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Auch ein Bär kommt irgendwann zum fallen!

denkzettel
So, ein paar Tage ging es mir ganz gut. Ich habe über zwei Tage ein Vogelfutterhaus gebaut. Das hat mir ca. 10h Stunden die Zeit vertrieben und ich war sehr gut abgelenkt. Mal sehen, wann die ersten Vögel checken, das es da was zu holen gibt.
Und plumps... am nächsten gleich wieder nen Tief. Konnte mich heute kaum berappen, irgendetwas zu machen.
Naja, ich habe dann meinen Reha-Antrag zur beruflichen Teilhabe oder wie das genau heißt gestellt - da ich unbedingt eine Umschulung machen will. Den Ärger, den Stress und die Abgründe die sich in anderen Familien auftuen, die ertrage ich nicht mehr. Meine Mauer, mit der das alles an mir abgeprallt ist, steht nicht mehr.

Ich brauche was neues...

06.10.2021 23:01 • x 3 #16


E
lieber Bär,

das ist das Heimtückische an der Depression/burnout, da bist du auf einmal sehr gut drauf, und am anderen Tag wieder

voll depri. Diese Launenhaftigkeit nervt mich auch sehr................

Ja, was sich in Beziehungen auftut, zwischen Menschen, in der Ehe, Familie..........das kenne ich auch, das ist brutalst.

Und wenn du dann auch noch selbst Beziehungsprobleme hast, das ist schlimm.

Aber auch in vielen anderen Berufen gibt es Beziehungsprobleme, außer du arbeitest für dich ganz allein....

Trotzdem, gehe weiter deinen Weg...........Versuche das Beste aus deinem Leben zu machen........


liebe Grüße,

Frederick

07.10.2021 18:16 • #17


A


Hallo denkzettel,

Auch ein Bär kommt irgendwann zum fallen!

x 3#3


Maryam
Leute . Ich bin neu hier und etwas sprachlos und überfordert . Weil .. ihr habt alle MEIN Leben gelebt , erlebt .. ich bin wirklich nicht alleine mit dieser gequirlten sch. die sich Leben nennt ? Ich kann es kaum glauben Btw Tiere ? Dann bin ich eine Tiger-Schildkröte! Habe gekämpft wie eine Tigerin ( S.. Missbrauch im 3.-5. Lbj. , Krebs mit 30 J. , nur um die Highlights zu nennen ) , und bin jetzt mehr die Schildi, die in ihrem Panzer in Ruhe gelassen werden will . Vom Beruf Krankenschwester.. jetzt MUSS ich erstmal duschen , damit ich einkaufen gehen kann ( hab ich schon gesagt , dass ich am liebsten im meinem Panzer bleiben möchte ?) aber ohne Einkauf kein Futter für mich und meine tierischen Mitbewohner..bis nachher ? Maryam

09.10.2021 10:33 • x 2 #18


denkzettel
So, ich hatte jetzt endlich meinen Termin bei einer Psychiaterin. Sie hat mir empfohlen, mich direkt an die Psychiatrie am örtlichen Krankenhaus zu wenden. Es wäre bei mir besser und empfehlenswert, eine stationäre Behandlung/Therapie in Betracht zu ziehen - zu mindestens aber eine Tagesklinik.

Puh... ich war dann erst einmal ziemlich geplättet - damit hätte ich nun nicht gerechnet. Aber sie sagte, nach meinen Erzählungen, wäre es sinnvoller. Da ich mich ja doch immer sehr aufopferungsvoll um andere Menschen (Familie und Beruf) gekümmert habe und mich dabei außer acht gelassen habe.

Hmm... ich hab dann also in der Psychiatrie angerufen und nach einen Termin gefragt. Die wollten mich erst aufs nächstes Jahr vertrösten, aber nach meiner Bitte noch einmal zu schauen, ob nicht eher etwas möglich wäre, habe ich nun Ende November einen Termin.
Also weiter warten.

Ich weiß noch nicht, ob ich das möchte - also eine stationäre Behandlung. Aber den ersten Termin nehme ich auf jeden Fall war. Mal schauen, welche Optionen es gibt oder was die sich dann dort vorstellen können.

