133

Angst vor Wiedereinstieg in den Job

Uerdinger
Liebe Lost111, ich schliesse mich den Beiträgen von @Ziva und @Wuslchen Wort für Wort an und gebe ihnen umfänglich recht. Bitte lies diese Beiträge nochmal in Ruhe
Zitat:
So, wie ich mich kenne, ziehe ich das durch, ohne großartig auf mich Acht zu geben.

D.h. im Klartext: auf in den Kampf!

Meine Frage ist, warum m u s s T du das tuen? Warum Kampf? Warum nimmst du keine Rücksicht auf dich?

Lass Dich weiter krankschreiben, stelle den Antrag und du tust etwas für DICH.

Liebe Grüsse

02.02.2023 21:45 • x 2 #16


Lost111
Zitat von Ziva:
Ich verstehe das hier grad nicht.
Du möchtest was genau versuchen - die Beantragung der TK?
Es klingt für mich eher so, als möchtest du lieber arbeiten gehen.
Aber fällt dir das denn wirklich leichter? Die Arbeit, die Kollegen, die Chefin.. ist der Umgang damit leichter als die TK zu beantragen?

Was ich meinte: versuchen, arbeiten zu gehen. Und es ist nicht so, dass ich lieber arbeiten gehe.
Beides ist schwer für mich und macht mir Angst.

Zitat von Ziva:
Ja.. das klingt hart von mir. Tut mir auch leid. Aber ich weiß auch nicht, was ich sonst noch schreiben soll.
Die Chancen, dass es dir besser geht, sind da - diese TK-Chance liegt fast auf einem Silberteller für dich bereit und du ergreifst sie aber nicht. Das ist leider etwas, was ich nicht verstehe.

Das muss dir nicht leid tun, liebe @Ziva. Ich möchte, dass du immer ehrlich zu mir bist und mir sagst, was du denkst.
Wie ich bereits schrieb, ist die ambulante Reha in der Klinik auch wie eine TK aufgebaut. Und diese Reha will ich beantragen. Da gibt es alles, wie in einer TK auch: Gruppen- und Einzeltherapie, Ergotherapie, Physio- und Sporttherapie, Sozialdienst, Ernährungsberatung etc. Das ist die Klinik, die mir meine Psychiaterin letztes Jahr vorgeschlagen hat.

Zitat von Ziva:
Ja ich weiß, in meinem Leben gibt´s hier und da auch Chancen, die ich nicht ergreife, ich bin also keinen Deut besser als du. Aber du bist mir wichtig.. so einfach ist das. Ich mag dich Lost. Und ich kann es nicht mitansehen, wie du leidest.

Ach du, komm her, lass dich mal feste knuddeln! Ich mag dich doch auch!
Aber wie du schon schreibst: Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Und ich bin noch auf der Suche nach dem richtigen Weg. Ich will versuchen, mein Leben in den Griff zu kriegen.

Zitat von Ziva:
Möchtest du echt, dass das ganze immer und immer wieder so weitergeht wie bisher?
Arbeiten, krank schreiben lassen, versuchen zur Ruhe zu kommen und dann aus Druck wieder mit der Arbeit beginnen, was dich irgendwann wieder dahin führt, dass du dich krankschreiben lassen wirst. Das ist doch ein Kreislauf. Brich doch endlich aus Lost.

Ja, das ist ein Kreislauf. Im Raum steht ja auch noch, ob ich nicht besser einen Antrag auf EMR stellen sollte.

Zitat von Ziva:
Und bitte hasse mich nicht für .. das hier.

Warum sollte ich? Du hast eine Meinung dazu, die ich akzeptiere. Alles gut.

Was hast du denn im Kopf, wie es dir besser gehen könnte?


Zitat von selly:
unsere Gedanken können im Negativen die Macht über uns haben, auch wenn es fernab der Realität ist.
aber sie können auch viel besser und angstfreier sein, indem wir versuchen uns anders zu steuern / in einen positiven verständnisvollen Dialog mit uns zu gehen.

