen muß.

Reagieren kannst du, wenn man dir schriftlich die Vorschläge unterbreitet. Sinnvoll wäre dann, rechtliche Hilfe hinzuziehen, damit für dich keine
Nachteile entstehen.

21.06.2011 19:28 • #20


J
Liebe mag,

genauso werde ich es machen. Mein Freund meinte zwar gestern, ich sollte abwarten was sie mir anbieten, weil auch eine Versetzung in den Beratungsbereich möglich wäre. Das klingt zwar gut, aber ein Neuanfang ist wohl das Gesündeste....und außerdem trau ich der Sache nicht. Sprich, warum sollten sie es plötzlich gut mit mir meinen? Ich muss weg von dieser Organisation, schließlich bin ich dort krank geworden. Es geht für mich wirklich nur noch um die Abfindung, meine Gesundheit ist mir zu wichtig, als dass ich sie erneut aufs Spiel setze. Ich werde nun abwarten, was mir schriftlich angeboten wird und dann einen Anwalt hinzuziehen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Vielen Dank, dass ihr mir alle Mut zugesprochen habt, diesem Gespräch nicht aus dem Weg zu gehen. Jetzt heißt es für mich abwarten, bis ich etwas Schriftliches in der Hand habe. Viele Grüße von Juni

22.06.2011 15:03 • #21


M
Hallo Juni,

wie würde es denn mit einer Abfindung weitergehen?

Hast Du Dich erkundigt, wie das finanziell bei der ARGE aussehen würde? Wird dort alles angerechnet? Vergiss auch nicht, dass Abfindungen steuerpflichtig sind.
Würdest Du überhaupt bei der ARGE geführt, zumindest zwecks Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung oder müßtest Du Dich privat versichern? Das ist sehr teuer, habe ich selber (nach Erhalt einer Abfindung) ausprobiert.

Ein genannter Betrag vom Noch-Arbeitgeber hört sich erst mal gut an aber es gibt so vieles zu berücksichtigen und evtl. selber zu zahlen, dass von der Abfindung manchmal nicht sehr viel übrig bleibt .

22.06.2011 15:48 • #22


M
Hallo Martina,

darum ist es so wichtig, rechtlichen Beistand zu holen, um alle Hintertürchen abzuwägen. Man ist sonst schnell in eine Falle hineingetappt.

22.06.2011 15:57 • #23


J
Hallo ihr beiden,

rechtlichen Beistand werde ich mir auf jeden Fall holen.
Ich bezahle meine KV selbst (bin ausgesteuert, Nahtlosigkeit AfA ausgelaufen, kein Anspruch auf Hartz IV - ein paar wenige Notgroschen habe ich angespart), und da ich bereits seit Oktober 2008 krank geschrieben bin brauche ich nichts befürchten und werde somit keine Sperre bekommen, bezahle gerade alles selbst. Der Rentenbescheid ist noch nicht da, wurde mir aber mündlich zugesichert. Sobald ich etwas Schriftliches von meinem Arbeitgeber bekomme, werde ich mich genau erkundigen, welchen Schritt ich als nächstes gehe. Dort wieder anzufangen ist ausgeschlossen, ich kann so nicht gesund werden. Aber das bleibt erstmal mein Geheimnis, da ich meinem AG gegenüber guten Willen zeigen möchte.

Daher...egal wie hoch oder niedrig die Abfindung nach Abzug der Steuern ist, ich habe doch nichts zu verlieren...klar den sicheren Arbeitsvertrag, aber der bringt mir auch nichts, wenn mich die Bedingungen krank machen (bereits 2 Zusammenbrüche -2005 und 2008-). Die Wahrscheinlichkeit nach 2 Zusammenbrüchen auch einen dritten zu erleiden ist ziemlich hoch. Mein Therapeut meinte heute zu mir, dass selbst wenn sie mir einen anderen Arbeitsplatz anbieten, dies nur unter Zähneknirschen tun, um mich bei der nächsten Gelegenheit über Bord zu werfen. Und als Sozialpädagogin kann dir jede Entscheidung, die du triffst, negativ ausgelegt werden, das ist ganz einfach.... Normalerweise gibt er mir selten einen Rat und hält sich eher zurück, in diesem Fall, empfiehlt er mir aber, ist es besser nach vorne zu schauen und sich vom Ballast zu befreien. Gefühlsmäßig bin ich mir sicher, dass er recht hat.... Es ist schwer, die vermeintliche Sicherheit des festen Arbietsplatzes aufzugeben, aber ich möchte wieder leben können. Irgendwie wird es schon weiter gehen. Die Erkrankung ist einfach schlimmer als eine drohende Arbeitslosigkeit. Vielleicht eröffnen sich ja neue Wege?

