149

Antidepressiva haben mein Leben zerstört

A
Es tut mir wirklich leid, dass die Antidepressiva bei Dir nicht angeschlagen haben (dass sie Deine Persönlichkeit verändert haben sollen, glaube ich absolut nicht - der Grund dafür liegt bestimmt woanders), aber bei aller Empathie geht mir immer das Messer in der Tasche auf, wenn jemand (wie Du jetzt) mit völlig unhaltbaren Argumenten und Behauptungen alles in Bausch und Bogen verdammt, was vielen Betroffenen gut hilft.

03.03.2020 17:56 • x 2 #16


Irgendeine
Zitat von auferstehung:
aber bei aller Empathie geht mir immer das Messer in der Tasche auf, wenn jemand (wie Du jetzt) mit völlig unhaltbaren Argumenten und Behauptungen alles in Bausch und Bogen verdammt, was vielen Betroffenen gut hilft.

Danke, genau das dachte ich auch. Nur weil man selbst ein Medikament bzw. eine Medikamentengruppe nicht verträgt, heißt das noch lange nicht, dass es anderen auch so geht.
Ich habe viele Medis erfolglos getestet, die anderen super helfen.
Doof für mich, gut für die, denen es hilft.
Zitat von auferstehung:
dass sie Deine Persönlichkeit verändert haben sollen, glaube ich absolut nicht - der Grund dafür liegt bestimmt woanders

Auch hier gebe ich dir recht. Wie sollen diese Medis die Persönlichkeit dauerhaft verändern? Das ist nicht möglich (es sei denn, wir haben unterschiedliche Definitionen von Persönlichkeit) vor allem, wenn man sie gar nicht mehr nimmt.
SSRI sorgen dafür, dass das Serotonin länger im synaptischen Spalt bleibt und somit länger bzw. besser seine Wirkung entfalten kann. Zusätzlich können sich neue Rezeptoren bilden.
Das hat Vorteile (die gewünschte Wirkung) und Nachteile (eventuelle Nebenwirkungen).

Ich nehme meine Medis, damit es mir besser geht. Meine Persönlichkeit ist aber trotzdem noch immer gestört (BPS) und das wird sie auch immer sein. Ich lerne nur, damit zu leben. Um es mal ganz vereinfacht zu sagen.

03.03.2020 18:11 • x 2 #17


A


Hallo Drik,

Antidepressiva haben mein Leben zerstört

x 3#3


bones
Wie tut die EMA das überprüfen,ob es stimmt oder nicht?

03.03.2020 19:05 • x 1 #18


D
Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Medis wie Citalopram zu epigenetischen Veraenderungen fuehren. Was denkst du was sich da in deinem ZNS abspielt. Die Serotoninhypothese ist wiederlegt. Das weiß man spaetestens seit Tianeptin. SSRI blocken deine Serotoninrezeptoren. Eine Therorie ist, dass diese dauerhaft desensibilisiert werden. Durch die epigenetische Veraenderung werden nur noch fehlerhafte Rezeptoren reproduziert. Die EMA hat eine Pedition von ueber 1000 Betroffenen angenommen.

03.03.2020 19:22 • #19


bones
Ah ok, gut zu wissen.

03.03.2020 19:31 • #20


Irgendeine
Zitat von Drik:
Die EMA hat eine Pedition von ueber 1000 Betroffenen angenommen.

Darauf basiert die ganze Annahme?
Zitat von Drik:
Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Medis wie Citalopram zu epigenetischen Veraenderungen fuehren. Was denkst du was sich da in deinem ZNS abspielt. Die Serotoninhypothese ist wiederlegt. Das weiß man spaetestens seit Tianeptin. SSRI blocken deine Serotoninrezeptoren. Eine Therorie ist, dass diese dauerhaft desensibilisiert werden. Durch die epigenetische Veraenderung werden nur noch fehlerhafte Rezeptoren reproduziert. Die EMA hat eine Pedition von ueber 1000 Betroffenen angenommen.


Tianeptin ist kein SSRI, sondern ein Serotonin-Reuptake-Enhancer.
Tianeptin hemmt nicht die Wiederaufnahme von Serotonin, sondern verstärkt sie. Die Serotonin-Konzentration im synaptischen Spalt, wird also reduziert. Zudem verringert es die Freisetzung von Acetylcholin und regt den Dopamin-Stoffwechsel im Gehirn an.
Außerdem wirkt es sich auf den Neurotransmitter Glutamat aus. Das Wirkprinzip ist also vielfältig und noch nicht genau geklärt.
So viel dazu.