Und sich auch einfach voll und ganz auf die Liebe Kollegin die sich schon freut zu konzentrieren

Gedanken haben viel Macht, solange man sie ihnen gibt! Gedanken steuern Gefühle.
Ja, auf meine liebe Steffi freue ich mich wirklich! Wir hatten die Zeit über immer mal WhatsApp-Kontakt. Ganz ungezwungen.

02.02.2023 22:03 • x 1 #17


A


Hallo Lost111,

Angst vor Wiedereinstieg in den Job

x 3#3


Lost111
Zitat von Uerdinger:
Meine Frage ist, warum m u s s T du das tuen? Warum Kampf? Warum nimmst du keine Rücksicht auf dich?

Lass Dich weiter krankschreiben, stelle den Antrag und du tust etwas für DICH.

Ich habe in dem Sinne nie gelernt, auf mich Rücksicht zu nehmen. Auf mich?! Wie könnte ich!
Was meinst du, warum ich immer so lange warte, bis ich zum Arzt gehe? Da muss ich schon aus dem letzten Loch pfeifen, wie man so schön sagt. Erst wenn ich nicht mehr kann, wird mir bewusst, dass ich hätte viel eher die Reißleine hätte ziehen sollen. Doch ich scheine in der Hinsicht nicht dazulernen zu können.
Druck rausnehmen sagte mir mal eine Psychiater so oft. Und das werde ich versuchen, indem ich den Antrag auf Reha stelle.

02.02.2023 22:09 • x 2 #18


Wuslchen
Zitat von Lost111:
Doch ich scheine in der Hinsicht nicht dazulernen zu können.

Liebe Lost, ich nehme dieses Zitat mal heraus, weil es für mich sehr bedeutsam ist. Was ich jetzt sage, meine ich nicht anklagend, absolut nicht. Ich - und alle, die hier mitlesen - sehe, dass du wirklich leidest und das ist echt, das spüre ich auch.

Wenn du sagst du scheinst nicht dazulernen zu können, dann höre mal ganz tief in dich und frage dich, ob es nicht eher ein nicht wollen ist.
Warum sage ich das, warum stelle ich diese doch recht provokante Frage? Weil ein dazulernen eine Veränderung bedeutet. Eine Veränderung aus den gewohnten Bahnen - und mögen sie noch so schädlich für uns sein. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und jeder von uns tut sich schwer mit Veränderung; der eine mehr, der andere weniger, aber es ist erst einmal für absolut jeden neu und komisch und eben ungewohnt.
Darum ist ein ich kann das nicht, wenn man ganz ehrlich zu sich ist, ganz oft viel mehr ein leises ich will das nicht.
Was folgt daraus jetzt aber? Vielleicht mag man meinen, dass das ja eine ganz schlimme Position ist, weil man sich auf einmal gegen etwas wehrt, im schlimmsten Fall dagegen wehrt, dass es einem besser geht. Ich sehe das anders. Wenn ich erkenne, dass ich etwas ganz tief in mir nicht will, weil ich z.B. Angst vor Veränderung habe, dann habe ich auf einmal die Kontrolle mir zu überlegen, ob ich es nicht vielleicht doch will - und kann mir überlegen wie ich das hinkriege. In winzigen Schritten, ganz langsam und vorsichtig, aber nicht mehr so machtlos wie mit dem Gedanken kann ich nicht/geht nicht. So bist du in einer hilflosen Position und nichts verändert sich. Ein ich will nicht lässt sich dahingegen in ein ich will umwandeln, denn da ist der Wille ja sogar schon im Wort. (Warum geht das nicht, wenn ich sage ich kann? Ganz einfach: weil Können bereits viel Übung voraussetzt, denn wir wissen, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Und erst, wenn ich sage ich will das, kann ich anfangen zu üben und komme irgendwann zum ich kann. )

In deinem konkreten Fall würde das bedeuten, dass du ganz vorsichtig anfängst auf dich Rücksicht zu nehmen und dieses ungewohnte Gefühl mal stehen lässt und versuchst auszuhalten.

