Burn-Out beim Partner - ich kann nicht mehr

Y



Ich freue mich sehr für dich! Du warst mutig und du hast gekämpft und auch was dafür bekommen, das sind genügend Gründe, sich zu freuen. Vielleicht passieren noch Wunder und er sucht sich einen Therapeuten?

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du weiterhin so stark und mutig bleibst, dann wirst du dir selbst nie den Rücken zukehren. Man liest ganz leicht aus deinen Beiträgen raus: Du bist eine tolle Frau! Und wie er jüngst bewiesen hat, weiß er das (nun) auch. Ihr begegnet euch auf einer Ebene - die richtige Grundlage zum Aufbauen.


Ich finde es sehr schade, dass er so halbherzig davon spricht, dass ihr in 4 Jahren nicht mehr zusammen seit. Sein Bild von euch als Paar hat einige Kratzer. Ich würde mich sehr für euch freuen, wenn er dieses Bild neu für sich entdecken könnte. Ihr habt noch viele Baustellen, aber er nimmt endlich das Werkzeug in die Hand und darum freue ich mich sehr für dich. Du hast es sehr verdient !


Für deine Prüfungen wünsche ich Dir maximale Erfolge!


23.06.2010 09:19 • #31


M
So,
die Prüfung habe ich gut hinter mich gebracht - und Schatz ist gerade ganz entspannt bei mir vorbeigekommen
Es scheint so, als würden wir die Kurve bekommen - hoffentlich bleibts so und wir haben den kritischen Punkt überwunden!
Werde mich nun mal in Richtung Fußballgucken aufmachen...

23.06.2010 18:08 • #32


A


Hallo Medica,

Burn-Out beim Partner - ich kann nicht mehr

x 3#3


K
Ich finde es super toll,das Du es geschafft hast,Dich ein wenig rar zu machen und das Du ihn mal Deine Sorgen gesagt hast!
Ja,es ist ein wichtiger Schritt von ihm gekommen und das ist sehr beachtenswert.
Vielleicht seit ihr in 4 Jahren noch zusammen,vielleicht auch nicht--------keiner von uns kann in die Zukunft schauen.
Ob in 4 Jahren Kinder kommen oder nicht,ist zur Zeit doch nicht das wichtigste.
Wichtig ist doch erst einmal,das ihr es schafft,als echtes Paar zusammen zu sein und die Hürden des Alltages zu meistern.
Genieße das Hoch und schaue einfach positiv nach vorne-------Du wirst noch eine Menge schaffen!

Ich habe auch gemerkt,das ich viel besser mit den Depressionen meines Partners zurecht komme,seit ich mich abgrenze und auch mal in die Diskussion gehe.
Sicherlich kann man nicht alles mit normalen Maßstäben messen,aber immer nur schonen bringt auch nichts,das habe ich,für mich festgestellt.

24.06.2010 18:04 • #33


M
Okay, die Achterbahn fährt schon wieder abwärts...
Haben uns eben ganz heftig am Telefon gestritten, weil er mich an einem gewissen Punkt wieder dominieren wollte - und ich an genau diesem Punkt aber dieses Mal NICHT nachgegeben habe.
Es ging um einen bestimmten Hobbytermin - ich habe mich Ende letzten Jahres darüber aufgeregt, dass er diesen Kurs ausgerechnet auf einen Freitagabend gelegt hat, womit unsere Wochenendbeziehung um den Freitagabend kürzer wird. Dieses Jahr habe ICH nun an besagtem Freitagabend einen Kurstermin und er hätte frei - nun macht er MIR den Vorwurf, ich würde mit zweierlei Maß messen und müsse (!) nun auch wenigstens ein schlechtes Gewissen haben, weil dadurch UNSER Freitagabend hin ist. (by the way: nun sucht ER ganz offensichtlich den Kontakt zu mir und ihn stört es, wenn ich keine Zeit für ihn habe...zusammen damit, dass er sich momentan sehr um mich bemüht [siehe oben] ist das ja eigentlich ein Zeichen dafür, dass ich ihm wichtig bin, also positiv zu sehen)
Nur - das von ihm geforderte schlechte Gewissen habe ich nicht, lasse ich mir von ihm also auch nicht einreden!
Ich habe damals akzeptieren müssen, dass er seinen Freitagabend belegt, nun fordere ich einfach für mich das gleiche Recht ein - weil ich akzeptiert habe, dass er diese Freiheit will und dass es manchmal auch gut sein kann, nicht drei Tage am Stück aufeinanderzuhängen. Er wirft mir vor, diese Meinungsänderung meinerseits käme nur daher, dass ich es jetzt passend begründen würde.