Ich freue mich über alle eure Hinweise und Anmerkungen, sie bringen mich jedes Mal ein Stück weiter. Vielen lieben Dank, Juni

22.06.2011 16:22 • #24


J
Hallo ihr Lieben,

heute mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Ihr habt mir in den letzten Monaten viel geholfen, dafür möchte ich herzlich DANKE sagen.
Meine EM- Rente ist durch, auch die Nachzahlung habe ich entsprechend erhalten. Nun meine nächste Baustelle: Ich habe bei meinem Arbeitgeber die bisher nicht bezahlte Mehrarbeit eingefordert, mehrmals schriftlich, zum Schluß mit rechtlichem Druck. Die Stunden sind bis zum Zeitpunkt meiner Erkrankung angefallen (10/08) wurden aber erst (12/08) festgeschrieben und sollen jetzt für 2009 ausgezahlt werden. Alle Stunden waren angeordnet und entstanden vor meiner Erkrankung. Mir ist klar, dass Gehalt mit dem Krankengeld verrechnet wird, allerdings handelt es sich nicht um eine Lohnfortzahlung o.ä., sondern tatsächlich um Lohn, der mir bei der Berechnung des Krankengeldes fehlte. Wie soll ich mich verhalten? Würde mich über Antwort freuen, um aus der Grübelfalle rauszukommen und eventuell ins Handeln zu kommen.
Liebe Grüße von Juni

23.11.2011 15:46 • #25


M
Hallo Juni,

ich bin mir gar nicht sicher, ob Überstunden zur Krankengeldberechnung herangezogen werden. Es scheint mir aber ein komplizierter Fall zu sein. Ich würde zumindest erstmal für eine Beratung einen Anwalt aufsuchen.

23.11.2011 15:52 • #26


J
Hallo Martina,

vielen Dank für deine flinke Antwort.

Zitat von Martina:
ich bin mir gar nicht sicher, ob Überstunden zur Krankengeldberechnung herangezogen werden.


Da bin ich mir auch nicht sicher, wenn nicht macht das überhaupt nichts. Meine Angst ist eher, dass sie mir das Geld [ da es für 2009 ausgezahlt wird ]- obwohl 2008 erbracht, mit dem Krankengeld verrechnen. Krankengeld habe ich das gesamte Jahr 2009 erhalten.

Da werde ich sicher um anwaltlichen Rat nicht drumherum kommen. Meine Nerven....aber ich werde jetzt nicht aufgeben.
Danke und lieben Gruß, Juni

23.11.2011 18:43 • #27


M
Hallo Juni,

ich würde es so sehen:

Du hast diese Leistungen in 2008 erbracht und wenn sie dir erst in 2009 erstattet werden, hat das überhaupt nichts mit deinem KG in 2009 zu tun. Dein KG wird aus deinem Gehalt errechnet, welches du vorher bezogen hast.

Hättest du aber 2008 schon KG bezogen, müßtest du die Nachzahlung angeben bzw. würde ja dadurch auch dein KG in 2008 höher berechnet.

Wenn in der Berechnung des KG Monate aus 2008 mit zugrundegelegt wurden, ständen dir ja sogar höhere KG-Bezüge zu, da du ja in diesen Monaten mehr verdienst hast, als bisher vom AG angegeben wurde.

23.11.2011 20:26 • #28


J
Hallo mag,

ja, das klingt ziemlich einleuchtend. Ich warte wohl am besten ab...wahrscheinlich wird es so sein, wie du es geschrieben hast.
Ich danke dir ganz herzlich, Juni

24.11.2011 14:56 • #29


A


Hallo Juni,

x 4#15


Albarracin
Experte

27.11.2011 19:09 • #30

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