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Aufmerksamkeitsdefizit und depressiv - Konzentrationsschwäche

Alexandra2
Stand heute ist....
stundenlanges Wühlen in Papieren für das Nachlassgericht, zusammen suchen, sortieren, Bedeutung einschätzen, recherchieren (Hausverkauf, Sanierungsbedarf etc.), erneut sortieren, auflisten, zusammenfassen, To-Do-Liste und post-it's anfertigen, zusammenfassen- den Abgabetermin fest im Blick, haben uns an die Belastungsrenze gebracht.
Mein Sohn hat ja auch A D S und lauter Chaos im Kopf, schlimmer als ich. Wir beide haben weder Ausdauer, noch Konzentration, aber Willen, und Humor. Der hat uns heute nichts genützt. Man kann ja nicht alles haben.
Trauer um seinen Vater machen ihm Vieles unmöglich, das verstehe ich so gut. Eigentlich erlaubt ihm diese keine weiteren Aktivitäten. Und doch muss es erledigt werden. Schlimm...

04.09.2022 20:05 • x 1 #16


maya60
Der Verlust tut mir leid für deinen Sohn, liebe @Alexandra2 - ich wünsche Euch viel Kraft!

05.09.2022 01:07 • x 1 #17


A


Hallo Alexandra2,

Aufmerksamkeitsdefizit und depressiv - Konzentrationsschwäche

x 3#3


Alexandra2
Mit Brausekopf ging es heute weiter: Möbel+ Kleidung zu Tantchen ins Heim gebracht, Kleidung nochmal sortiert, ordentlich im Schrank verstaut. Natürlich mit Tantchens Entscheidungen.
Auf dem Rückweg Anruf vom Betreuer, endlich geht's los. Es wird allerhöchste Zeit. Ich kann einfach nicht mehr. Wir warten seit 8 Wochen.
Seit 3 Monaten maximale Belastung mit Beerdigung, Seebestattung, Ärger mit einer Verwandten, natürlich durchgehend aufgelöstem verschuldetem Sohn, maximale Konzentration wegen seiner Gesundheit und Finanzen, alles im Blick behalten. Und sich nichts anmerken lassen, weil das die Schuldgefühle verstärkt. Nicht nur, dass mein Sohn keinen Vater mehr hat, es gibt nur noch mich. Die Arbeitslosigkeit kommt dazu und andere Schwierigkeiten. Das ist alles viel zu viel für den jungen Mann. Und ich muss stark sein. Ich muss!

05.09.2022 14:58 • x 1 #18


maya60
@Alexandra2

05.09.2022 16:12 • x 2 #19


Alexandra2
Normalerweise bin ich erschöpft, nieeee hyperaktiv, aber heute. Und ich genieße das so sehr

05.09.2022 18:04 • x 1 #20


Alexandra2
Und schon wieder muss ich (seit Monaten) sagen, ich kann nicht mehr. Im September dachte ich, die Betreuung startet. Nix da. Es ist eine bodenlose Zumutung, so lange warten zu müssen. Ich weiß nicht mehr, wann der Antrag gestellt wurde, im Juli?
Die Finanzen meines Sohnes sind wieder katastrophal, er guckt nicht auf sein, jetzt wieder leergefegtes Konto und ich muss aufpassen, seine Verbindlichkeiten rechtzeitig zu zahlen, damit er die Wohnung behalten kann. Es ist zum heulen.
Dazu kommen seltsam formulierte Emails und Äußerungen, die mich aufhorchen lassen. Bedeutet es, er involviert andere, die seine Mails schreiben und ist er wieder in einem prekären Arbeitsverhältnis? Es wiederholt sich soviel. Er bekommt mal überhaupt nichts hin und an anderen Tagen ist er so tough und klar, dieses Hin und Her ist zermürbend. Ich weiß nie, wann ich ihn wobei loslassen kann. Also bin ich eigentlich immer in Habachtstellung.
Und dieses wechselhafte Verhalten zeigt mir, wie desolat es in ihm aussehen muss, während er versucht, es zu verheimlichen und ich versuche, ihn mein Entsetzen nicht anmerken zu lassen und ihm den Rücken zu stärken. Wohin mit dem Kummer? Und vor allem, das hält meine Depression am Laufen...
Es ist unglaublich anstrengend, wenn Mutter und Kind A D S haben, unglaublich anstrengend. Mein eigenes Chaos zu bändigen, ist mit Disziplin machbar. Lebensqualität aufzubauen steht aber immer noch in den Sternen.

