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Arbeitsplatz - wie am Besten rauskommen?

Dys
Meiner Meinung nach kann man ohnehin in solchen Belangen niemandem etwas raten.
Bestenfalls ist es informativ, Erfahrungen anderer zu kennen und eventuell in eigene Überlegungen einfließen zu lassen. Es macht sicher auch einen Unterschied, ob jemand der sich rechtlich gut auskennen mag, auch bezüglich einem hohen Leidensdruck eigene Erfahrungen hat, oder eher vielleicht nicht. Wichtig ist es nur, zu wissen welche Optionen es gibt und welche Konsequenzen sich woraus ergeben können.
Allgemein wird eher davon abgeraten, in einer depressiven Episode selbst zu kündigen. Ich hatte es trotzdem getan. Ich hatte eine ALG1 Sperre einkalkuliert und bewusst in Kauf genommen. Im Nachhinein bekam ich aber keine. Das bedeutet aber eben auch nicht, dass es nicht auch anders laufen kann.

12.06.2023 15:54 • x 5 #16


N
@Dys Was ich bräuchte um mich sicher zu fühlen ... eine abgeschlossene Ausbildung ( arbeite in dem Unternehmen ungelernt als Produktionshelfer) , reguläre Arbeitszeiten ( Früh und Spät im Wechsel, dadurch lebt man in gewisser Weise neben der Gesellschaft in einem ganz anderen Rythmus- ist isoliert von anderen Kontakten als die der Arbeitskollegen , feste Schlafzeiten nicht möglich ) , Führungskräfte die Ihren Job können und nicht nur deswegen in Ihren Job gelangten weil Sie unzureichenden Arbeitschutz nicht kritisieren .. Generell einen Arbeitsplatz ohne Feinstaubbelastung. Irgendwann ist man einfach zu schwach um den Betrieb zu verlassen.. (Meinte sogar der Abteilungsleiter mal zu mir ... Sie sind ja noch relativ jung... Noch können Sie ja gehn.. * lach* , ehrlich ist er. )
Eine Arbeitsatmosphäre die nicht schlimm ist weil in der Luft soviele emotionale Verletzungen liegen weil die Mitarbeiter sich untereinander auch schon irgendwann mal mindestens einmal die Augen ausgekratzt haben aufgrund mangelnder gesundheitsförderlichen Strukturen ... Die Liste ist lang.. und die Führung... nun ja. Das hat seit 150 Jahren so funktioniert. 250 Mitarbeiter.
Ich bin seit 3 Jahren da und startete auch mit Mobbingversuchen in dieses Arbeitsverhältnis .. In einer toxischen Beziehung kann man sich Therapie sparen... da ist es schlauer erst mal die Beziehung zu beenden ( ich habe auch schon versucht das zu retten , Gespräche mit Abteilungsleiter über die Teamleiterin, und Gespräch mit der Teamleiterin, Aber das Mindset von der Führung ist halt auch schon sch. ... es ist das ganze komplexe gemisch da. )
Will da nicht kaputt gehen und meine Würde verlieren.

16.06.2023 08:42 • #17


A


Hallo Nelly30,

Arbeitsplatz - wie am Besten rauskommen?

x 3#3


N
@Albarracin Auf das BEM habe ich nicht so viel Lust weil die eine Freundin von der Teamleiterin da mit drinhängt

ja, ich bin in fachärztlicher Beratung. Über Grad der Behinderung habe ich auch schon nachgedacht, möchte aber gern noch eine zweite Ausbildung machen und hege die Vermutung dass mir dies von Nachteil sein könnte. Ich denke ja immer noch , dass ich einfach in bessere Lebensbedingungen kommen muss, dann ''funktioniere'' ich auch , auch mit den Einschränkungen.

16.06.2023 08:56 • #18


Dys
@Nelly30 Schichtarbeit ist immer schwierig bezüglich eines Tagesrhythmus. Nach 35 Jahren ohne Schicht aber mit Gleitzeit war es für mich echt schwer, mich in einem neuen Betrieb damit zu arrangieren. Auf Dauer hat mich auch das belastet. Den Job hatte ich dann aber auch aus anderen Gründen nach über zwei Jahren dann gekündigt.
Mein Arzt hatte mir weder dazu geraten, noch abgeraten und das finde ich richtig. Ich finde es generell nicht angebracht, wenn ein Arzt jemanden wegen psychischer Probleme förmlich dazu rät. Denn die Konsequenzen sind für einen Arzt ja auch nicht immer ersichtlich. Und hinterher ist der Arzt ja auch tatsächlich nicht dafür verantwortlich zu machen, weil man nun ohne Job ist.
Mein Arzt hatte aber für die AfA eine Stellungnahme abgegeben, die meine Kündigung zumindest aus medizinischer Sicht erklärt hat. Der AfA hat es gereicht, um keine Sperre zu erlassen. Im Einzelfall ist dies also zumindest möglich und widerspricht der gängigen Meinung, dass eine Eigenkündigung automatisch zu einer Sperre führt.