Die Serotonin-Hypothese ist schon länger umstritten. Tianeptin kann man da trotzdem nicht als Beweis nennen, da es, wie schon geschrieben, noch auf einige andere Botenstoffe wirkt und somit nicht genau gesagt werden kann, welcher Faktor davon die antidepressive Wirkung auslöst.

Ich musste 2 SSRI (Citalopram und Sertralin) ausprobieren und beide haben mir nichts gebracht.
Danach hatte ich Venlafaxin in Eskalations- und jetzt Bupropion in Maximaldosis. Erst mit letzterem ind Kombi mit Mirtazapin ging es mir für längere Zeit besser. Beides wirkt aufs Dopamin und Noradrenalin, Venla auch noch aufs Serotonin.

Es gibt aber Menschen, denen es mit Citalopram bzw. Sertralin super geht.

03.03.2020 20:18 • x 2 #21


Pessimist
Also . ich nehme seit annähernd 25 Jahren etwa den Wirkstoff Sertralin. Anfangs Gladem, Zolofft und wie die alle heißen, eben halt den o.g. Wirkstoff.
Und ich hatte noch nie Probleme damit, es sei denn, ich habe versucht abzusetzen, dann bin ich immer ins so ein Loch gefallen, Sinnlosigkeit, keinen Antrieb, Perspektivlosigkeit etc.
Aber sonst gab es nichts negatives. Auf Grund des hohen Drucks auf der Arbeit (ich berichtete a.a.S.) habe ich vor einiger Zeit auf 100mg/Tag verdoppelt, heute Vormittag jedoch wieder eigenständig halbiert ohne Probleme.
Ich meine zu wissen, dass Sertralin wirklich sehr gut ist im Allgemeinen, mehr kann ich dazu auch nicht sagen.

Alles Gute für Dich . wird schon !

03.03.2020 20:39 • x 2 #22


D
Um ehrlich zu sein verstehe ich nicht warum meine Argumente unhaltbar sind. Laengst ist auch bewiesen dass Antidepressivas mehr Placeboeffekt haben als echte Wirkung. Das kann jeder nachlesen oder muss ich jetzt hier Studien verlinken und zitieren? Wenn du positive Erfahrungen gemacht hast ist es ja gut. Trotzdem auch kein haltbares Argument da subjektiv. Also wo ist deine Studie?
Zur Ema; wenn so viele Menschen dauerhaften Schaden erlitten haben, dann sollye darauf auch hingewiesen werde. Jeder Kinsument kann letztendlich davon betroffen sein.

03.03.2020 21:03 • x 1 #23


D
Wollte noch ergänzen. Ich finde schon das Tianeptin der Beweis dafür ist, das es bei einer Depression nicht darum geht einfach nur genuegend Serotonin im synaptischen Spalt zu haben. Sorry für die Tippfehler.

03.03.2020 21:21 • #24


maya60
Hallo Dirk, ich glaube, du kriegst jetzt zum Teil das ab, was viele vor dir hier im Forum in Bausch und Bogen gegen Antidepressiva, ohne seriöse Studien benennen zu können und ohne zwischen ihren eigenen Krankheitssymptomen und den angeblichen Wirkungen der A.Ds zu unterscheiden, gepostet haben und ohne Alternativen nennen zu können für die unzählig vielen Menschen, die ohne ihr A.D nicht überleben würden - entweder weil sie Suizidgefährdet sind oder weil, wie bei mir, die unerträglichen Krankheitssymptome trotz langjähriger Psychotherapie und pflanzlicher Behandlungsversuche solch einen Stress für mein Immunsystem und mein Herz darstellten, dass beides sich immer mehr verabschiedeten und immer schlimmere und schlimmere Störungen bekamen, so dass zuallerletzt ich im KH landete mit einer allergischen Reaktion auf zahlreiche Antibiotika nach unzähligen Infektionen Schlag auf Schlag.

Was war ich darum dankbar, als ich zu deiner Warnung, zu PSSD, dann endlich mal seriöse Daten fand. Sie sind offenbar gerade dabei, zu forschen, wie viele davon bleibende Schäden behalten. Die meisten nicht, aber ob doch zu viele bzw. wie man das ändern kann für alle, das ist eine wichtige Forschungsfrage.