Bin ich da schief gewickelt oder er? Wie seht ihr das?!
Ich zweifle gerade, was richtig ist...

Nur - lasse ich mich von ihm nicht derart dominieren, dass er von mir fordern kann, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen - das habe ich nicht, und das lasse ich mir auch nicht einreden. Wenn ich vom Gegenteil überzeugt bin, gebe ich auch nicht nach um dem Streit aus dem Weg zu gehen. Punkt.
Mir scheint es wichtig zu sein, dass ich da jetzt meinen Standpunkt beibehalte und den Freiraum für mich durchziehe - damit er merkt, dass ich mein Leben nicht seinem unterordne.
ODER?!?!

24.06.2010 20:51 • #34


Y
Das mit dem schlechten Gewissen ist doch wieder ein Machtding. Du hast alles richtig gemacht.


Sieh es doch mal so: Man kann ja nicht erwarten, dass er wie komplett ausgewechselt ist. Seine Entwicklung in den letzten Tagen war gut. Für ihn ist es sicher kein Leichtes, sein Denken von jetzt auf sofort zu revolutionieren und andere Denkmuster anzulegen. Er ist da einfach auf sein eingefahrenes Muster zurückgefallen. Das ist in Ordnung. Das ist menschlich. Wichtig ist doch: Du hast dich im Gegensatz zu früher (offenbar) nicht schikanieren lassen. Er ist an NEUE Grenzen gestoßen Das tut ihm sicherlich weh und er wird seine Zeit brauchen, es zu verstehen. Vielleicht kannst du in Zukunft dazu beitragen, dass die Situation nicht eskaliert. Wenn einer von beiden schon so richtig vom Ärger überrollt ist, dann bringt die Streitsituation nichts mehr. Dann kann keine gemeinsame Lösung gefunden werden. Ich beschäftige mich selbst auch gerade mit konstruktivem Streiten. Wenn du nicht schlafen kannst, dann google dich doch mal durch Paarkommunikation durch. Für mich war sehr ermunternd zu lesen, dass in Konflikten dieser Art die Bedürfnisse beider sich oft ähneln - der Streit aber trotzdem eskaliert. Der Weg ist dann (als Stichwort) von der Lösungsebene zur Bedürfnisebene zu wechseln. Das möchte ich hier jetzt nicht weiter ausführen, da es dazu besser formulierte Artikel im Netz gibt.


Liebe Medica, ich finde die Situation nicht so trübselig. Paare streiten. Wenn ihr euch wegen Hobbyterminen zofft - irgendwie muss ich da doch schmunzeln, es gehört einfach dazu. Das WIE kann man lernen. Versöhnt euch wieder und sprecht dann mal übers Streiten. Er wird unter diesem Streit auch leiden und wenn er auch ein ehrliches Interresse daran hat, dass ihr in Zukunft mit weniger Streit auskommt, dann könnt ihr eine positive Paarkommunikation erlernen

Ich wünsche euch sehr, dass ihr rasch wieder zueinander findet und euch nicht von diesem Streit zu weit zurück fallen lasst.


Schlaf gut,


Ya

24.06.2010 21:45 • #35


M
Hallo Yahila,

danke für die bestätigenden Worte. Tut mir gut, dass andere es genauso empfinden wie ich - bin mir immer wieder so unsicher, wenn es zwischen uns eskaliert und er mich beschuldigt, dass man mit mir nicht diskutieren könne. Ist dann wohl größtenteils Ausdruck seines Herr im Haus-Machtbedürfnisses, dass er mir gegenüber eben nicht so ausleben kann wie gegenüber seiner Ex - die hat mehr akzeptiert und hingenommen als ich. Das war er 10 Jahre lang gewohnt und nun komme ich - völlig anders. Da muss er sich wohl erst dran gewöhnen.