Falls Du also Klient der AfA werden solltest, würde ich aber schon frühzeitig über Möglichkeiten einer LTA sprechen und gegebenenfalls auch direkt beantragen. Gerade dann, wenn Du ja gerne eine Ausbildung machen würdest. Beantragen kann man die auch bei der AfA, selbst wenn die diese dann an die DRV weiterleiten würde und die am Ende ihre Zuständigkeit bekundet. Auch gibt es einen psychologischen Dienst bei der AfA, den aber bitte nicht mit dem medizinischen Dienst verwechseln. Da kann man mit Psychologen oder Therapeuten Gespräche führen, was wie zielführend sein kann und welche Möglichkeiten es gibt. Üblicherweise sprechen das „Standard“ Sachbearbeiter von sich aus nicht an, weil sie es vielleicht auch garnicht wissen oder es auch nicht wollen. Wer weiß das schon. Das Problem ist halt, jemand kompetenten zu erwischen, selbst wenn man (noch) nicht selbst Kompetenz des Gegenübers einschätzen kann. Einfache Arbeitsvermittlung ist halt das einfachste, was die AfA zu bieten hat und natürlich für sie das unkomplizierteste. Allerdings informiert sie ja online über alles, was geht und es obliegt schon einem selbst, sich kundig zu machen.

Ein GdB bringt Dir eigentlich nur etwas, wenn du 50 bekommen würdest. Dann könntest Du Dich direkt für Stellen bewerben, die für Behinderte oder Gleichgestellt explizit ausgeschrieben sind. Aber da heißt es eben auch nur, dass man bei entsprechender Qualifikation, Behinderte oder Gleichgestellte bevorzugt. Das machen meistens aber nur Behörden oder Unternehmen des öffentlichen Dienstes und die suchen tatsächlich auch nur Fachkräfte und so gut wie nie, Quereinsteiger ohne Kenntnisse in der Verwaltung.

Selbst mit einem GdB von 30 muss dieser nicht zwangsläufig zu einer Gleichstellung führen. Von daher wäre der eher erstmal ein „nice to have“ ohne weitreichenden Nutzen.
Für einen von 50 muss aber schon einiges gesundheitlich im Argen liegen, also darauf würde ich keine Hoffnungen setzen. Beantragen kann man einen GdB natürlich trotzdem. Nur sollte man eben nicht Enttäuscht sein, wenn er einem nichts bringt.

16.06.2023 11:52 • #19


Lilly-18
Ich habe mir das grade mal alles durchgelesen und möchte auch noch meinen Senf dazu geben. Sicher nicht so fundiert wie meine Vorschreiber, aber aus dem Bauch heraus.

Ich habe in den letzten 12 Jahren 7x meinen Job gewechselt. Ich habe alles erlebt, von Extrem-Mobbing, Kündigung aus heiterem Himmel (nach meinem Urlaub saß eine andere an meinem Schreibtisch) bis nicht-Übernahme nach der Probezeit, auch ohne vorheriges Gespräch und aus heiterem Himmel. Ich habe immer wieder Maßnahmen des Arbeitsamtes gemacht, die ich super fand und ohne die ich jetzt nicht da wäre, wo ich gerade bin. Ich habe sogar in meiner Freizeit noch eine Zusatzausbildung gemacht. Inzwischen bin ich 60 und mein letzter Jobwechsel war vor 2 Jahren.
Ich möchte dir Mut machen, dass es nie zu spät ist, etwas Neues anzufangen.
Ich befürworte auch den Vorschlag, dich erstmal krank schreiben zu lassen und das Krankengeld auszuschöpfen. Eventuell kannst du ja parallel beim Arbeitsamt vorsprechen, ob es möglich ist, eine Weiterbildung zu bekommen? Ich bin mir aber nicht sicher, ob das geht wenn du noch nicht arbeitslos bist. Vielleicht kann das jemand anderes beantworten.
Ich habe meine Mobbingsituation bis zum bitteren Ende, ohne Krankschreibung, durchgezogen, bis ich nicht mehr konnte. Man hat mir dann gekündigt wegen zu geringer Arbeitsleistung (ich hatte damals schon eine Angststörung und habe viele Situationen nur noch mit Tavor ertragen. Da bringt man natürlich nicht die normale Leistung).
Bei der Kündigung, die ich anfechten wollte, habe ich noch eine ordentliche Abfindung rausgeholt, weil die mich unbedingt loswerden wollten. Da habe ich hoch gepokert, denn wenn ich das durchgezogen hätte mit der Klage auf Wiedereinstellung, hätten sie mir einen neuen Arbeitsplatz anbieten müssen, was ich ja eigentlich nicht wollte. Das war pures Glück.
Danach war ich ein Wrack. Trotzdem habe ich sofort die Maßnahme begonnen, die mir das Arbeitsamt angeboten hat. Die hat fast ein halbes Jahr Jahr gedauert. Diese Kurse waren die Basis von allem, was ich danach gemacht habe.
Ich habe festgestellt, dass die Arbeitswelt heutzutage ein Haifischbecken ist und es ist einfach auch pures Glück, wenn man einen Job findet, wo alles passt. Bei mir ist das inzwischen so. Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Aber der Weg dorthin war sehr hart.
Vielleicht nutzt du die Zeit, in der du krank geschrieben bist, um dir darüber im Klaren zu werden, was du eigentlich willst. Erarbeite mit deinem Therapeuten einen Plan, den du Schritt für Schritt bearbeitest. Es ist eine gute Unterstützung, wenn du einen Therapeuten hast. Bei mir war es damals auch so, dass ich zum Therapeuten ging um über Probleme zu reden, die ich ohne meinen Job nicht gehabt hätte. Da geht viel verloren, Nicht nur LebensZEIT, sondern auch LebensFREUDE. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit belastenden Situationen nicht abzufinden.

16.06.2023 14:22 • x 5 #20

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