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Antidepressiva haben mein Leben zerstört

M
Zitat von bones:
Ich muss dir da widersprechen. Es stimmt nicht, dass viele Hier nur der Meinung sind , dass man nur mit pp leben kann.

Wie viele das in % sind, habe ich nicht untersucht. Aber es sind schon einige dabei, wie ich aus meiner aktiven Zeit hier noch weiß.
Zitat:
Keiner ist dort (ADFD) der nur gutes berichten kann bzw nie Probleme mit pp hatte.

Das ist richtig. Ich denke, wer tatsächlich ausschließlich gute Erfahrungen gemacht hat, hat auch keinen Anlass, dort Hilfe zu suchen.

16.07.2020 07:57 • #76


M
Zitat:
Das ist m.E. gerade der Punkt! Ihr lasst euch einreden, dass ihr PP braucht.

Wie hier schon gesagt wurde - die meisten haben wahrscheinlich schon alles andere probiert bevor sie die Medikamente genommen haben. Niemand nimmt die Pillen freiwillig. Mich musste damals kein Arzt überzeugen die zu nehmen. Ich wollte die Medikamente nehmen. Der Leidensdruck war damals einfach zu groß.

Zitat:
Aber je länger ihr sie nehmt, desto mehr schwindet die Chance, dass ihr sie wieder loswerden könnt und ihr lauft Gefahr, dass sich DURCH DEN KONSUM eure psychische Krankheit chronifiziert.

Deswegen sollte man parallel zu den Psychopharmaka auch eine Therapie machen. Nur wenn man sein Leben ändert, kann man auch aus der Depression herauskommen. Es ist illusorisch zu glauben, dass man sich einfach eine Pille einwerfen kann und dann ein glückliches Leben leben kann. So einfach gehts dann doch nicht.

16.07.2020 08:20 • x 1 #77


A


Hallo Drik,

Antidepressiva haben mein Leben zerstört

x 3#3


Irgendeine
Zitat von Michael808:
dass du gar nicht mehr beurteilen kannst, welche Nebenwirkungen von welchem kommen. Nicht alle Nebenwirkungen sind einfach weg, wenn man das entsprechende Medikament absetzt.

Ich hab schon einiges an Medis durch, das stimmt. Aber ich weiß, wann welche Nebenwirkungen aufgetreten sind und wann ich welches Medikament bekommen habe. Daraus kann man schließen, woran es liegen könnte.
Zitat von Michael808:
Und dann hast oder hattest du noch eine Psychiaterin, die dir einredet, dass du dir Symptome nur einbildest.
a
Sie sagt, dass es psychogen sein könnte. Das hat nichts mit einreden zu tun (mal ganz davon abgesehen, dass ich mir das nicht einreden lasse), sondern mit Differentialdiagnostik.
Zitat von Michael808:
Das ist m.E. gerade der Punkt! Ihr lasst euch einreden, dass ihr PP braucht.

Ja klar. Ich, die ich mich in dem Bereich beruflich auskenne, lasse mir einreden, dass ich unbedingt Medikamente brauche.
Ich weiß, was ich tuen muss, wenn ich mich runterregulieren muss. Wenn ich aber dann nach vielen gescheiterten Versuchen vor der Entscheidung schne*den oder Promethazin stehe, ist letzteres das kleinere Übel.
Also hör auf mir Vorwürfe zu machen, dass ich mir helfen lasse!
Genauso gut kann man nämlich sagen, dass du dich mit aller Macht geen Medikamemte sträubst.
Würdest du dich genauso gegen Schmerzmittel wehren, wenn du starke Schmerzen hättest, die nicht anders zu lindern sind?

16.07.2020 10:35 • x 1 #78


Alexandra2
Mich ärgert, daß der Eindruck erweckt wird, man nehme Psychopharmaka nur so. Es gibt Schwerkranke, die ohne PP zu nichts in der Lage sind.
Und bin chronisch depressiv und quälte mich Jahrzehnte damit durchs Leben, ohne Psychopharmaka. Und das Leben war unglaublich anstrengend so. Arbeit+Kind+minimalistischer Haushalt, keine Energie für mich. Nicht zur Nachahmung empfohlen.

16.07.2020 12:31 • x 1 #79


Irgendeine
Zitat von Alexandra2:
Mich ärgert, daß der Eindruck erweckt wird, man nehme Psychopharmaka nur so. Es gibt Schwerkranke, die ohne PP zu nichts in der Lage sind.
Und bin chronisch depressiv und quälte mich Jahrzehnte damit durchs Leben, ohne Psychopharmaka. Und das Leben war unglaublich anstrengend so. Arbeit+Kind+minimalistischer Haushalt, keine Energie für mich. Nicht zur Nachahmung empfohlen.