Eben habe ich ihn nochmal ruhig angerufen, nachdem ich beim Streit irgendwann entnervt aufgelegt habe, weil es sonst nur weiter eskaliert wäre - wir haben uns nun darauf geeinigt, dass es schade ist, dass wir JETZT unsere Freitage nicht gemeinsam verbringen können. Da gehe ich ja mit ihm d'accord. Hat aber wiegesagt alles seine Vorgeschichte, und wegen der habe ich jetzt eben KEIN schlechtes Gewissen, auch wenn ers von mir hören will.
Ich werde mir für konstruktiveres Streiten wirklich mal was zum Thema Lösungsebene und Bedürfnisebene raussuchen...
Eben sind wir schon so weit gekommen , dass er mir erklärt hat, dass es ihn eben verletzt, dass ich argumentativ so stark bin, dass er letzten Endes nie Recht haben darf. So empfindet er es. Meine Sicht der Dinge ist, dass ich doch nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg halten darf, nur weil er auch mal Recht haben möchte?
Vielleicht ist das auch ein Problem unseres unterschiedlichen Backgrounds und ich bin auf der Diskussionsebene einfach per se stärker als er, ich weiß es nicht...

24.06.2010 22:41 • #36


S
hallo medica,

ich sehe es übrigens auch so wie Yahila. Ich finde es gut, dass Du jetzt nicht ins schlechte Gewissen verfällst bzw. Dir eines einreden lässt.
Ich kenne solche Erlebnisse auch aus meinem eigenen Leben. Ich habe mich früher auch sehr oft zurückgenommen.
Ich bin ein sogenannter Regelmensch. D.h. wenn ich in Gemeinschaft mit einem oder auch mehreren anderen eine Abmachung treffe, dann halte ich mich immer daran, auch wenn ich mich dabei selbst zurücknehmen muss und erwarte das natürlich auch von den anderen.

Wenn ich merke, dass einer so egoistisch ist und sich nicht daran hält, dann bin ich sehr ärgerlich, natürlich auf den anderen, aber auch über mich, weil ich mich zurückgenommen habe, nur um die Abmachung nicht zu verletzen, d.h. auf meine eigenen Bedürfnisse verzichtet habe und der andere nicht.
Ich schwanke dann auch öfter zwischen darüber reden, aber sich trotzdem weiter an die Regel zu halten und
auch mal egoistisch zu sein und nicht mehr verbindlich zu sein.
Ich habe dann natürlich auch den Gedanken: Gleiches soll man nicht mit Gleichem vergelten, aber ich sehe es auch als wichtig für den anderen an, damit er sieht, was ein solcher Egoismus auslösen kann, damit er es selbst spüren kann.

So ähnlich ist es ja jetzt bei Deinem Freund. Und genau das finde ich wichtig für ihn, dass er fühlen lernt, wie Du Dich gefühlt hast!

Es hört sich gut an, was Du darüber berichtest, wie ihr mittlerweile versucht,mit Streit umzugehen. Was ich heraushören kann, ist, dass jeder offen über seine Gefühle spricht. Es herrscht unter den Menschen oftmals Krieg, weil nicht gesprochen wird, erst recht nicht darüber, WIE MAN SICH FÜHLT!

Ich habe da nochmal eine Frage: Kann es sein, dass Dein Freund unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet?
Ich weiß nicht, ob Du es vielleicht sogar schon mal erwähnt hast, aber einiges, wie Du ihn beschreibst, würde auf so eine Störung hindeuten.
Wenn es Dir zu intim ist, musst Du mir natürlich nicht antworten.

Zitat von Medica:
Eben sind wir schon so weit gekommen , dass er mir erklärt hat, dass es ihn eben verletzt, dass ich argumentativ so stark bin, dass er letzten Endes nie Recht haben darf. So empfindet er es. Meine Sicht der Dinge ist, dass ich doch nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg halten darf, nur weil er auch mal Recht haben möchte?
Vielleicht ist das auch ein Problem unseres unterschiedlichen Backgrounds und ich bin auf der Diskussionsebene einfach per se stärker als er, ich weiß es nicht...