Gefühlsmäßig natürlich weiterhin mal so, mal so. Kennt ihr alle ja auch von Euch.

Auf Arbeit habe ich auch Bescheid gesagt, dort gibt man mir Zeit und hat Verständnis. Von meiner geplanten Umschulung habe ich noch nichts erzählt, da das ja noch in Bearbeitung ist.

Soweit mal mein aktueller Stand!

13.10.2021 17:00 • x 2 #19


E
lieber denkzettel,

selbst war ich schon zwei mal auf stationärer Therapie. Jeweils so 5-6 Wochen. Leider habe ich mir zu wenig Zeit

für zuhause eingeplant, und war zu schnell wieder auf Arbeit. Damals hatten wir großen Personalmangel............

Ansonsten hat mir das sehr geholfen, mal raus aus allem..............................................................................................

Mich von den ganzen Erwartungen lösen, ausatmen........................................................

Erwartungen, die andere Menschen in uns gelegt haben. Was nicht immer zu unserem wahren Selbst passt......

Das beste Gegenmittel vor zu großen Erwartungen ist für mich, auch einmal verrückt sein zu dürfen. Etwas tun,

was kein Mensch von uns erwartet. Auszubrechen aus dem Üblichen kann dir neue Kraft schenken.


Und das wünsche ich Dir ganz feste......................


liebe Grüße,

Frederick

13.10.2021 17:42 • x 1 #20


denkzettel
Danke Frederick.

Ich muss das erstmal auf mich wirken lassen. Ein Stück weit spielt da natürlich auch, wie Du es schon angesprochen hast, dieses männliche Gehabe eine Rolle - ich kann doch die Familie nicht sich selbst überlassen.
Dabei weiß ich ganz tief im Inneren, dass sie das alle natürlich packen!

Ich muss da noch viel drüber nachdenken und das auf mich wirken lassen. Der Termin ist ja einerseits zum Glück erst Ende November.

13.10.2021 22:27 • x 1 #21


E
lieber denkzettel,


oh ich musste erkennen, wenn ich schwach bin, bin ich eigentlich stark. Weil ich dann meine ganzen Erwartungen an

mich selbst, andere Menschen los lassen kann. ..............................................................................................................

Das ich nicht mehr der Nabel der Welt bin..........................

Das ich mir von Menschen helfen lasse....................


Aber dafür habe ich Jahre gebraucht. Auch mich mit meinen ganzen unmöglichen Dingen meines Lebens zu

versöhnen. Das ich mehr und mehr von der Anklage gegen mich selbst und gegen andere Menschen weg komme.

Denn vieles liegt einfach auch an uns selbst.......................


liebe, leise Grüße,

Frederick

15.10.2021 18:32 • x 2 #22


denkzettel
Ja, da liegt noch ein langer Weg vor mir. Das stelle ich jedenfalls fest.

Heute gab auch mal wieder einen kleinen Dämpfer. Mein Sohn (17 J) ist ja für ein Jahr nach Berlin gegangen (wir kommen ursprünglich von dort) und fängt am Montag seinen Bundesfreiwilligendienst an. Dafür ist natürlich immer noch das ein oder andere zu klären - mein Sohn ist ja nun auch emotional sehr angeschlagen. Da ich ihm heute keine konkrete Antwort auf seine Frage geben konnte, war er nach langer Zeit mal wieder sehr ungehalten mir gegenüber. Ich habe ihm gleich gesagt, das ich das nicht will, dass er so mit mir spricht.
Naja - nun ist erst einmal Funkstille. Denke mal nicht lange - er ist aber in guten Händen. Daher muss ich mir hier wenigstens keine Sorgen machen oder mir lange Gedanken machen. Das hilft.

Was ich aber sagen will, von Tag zu Tag, kommen mir mehr Gedanken pro stationäre Therapie. Einfach mal sich um nichts kümmern, ausser um mich selber. Hmm... das kann schon gut sein.
Zudem, bevor ich einen beruflichen Neustart wage, ist es sicherlich sinnvoll an den vorhanden Problematiken intensiv zu arbeiten, um dann hoffentlich befreit einen neuen Weg zu gehen.

