Antidepressiva - ab wann wirken die Medikamente?

P
zum Thema Ausschluß von körperlichen Ursachen:

Ich habe nichts dagegen wenn Möglichkeiten abgeklärt werden. In der heutigen Zeit muss man sogar eigentlich dankbar dafür sein, wenn man als Chipslette überhaupt Untersuchungen bekommt. Bei der Darmspiegelung konnte ich es sogar noch halbwegs nachvollziehen. Zwar weniger wegen Krebs, aber zB Morbus Crohn wird gerne durch Stress ausgelöst und hat die typischen Symptome die auch ich hatte. Hab das in meinem Jahrgang zweimal miterleben dürfen. Auch sonst nehme ich das Thema KRebs durchaus ernst. Ich gehe wegen meiner hellen Haut und meiner sich schnell verfärbenden Leberflecke einmal im Jahr auf eigene Kosten zur Vorsorge und lasse mir brav die Leberflecke rausschneiden. Auch als ein Urologe erst mal Hodenkrebs ausschließen wollte, hab ich nicht gezickt. Ist zwar selten, aber ich bin nun mal in dem entsprechenden Alter. Wo ich allerdings giftig werde ist, wenn man offensichtliches beiseite wischt und lieber nach irgendwelchen statistisch völlig abwegigen Krankheiten sucht. Das Magengeschwür rührt zB davon her (auch nach Meinung der Ärzte), daß ich mir gegen die Darmschmerzen ordentlich Schmerzmittel reingepfiffen habe. Hätte man also erst mal mir so etwas simples und praktisch Nebenwirkungsfreies wie Flohsamen empfohlen, wäre diese Erkrankung höchstwahrscheinlich gar nicht erst aufgetreten. Ebenso wie ich mich jetzt auf Dauer mit einer ziemlich schmerzhaften Prostataentzündung herumschlagen darf. Zumal die Krebsdiagnostik in dem Moment eigentlich sich hätte erledigen müssen, als man ein komplettes CT von Magen an abwärts gemacht hat. Natürlich ist so ein CT nie ein 100% Beweis, aber in Verbindung mit meinem relativ jungen Alter und meiner einwandfreien Familiengeschichte, war trotzdem jede weitere Maßnahme witzlos. Die statistische Wahrscheinlichkeit das ich beim Verlassen der Arztpraxis vom Auto überfahren werde dürfte um ein Mehrfaches höher liegen.

zum Thema Was Ärzte müssen bzw. dürfen:

Ärzte dürfen gar nichts. Es ist MEIN Körper. Sie haben mir ihre Meinung mitzuteilen und Vorschläge bezüglich der weiteren Diagnostik und Therapie zu machen. Dann entscheide ICH was gemacht wird. Alles andere ist, sowohl moralisch wie auch strafrechtlich, Körperverletzung. Vom Missbrauch des Vertrauensverhältnisses mal ganz abgesehen. Und das zB eine Prostatabiopsie teilweise ziemliche Risiken hat (schwere Infektion mit hohem Fieber plus allgemeines Anästhesie-Risiko) sei nur am Rande erwähnt. Das muss ja schließlich ich tragen und nicht der Arzt in seiner Selbstherrlichkeit.

zum Thema Wer weiß mehr:

Zuerst bin ich brav als Patient zum Arzt habe ihm meine Symptome mitgeteilt und woher es meiner Meinung nach herrühren könnte, habe aber ihm die Diagnose überlassen. Damit bin ich auf die Schnauze gefallen. Dann habe ich, Netz sei Dank, recherchiert und bin relativ fix auf plausible Erklärungen gestoßen. Als ich damit ankam, wollte der Arzt mir nicht glauben (es ging dabei um den Bluthochdruck, den ich mittels Messungen schon abgeklärt hatte). Das er dann Tests macht ist verständlich und vernünftig. Das er mich dabei aber wie einen dummen Schuljungen behandelt wohl weniger. Naja, als dann das Ergebnis raus kam sind ihm die Gesichtszüge entgleist und plötzlich hatte ich ihm zwei mal die Woche meine Werte mitzuteilen.
Mittlerweile recherchiere ich meine Erkrankungen, gehe zum Arzt, beschreibe meine Symptome und sage sonst gar nichts mehr. Beim letzten Mal war's ne Ringbandstenose. Ich hatte die Diagnose nach drei Minuten googlen. Der Hausarzt hat auf die Gelenke getippt, der Chirurg auf Rheuma und erst der Orthopäde kam dann drauf. Der Handchirurg der das dann operieren dürfte hat im übrigen ziemlich geflucht, wieso ich denn erst so spät auftauchen würde. Die Sehnen würden bald reißen, wenn nicht schnell operiert würde. Tja, ich hätte die Überweisung zu ihm auch gerne zwei Monate früher in den Hände gehalten.