Dadurch dass er Dir sagt, dass Du argumentativ so stark bist, sagt er damit aus, dass DU recht hast. Sonst würde er Deine Argumente ja abwerten und Dir sagen, dass sie nicht stimmen.
Aber es scheint ihm sehr schwer zu fallen, Dir zuzugestehen, dass Du recht hast.

Es ist im übrigen auch sehr interessant, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können, vor allen Dingen von den Parteien, die direkt betroffen sind. Ich finde es immer sehr interessant, wenn ich in einer Sache, wo ich sehr vertrickt bin, Wahrnehmungen von außen bekomme. Von Menschen, die nicht beteiligt sind und neutral hinschauen können.

Ob jemand recht hat oder nicht, das ist nicht immer einfach festzustellen. Vor allen Dingen, wenn jeder auf seiner Meinung beharrt, die aus den unterschiedlichstgen Sichtwinkeln entstanden sind.

Es ist daher sehr interessant, dass Dein Freund meint, er dürfe nie recht haben. Obwohl er doch ein sehr dominantes Auftreten hat und, wenn Du des öfteren schon klein beigegeben hast, er dann doch recht hatte.
Es scheint mir eher so, dass er immer recht haben möchte, zumindest so wie Du ihn beschrieben hast.
Das wäre ja dann ein Unterschied wie Tag und Nacht, zumindest zwischen dem, was er wahrnimmt und z.b. dem, was ich als Außenstehende wahrnehme.

Es wäre übrigens nicht hilfreich, dass Du nur aus dem Grund mit Deiner Meinung hinter dem Berg hältst, damit er auch mal Recht haben darf. Du würdest ihm damit keinen Gefallen tun, wenn dies nur aus Mitgefühl entstehen würde!

Ich hoffe, dass ich jetzt nicht zu verwirrend geschrieben habe!

Im übrigen gratuliere ich Dir zur bestandenen Prüfung, wieder eine Last weniger!

Ich wünsche Dir eine gute Nacht!

24.06.2010 23:13 • #37


M
Er sieht einfach nicht, wie schlecht es mir manchmal geht. Sogar wenn ich es ihm sage, dass mich das alles so fertig macht, die Streits, das ganze Kämpfen um und wegen ihm - da sagt er nur, dann verlass mich besser.
Ich weiß nicht, heute ist wieder so ein Tag, da fühl ich mich komplett ohnmächtig und unglaublich erschöpft. Ich hab nicht mal mehr Lust auf meine eigenen Hobbys, ich möcht mich einfach nur in meiner Wohnung vergraben und in Ruhe gelassen werden. Mir ist den ganzen Tag schon schlecht und geschlafen hab ich auch erst wieder ab 3 letzte Nacht. Ich bin so wenig belastbar geworden, ich krieg nix mehr auf die Reihe. Was ist bloß los mit mir.

25.06.2010 16:42 • #38


K
Hallo,
jeder Konflikt kostet Kraft und irgendwann sind die Reserven aufgebraucht.
Du solltest Dich nicht immer so verausgaben,denn das hälst Du auf Dauer gar nicht durch.
Mein Partner hatte es eine zeitlang auch versucht,mir ein schlechtes Gewissen einzuimpfen,wenn ich Entscheidungen traf,die ihm nicht gefielen.
Ja,das gab anstrengende und manchmal auch tränenreiche Diskussionen,aber ich habe mich frei gekämpft.
Nein,ich möchte niemals ohne ihn sein,da er der tollste Mann ist,den es auf der Erde gibt,aber ich brauche auch einen kleinen Freiraum.
Ich denke Du bist auf einen guten Weg,denn Du hast vieles immer hingenommen,weil Du Deinem Freund helfen wolltest und auch Konflikten aus denm Weg gehen konntest.
Nun aber,lernt er plötzlich eine andere Partnerin kennen,eine Frau,die nicht immer nach gibt,obwohl er doch krank ist!
Du kannst stolz auf Dich sein,weil Du nun erkennst,das es auch andere Wege gibt und trotzdem nicht gleich alles zu Ende sein muß.
Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit-------Du schaffst es!