Vielleicht regen diese Gedanken von mir ja irgendetwas in dir an.

02.02.2023 22:29 • x 9 #19


Ziva
Zitat von Lost111:
Was ich meinte: versuchen, arbeiten zu gehen. Und es ist nicht so, dass ich lieber arbeiten gehe.
Beides ist schwer für mich und macht mir Angst

Macht dir denn eines von beidem weniger Angst?

Die Arbeit vielleicht, weil du auf eine liebe Kollegin triffst, den Weg zur Arbeit und den Tagesablauf dort, weil du beides kennst? Und die TK/Reha macht dir mehr Angst, weil du da gar nicht so genau weißt, was wirklich auf dich zukommen wird, neue Menschen, etc. ?
Oder ist es eher andersherum?

Du (und ich auch) -wir könnten doch auch in kleinen Schritten anfangen, uns etwas Gutes zu tun. Auf uns acht zu geben. Den Ansatz finde ich gar nicht schlecht.. mhn

Zitat von Lost111:
Das muss dir nicht leid tun. Ich möchte, dass du immer ehrlich zu mir bist und mir sagst, was du denkst.

Ja, das weiß ich. Aber es hat mich schon Mut gekostet dir das hier so doll vor den Latz zu knallen. Ich wollte es direkt wieder löschen, aber dann wäre das Gefühl in mir geblieben, dass etwas nicht stimmt.

Zitat von Lost111:
Ach du, komm her, lass dich mal feste knuddeln! Ich mag dich doch auch!
Aber wie du schon schreibst: Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Und ich bin noch auf der Suche nach dem richtigen Weg. Ich will versuchen, mein Leben in den Griff zu kriegen.

Ja, das stimmt. Jeder muss seinen Weg für sich selbst finden. Und ich weiß, dass du noch auf der Suche bist. Deswegen sind einige Worte von mir da oben sicher auch zu krass gewählt.

Ich bin erleichtert, dass du mir das ganze Gedöns nicht übel nimmst.

02.02.2023 22:42 • x 1 #20


Lost111
Zitat von Wuslchen:
Liebe Lost, ich nehme dieses Zitat mal heraus, weil es für mich sehr bedeutsam ist. Was ich jetzt sage, meine ich nicht anklagend, absolut nicht. Ich - und alle, die hier mitlesen - sehe, dass du wirklich leidest und das ist echt, das spüre ich auch.

Ich schätze deine Ehrlichkeit, also alles gut.

Zitat von Wuslchen:
Wenn du sagst du scheinst nicht dazulernen zu können, dann höre mal ganz tief in dich und frage dich, ob es nicht eher ein nicht wollen ist.

Das gibt mir zu denken. Und du hast damit wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf getroffen, denn ich komme mit Veränderungen jeglicher Art überhaupt nicht klar. Ich bin weder spontan noch flexibel. Ich habe bestimmte Rituale, die
meinen Tag bestimmen. Das gibt mir (scheinbare) Sicherheit.
Alles, was da nicht rein passt, erzeugt Panik und/oder Vermeidung. Ich habe mal den Begriff neophob gehört.

Du bist eine bemerkenswert feinfühlige und klardenkende Person @Wuslchen. Danke dafür.

Zitat von Wuslchen:
Wenn ich erkenne, dass ich etwas ganz tief in mir nicht will, weil ich z.B. Angst vor Veränderung habe, dann habe ich auf einmal die Kontrolle mir zu überlegen, ob ich es nicht vielleicht doch will - und kann mir überlegen wie ich das hinkriege. In winzigen Schritten, ganz langsam und vorsichtig, aber nicht mehr so machtlos wie mit dem Gedanken kann ich nicht/geht nicht.
So bist du in einer hilflosen Position und nichts verändert sich. Ein ich will nicht lässt sich dahingegen in ein ich will umwandeln.