Es mag arrogant klingen, daß ich mich schlauer gebe als ausgebildete Ärzte, aber ich kann auch nichts für, wenn Google bessere und schnellere Diagnosen ermöglicht als Inhaber der Approbation.

Natürlich werde ich einen Arzt außerhalb meiner Heimatstadt aufsuchen (so viel hab ich mittlerweile gelernt). Daher auch meine Anfrage bezüglich der beiden Großstädte. Was nichts daran ändern wird, daß mein Vertrauen zu den Göttern in Weiß leicht gestört ist und ich langsam einfach keine Energie habe mich wieder in die Tretmühle Was fehlt uns denn? zu schleppen.

Zitat von Steffi:
Seit wann leidest Du denn unter dieser allgemeinen Angst und was hat die ganze Problematik Deiner Ansicht nach möglicherweise ausgelöst ?


Negative Eigenschaften die ich schon immer hatte. Irgendwann haben sie sich dann eben verselbständigt und sich immer weiter verstärkt (Teufelskreis halt). Der Druck hat sich nun mal in den letzten Jahren erhöht wie du schon anmerktest. Vielleicht war das der Auslöser. Die Anlagen dazu hab sich bei mir schon in der Pubertät gezeigt. Da konnte ich sie allerdings noch weitestgehend erfolgreich bekämpfen-

Zitat von Steffi:
Wie stark - und wobei - beeinträchtigt sie Dich ?


Mittlerweile? So ziemlich bei allem. An manchen Tagen hab ich kaum die Kraft mein eMail-Fach zu leeren.

06.08.2009 22:49 • #16


P
Es ist echt zum kotzen. Hab mich heute zu einer Ambulanz geschleppt. Der Depp von Arzt hat sofort einen riesen Aufstand gemacht. Ich müsse sofort stationär aufgenommen werden. Nachdem es mir gelungen war, ihm klar zu machen das es tatsächlich noch Patienten gibt, die sich nicht kommentarlos der ärztlichen Selbstherrlichkeit unterwerfen und das mein Interesse an einer stationären Behandlung gegen Null Grad Kelvin tendiert, ist er damit rausgerückt das aktuell keine ambulanten Plätze frei sind und das er so keine Antidepressiva verschreibt. Er finde das grenzwertig was vieler seiner Kollegen da machen. Als ich dann gehen wollte, drohte er damit das er eigentlich verpflichtet sei mich da zu behalten. Ich musste erst der Reihe nach meine Muskeln demonstrativ anspannen um ihm einen diskreten Hinweis zu geben, was ich von dieser Drohung halte und was das für hässliche Konsequenzen zur Folgen haben könnte. Kommunikation auf Steinzeit-Niveau, nur um den wieder runter zu kriegen. *rolleyes* Dann wollte er sich wohl Verstärkung holen und nach seiner Kollegin telefonieren, ob nicht doch ein ambulanter Platz frei sei. Als ich dann nur noch genervt abgewunken hab, hat er sich aufs Betteln verlegt und von mir Versprechen verlangt, daß ich mir sofort eine andere Ambulanz suche und falls es schlimmer wird, sofort wieder herkomme.

Als ich ihn gefragt habe, wie er auf den Gedanken kommt, daß ich mein Versprechen halte, war er irgendwie angefressen. Und als ich ihm noch klar gemacht habe, daß Drohung von Zwangseinweisungen auch nicht gerade Vertrauensfördernd sind war er endgültig angepisst.

Sorry, er mag aus seiner Sicht nur seinen Job gemacht haben, aber ich hab mich nach diesem Kampf dreimal so mies gefühlt, wie vorher. Es hätte gereicht die Standpunkte auszutauschen und alles wäre halb so schlimm gewesen. Nein, er muss sich unbedingt produzieren, obwohl ich ihm schon zu Beginn klar gemacht hab, das schon allein mein Auftauchen für mich ein K(r)ampf war. Jetzt steht ich wieder mit leeren Händen da und war so fertig das ich mich heute noch mit meiner Freundin bitterbös gezofft hab.

Ärzte sind echt der letzte Dreck! Reden von Hilfe und zum Schluss ist man doch nur wieder der Depp, wenn man sich ihnen nicht bedingungslos unterwirft.

Sorry, aber ich musste mich einfach mal auskotzen.

10.08.2009 22:43 • #17


A


Hallo PatonDarkwood,

Antidepressiva - ab wann wirken die Medikamente?

x 3#3


Steffi
Hallo Darkwood,

jetzt muss ich aber doch mal fragen, was Du nun eigentlich erwartet hast. Offensichtlich bist Du in die Ambulanz gerast mit dem festen Vorsatz, Dir ein Antidepressiva verschreiben zu lassen. Der Arzt hat da nicht mitgemacht, sondern Deine Situation und Deinen Zustand eingeschätzt. Ob richtig oder falsch, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber er wird sich das nicht alles aus den Fingern gesaugt haben, um Dich zu ärgern. Oder glaubst Du das ?