25.06.2010 22:00 • #39


M
Ich weiß nicht, lieber Kämpfer - Dein Beitrag drückt so viel Kraft und Durchhaltevermögen aus, aber nach diesem abend liest sich Deine Signatur immer wieder aufstehen und weitergehen wie ein Hohn für mich.

Ich bin gerade nach Hause gekommen - hab von meinen scheinbar letzten Kraftreserven nochmal einen Vorstoß gewagt und ihn auf einer Tanzveranstaltung getroffen. Ich habe mich gefühlt, als hätten wir die ganze Zeit nur gegeneinander gekämpft, als hätten wir versucht, dem anderen zu beweisen, dass man selber der Stärkere ist. Bzw. er hat das heute extrem getan. Hat mich tänzelang sitzengelassen, nur sobald ich von einem anderen Mann aufgefordert worden bin, hat er mich hinterher bestraft, indem er nochmal extra viel mehr mit anderen getanzt hat.

So habe ich es empfunden. Einmal habe ich bewusst, neben ihm sitzend, einen anderen Tänzer abgelehnt, der mich auffordern wollte - ihm zuliebe. Habe gesagt, ich bräuchte eine Pause. Daraufhin hat mein Freund mich aufgefordert und genau VOR der Nase dieses anderen mit mir getanzt - ganz offensichtlich, um klarzustellen, wie hier die Besitzverhältnisse sind. Sowas tut mir weh - und macht mich vor dem anderen auch unmöglich.

Er hat wieder sehr stark versucht, mich zu dominieren - mein Gespräch mit einer anderen Frau wurde direkt argwöhnisch kommentiert was habt ihr denn hier so zu tuscheln hinter mir? verbündet ihr euch gegen mich? - nein, das klag leider gar nicht lustig, sondern sehr ernst, meine Gesprächspartnerin hat auch komisch geguckt, nochmal nachgefragt - und dann noch komischer geguckt.

Ich kann mein Gefühl heute abend gerade nur schwer beschreiben - es war eine Mischung aus Wut, Verzweiflung und ganz viel Traurigkeit. Irgendwas in mir ist kaputtgegangen - etwas wichtiges für unsere Liebe. Ich hatte eben das Gefühl, dass es mir ohne ihn nicht mehr sehr viel schlechter gehen kann als mit ihm - aber gleichzeitig habe ich so sehr Angst davor, den Menschen, den ich doch irgendwo liebe, von mir wegzustoßen.

Ich konnte heute abend nicht mehr spüren, dass er mich liebt, sondern nur, dass er um alles in der Welt mit mir komkurrieren möchte, und dabei bloß nicht den Kürzeren ziehen will. Selbst bei unseren langsamen Tänzen hat er mich als Strafe sitzengelassen, da wären mir bald die Tränen gekommen. Alles nur aus Machtbedürfnis - so fühle ich es. Es gab noch 1000 Beispiele dafür, aber die aufzuzählen führt zu nichts.

Wie soll ich denn damit umgehen? Mir fehlt seine Liebe so sehr und ich bin so unglaublich müde vom Kämpfen. Ich will meinen Freund zurück, der mich liebt, mich festhält, mich in den Arm nimmt - ohne sich ständig beweisen zu müssen. ich komme an ihn, an unsere Liebe nicht mehr heran. Das verletzt mich so sehr! Ich weiß einfach nicht mehr weiter, und meine Kraft ist auch am Ende