D.h. in Klartext: nicht alles gleich negativ sehen/bewerten/ablehnen, sondern auch die positiven Seiten erkennen bzw. in Augenschein nehmen. Das ist etwas, was ich noch nicht gelernt habe, denn bei mir ist alles entweder schwarz oder weiß. Ja oder nein. Gut oder schlecht. Es gibt nichts dazwischen, weißt du, wie ich das meine?
Deshalb bin ich auch so schnell aus der Bahn zu werfen. Und wenn das z.B. bei der Arbeit passiert, dann ist der Tag für mich gelaufen.

Also sollte ich Veränderungen als Chance sehen? Mmh.

02.02.2023 22:56 • x 4 #21


Ziva
Zitat von Lost111:
Du bist eine bemerkenswert feinfühlige und klardenkende Person .


@Wuslchen da stimme ich Lost zu !

02.02.2023 22:57 • x 4 #22


Lost111
Zitat von Ziva:
Die Arbeit vielleicht, weil du auf eine liebe Kollegin triffst, den Weg zur Arbeit und den Tagesablauf dort, weil du beides kennst? Und die TK/Reha macht dir mehr Angst, weil du da gar nicht so genau weißt, was wirklich auf dich zukommen wird, neue Menschen, etc. ?

Mir macht eindeutig die Reha mehr Angst, wenn ich so darüber nachdenke.
Wie du schon sagst, ich weiß nicht, was mich da erwartet, obwohl ich den Ablauf in einer TK und Klinik kenne. Vor allem die unbekannten Menschen da! Ganz schlimm!
Aber es ist ja auch jedes mal anders. Das letzte mal war ich 2014 stationär in einer Klinik. Es ist an der Zeit, wieder etwas für mich zu tun.

Zitat von Ziva:
Du (und ich auch) -wir könnten doch auch in kleinen Schritten anfangen, uns etwas Gutes zu tun. Auf uns acht zu geben. Den Ansatz finde ich gar nicht schlecht.. mhn

Auch kleine Schritte sind Schritte. Der Ansatz ist gut.

Zitat von Ziva:
Ja, das weiß ich. Aber es hat mich schon Mut gekostet dir das hier so doll vor den Latz zu knallen. Ich wollte es direkt wieder löschen, aber dann wäre das Gefühl in mir geblieben, dass etwas nicht stimmt.

Gut, dass du es nicht gelöscht hast und deiner Intuition vertraut hast! Du hast alles richtig gemacht!
Immer raus damit.

Zitat von Ziva:
Ja, das stimmt. Jeder muss seinen Weg für sich selbst finden. Und ich weiß, dass du noch auf der Suche bist. Deswegen sind einige Worte von mir da oben sicher auch zu krass gewählt.

Ich bin erleichtert, dass du mir das ganze Gedöns nicht übel nimmst.

Nochmal: es ist wirklich alles ok! Du brauchst weder ein schlechtes Gewissen haben oder sonst was.

02.02.2023 23:11 • x 3 #23


Wuslchen
Zitat von Lost111:
Du bist eine bemerkenswert feinfühlige und klardenkende Person @Wuslchen. Danke dafür.

Zitat von Ziva:
@Wuslchen da stimme ich Lost zu !

Danke euch beiden, das anzunehmen fällt mir auch nicht leicht und gleichzeitig freue ich mich darüber sehr!

Zitat von Lost111:
Und du hast damit wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf getroffen, denn ich komme mit Veränderungen jeglicher Art überhaupt nicht klar. Ich bin weder spontan noch flexibel. Ich habe bestimmte Rituale, die
meinen Tag bestimmen. Das gibt mir (scheinbare) Sicherheit.
Alles, was da nicht rein passt, erzeugt Panik und/oder Vermeidung. Ich habe mal den Begriff neophob gehört.