Du regst Dich darüber auf, dass der Arzt Dir helfen wollte.
Manchmal ist es einfach keine Frage des Interesses mehr, in eine Klinik eingewiesen zu werden, sondern eher der Notwendigkeit.
Zitat:
ist er damit rausgerückt das aktuell keine ambulanten Plätze frei sind und das er so keine Antidepressiva verschreibt.

Ehrlich gesagt erkenne ich darin eher Verantwortungsbewusstsein, als Schikane.

Liebe Grüße
Steffi

11.08.2009 10:31 • #18


P
Von gerast kann keine Rede sein. Ich hab auf Frankfurt Süd ne Toilette vollgekotzt, als ich mich da hin geschleppt habe.

Natürlich war sein Verhalten aus seiner Sicht richtig, aber was bringt es unter dem Strich? Er sieht mich als stark Selbstmordgefährdet an. Ich wiederspreche dem nicht, habe aber nicht vor mich stationär behandeln zu lassen. Wenn er sich zu fein für das Verschreiben von Antidepressiva ist, ist das sein gutes Recht, aber ehrlich gesagt frage ich mich was er dann als schlimmer einschätzt. Mich unbehandelt wieder weg zu schicken, gleichzeitig mich aber über eine halbe Stunde lang zuzutexten, das er massive Befürchtungen hat, daß ich die nächsten Tage nicht überstehe oder mir Antidepressiva zu geben und mir so zumindest eine Chance zu eröffnen?

Sorry, nach dem Gespräch war ich einem finalen Exit noch nie so nah. Hätte er mir hingegen ein Rezept in die Hand gedrückt, hätte ich zumindest Hoffnung gehabt, daß es wieder besser werden könnte. Ich habe den gestrigen Tag überstanden, aber das war weiß Gott nicht der Verdienst dieses Arztes.

11.08.2009 10:49 • #19


P
Tja, letzter Versuch eben - selbes Ergebnis. Würde man mir Antidepressivas geben bestünde das Risiko das die Antriebssteigerung, die vor der Stimmungsaufhellung eintritt mich in den Selbstmord treibt. Also tut man lieber gar nichts.

Naja, man soll ja immer das Positive sehen. Die Fronten sind geklärt und ich weiß jetzt zum ersten Mal seit langer Zeit, welche Optionen ich habe und was ich will.

11.08.2009 15:41 • #20


G
Also wenn den Ärzten das zu gefährlich ist kann ich das durchaus verstehen. Meistens wird in solchen Fällen in einem beobachteten Klinikaufenthalt das Medi eingeschlichen, um im Zweifelsfalle schnell reagieren zu können. Aber du weigerst dich ja so dermaßen dagegen, dass ich die Ärzte verstehen kann, wenn sie dann auch nein zu dir sagen. Ich frage mich, ob du wirklich auch mal einen Schritt auf die zu machst? Bisher lese ich nur kontern um jeden Preis. Und wenn ich deine Beiträge lese, habe ich vor meinem inneren Auge ein hüpfendes und schreiendes HB-Männchen, was seinen Lolli nicht bekommen hat. Dem würde ich auch nichts geben.

LG

11.08.2009 16:52 • #21


P
Ich hab halt meine Erfahrungen mit Ärzten gemacht und wozu Kompromisse führen. Aber das ist Schnee von gestern. Um ehrlich zu sein, ich hab mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt. Endlich zu wissen woran man ist und wo man hin will, ist etwas sehr schönes.

Ich geh jetzt erst mal raus und genieß' die schönen Wolken.

11.08.2009 17:08 • #22


Steffi
Hallo Darkwood,

ich versuche gerade, Deinen plötzlichen Stimmungsumschwung zu verstehen, aber es gelingt mir nicht wirklich.
Du fühlst dich plötzlich gut und weißt, wohin Du willst und woran Du bist ?
Kannst Du mich aufklären ?

11.08.2009 19:14 • #23


S
Also ich kann mich da nur anschließen. Wenn es mir nicht gut geht und ich dann zum Arzt gehe, dann möchte ich Hilfe. Wenn ich die aber von vornherein verweigere, dann würde der Arzt mich bestimmt auch fragen, warum ich denn zu ihm komme und das zu Recht.
Und ich finde es sehr gut, wenn ein Arzt nicht einfach mal so den Rezeptblock zückt und mich dann wieder weg schickt.
Zumal Antidepressiva´s eben auch keine Gummibärchen sind, die man mal eben so in sich rein stopft.