26.06.2010 01:36 • #40


Y
Liebe Medica,


ich verstehe sehr gut wie du dich fühlst, da dies leider ein Bericht ist, in dem ich eure Namen sofort durch den meinen und den meines Exfreundes tauschen kann und dann ist die Geschichte immer noch wahr. Er hat sich in einem total anderen Thema verrannt, was so wenig mit Liebe, so wenig mit Zweisamkeit zu tun hat. Wenn ihr oft solche kräftezehrende Fights miteinander habt, werdet ihr beide eure Liebe zueinander verlieren. Bei meinem Exfreund habe ich irgendwann die Hoffnung aufgegeben, er würde sich ändern, auch in Hinblick auf sein Alter. Manchmal hatte ich das Gefühl, er war so trainiert auf diese Verhaltensweisen, dass er gar keine Alternative hatte, sich anders zu verhalten. Es gibt keinen anderen Kanal, auf den er umswitchen könnte. Denn dieser Zustand ist so weit weg von Einsicht. Ich möchte nichts vorweggreifen und ich möchte dir auch keine Empfehlung geben, ich kann dir aber von mir berichten, dass diese Fights sehr große Schäden in mir angerichtet haben und ich durch diese Beziehung regelrecht misstrauisch geworden bin. Und Misstrauen ist in einer Beziehung ein denkbar schlechter Partner. Auch hatte ich den Glauben an mich selbst irgendwann verloren, dass ich überhaupt eine Beziehung führen kann - es gab ja nur noch try - and - ERROR Situationen, ich konnte drehen und wenden was ich wollte, am Ende war ich immer die Dumme, die Weggestoßende, die Bestrafte. Wann immer ich dann Aufmerksamkeit und Liebe von ihm bekommen konnte, habe ich es aufgesogen, als könnte es das letzte Mal sein. Am Ende der Beziehung war aus einer selbstebewussten, attraktiven, wissbegierigen jungen Frau ein kleines Häuflein Elend, voller Scham geworden. Verkraftet habe ich das alles erst, als mein neuer Freund mich mindestens ein halbes Jahr lang durchgeknutscht und geknuddelt hat, bis ich aufgehört habe, Angst davor zu haben, dass er mich gleich danach in ein Loch fallen lassen wird. Heute weiß ich - hätte ich nach der Trennung von diesem Typen nicht bald einen Mann gefunden, der mich lieben wollte wie ich bin, mit Haut und Haar (und der jetzt gerade neben mir im Bett zusammengerollt vor sich hin schnuffelt), hätte dieser Typ mich sehr verändert. Ich glaube man darf das nie vergessen, das es eben Dinge gibt, die einen im negativen Sinne verändern, und das es wichtig ist, diese Dinge zu erkennen und rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Ich hoffe sehr, dass all diese Dinge nicht auf deine Beziehung zu treffen. Ich wünsche dir auch sehr, dass deine Träume in Erfüllung gehen. Sollte dies leider nicht der Fall sein, fühl dich nicht alleine. Es ist schon ein paar mehr selbtbewussten Powerfrauen so ergangen

Und habe keine zu große Angst vor einer möglichen Trennung. Ja, es tut schei. weh und man muss auch krass heulen. Ich bin dann so ein Typ, ich kann dann nur ausgestreckt auf dem Bett liegen und Schmerzen haben. Mir tut meine Haut weh, meine Haare, meine Wimpern, meine Zähne. Ich hatte das Gefühl, nur bei offenem Fenster mit ein wenig frischen Wind überhaupt atmen zu können. Aber es geht vorbei. Und du kannst auch dann sehr bald wieder sehr glücklich sein. Denke daran, Trennungen geben einem nach einer ersten tränenreichen Zeit so viel Aufwind, so viel Kraft sein Leben neu zu ordnen und eine neue Richtung zu geben.

Wie auch immer deine Geschichte weitergeht, ich bin hier und lese sie und bedanke mich an dieser Stelle nocheinmal für die Aufmerksamkeit und Hilfe, die du mir zukommen lässt.