Diese scheinbare Sicherheit eines festen Tagesablaufes und deiner Rituale war früher mal ganz ganz wichtig, denn es war mit der einzige Bereich, den du kontrollieren konntest. Somit gilt es den auch erst einmal wertzuschätzen. Dass dich das heute eher einengt heißt nicht, dass es dir in deiner Kindheit nicht geholfen hätte; ganz im Gegenteil, damals war das eine wichtige Überlebensstrategie - und auch heute ist das eine gute Ressource, wenn du sie dir zu eigen machst und dich nicht davon bestimmen lässt.

Zitat von Lost111:
D.h. in Klartext: nicht alles gleich negativ sehen/bewerten/ablehnen, sondern auch die positiven Seiten erkennen bzw. in Augenschein nehmen. Das ist etwas, was ich noch nicht gelernt habe, denn bei mir ist alles entweder schwarz oder weiß. Ja oder nein. Gut oder schlecht. Es gibt nichts dazwischen, weißt du, wie ich das meine?

Oh ja, ich weiß sehr gut was du meinst. Deinen Ansatz finde ich toll, ich würde ihn aber etwas runterschrauben. Ich kann nicht von schwarz oder weiß direkt auf kunterbunt schalten, das überfordert mein so festgefahrenes System ja total. Ich kann aber mal gucken, ob ich nicht irgendwo auch mal dunkelgrau entdecke. Ist das aktuelle Regenwetter so mies? Ja, absolut, ich hasse es! Aber ich liebe meine neue Regenjacke und somit bin ich wenigstens mit trockenen Klamotten daheim angekommen und habe nicht gefroren. Verstehst du was ich meine? Der Regen, die Kälte, die Nässe, die Dunkelheit, dieser ganze verfluchte Winter - ich mag das immer noch nicht. Aber die Regenjacke lässt das tiefe schwarz ein bisschen zu dunkelgrau werden.

Zitat von Ziva:
Du (und ich auch) -wir könnten doch auch in kleinen Schritten anfangen, uns etwas Gutes zu tun. Auf uns acht zu geben. Den Ansatz finde ich gar nicht schlecht.. mhn

Zitat von Lost111:
Auch kleine Schritte sind Schritte. Der Ansatz ist gut.

Jaaaa, genau! Kleine Schritte. Ganz ganz kleine. Gerade, wenn du schon weißt, dass Veränderung richtig schwer für dich ist. Dann ist es wichtig in winzigen winzigen Schritten vorzugehen - je kleiner desto besser. Auch eine Schnecke kommt an ihr Ziel, die Geschwindigkeit oder die Größe der Schritte ist völlig egal. Und die Schnecke ist am Ende auch nicht so gehetzt, sondern ganz entspannt.

Zitat von Lost111:
Also sollte ich Veränderungen als Chance sehen? Mmh.

Ich mag es wie du denkst.

02.02.2023 23:17 • x 5 #24


Lost111
Zitat von Wuslchen:
Dass dich das heute eher einengt heißt nicht, dass es dir in deiner Kindheit nicht geholfen hätte; ganz im Gegenteil, damals war das eine wichtige Überlebensstrategie - und auch heute ist das eine gute Ressource, wenn du sie dir zu eigen machst und dich nicht davon bestimmen lässt.

Das ist die Sache. Wann tut es mir gut und wann engt es mich zu sehr ein?
Solange alles in meinen eingefahrenen Mustern funktioniert, ist alles ok. Aber sowie etwas außer meiner Kontrolle passiert, komme ich überhaupt nicht damit klar und es setzt mich massiv unter Stress. Wenn es die Situation erlaubt, ergreife ich die Flucht.
Ich denke, jeder Mensch hat gewisse Rituale, und daran ist ja an sich auch nichts verkehrt. Allerdings lädt es - wie bei mir - auch zum Vermeiden ein. Was manchmal natürlich hilfreich und angebracht ist, aber nicht immer. Die Realität wartet.
Und vor sich selbst kann man auch nicht davonlaufen.

