Zitat von blossom79:Am liebsten würd ich den meisten Krempel von mir weg schmeißen. Ist doch alles unnötig. Ich bin unnötig. Ich kann noch nicht mal ne Beziehung lange führen. Heiraten? Kinder? Nicht für mich. Alles was ich kann ist Versagen. Und enttäuschen. Offensichtlich stimmt was nicht mit mir. Sperrt mich weg!
Liebe @blossom79,
wenn es nach Deinen Kriterien ginge, bin ich die Komplettversagerin*, denn ich habe die von dir genannten Stationen auch (noch) nicht erreicht. Mach Dich bitte nicht selbst gerade so fertig! Das Leben läuft bei den allerwenigsten Menschen geradlinig/optimal und es gibt auch kein Verfallsdatum bis wann man seine Wünsche erreicht haben muss.
Auch die Tatsache, dass die meisten Partnerschaften nicht ewig/für immer halten, ist leider eine Realität, die man akzeptieren lernen muss. Ja, das ist das Ziel, das ist immer die Hoffnung, aber man geht eben oft nur eine bestimmte Zeit einen Weg zusammen, der dann auch für sein Leben in dieser Zeit richtig und gut war. Dafür kann man später auch dankbar sein, wenn man für sich eine emotionale Distanz geschaffen hat. Und dann später nach dem Loslassen, nach der Verarbeitung kann langsam auch wieder etwas Neues entstehen. Halte an dieser Hoffnung fest.
Und: das was Du gerade an Emotionen fühlst ist leider in Deiner jetzigen Situation auch völlig der Lage/Realität entsprechend, ich glaube, man muss das leider mal einmal rauslassen und durchleben, bis es einem wieder etwas besser geht. Jede Trennung, jeder Schmerz ist nicht einfach, aber es kann etwas besser werden von Tag zu Tag, von Woche zu Wochen immer ein kleines bißchen, auch wenn man erstmal keinen Fortschritt spürt. Ich glaube, wichtig ist es für Dich gerade, das jetzt mal alles bewusst zu durchleben und konsequent dranzubleiben. Deine Sachen wegschmeissen solltest Du nicht, die werden noch von Dir gebraucht und es würde Dich auch nicht besser fühlen lassen. Das kannst Du mir glauben ...
Deine Emotionen kenne ich nur allzu gut, Selbstzweifel und -hass, es stagniert alles und man fühlt sich klein und hilflos. Aber das bist Du nicht! Kannst Du denn bei Deiner Therapeutin mal anrufen und mit ihr sprechen, vielleicht kann sie dir ein paar Empfehlungen zur Gefühlsregulierung aussprechen? Mir hilft das immer am besten, auch ist es besser als mit Familie oder Angehörigen, weil denen verständlicherweise meist eine distanzlosere Sicht auf Situationen fehlt.
Ich drück dich mal ganz fest, wenn Du magst, bitte durchhalten.
*solche Gedanken sind mir aber nicht fremd. Glaub nicht alles, was Dein Kopf dir aktuell zuspricht.