Ya

26.06.2010 10:23 • #41


M
So, jetzt ist es passiert.
Ich wusste letzte Nacht schon, dass es so nicht mehr weitergehen DARF, weil ich sonst selber daran zerbreche. Wir haben heute telefoniert und es ist alles aus mir herausgebrochen - wie ich mich gestern abend gefühlt habe, dass ich das alles nicht mehr aushalte, seine Macken, sein Machtbedürfnis, dass ich vor 8 Monaten eine selbstbewusste Frau war und nun nur noch ein Häufchen Elend bin, dass das so alles nicht richtig sein kann und dass ich das nicht mehr will. Dass ich nicht mehr spüre, dass er mich liebt. Ich habe am ganzen Körper gezittert und geweint, und das tue ich auch jetzt noch. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich, es ist einfach passiert. Ich fühle mich, als wenn plötzlich der ganze Schmerz der letzten Monate aus mir herausbricht, mit einer ungeheuren Gewalt.
Er hat gesagt, er weiß nicht, was er dazu sagen soll, dann beendet er unsere Beziehung besser weil ich mit meinen Worten jetzt alles kaputt mache, ich habe gesagt, wenn Dir mehr nicht dazu einfällt als dass Du nicht weißt was Du sagen sollst, dann tuts mir leid und habe aufgelegt. Seitdem sitze ich hier und weine.
Zu meinen Patienten würde ich sagen, dass sie einen Nervenzusammenbruch haben, zu mir selber kann ich nichts sagen.

26.06.2010 12:46 • #42


Schneefrau2009
Hallo liebe Medica,

es tut mir sehr sehr leid, dass es jetzt doch so gekommen ist, aber ich bin der festen Überzeugung dass es richtig ist, wie es jetzt ist. Du wirst an dieser Beziehung zerberechen, wenn Du sie nicht als beendet anerkennen wirst.
Dein Frend zeigt meiner Meinung nach alle Anzeichen einer narzisstischen Persönlichleitsstörung, und glaub mir ich weiß wovon ich rede !
Du wirst daran nicht ändern ! Ganz im Gegenteil, Du wirst Dich so lange ihm anpassen und Dich passend machen, damit er glücklich sein kann, bis Du Dich selber verloren hast. Das ist kein Mann der Welt wert ! Auch ich lerne gerade schmerzhaft, wie das ist !
Und wie Yahila, die auch mir schon einige liebe Worte gesagt hat, genau treffend sagt, es geht danach wieder aufwärts und Du wirst erstaunt sein, wie Du erkennst, wie stark Du Dich und Deine INteressen ignoriert hast.
Ich weiß dass sagt sich alles so leicht und wie Du ja vielleicht in meinem eigenen Thread gelesen hast, schaffe ich die Trennug, oder auch nur den Gedanken zu ende zu denken selber nicht, aber ich hbae in den letzten Tagenoft gedacht, hätte ich doch eher einen Schlußstrich gezogen ! Je länger eine solche Beziehung dauert um so schwieriger wird die Trennung. Und umso stärker verlierst Du Dich selber !

Liebe Medica, vielleicht hast Du jemanden zu dem Du fahren kannst oder der zu Dir Dir kommen kann ? Bei dem Du Dich so richtig ausheulen kannst und den ganzen schei. mal abladen kannst ?
Wenn nicht schreib hier weiter, ich werde Dir gerne zuhören und antworten !

Viele liebe Grüße und fühl Dich in den Arm genommen !

Schneefrau

26.06.2010 13:50 • #43


Y
Liebe Medica,


wenn du es nicht kannst, nehme ich es mir heraus


Du hast einen Nervenzusammenbruch.



Das ist völlig angemessen. All deine Gefühle brechen jetzt heraus, du hast in den letzten Wochen, wenn nicht Monaten, dein Herz in eine Achterbahn gesetzt. Nun liegt es mit Schleudertrauma im Bett. Heute ist Samstag, ich gehe jetzt mal davon aus, dass du am Montag wieder deinen Verpflichtungen nachgehen musst. Bis dahin kannst du noch den ganzen heutigen Tag, die heutige Nacht, und morgen, den Sonntag ungestört heulen. Morgen Abend bist du dann bestimmt so erschöpft, dass du dann auch besser schlafen kannst. Am Montag fühlst du dich dann bestimmt leer und emotionslos und kannst dann immerhin zur Haustüre rausgehen. Das würde ich dann als Fortschritt werten.