Das ärgert mich auch. Ich würde liebend gerne auf die ganzen Medis und ihre Nebenwirkungen verzichten. Wenn das aber der Preis für ein halbwegs normales Leben ist, dann bin ich bereit ihn zu bezahlen.

16.07.2020 12:41 • x 2 #80


M
Hallo,

das ist eine interressante Diskussion und ich hoffe, man kann in diesem Forum da auch frei drüber reden. Bisher hab ich in Depressionsforen immer nur eindeutig FÜR (überwiegend, manche Foren werden von Pharmaindustrie unterstützt) oder GEGEN Psychopharmaka gefunden. Das find ich absolut nicht hilfreich.

Der Buddha sagte mal, die Wahrheit liegt sehr oft in der Mitte. Und das seh ich auch so, PP können gut oder schlecht sein.

Bei schweren Depressionen halt ich sie immer noch für unumgänglich, möcht nicht wissen, wieviel Leben sie schon gerettet haben.

Bei mittleren Depressionen kann man drüber streiten, wär ich eher dagegen, solte aber der Patient selber entscheiden (in der Praxis wird eher versucht, einem was aufzudrängen)

Bei leichten Depressionen halt ich sie mittlerweile fast schon für einen Kunstfehler.

Und die Patienten gehören aufgeklärt, vieles negative von PP ist einfach noch zu wenig bekannt. Hier schreiben ja auch einige z.B sie hätten versucht abzusetzen, ihnen sei es dann aber schlecht ergangen. Dazu muß man wissen, daß ein Absetzen oft dann erst klapt, wenn man es ganz langsam macht (ca 10 % alle 4 Wochen). Vermutlich verändert sich der Körper während der Einnahme, er versucht sich anzupassen, Serotoninrezeptoren werden z.B runtergedrosselt. Und diese Veränderungen rückgängig zu machen dauert seine Zeit.

Absetzerscheinungen können ganz leicht bis katastrophal sein.

Im Zuge der Einnahme kann zu einer Wirkverflachung kommen.

Es kann zu irreversiblen Stürungen wie pssd kommen.

Antidepressiva wirken bei einem Drittel aler Menschen gut, bei einem Drittlel etwas, bei einem Drittel gar nicht.

Wenn ein Mensch darüber gut informiert wird, kann und sollte er selbst entscheiden, ob er es damit versuchen will.

Nicht also die Tatsache, daß es PP gibt, find ich schlecht, sondern nur, daß heute meiner Meinung nach noch nicht gut damit umgegangen wird. Es wird viel zu viel verschrieben, verharmlost, PP werden immer noch als ein Allheilmittel verkauft und sowas. Richtig angwendet halte ich PP immer noch für einen Segen der Menschheit.

Liebe Grüße

Melina

16.07.2020 13:40 • #81


bones
Bin ja auch mittlerweile chronisch depressiv. Ohne die pp würde ich in der Stupor letztes Jahr nicht raus gekommen und hätte mich fast das Leben gekostet. Natürlich wünscht sich jeder, denk ich mal zumindestens, dass man ohne medis auskommen wird. Aber ich habe jedes Jahr 1-2mal eine depressive Phase. Diesmal häng ich schon seit 3monaten drin wieder. Obwohl ich alles mögliche mache, ob es Aktivitäten oder Psychotherapie, nix hilft wirklich. Da bin ich doch froh, dass die medis zum Teil gut wirken. Ohne medis würde es anders aussehen. Und wenn ich so einigermaßen gut damit leben kann, dann ist es halt so.

16.07.2020 14:04 • x 2 #82


S
Hätte ich das hier bloß vor der Einnahme von citalopram gelesen, ich kann drik da nur zustimmen, es mag sein das viele ohne pp nicht mehr könnten, aber mir wurden sie voreilig verschrieben, ich wollte sie auch haben, wegen meiner Depression, aber wenn ich vorher von pssd gewusst hätte, hätte ich sie nicht genommen.
Habe 10 Tage lang citalopram genommen und wegen libidoverlust, welcher von heute auf morgen kam wieder abgesetzt, das ist nun schon 5 Wochen her und meine libido ist immer noch nicht wieder zurück und die Angst das es so bleiben kann hat meine Depressionen so verschlimmert, daß ich zum ersten Mal die Gedanken habe nicht mehr leben zu wollen.
Es sollte mir helfen, doch es hat alles unerträglich gemacht.

09.10.2020 16:43 • x 1 #83


S
Hatte vorher trotz der Depression ein gesundes S. und konnte mich auch damit gut trösten.
Die Angst nie wieder Erregung zu spüren hat alles noch viel schlimmer gemacht.