Ich kann ehrlich gesagt immer noch nicht verstehen, warum du denn zum Arzt gehst, wenn Du die Hilfe von vornherein ablehnst. Du gehst schon mit einer Riesenabwehrhaltung dahin, da frage ich mich wirklich, was Du willst.

Natürlich hat man als Patient die freie Wahl, ob man die Therpieempfehlungen des Arztes annimmt oder nicht.
Aber wenn ich keine Therapie will, dann gehe ich auch nicht zum Arzt.
Ich gehe auch erst mal davon aus, dass der Arzt mir die Therapie vorschlägt, die er für richtig hält. Und ich nehme die Empfehlung vielleicht auch erst mal an, weil ich eben der Laie bin und mir selbst nicht helfen kann.Dann kann ich es doch ausprobieren und wenn es nicht hilft, kann ich mit dem Arzt andere Lösungen besprechen. so würde für mich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aussehen, die du abwer wohl gar nicht haben möchtest.

Ich finde auch, dass der Arzt in der Ambulanz sehr verantwortungsvoll gehandelt hat. Er hat dich ernst genommen, hat Dir eine stationäre Therapie empfohlen, weil Du selbstmordgefährdet bist, was Du ja auch selbst bestätigt hast. Aus bestimmten Gründen, die Du ja hier nicht erläutert hast, lehnst Du eine stationäre Therapie ab. Ein Antidepressiva will er Dir nur verschreiben, wenn er die Wirkung an Dir beaobachten kann, was ich absolut O.K. finde.

Ja, wenn Du alles andere verweigerst und nur ein Rezept für ein Antidepressiva willst, musst Du Dich wohl noch ein bisschen auf die Suche nach einem Arzt machen, der ohne Kommentar einfach so den Rezeptblock zückt.

Aber bei dem ganzen hier, was Du geschrieben hast, habe ich allerdings die Befürchtung, dass grundsätzlich jeder Arzt ein Depp für Dich sein wird. Wenn Du bei allen Ärzten in der Art und Weise auftrittst, wie Du es hier beschreibst, dann wird das wohl nie was mit der guten Zusammenarbeit. Aber das scheinst Du ja auch nicht zu wollen.

11.08.2009 20:13 • #24


P
Zitat von Steffi:
Hallo Darkwood,

ich versuche gerade, Deinen plötzlichen Stimmungsumschwung zu verstehen, aber es gelingt mir nicht wirklich.
Du fühlst dich plötzlich gut und weißt, wohin Du willst und woran Du bist ?
Kannst Du mich aufklären ?



Was gibt es daran großartig zu verstehen? Ich bin krank und werde aus eigener Kraft da nicht mehr rauskommen. Die mir offenstehenden Wege ärztlicher Behandlung lehne ich ab. Die Fronten sind geklärt, die Welt ist übersichtlich geworden.

Gestern hat man mir eine Tagesklinik angeboten um die Medigeschichte zu überwachen, aber nur unter der Bedingung das ich gleichzeitig eine PT mache und Benzos schlucke. Ich wär' ja durchaus bereit mich täglich überwachen zu lassen und notfalls auch Benzos zu schlucken, aber nicht wenn ich gleichzeitig mich wieder mit einem Therapeuten abgeben müsste. Dazu hab ich einfach nicht mehr die Kraft. Zumal abzusehen ist was passiert wenn ich da nicht zu deren Zufriedenheit kooperiere. Irgendwann bleib ich dann unfreiwillig in der Klinik, mit der Begründung man könne mich mit den Antidepressivas im Blut nicht einfach gehen lassen und meine mangelnde Kooperationsereitschaft sei ein deutlicher Hinweis auf meine Suizidabsichten. Fazit: Man verlangt von mir zu rennen, bevor ich laufen gelernt habe. Das will ich nicht und selbst wenn, fehlt mir dazu einfach die notwendige Energie. Ihr könnt das jetzt beurteilen wie ihr wollt, aber ich rege mich über das Thema nicht mehr auf. Ich hatte zwei Optionen und eine davon ist jetzt weggefallen. Meine Stimmung ist zwar heute auch wieder in den Keller gegangen, aber so ist die Welt nun mal.

12.08.2009 14:31 • #25


A


Hallo PatonDarkwood,

x 4#11


K
Hallo Ihr Lieben,

ich nehme seit heute Esctialaopram 5mg (Anfangsdosis) Im Beipackzettel steht das die Wirkung nach ca. 1 Woche bis zu drei Wochen einsetzt. Was sind Eure Erfahrungen dazu?
Oh man, das dauert aber wirklich echt lange für mich.....

27.07.2017 10:26 • #26

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