Zitat von Wuslchen:
Ich kann aber mal gucken, ob ich nicht irgendwo auch mal dunkelgrau entdecke. Ist das aktuelle Regenwetter so mies? Ja, absolut, ich hasse es! Aber ich liebe meine neue Regenjacke und somit bin ich wenigstens mit trockenen Klamotten daheim angekommen und habe nicht gefroren. Verstehst du was ich meine?

Ja, ich verstehe, wie du das meinst. Im Endeffekt heißt das, nicht alles von vornherein schwarz/negativ zu sehen, was ich nur zu gut kann! Die Zwischenfarben zu sehen fällt mir schwer. Aber habe ich jemals einen Blick dafür gehabt? Vielleicht in den ersten Jahren meines Lebens; nein, nicht vielleicht, ganz bestimmt. Die ersten 7 Jahren meines Lebens waren unbeschwert und glücklich.
Aber jedes Kind wird älter und macht Erfahrungen, die nicht immer schön sind. Aber ich will nicht ausschweifen.

Zitat von Wuslchen:
Auch eine Schnecke kommt an ihr Ziel, die Geschwindigkeit oder die Größe der Schritte ist völlig egal. Und die Schnecke ist am Ende auch nicht so gehetzt, sondern ganz entspannt.

Ich wünschte, ich wäre so geduldig, entspannt und gelassen wie eine Schnecke!
Zitat:
Danke euch beiden, das anzunehmen fällt mir auch nicht leicht und gleichzeitig freue ich mich darüber sehr!

Du kannst das Lob ruhig so annehmen, wie es gemeint ist! Aber ich verstehe dich, ich bin darin auch nicht gut...

Zitat von Wuslchen:
Ich mag es wie du denkst.

Danke.

02.02.2023 23:48 • x 2 #25


M
Zitat von Lost111:
Die ambulante Reha, die ich beantragen will, ist eine Art TK. Sie findet in einer Fachklinik für Psychotherapie, Psychosomatik und Verhaltensmedizin hier in der Nähe statt und ich bin dann von morgens bis nachmittags. Ich müsste nur den Antrag bei der DRV stellen...

Das bedeutet doch sicher, dass es noch einige Zeit dauert bis du in die Klinik kommst. Allein die Beantragung dauert bestimmt einige Wochen. Weißt du denn schon wann ein Platz frei wäre? Als ich nämlich eine Kur beantragen wollte, gab es erst Termine im Juni. Die Frahe ist ja dann auch, was machst du in der Zwischenzeit. Entweder lässt du dich krankschreiben und nimmst dir noch die Zeit für dich oder, was ich echt gut nachvollziehen kann, du gehst wieder arbeiten. Was du vermutlich nur tust, weil es von dir erwartet wird. Ich habe das auch schon durch. Ich hatte auch Angst wieder anzufangen, aber während des ersten Tages ist meine Angst verschwunden. Es lief gut, alle waren nett. Ich denke, wir machen uns oft zu viele Gedanken.

Zitat von Lost111:
Das ist aber ganz und gar nicht die feine Art und Weise! Krank ist krank. Also wirst du da noch ein Jahr bleiben und dir in der Zeit eine neue Stelle suchen? Ich finde das richtig fies, so mit den Mitarbeitern umzugehen. Aber wie du schon sagst - du hast keine andere Wahl. Was sagt denn dein Therapeut dazu, wenn ich fragen darf?

Derzeit bekomme ich täglich Post mit Aufforderung Hardware abzugeben und Erklärungen zu unterschreiben. Ich weiß gar nicht ob ich das unterschreiben muss. Tendenziell würde ich mich erst um meine Gesundung kümmern und mir im Anschluss etwas neues suchen. Jetzt weiß ich nicht ob ich den Terror der Chefin ertrage und doch lieber kündige. Ich glaube on so einem Fall bekäme ich auch keine Sperre vom Arbeitsamt.

03.02.2023 09:08 • x 1 #26


Leon84
Zitat von Lost111:
Danke dir! Ein Versuch ist es allemal wert, so sehe ich das auch. Ich habe ja gar keine Struktur mehr.
Ich schaue mal, wie die ersten Tage so werden.