09.10.2020 16:45 • x 1 #84


bones
Nun ich will das nicht abstreiten. Aber von nur innerhalb 10 Tagen geht dein Libido verloren? Schon mal gedacht dass sich die Depression davon beeinflusst wird? Natürlich ist es bei ssri leider oft so, dass man davon zu spüren bekommen kann. Betrifft nicht jeden.

Würde das mal mit dein Arzt in Ruhe bereden,sollte es nicht besser werden.

09.10.2020 18:27 • #85


S
Ja das ist ja das krasse, am vierten Tag konnte ich keinen Orga. mehr kriegen, ab dem 7ten Tag konnte mich nichts mehr erregen, und nein das kommt nicht von der Depression, das kann ich ausschließen, denn ich hatte die ganze Zeit noch S. auch mehrmals am Tag.

09.10.2020 18:30 • x 1 #86


M
Zitat von Si87:
Ja das ist ja das krasse, am vierten Tag konnte ich keinen Orga. mehr kriegen, ab dem 7ten Tag konnte mich nichts mehr erregen, und nein das kommt nicht von der Depression, das kann ich ausschließen, denn ich hatte die ganze Zeit noch S. auch mehrmals am Tag.

Gut, dass du das berichtest! Ich hatte zwar keine Erektionsstörungen von meinem Medikament aber es war ähnlich wie bei dir, dass mir die körperlichen Schäden durch die Einnahme meine Depression verschlimmert hat, weil ich damit das Vertrauen in meinen Körper verloren hatte. Ich konnte nicht lange stehen, bis mir Hüfte, Beine und Kreuz weh taten. Dann musste ich mich setzen. Saß ich dann, tat mir nach wenigen Minuten der Hintern vom Sitzen weh.

So. Und dann ist ja schön und gut, wenn Leute sagen: Wenn du Nebenwirkungen hast, einfach mal mit dem Arzt sprechen. Kann man machen. Aber um es großzügig zu formulieren: Man sollte davon nicht zu viel erwarten. Ein Arzt kann nichts gegen diese Probleme machen. Es gibt da nichts. Und das ärgerliche ist, dass die meisten sich einfach nicht gut genug über PP auskennen und man leicht anfängt, sich auch zusätzlich noch über die Unzulänglichkeit zu ärgern. Das alles braucht man mit Depression definitiv nicht noch zusätzlich. Deswegen, für mich: Keine PP mehr. Niemals wieder!

09.10.2020 21:31 • #87


P
Einige dieser Medikamente müssen schnellstens vom Markt verschwinden. Bei mir hat Cymbalta (Wirkstoff Duloxetin) PSSD ausgelöst und ich kann nur sagen, es ist die Hölle, das will niemand haben. Man ist nur noch eine leere Hülle, ohne menschliche Funktionen, wie Freude, Empathie, Geselligkeit, Wohlbefinden, Euphorie, Aufregung, Spannung. Alles ist abgeschaltet. Nichtmal Nikotin, Kaffee oder Alk. kann man noch spüren. Die S. ist auch voll betroffen, man ist chemisch kastriert, inklusive tauber Genitalien, heißt im Ellenbogen ist mehr Gefühl.

Das schlimmste ist dass es einfach nicht wieder von alleine weggeht sondern man jetzt noch 50 Jahre als abgeschalteter Zombie herumlaufen darf. Kastriert und lobotomisiert. Es ist einfach unmenschlich. So etwas darf es nicht geben. Und es ist menschengemacht. Offenbar wurden die Medikamente vor Markteinführung nicht ausgiebig genug getestet oder die Ergebnisse verfälscht, dauerhaft geschädigte einfach aus der Studie geworfen.

PSSD ist ein Skandal. Aber irgendwann wird die Bombe platzen, Psychiater und Pharmaindustrie können es nicht ewig leugnen. Die Stimmen von Betroffenen aus der Community werden immer lauter, und können irgendwann nicht mehr überhört werden. Mein Leben ist schon vorbei, aber ich warne hiermit alle anderen vor der Einnahme. Überlegt euch vorher gut ob es euch das Risiko wert ist.

25.11.2023 16:29 • #88


BlackKnight
Zitat von Pardoe5000:
Einige dieser Medikamente müssen schnellstens vom Markt verschwinden. Bei mir hat Cymbalta (Wirkstoff Duloxetin) PSSD ausgelöst und ich kann nur ...


Interessant und wichtig wäre ob es Mitglieder im Forum gibt die diese Erfahrungen auch gemacht haben mit diesem Antidepressiva‍️

25.11.2023 16:37 • x 3 #89


A


Hallo Drik,

x 4#15


C
Kannst Du mir bitte mitteilen was Du als leichte Dosis nimmst? Danke

01.01.2024 12:56 • #90

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