16.10.2021 23:46 • x 4 #23


denkzettel
Heute war auch wieder ein merkwürdiger Tag.

Ich bin wirklich mega gut gelaunt aufgestanden - für meine Verhältnisse sehr spät, nämlich erst um halb elf. Ich bin sonst ein Frühaufsteher. Na jedenfalls ging es gut gelaunt in den Vormittag. Meine Partnerin hatte Kaffee gekocht und den Tisch gedeckt zum späten Frühstück.
Wir haben entspannt und ausgiebig gefrühstückt. Nachdem wir schon ne Stunde oder etwas mehr am Tisch saßen, hat mein Vater angerufen, mit dem wir dann eine Weile telefoniert haben.

Alles gut, alles tuffig. Zwischenzeitlich war meine Partnerin kurz ein Haus weiter bei ihrem Vater und ich hatte ne Stunde oder mehr Zeit alleine. War auch OK. Dann rief meine Freundin an und sagte, das ihr Vater fragte, was wir heute kochen - geplant Schweinbraten mit Knödel und Rotkohl und ob sie ihn einladen kann.
Prinzipiell ist das in Ordnung, da wir regelmäßig gemeinsam Mittagessen. Aber heute hatte ich nicht wirklich Lust drauf - vor allem mag ich es nicht, so plötzliche spontane Einladungen (konnte ich noch nie leiden). Ich fragte, ob es ok sei, wenn wir ihn nicht einladen. War es.
Aber in mir hat sich dann ein negatives Gefühl aufgebaut, ich bekam im Bauch ein komisches Gefühl - ähnlich als wenn einem Übel wird. Meine Freundin kam dann irgendwann wieder. Und wir wollten dann anfangen zu kochen. Ich bin dann in die Küche - Schweinebraten mache ich bei uns immer. Ich stand da wie blöd, das Übelkeitsgefühl im Magen wurde unangenehmer und ich fühlte, dass ich keine Motivation, keine Lust, keine Energie habe, um zu kochen.
Meine Freundin wollte mir dann helfen und fragte, was wir als Alternative machen könnten. Aber ich wusste keine Antwort und sagte nur, dass ich mich jetzt zurück ziehen muss. Mir ist das gerade zu viel.
Ich bin dann ins Schlafzimmer, habe noch ne Weile die Vögel am Futterhaus beobachtet und habe mich dann schlafen gelegt und etwa zwei Stunden geschlafen.
Danach war dann mein Gefühl zumindest wieder mittelmäßig und wir haben den Abend noch sehr schön über die Runden gebracht.

Aber diesen Totalabbruch beim kochen... keine Ahnung, was da genau mit mir passiert ist. Aber es tat mir gut, einfach zu sagen nein ich mach das jetzt nicht. Obwohl es andererseits nicht schön war, zu wissen, die anderen beiden (meine Freundin und meinen Sohn) so planlos zurück zulassen.

Ja... ein Tag mit mehr Höhen als Tiefen, aber das Tief habe ich schon als heftig empfunden.

18.10.2021 00:13 • x 3 #24


denkzettel
Gestern am Montag ging gar nichts bei mir. Ich bin auch erst gegen 5 Uhr eingeschlafen - bis dahin nur leicht gedöst, mal eingedämmert. 1000 Gedanken und irgendwie nichts klares. Ich musste meinen Sohn kurz in die Stadt fahren und hab die Zeit genutzt, um mit unserer Hündin am Inn ne Runde zu laufen. als wir zurück waren, gg 10 Uhr. Bin ich ins Bett und erst um 16 Uhr wieder aufgestanden. Weil ich dann Abendessen vorbereitet habe und meine Freundin von der Arbeit abholen musste, da mein Auto gerade passender Weise kaputt ist und ich aber wie gesagt, mein Sohn in die Stadt musste.

Meine eigentlichen Gründe, warum ich in dieses Loch gefallen bin, scheinen sich hinten an zustellen. Denn jetzt sind plötzlich neue Themen da.