Wenn du dann nicht ganz so beschissen aussehen willst, empfehle ich dir, nicht zu viele Taschentücher zu benutzen, davon wird nur deine (bestimmt hübsche!) Nase wund und vom vielen Schnauben schwillt das Gesicht so sehr. Ich lege mich wie oben beschrieben in solchen Lebenslagen ausgestreckt aufs Bett und dann lege ich mir ein leichtes, angefeuchtetes Handtuch über das Gesicht. Bei diesem Wetter könnte ich mir vorstellen, das es hilft, das Handtuch vorher in den Kühlschrank zu legen. Wenn es voll ist mit Tränen, und dem, was aus der Nase kommt, tu ich es in die Wäsche und nehme ein neues aus dem Kühlschrank. Bekomme ich einen Klos im Hals, dann höre ich Herzschmerz-Musik, die meine Trauer wieder so richtig zum Ausbruch bringt, damit ich die vielen Emotionen besser ableiten kann, davon geht der Klos weg. Nach meiner Trennung von dem beschriebenen Exfreund (der übrigens auf die gleiche perfide Weise schluss gemacht hat, wie deiner) bin ich dann am dritten Tag wieder vor die Tür gegangen.

Ich wollte unbedingt Yoga machen, damit ich mich wieder etwas bewege. Ich habe meine Sonnenbrille aufgesetzt und habe mir dann erstmal im Sportgeschäft eine Yoga-Matte gekauft. Mit der Matte unter dem Arm bin ich in den Media-Markt. Aber ich habe die neue DVD von Ursula Karven Power Yoga einfach nicht gefunden. Dann war meine Nase auch wieder total verstopft. Und ich dachte, schei., warum habe ich erst die Matte gekauft. Sieht ganz schön bescheuert aus. Und genau dann fragt mich der Verkäufer: Junge Frau, was suchen sie denn? Ich im Schnurps-Ton: Die neue DVD Power Yoga von Ursula Karven. Er schaute meine Matte unter meinem Arm an und konnte es sich nicht verkneifen zu lachen. Ich hab dann erst richtig geheult. Naja, heute kann ich drüber lachen.

Ich finde die Übungen gut, wo man sich hinlegt und alle Emotionen kommen lässt, aber sie nicht bewertet, und einfach fortbläst. Richtig mit dem Mund pfffff... Alle Gedanken tauchen auf, du schließt die Augen, du schaust die Gedanken von außen an und dann pfffff.... weg, weiter weg. Du atmest tief tief dunkle Rauchwölkchen ein, das sind deine Sorgen. Und wenn du ausatmest, verwandeln sie sich in weiße reine Lichtwolken, alles Kranke und Ungesunde wird in weiße, reine Lichtwölkchen umgewandelt, die kommen dann aus deiner Nase raus. Pffff....

Gut finde ich auch zur Massage gehen. Oder iPod hören und geradeaus gehen. Das finde ich dann immer sehr wichtig, nur geradeaus zu gehen, nicht im Kreis. Zurück fahre ich dann mit Bus. Pfefferminztee ist gut gegen Übelkeit, wenn ich mich zu einsam fühle, dann koche ich mir Vanillepudding und gucke Trickfilme und esse mit dem Kochlöffel aus dem Topf. Und zu einem Yoga-Kurs zu gehen (Schnupperstunde kostet ja immer nur 10 Euro!) finde ich ist immer genau die Zeitspanne, die ich dann ohne heulen aushalten (so zwei Stunden) kann und da kann ich dann so richtig was für meinen Körper tun und vor allem atmet man dann mal wieder richtig. Rausgehen und einen Strauß frische Blumen kaufen

Hier im Forum über deine Gefühle schreiben.



Danke Schneefrau, für deinen lieben Beitrag.



Liebe Medica,

ich halte dich ganz fest.

26.06.2010 16:16 • #44


A


Hallo Medica,

x 4#15


M
Ich fühle mich gerade nur leer und unfähig, irgendwas zu tun. Nachher muss ich zumindest einkaufen, der Kühlschrank ist leer.
Gerade kam eine email...
Er schreibt
liebe ...., es zerreisst mir das herz dich so leiden zu sehen es trifft mich sehr - bitte sag mir was dir hilft

ich fand den abend nicht halb so schlimm wie du


von daher bin ich etwas baff gerade


Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, wie ich es erklären soll.

26.06.2010 16:27 • #45

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