03.11.2022 07:58 • x 3 #21


maya60
Liebe @Alexandra2 , das war mir klar, dass das viel zuviel in den letzten Monaten für dich war!
Soll dein Sohni eine rechtliche Betreuung bekommen? Das wäre gut, wenn er so viele Baustellen hat.

Aber lass das jemand anderen machen, nicht du! Denn da wirst du eher Co-abhängig als was anderes als Mutter.
A.D(H)S ist ja das eine, aber wenn es gefährlich wird, weil eben keine selbständige Selbstverantwortlichkeit klappt und dadurch weitreichende Lebens- und Gesundheitsbereiche selbstzerstörerisch werden, dann sind Eltern überfordert.

Viel Kraft und fachliche Entlastung wünsche ich dir und deinem Sohn!

Liebe Grüße! maya60

04.11.2022 15:48 • x 2 #22


Alexandra2
Danke Du liebe @Maya. Die rechtliche Betreuung für Finanzen und Gesundheit ist im Sommer beantragt. Da wusste ich schon, dass ich es nicht schaffe. Immerhin ist er jetzt in Behandlung (A D S und Sucht) , versichert, bekommt ALG II, hat manchmal etwas zu essen und einen neuen Arbeitsplatz demnächst. Das Strafverfahren läuft, Erbe ist angetreten, Erbschaftssteuer, Inkasso, Schulden bezahlt, Spielsperre eingerichtet, sein Vater ist würdig beerdigt, dessen Haus fast geräumt, geputzt, so dass Andere reinkonnten. Und nebenbei versucht, ihm Selbststrukturierung zu vermitteln. Das alles seit Mai. An welcher Stelle hätte ich mich zurück ziehen sollen? Mich ärgert diese co- Geschichte. Bei keinem dieser Probleme hätte ihn allein lassen können, es gibt niemanden, der sich seiner annimmt.
Das einzige was ich lange mache, ihn fragen, was die Folgen sind, wenn er dies oder das nicht erledigt. Und ich biete mich nur an, ohne mehrfache Erinnerung. Das ist schwer auszuhalten.
Wenn der Betreuer endlich kommt, sage ich überall nein. Herrlich.

04.11.2022 19:32 • x 1 #23


Wuslchen
Wow @Alexandra2, das ist ein ganz schönes Brett. Ich wünsche dir sehr, dass der Betreuer bald da ist und du nein sagen kannst!

04.11.2022 22:07 • x 2 #24


Alexandra2
@Wuslchen, ich präpariere mich auf seeeehr viele Neins dann muss mein Sohn beim Betreuer um Geld bitten, sein ganzes Geld war am 2.11. aufgebraucht
Und der Betreuer braucht mich nicht zu fragen, ob ich..... NEIN
Irgendwie finde ich die ganze Situation auch äußerst komisch aber pssst...

04.11.2022 22:19 • x 1 #25


maya60
Ich finde deine Beiträge an mich zu spät oder gar nicht, wenn du was anderes als @maya60 schreibst

Liebe @Alexandra2 und den Mutterpokal 2022 an dich für all deine erfolgreiche Sohni-Betreuung! Der beste Beweis für superintelligenten A.DS-Hyperfokus mal wieder, denn du hast mehr für deinen Sohn erreicht als viele Normalos das so schnell, straight und strukturiert gekonnt hätten und das als jemand mit immensen Aufmerksamkeitsstörungen. Da trifft das zu, was mein A.DHS-Doc nach der Diagnose zu mir sagte: Wenn Sie nicht so intelligent wären, wären Sie voll in der Gosse gelandet!
Hätten wir dann nicht den typischen Hyperfokus, dann wären solch überragende Leistungen gar nicht möglich! Wer dann noch weniger schnell überreizbar ist als wir, meistert das Leben mit A.D(H)S sogar überragend erfolgreich und erlebt sich nie als krank!

So war es ja auch möglich, dass diese Krankheit von Betroffenen entdeckt, erforscht, beschrieben und behandelt wurde und so in die medizinischen Diagnoselisten fand!
I
So ist es heute aber leider ebenso Fakt, dass es viel zu wenig ExpertInnen dafür gibt und dass der Medizinmarkt mittlerweile ein so reduziertes Diagnosebild entwickelt hat, dass es so gut wie gleichgesetzt wird mit „denen in der Gosse“. Für mein Hyperaktivitäts-Vollbild heißt da der einzige Behandlungsansatz „Resozialisation“. (letztes Jahr gelesen in A.DSpedia)

Bei diesem verarmten Ansatz bin ich ja saufroh, was ich bisher nur Jahrzehntelang unbehandelt und mühsam schmerzlich selbstreguliert erlitt, meiner korrekten Diagnose als Schülerin entkommen zu sein, weil es sie damals noch lange nicht gab.

Solch eine diagnostische Verkennung wäre ja grausam gewesen! Wo meine sozialen Begabungen meine Stärke waren!


Weil es aber eben Null ExpertInnen für „A.D(H)S bei Erwachsenen“ gibt ( in ganz München ist mein Doc der Einzige ohne bisherige Nachfolge in Sicht), steht nun auch seit geraumer Zeit wieder auf der Homepage meines Docs, dass Abklärung und Behandlung einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung
n i c h t von den GK bezahlt wird. (Also muss man es wohl unter einer weiteren psychodiagnose mitbehandeln, auch wenn die im Grunde eine A.DHS-Folgeerkrankung ist!)

Auch die Unipsychiaterin meines Sohnis werde ich auf das vielleicht doch nicht so ganz „ausgewachsene“ A.DHS meines Sohnis hinweisen, falls er wie ich seine beruhigenden A.Ds womöglich länger braucht.

Also ist n a t ü r l i c h niemand da gewesen, als du dieses Jahr merktest, dass dein Sohni mehr Fachbetreuung braucht - genau wie ich auch dieses Jahr merkte und mühsam über Monate erreichte, dass Sohni Antidepressivas, eine Autismus-Psychiaterin und eine wöchentliche Arbeitszeitreduzierung generell braucht!

05.11.2022 19:32 • #26


maya60
Zitat von Alexandra2:
An welcher Stelle hätte ich mich zurück ziehen sollen? Mich ärgert diese co- Geschichte.

DAS ist aber was ganz anderes! Co-Abhängigkeit existiert und zwar dann, wenn Angehörige die Betreuung
n i c h t an Fachleute abgeben! Wenn sie stattdessen selber Teil der kranken Verhalten werden und es damit aufrecht erhalten!

Dafür benutzte meine Mutter ihre ganze Familie, ohne Sucht zwar, es sei denn, sie flüchtete dann. Ich flüchtete spät, weil ich es ja erst lernen musste, wie unsere kranke Abhängigkeit funzte.

Ich selber halte nur (noch) die rechtliche Betreuung unseres Sohnis noch zusammen mit Göga in Händen, weil seine fachliche Betreuung wochentags in seiner WfbM gegeben ist!
Dort kommen seine Autismus-Therapeutin wöchentlich und seine Psychiaterin monatlich hin.

05.11.2022 19:42 • #27


maya60
P.S.: Und für finanzielle und gesundheitliche Betreuung gibt es ja zum Glück Fachleute, an die du abgegeben hast. (Die rechtliche Betreuerin meiner Eltern ist eine super Entlastung!)Zwar wirst du noch sicherlich vieles erklären müssen, bis das ein Selbstgänger wird, (tun meine Schwester und ich auch für meine Eltern) damit dein Sohn nicht verkannt wird, sich auch selber nicht verkennt, ebenso wie ich ja auch schon meinen jüngeren Göga (er: ich merke das alles nicht, was du merkst )und Sohnis zukünftige rechtlichen Betreuer „anlerne“, so dass wir, du und ich, irgendwann mal loslassen können.

05.11.2022 19:59 • #28


Alexandra2
Ach Du liebe @Maya
das finde ich echt witzig:
Zitat von maya60:
Liebe und den Mutterpokal 2022 an dich für all deine erfolgreiche Sohni-Betreuung! Der beste Beweis für superintelligenten A.DS-Hyperfokus mal wieder, denn du hast mehr für deinen Sohn erreicht als viele Normalos das so schnell, straight und strukturiert gekonnt hätten und das als jemand mit immensen Aufmerksamkeitsstörungen. Da trifft das zu, was mein A.DHS-Doc nach der Diagnose zu mir sagte: Wenn Sie nicht so intelligent wären, wären Sie voll in der Gosse gelandet!

Den Satz Deines Arztes habe ich auch schon zu hören bekommen. Seien Sie froh, daß sie klug sind. Toll.

Nein, das habe ich hier, und wenn es nur rudimentär sein sollte, anders erlebt
Zitat von maya60:
dass Abklärung und Behandlung einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung
n i c h t von den GK bezahlt wird.


Sowohl eine Klinik für A D S / A D H S Erwachsene (die übersahen aber das Trauma), in der ich war, als auch spezialisierte Ergotherapeuten behandeln es. Das war wirklich hilfreich. Ich hatte während des Aufenthalts in dser Klinik u.a. eine Co-Therapeutin, Edukationsgruppe und andere Gruppen. Das wurde von meiner gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.
Die ambulante Ergo danach war Gold wert, weil sie auch (kennt sich auch mit A D S / A D H S Behandlung aus), und die vor allem, die Traumatisierung behandelte, ich meine es waren 2 Jahre durchgehend mit Verordnung der Psychiaterin. Und diese bemüht sich sehr, ist offen für Neues und sieht das Drama. Sie war auch diejenige, die nach dem Klinikaufenthalt das neu verordnete Elontril verdoppelte und im späteren Verlauf Lithium obendrauf setzte. Das half. Nach und nach kam ich auf 150mg Elontril, nun wieder 300mg mit Bedarfsmedikation. Sie war auch diejnige, die ihre Pharmarefentin zur Schnecke machte, weil die Ärztin von mir aus der Klinik erfuhr, daß Medikinet durch Magenschutz keine Wirkung hat. Das erfuhr sie nicht von der Referentin.

Oh Gott, Du brauchst auch einen güldenen Mutterpokal
Zitat von maya60:
Ich selber halte nur (noch) die rechtliche Betreuung unseres Sohnis noch zusammen mit Göga in Händen, weil seine fachliche Betreuung wochentags in seiner WfbM gegeben ist!
Dort kommen seine Autismus-Therapeutin wöchentlich und seine Psychiaterin monatlich hin.

Es ist alles soooo anstrengend , wir Beide wissen und fühlen das jeden Tag. Und deshalb PAUSE- AUSRUHEN-SICH ETWAS GÖNNEN haufenweise
Ich wünsche Dir wirklich sehr einen erholsamen gemütlichen Abend
liebe Grüße Alexandra

05.11.2022 20:33 • x 1 #29


A


Hallo Alexandra2,

x 4#15


maya60


WoW, was es alles bei dir gab und gibt an A.DHS-Angeboten für Erwachsene! Prima! Gut zu wissen! Ich hatte und habe außer dem Experten-Doc
n i c h t s davon und brauche es auch jetzt nicht mehr, hab das Rad mal wieder selber erfunden.

P.S.: Ich bin immer noch @ maya60 und NICHT @Maya

05.11.2022 20:39 • x 1 #30

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