- Da ist noch immer das Thema Umschulung, wird es bewilligt oder nicht - das macht mir natürlich sorgen. Nachdem ich immer mehr Abstand zur Arbeit gewinne und mit mehr Leuten darüber rede, wird mir klar, dass es kein zurück mehr in meinen alten Beruf mehr geben kann. Ich kann mich nicht mehr um das Leben von anderen Familien kümmern! Das packe ich einfach nicht mehr.
Dennoch ist die Angst da, was ist, wenn die Rentenversicherung nein sagt - geh mal schön wieder arbeiten. Das Thema verfolgt mich auf jeden Fall.

- Das zweite Thema ist die Überlegung bzw. der Rat in die stationäre Therapie zu gehen. Ich habe 15 Jahre lang anderen den Weg gezeigt und nun muss ich es zulassen, dass man mir den Weg weist. Schwierig. Damit komme ich noch nicht so zurecht. Obwohl es schon im Alltag Situationen gab (kochen am Sonntag), bei denen ich froh gewesen wäre, nicht hier zu sein und lieber auf einer Station um der ich mich nur um mich kümmern muss. Der Gedanke an eine stationäre Therapie wird von mal zu Mal positiver.
Allerdings ist ja dann noch die Frage, wie schnell kann das ganze gehen? Haben die lange Wartelisten oder können die kurzfristig aufnehmen. Die Klinik hat nur 60 Plätze.
Alternative wäre Tagesklinik und natürlich die ambulante Therapie, bei einem Therapeuten der in 8 Monaten Zeit hat, wenn überhaupt.

- Und das letzte Thema sind meine Alltags-Schwankungen, von mal total super, bis total niedergeschlagen. Das macht mich echt fertig. Vor allem bin ich für meine Mitmenschen dadurch immer wieder nicht durchschaubar. Sie wissen dann manchmal nicht woran sie sind. Obwohl ich dann schon oft in guten Momenten versuche mich zu entschuldigen für mein Verhalten.

Heute ist der Dienstag recht gut gestartet. Obwohl ich recht spät gg 00.30 Uhr ins Bett bin (was aber kein Wunder ist), bi ich um halb acht wach geworden - aber noch bis halb neun liegen geblieben.

Ich bin dann aufgestanden und habe dann erst einmal den Haushalt geschmissen, so dass jetzt alles wieder Top hier ist. Und das fühlt sich auch gut an - wieder was geschafft zu haben. Nun muss ich noch ein wenig Papierkram erledigen und dann ist der Vormittag rum. Die Hälfte des Tages vorbei. Wie es dann weiter geht, weiß ich noch nicht - ich glaube ich muss Pizzateig ansetzen - heute soll es bei uns Pizza geben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Tag!

P.S.: Mittlerweile entwickelt sich der Thread hier zu einem Tagebuch - ich müsste das wohl eigentlich in einem anderen Unterforum führen. Aber solange es niemanden stört, mache ich hier weiter.
Wer dazu gerne was sagen möchte, darf das gerne tun. Mir hilft es ungemein zum reflektieren. Danke!

19.10.2021 11:04 • x 2 #25


A
Zitat von denkzettel:
ich müsste das wohl eigentlich in einem anderen Unterforum führen. Aber solange es niemanden stört, mache ich hier weiter.

Vielleicht kann die Forenleitung dir helfen, das Thema in den großen Bereich der Tagebücher zu schieben. Dieser Bereich hat den Vorteil, dass er nur von angemeldeten Usern gelesen werden kann. Oder du lässt dein Thema hier einfach stehen, schreibst nicht hier weiter, sondern fängst unter gleichem Titel dein Tagebuch in oben erwähntem Bereich an.

19.10.2021 11:11 • x 1 #26


A


Hallo denkzettel,

x 4#12


denkzettel
@Anchiwa4964 Danke... ich habe jetzt einfach ein neues Thema aufgemacht und werde dort weiter schreiben.

Herzliche Grüße

24.10.2021 12:36 • #27

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