Dass die Libido während der Einnahme von SSRI und SSNRI beeinträchtigt wird in sehr vielen Fällen, das sagten mir von Anfang an Docs und Beipackzettel.
Aber in der Abwägung von unerträglichem und lebensbedrohlichem Leid und beeinträchtigter Libido war für mich die Entscheidung für A.Ds, SSRI, klar.

Die meisten von uns nehmen auch erst A.Ds, wenn nichts anderes mehr hilft und das Leiden unerträglich wird. Soviel ist jedem bekannt.

Und ich habe mir rein von der Logik her schon immer gedacht, dass ein SSRI ja eine generelle Wirkung auf das Serotonin hat und daher auch in Bereichen, wo es im Hirn gar nicht mehr davon braucht, daher die Nebenwirkungen.

Viele reagieren, ich auch, daher allmählich sauer bei der Vorstellung, dass sich eh schon verängstigte und hilfesuchende Menschen mit Depressionen in unerträglichem Leid befinden und dann hier im Forum gleich abgeschreckt werden, A.Ds einzunehmen mit populistischen und reißerischen Thementiteln und Angstmachereien, obwohl etwas anderes ihnen nicht hilft bisher und ihr Leid für Alltag und Leben hoch bedrohlich ist.

In vielen Fällen sind A.Ds alternativlos und ist das Leben ohne kaum mehr aushaltbar. Darum ist es wichtig, nicht innere Angsthürden zu erzeugen, zu Psychiatern zu gehen, ihnen zu vertrauen und auch den Medikamenten.

Viele Betroffene kommen mit ihren SSRI überhaupt erst wieder ins Leben, lies hier mal im Forum. Ich würde gar nicht mehr leben ohne. Bin für echte Alternativen immer offen, die sind aber nicht in Sicht. Und sehr viele brauchen sie aber, um zu überleben, wie Irgendeine schon schrieb.

Liebe Grüße! maya

03.03.2020 21:42 • x 5 #25


Pessimist
Libido ist auch bei mir unten im Keller, allerdings juckt mich das keinesfalls !

03.03.2020 21:52 • #26


Irgendeine
Zitat von Drik:
Wollte noch ergänzen. Ich finde schon das Tianeptin der Beweis dafür ist, das es bei einer Depression nicht darum geht einfach nur genuegend Serotonin im synaptischen Spalt zu haben. Sorry für die Tippfehler.

Wie schon erwähnt, wirkt es noch auf andere Botenstoffe. Kannst du beweisen, dass die antidepressive Wirkung nicht darauf basiert?
1000 Menschen sind zwar subjektiv viele, aber objektiv gesehen nicht. Ca. 4 Mio. Menschen nehmen aktuell Antidepressiva. Laut EMA haben also 0,025% davon die von dir beschriebenen Nebenwirkungen. Selbst mit einer gewissen Dunkelziffer ist das noch immer eine relativ geringe Zahl.

Zitat:
Also wo ist deine Studie?

Hier mal ein Link:
https://www.der-arzneimittelbrief.de/de.px?SN=7104
Bupropion (Elontril): Sieben eingeschlossene Studien zeigten eine Überlegenheit hinsichtlich Response und Remission beim Vergleich mit Plazebo sowie einen rezidivprophylaktischen Effekt bei der Winterdepression.

03.03.2020 21:56 • x 1 #27


Pessimist
4 Millionen Menschen nehmen Antidepressiver ? Das wird wohl nicht reichen, vermute ich mal.
Viele Millionen Menschen sind mehr oder weniger depressiv und es werden mehr und mehr, aber das ist ja ein anderes Thema .

03.03.2020 22:11 • x 1 #28


D
Hallo Maya!
Danke erstmal. Ich wollte hier niemand verunsichern.Ich mein wenn es einem hilft ist es ja gut. Wie mein Titel besagt hat es mir nicht nur nicht geholfen, Prozac hat mich nachhaltig zerstoert. Meine Intention war einfach andere Menschen vor dieser Hölle zu bewahren.
Aus meiner Sicht gibt es Alternativen zu SSRI und SNRI. Moclobemid finde ich persönlich ganz gut.
Grüsse Drik

03.03.2020 22:17 • x 1 #29


A


Hallo Drik,

x 4#15


Irgendeine
Zitat von Drik:
Moclobemid finde ich persönlich ganz gut.

Sehr viele gängige (somatische) Medis dürfen nicht mit Moclobemid kombiniert werden. Das ist ein großer Nachteil, gegenüber SSRI.

03.03.2020 22:26 • x 1 #30

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag