Ausbildung abbrechen - was beachten?

soulmate88
Hallo mag, danke für deine Antwort. Ist so eine Dauerkrankschreibung über mehrere Monate denn überhaupt einfach so möglich? Glaube nicht, dass das meine Ärztin machen würde, ich würde ständig die Angst haben wieder arbeitsfähig geschrieben zu werden, einfach weil ich auch immer vieles schönrede... Möchte eine Auszeit mit klaren Grenzen.

10.08.2010 20:51 • #16


M
Hallo soulmate88,

wenn du durch deine Erkrankung nicht arbeitsfähig bist, wird dein Arzt dich nicht einfach arbeitsfähig einstufen.
Zitat:
ich würde ständig die Angst haben wieder arbeitsfähig geschrieben zu werden
Dann solltest du das dem Arzt vermitteln, dass du dich nicht arbeitsfähig bist. Warum willst du deinen Zustand schönreden, damit schadest du dir doch selbst.

Das du klare Grenzen möchtest, kann ich schon verstehen, aber das ist leider alles nicht so einfach. Rede mit deinem Arzt und wenn er dir signalisiert, wie er deine Erkrankung sieht, bist du schon einen Schritt weiter. Habe immer festgestellt, mit dem Arzt offen zu reden, macht viel Sinn.

10.08.2010 21:32 • #17


A


Hallo soulmate88,

Ausbildung abbrechen - was beachten?

x 3#3


soulmate88
Danke, ich werde versuchen meiner Ärztin meinen Standpunkt klarzumachen. Werd mir morgen einen Termin geben lassen. Schäme mich sehr und habe Angst nicht ernstgenommen zu werden. Ach man...fühle mich irgendwie schäbig...

10.08.2010 21:37 • #18


M
Hallo soulmate88,
Zitat:
Schäme mich sehr und habe Angst nicht ernstgenommen zu werden. Ach man...fühle mich irgendwie schäbig..
genau so solltest du es auch deiner Ärztin sagen. Es ist doch so, wenn du alles so locker wegstecken würdest, wärst du nicht erkrankt und könntest deine Ausbildung fortführen.

Drücke dir die Daumen.

11.08.2010 09:47 • #19


soulmate88
Heute lief es ausnahmsweise mal recht gut auf Arbeit.
Hab meiner Kollegin gestern Abend mal ne E-Mail geschrieben und versucht meinen momentanen Zustand zu erklären. Aber diesmal hat sie mich gar nicht drauf angesprochen. Dachte eigentlich ich hätte klar ausgedrückt, dass ich momentan wirklich nicht mehr kann. Was muss denn passieren damit das mal einer sieht?
Hab heute noch nicht bei meiner Ärztin angerufen...

11.08.2010 21:42 • #20


S
Hallo soulmate,

Zitat von soulmate88:
Dachte eigentlich ich hätte klar ausgedrückt, dass ich momentan wirklich nicht mehr kann. Was muss denn passieren damit das mal einer sieht?

Auf der Arbeit ist es oft so, dass keine Rücksicht darauf genommen wird, wenn man erklärt, dass man nicht mehr kann.
Die Arbeit muss eben gemacht werden und solange Du auf der Arbeit erscheinst, geht jeder davon aus, dass Du arbeitsfähig bist.

Was passieren muss, damit das mal einer sieht, ist, dass Du Dich krankschreiben lässt. Das ist der einzigste Weg zum einen für die Kollegen, zu begreifen, dass es Dir schlecht geht und zum anderen auch für Dich, damit Du aus dem Verkehr gezogen wirst, um eben zuhause mit Ruhe wieder stabiler zu werden.
Wenn Du den Druck auf der Arbeit nicht mehr schaffst, dann gehe zum Arzt und schiebe es nicht immer wieder auf, auch wenn es verständlich ist, dass Du Dir schäbig vorkommst. Das geht vielen so.

Sag mal, zahlt Dein Chef Dir eigentlich mittlerweile pünktlich Dein Gehalt?

11.08.2010 22:46 • #21


soulmate88
Zitat von Sonnenblume20:
Sag mal, zahlt Dein Chef Dir eigentlich mittlerweile pünktlich Dein Gehalt?

Bei mir steht momentan nur Juli aus, mit dem Rest bin ich auf dem Stand. (Im Gegensatz zu meiner Kollegin, da fehlt wohl noch ne ganze Menge...)
Hab momentan nen dreistelligen Betrag Schulden bei meiner Schwester, weil die mit dem Kindergeldantrag auch nicht klarkommen und ich seit Januar nichts bekommen hab...

11.08.2010 22:51 • #22


soulmate88
Zitat von Sonnenblume20:
Auf der Arbeit ist es oft so, dass keine Rücksicht darauf genommen wird, wenn man erklärt, dass man nicht mehr kann.
Die Arbeit muss eben gemacht werden und solange Du auf der Arbeit erscheinst, geht jeder davon aus, dass Du arbeitsfähig bist.

Ich will halt guten Willen zeigen, deswegen schlepp ich mich dort hin. Fühle mich so schlecht mit einer Krankschreibung. Außerdem geh ich sooo ungern zum Arzt, weil ich mich kaum trau was zu sagen, komm mir total doof vor, wie jemand der sich nur drücken will.
Zitat von Sonnenblume20:
Was passieren muss, damit das mal einer sieht, ist, dass Du Dich krankschreiben lässt. Das ist der einzigste Weg zum einen für die Kollegen, zu begreifen, dass es Dir schlecht geht und zum anderen auch für Dich, damit Du aus dem Verkehr gezogen wirst, um eben zuhause mit Ruhe wieder stabiler zu werden.

Ich war letzte Woche krankgeschrieben. Zu meiner Mail hat meine Kollegin wie gesagt nichts gesagt. Gestern hat sie nur mal festgestellt, dass ich momentan ein ziemlich schwaches Nervenkostüm habe und bei Kleinigkeiten aus der Bahn geworfen werde (meint sie nicht böse). Heute hat sie so zwischendurch eingeworfen naja ich werde mich schon wieder dran gewöhnen...
Ich weiß echt nicht was ich noch machen soll und was am besten ist...

11.08.2010 23:02 • #23


S
Zitat von soulmate88:
Ich will halt guten Willen zeigen, deswegen schlepp ich mich dort hin. Fühle mich so schlecht mit einer Krankschreibung. Außerdem geh ich sooo ungern zum Arzt, weil ich mich kaum trau was zu sagen, komm mir total doof vor, wie jemand der sich nur drücken will.

Ich kenne das auch. Ich habe mich auch lange Zeit zur Arbeit geschleppt, obwohl ich es nicht mehr hätte tun sollen.
Aber es hat mir nichts gebracht. Besser ging es mir damit nicht, im Gegenteil, es wurde immer schlimmer, bis irgendwann gar nichts mehr ging.
Der gute Wille ehrt Dich, aber er geht immer mehr zu Lasten Deiner Gesundheit.Trau Dich einfach wieder, für Dich zu sorgen. Das macht sonst keiner für Dich und der Arzt kann es nicht riechen, dass es Dir immer noch schlecht geht, wenn Du nicht mehr bei ihm erscheinst.

Du warst doch auch vor gar nicht langer Zeit in einer Klinik. Da hast Du es doch auch geschafft, auf Dich aufmerksam zu machen. Wenn es Dir schlecht geht und der Arzt das erkennt, dann wird er auf keinen Fall denken, dass Du Dich nur drücken willst.

Zitat von soulmate88:
Zu meiner Mail hat meine Kollegin wie gesagt nichts gesagt.

Mich hat es ein bisschen gewundert, dass Du Deiner Kollegin eine Mail geschrieben hast, obwohl Du sie ja jeden Tag siehst.
Meinst Du nicht, dass ein persönliches Gespräch besser wäre?

Ich hab trotzdem eine Frage: Was wolltest Du denn mit dieser Mail bezwecken?
Was wünscht Du Dir denn von Deiner Kollegin?

11.08.2010 23:25 • #24


soulmate88
Zitat von Sonnenblume20:
Mich hat es ein bisschen gewundert, dass Du Deiner Kollegin eine Mail geschrieben hast, obwohl Du sie ja jeden Tag siehst.
Meinst Du nicht, dass ein persönliches Gespräch besser wäre?

Musste gestern Abend einfach meine Gedanken loswerden, bevor sie verlorengehen und ich kann mich schriftlich auch besser ausdrücken. Reden ja auch sonst ab und zu, so ist es ja nicht.
Zitat von Sonnenblume20:
Ich hab trotzdem eine Frage: Was wolltest Du denn mit dieser Mail bezwecken?
Was wünscht Du Dir denn von Deiner Kollegin?

Vielleicht gesehen werden. Ich weiß es nicht. Verzweifelter Hilferuf...

11.08.2010 23:29 • #25


S
Hast Du denn ein gutes Verhältnis zu Deiner Kollegin?

Was würde sich für Dich ändern, wenn Deine Kollegin Dich auf Deine Mail angesprochen hätte?

Ist die Arbeit denn auch sehr anstrengend und wünschst Du Dir, dass Du von ihr evt. entlastet wirst?

Entschuldige die vielen Fragen, aber ich möchte mir gerne ein genaueres Bild machen, worum es Dir wirklich geht.

Zitat von soulmate88:
Sonnenblume20 hat geschrieben:
Ich hab trotzdem eine Frage: Was wolltest Du denn mit dieser Mail bezwecken?
Was wünscht Du Dir denn von Deiner Kollegin?


Zitat von soulmate88:
Vielleicht gesehen werden. Ich weiß es nicht. Verzweifelter Hilferuf...


Ich kann das sehr gut verstehen. Aber Ansprechpartner für Deinen Hilferuf ist in erster Linie trotzdem Dein Arzt, denn der kann Dir auch definitiv helfen, indem er Dich krank schreibt, um Dich dieser für Dich doch sehr hohen Belastung zu entziehen.

11.08.2010 23:46 • #26


soulmate88
Zitat von Sonnenblume20:
Hast Du denn ein gutes Verhältnis zu Deiner Kollegin?

Ja wir verstehen uns sehr gut und ich bin sehr froh sie zu haben. Sie bekommt einfach am meisten mit, eben weil wir fast den ganzen Tag zusammen sind. Hier im Ort habe ich keine Kontakte und sonst nur relativ oberflächlichen Kontakt zu meinen Schwestern in meiner alten Heimat. Und halt hauptsächlich per Handy Kontakt zu paar Freundinnen die auch alle weiter weg wohnen. Meine Kollegin ist also die einzige, die meinen Alltag mitbekommt. Das macht schon einen Unterschied aus denke ich, wenn man das quasi live miterlebt. Und sie weiß auch viel mehr von meiner Erkrankung, von meinen Gedanken und Gefühlen als meine Schwestern beispielsweise. Ich erzähle ihr schon ziemlich viel.
Zitat von Sonnenblume20:
Ist die Arbeit denn auch sehr anstrengend und wünschst Du Dir, dass Du von ihr evt. entlastet wirst?

Ich werde von meinem Chef und auch von ihr generell schon entlastet, die Anforderung sind runtergeschraubt im Vergleich zu vorher. Weil sie gemerkt haben, dass das alles etwas viel für mich war (das war es auch teilweise wirklich für einen Azubi). Aber ich versuche halt immer bestmögliche Leistung zu bringen, das konnte ich am Anfang auch. Aber jetzt eben nicht mehr, ich denke deshalb sind die anderen auch etwas enttäuscht weil sie mich anders kennen. Aber nun funktioniert das halt nicht mehr.

Danke Sonnenblume, dass du dir Gedanken machst. Mit dem Arzt hast du auch bestimmt recht. Ich werd jetzt erstmal langsam ins Bett gehen...

12.08.2010 00:00 • #27


H
Hallo soulmate 88. Wenn ich deinen Tread lese, lese ich eigentlich nur Arbeit,Arbeit,Arbeit. Wie sieht denn sonst so dein Alltag inzwischen aus??? Beschreibe doch mal, ob du Freunde hast, ob du weg gehst, ob du zu Hause deinen Alltag bewältigst. Das wäre für mich sehr interessant. Ich zum Beispiel hatte ganz ganz viele Jahre schlimme Depressionen. Bis ein Arzt zu mir sagte: Gibt es in ihrem Leben etwas was sie nicht mehr wollen? Das war der Satz, der mich eigentlich damals gesund gemacht hat. Ich wollte nicht mehr in eine Metzgerei. Ich habe noch aus dem Krankenhaus gekündigt und der Metzgerei den Rücken für immer gekehrt. Ich war von da an gesünder. Zwar habe ich meine Rückschläge, aber bei weitem nicht mit damals zu vergleichen.
Du schreibst ja, dass es dein Traumberuf ist, von daher wiess ich nicht, ob ich mit meinem Denkanstoss richtig liege. Aber irgendwie hab ich das dumpfe Gefühl. dass dein Beruf viel mit deiner ERkrankung zu tun hat. Wie erwähnt, nur eine Vermutung. Frage dich doch mal, was du nicht mehr willst, und was dich freier machen würde.
Liebe Grüsse Hüpfi

12.08.2010 08:00 • #28


soulmate88
Hallo,

heute hab ich mich diese Woche das erste Mal persönlich mit meinem Chef unterhalten, was mich schon sehr gewundert hat, weil er mich sonst eher anspricht. Jedenfalls will er mir nach wie vor helfen, weil ich ein feiner Mensch bin. Aber er hat auch ganz unverblümt gesagt in jedem anderen Betrieb hätte ich schon längst meine Kündigung gehabt! Aber davor brauch ich bei ihm keine Angst haben, eben weil er mir helfen will und wir letztendlich alle was davon haben, wenn ich einen guten Abschluss mache, und das auf eine gesündere Art und Weise.
Er hat mir auch angeboten z.B. mit mir zusammen zum Gesundheitsamt zu gehen um meine Situation zu schildern. Auf jeden Fall muss mir irgendjemand, der Ahnung hat, helfen.

Hab heute nun endlich einen Termin bei meiner Psychiaterin vereinbart, nächsten Donnerstag. Hätte ich am Telefon nicht nochmal deutlich gemacht, dass es dringend ist, hätte ich erst irgendwann im September hingekonnt. Das war schonmal der erste Schritt, dass ich wirklich gesagt habe ich brauche jetzt Hilfe und hab mich nicht so einfach abfertigen lassen. Hab Donnerstag also ein Gespräch mit meiner Psychologin und mit meiner Psychiaterin. Und jetzt darf ich mich wirklich selbst nicht weiter verarschen und sagen, naja eigentlich klappt ja schon alles irgendwie... NEIN. Es geht nicht mehr. Ich gehe immer mehr kaputt. Punkt.

Zitat von Hüpfburg:
Wie sieht denn sonst so dein Alltag inzwischen aus??? Beschreibe doch mal, ob du Freunde hast, ob du weg gehst, ob du zu Hause deinen Alltag bewältigst.
Spiele einmal die Woche Volleyball, das ist perfekt. Ansonsten habe ich hier keine Freunde oder so, wohnen alle weiter weg, daher nur selten persönlicher Kontakt, aber täglich schreiben und so. Gehe mehrmals die Woche einkaufen, das lenkt ab und macht mir auch Spaß. Haushalt, versorge meine zwei Katzen und ansonsten nur das Nötigste, würde ich Besuch erwarten müsste ich schon nochmal grob alles herrichten. Mache immer zwischendurch irgendwelche Kleinigkeiten, aber auch nicht jeden Tag. Ansonsten am WE viel schlafen (manchmal auch abends nach der Arbeit), ausruhen...fühle mich wie ausgebrannt...

12.08.2010 18:46 • #29


A


Hallo soulmate88,

x 4#15


S
Hallo soulmate,

Zitat von soulmate88:
Hab heute nun endlich einen Termin bei meiner Psychiaterin vereinbart, nächsten Donnerstag. Hätte ich am Telefon nicht nochmal deutlich gemacht, dass es dringend ist, hätte ich erst irgendwann im September hingekonnt. Das war schonmal der erste Schritt, dass ich wirklich gesagt habe ich brauche jetzt Hilfe und hab mich nicht so einfach abfertigen lassen. Hab Donnerstag also ein Gespräch mit meiner Psychologin und mit meiner Psychiaterin.

Das finde ich richtig gut und das war erstmal das BEste, was Du machen konntest! Dass Dein Chef Dich unterstützen möchte, ist auch nicht gerade selbstverständlich!

Vielleicht gibt es ja tatsächlich einen Weg, dass Du Deine Ausbildung für einige Zeit unterbrechen kannst und später wieder an der Stelle einsteigen und eben später als geplant Deine Prüfung machen kannst! Da kannst Du Dich ja mit dem zuständigen Amt,aber natürlich auch mit Psychiaterin/Psychologin beraten!

Zitat von soulmate88:
Hast Du denn ein gutes Verhältnis zu Deiner Kollegin?
Ja wir verstehen uns sehr gut und ich bin sehr froh sie zu haben. Sie bekommt einfach am meisten mit, eben weil wir fast den ganzen Tag zusammen sind. Hier im Ort habe ich keine Kontakte und sonst nur relativ oberflächlichen Kontakt zu meinen Schwestern in meiner alten Heimat. Und halt hauptsächlich per Handy Kontakt zu paar Freundinnen die auch alle weiter weg wohnen. Meine Kollegin ist also die einzige, die meinen Alltag mitbekommt. Das macht schon einen Unterschied aus denke ich, wenn man das quasi live miterlebt. Und sie weiß auch viel mehr von meiner Erkrankung, von meinen Gedanken und Gefühlen als meine Schwestern beispielsweise. Ich erzähle ihr schon ziemlich viel.

Aahhh, jetzt kann ich auch besser verstehen, warum Dir diese Mail mit Deiner Kollegin so wichtig war! Aber weißt Du, gerade, weil sie ja auch schon viel von Dir weiß und ihr bestimmt auch schon viel gesprochen habt, müsste es doch für Dich einfach sein, sie persönlich um ein Gespräch zu bitten. Wenn man etwas persönlich bespricht, dann gibt es viel seltener Missverständisse und Frust, weil man sich eben direkt austauscht und nicht nur schriftlich, wo man das Gegenüber nicht sieht.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Gespräche mit Deiner Psychiaterin und Psychologin und hoffe für Dich, dass sich einiges für Dich bewegen kann!

13.08.2010 00:51 • #30

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