Diese Struktur ist extrem wichtig, und wenn es die Arbeit nicht ist, dann braucht man halt die TK o.ä.

Ohne eine Struktur ist man schneller wieder in einem depressiven Loch als man sich umschauen kann!

Kopf hoch, es wird alles gut!

03.02.2023 09:22 • x 1 #27


Lost111
Zitat von Moni86:
Das bedeutet doch sicher, dass es noch einige Zeit dauert bis du in die Klinik kommst. Allein die Beantragung dauert bestimmt einige Wochen. Weißt du denn schon wann ein Platz frei wäre? Als ich nämlich eine Kur beantragen wollte, gab es erst Termine im Juni.

Ich muss die Reha über die DRV erst noch beantragen. Ich weiß, dass das ggfs. länger dauern kann.
Und dann muss ich ja auch noch meinen AG davon informieren. Ich mache mir jetzt schon Gedanken darüber, ob ich das schon am Montag erwähnen soll...

Zitat von Moni86:
Tendenziell würde ich mich erst um meine Gesundung kümmern und mir im Anschluss etwas neues suchen. Jetzt weiß ich nicht ob ich den Terror der Chefin ertrage und doch lieber kündige. Ich glaube on so einem Fall bekäme ich auch keine Sperre vom Arbeitsamt.

Da würde ich mich vorher aber gründlich informieren! Was rät dir denn dein Therapeut?

03.02.2023 20:36 • #28


Lost111
Der 1. Arbeitstag liegt hinter mir. Die Aufregung war heute morgen wie weg geblasen.
Wahrscheinlich, weil ich nichts zu verlieren habe? Oder weil mir (fast) alles egal ist?
Das Gespräch mit Frau Geschäftsleiterin war kurz und knapp. Ich bekomme ab nächste Woche meine eigene kleine Abteilung. ^^ Das ist nicht die Abteilung, wo ich hurra schreie. Es ist halt so verteilt worden, weil eine Kollegin zum Jahresende ging und die Stelle nicht wieder besetzt wird. Also bin ich wieder eine Art Lückenbüßer. So kommt es mir vor.

Meine liebe Kollegin war leider nicht da, sie hat Urlaub momentan. Es sei ihr gegönnt.
Auf meinem Schreibtisch lag gleich ein fettes Urteil von fast 13 Minuten Länge. Natürlich eilig, wie immer.
Damit war ich erstmal beschäftigt und somit ging auch die Zeit ganz gut rum. Ich habe es auch langsam angehen lassen.
Und es hat sich so angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen.
Aber mittags war dann auch Schicht im Schacht. Mir war leicht schlecht und mir summte der Kopf.
Ich habe auch sehr lange gebraucht, um runter zu fahren. Ehrlich gesagt, bin ich immer noch etwas aufgewühlt und unruhig...

Ich bewerte das jetzt nicht großartig und warte erstmal ab, wie der Rest der Woche wird.

07.02.2023 00:00 • #29


A


Hallo Lost111,

x 4#15


Leon84
@Lost111

Das war doch ein guter Einstieg, oder? Du kannst ruhig stolz sein dass du den ersten Tag geschafft hast und dich echt glücklich fühlen! Auch wenn nicht alles perfekt war/ist, ist es doch ein Schritt nach vorne gewesen!

Mein erster Tag damals war auch recht spannend, ich war total unruhig und aufgewühlt. Am Ende war es echt anstrengend, aber es hat sich ausgezahlt!

Diese kleinen Schritte vorwärts sind es die zählen! Und die erste Hürde hast du toll genommen!

Aber vergiss nicht, Rückschläge werden kommen und lassen uns zweifeln ob das alles richtig war was wir gemacht haben. Bedenke, jeder (auch die Gesunden) haben gute und schlechte Tage, nur nehmen wir sie oft verzerrt wahr (d.h. übertreiben sie, etc.)

Ich freue mich mit dir!

07.02.2023 08:18 • x 1 #30

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag