Burnout - Arbeitgeber will mich loswerden

Anima
Nach dem BurnOut vor über einem Jahr spüre ich die Signale meines Körpers und zunehmend depressive Phasen. Vor allem, als ich vor kurzem vor drei Chefs gestellt wurde, angeblich aus Sorge um meine Gesundheit, in Wahrheit aber ging es um die Zahlen, die ich einfach nicht mehr bringe. Ich arbeite viel, aber ...es läuft einfach viel schief. Mein Immunsystem läuft Amok, reagiere zunehmend allergischer, brauche schon Asthma-Spray.

Kurz: Ich kann die Anforderungen nicht mehr erfüllen. Mein Hausarzt meint, er würde mir eine Bestätigung geben, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen kündigen muss. Eine Reha steht ja auch noch an, die ohne Rückfragen genehmigt wurde - meine gesundheitlichen Probleme sind demnach wirklich keine Einbildung oder wie mein VG so nett sagte: Tjaaa, wenn man wirklich krank ist, dann könne er verstehen, wenn man zuhause bleibt.

Habe mir Rechtsberatung geholt. Ich spüre doch, dass man mich loswerden möchte. Günstiger nach langer Zugehörigkeit wäre natürlich für das Unternehmen, ich kündige von mir aus.

Ich spüre bloss gerade keine Kraft in mir. Neuer Arbeitsplatz, ich möchte mich unbedingt verändern, ich möchte gerne arbeiten, aber dort schaffe ich es nicht mehr.

28.08.2011 11:11 • #1


M
Hallo Anima,

du schreibst, das eine Reha genehmigt wurde, kannst du diese in nächster Zeit schon antreten ? Wenn ja, lasse dich doch bis dahin von deinem Hausarzt weiter arbeitsunfähig krank schreiben und nach der Reha siehst du vielleicht dann klarer, ob eine Kündigung von deiner Seite angebracht ist bzw. fällt dir der Schritt
in eine neue Zukunft vielleicht leichter.

28.08.2011 17:20 • #2


A


Hallo Anima,

Burnout - Arbeitgeber will mich loswerden

x 3#3


Anima
Ich bin schon lange nicht mehr arbeitsunfähig geschrieben worden, okay, mal für eine Bronchitis, Fieber usw.

Derzeit arbeite ich voll. Mein Hausarzt ist im Urlaub. Ich möchte alles hinschmeißen, die Therapie, die Reha - will in Ruhe gelassen werden. Ich weiß, das ist falsch, aber wirklich möchte ich gar nicht mehr an diesen Platz gehen. Am liebsten nie wieder.

28.08.2011 17:54 • #3


M
Hallo Anima,

der von dir geschilderte Zustand kenne ich aus eigener Erfahrung und mit Sicherheit, viele Andere hier auch. Mach nicht den Fehler und schmeiß alles hin, denn damit ist es ja nicht getan. Dann fangen die Probleme mit den Behörden an bzgl. Arbeitslosengeld, Krankenversicherung usw.

Dein Hausarzt wird eine Urlaubsvertretung haben und schildere ihm deinen Zustand, dann wird er mit Sicherheit Verständnis haben, dass du erst einmal eine Auszeit brauchst und so kannst du Schritt für Schritt alles regeln.

28.08.2011 18:49 • #4


Anima
Nein, ich werde sicherlich nichts Unüberlegtes tun. Nur der Wunsch danach ist manchmal übermächtig.

Mit dem Vertreter komme ich nicht so gut zurecht, ich brauche lange, bis ich einem Arzt vertraue.

Was passiert eigentlich, wenn es eine Art Einigung gibt mit der Formulierung im Zeugnis? Ich habe auch da keine
Lust als unfähig dargestellt zu werden. Mein letztes Zwischenzeugnis war gut, jetzt geht es auch um den Grund des Austritts...

28.08.2011 20:08 • #5


M
Hallo Anima,
Zitat:
Was passiert eigentlich, wenn es eine Art Einigung gibt mit der Formulierung im Zeugnis? Ich habe auch da keine
Lust als unfähig dargestellt zu werden. Mein letztes Zwischenzeugnis war gut, jetzt geht es auch um den Grund des Austritts...
hier könnte dir ein Anwalt Hilfe geben.

28.08.2011 21:43 • #6


Anima
Ja ich hoffe es! Immer am Wochenende, dann falle ich in das Grübel-Loch. Morgen ist der Tag wieder so zugeknallt mit Terminen, dass ich nur noch erschöpft nach Hause komme und nichts mehr auf die Reihe bringe.

Vorhin habe ich versucht, den Deckel der Zahnpasta-Tube auf die Zahnbürste zu schrauben.

28.08.2011 22:30 • #7


Anima
Angenommen, ich muss mich wirklich wieder krankschreiben lassen und ich finde sobald ich einigermaßen wieder auf dem Damm bin einen neuen Arbeitsplatz: Darf mein jetziger AG darüber Auskunft geben, dass ich krank war? Es ist ja oft Usus, sich beim ehem. AG mal kurz zu erkundigen!

02.10.2011 11:23 • #8


M
Hallo Anima,

offiziell wird ein früherer AG nichts Negatives über dich erzählen, aber unter der Hand passiert das schon und da Beweise
zu bekommen, fast unmöglich.

02.10.2011 11:35 • #9


Anima
Genau das befürchte ich irgendwie - bisher auch ein Grund, warum ich durchhalten wollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es an einem anderen Arbeitsplatz besser wird. Früher hat mir nämlich Arbeit bei Depressionsbewältigung sehr helfen können - ich habe gerne gearbeitet.

03.10.2011 16:55 • #10


Anima
Ich nehme mein altes Thema wieder auf, da es im Grunde auch immer noch aktuell ist. Definitiv will und kann ich nicht mehr an den alten Arbeitsplatz zurück gehen.

Mir fehlt ein wenig der rote Faden, was nach der TK (Tagesklinik) kommen kann. Eine Reha ist möglich und dann? Ich fühle mich im Augenblick so ausgepowert, dass ich nicht klar denken kann.

Irgendwann sollte ich kündigen - oder im Einvernehmen kündigen mit Abfindung (Rat der Rechtsanwältin, wenn ich dafür stark genug bin). Ich bin unruhig, wenn ich an ein Zeugnis denke im Fall einer Kündigung im Einvernehmen. Bekomme ich dann überhaupt einen neuen Job?
Was ist, wenn ich für die Gesundung noch länger brauche als die TK und die Reha? Werde ich noch krank geschrieben? Von wem und wie lange? (mal abgesehen von der max. Zeit durch die KH).

Falls das hier wirr klingt, noch einmal nachfragen, es geht mir im Augenblick nicht besonders gut.

30.01.2012 23:40 • #11


JeanLucca
Hallo Anima.

Zitat von Anima:
.... es geht mir im Augenblick nicht besonders gut.
*umarm*

So ein bisschen kann ich fühlen was in Dir los ist. Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal in meinem Leben arbeitslos geworden. Ich hatte eine Reha beantragt und vorher einen Termin beim Arbeitsamt. Ich bin da hingefahren mit allem was ich kann unterm Arm, mit all meiner Motivation so schnell wie möglich in einen neuen Job zu kommen. Der Arbeitsvermittlerin zu demonstrieren was ich alles kann, das ich zu allem bereit bin, das ich anders als andere bin. Das sie ja nicht denkt ich wolle mich ausruhen in meiner Arbeitslosigkeit.
Irgendwie war sie nett und ich dachte ich erzähl ihr mal kleckerweise von meiner Reha bis ich dann fast alles erzählt habe.
Sie hat dann gesagt das sie mich erstmal aus der Vermittlung nimmt, ich meine Reha machen soll, sie mich im Mai wieder einlädt und wir dann schauen was wir machen. Hach, ich hätte sie knutschen können. Sie hat mir den ganzen Druck genommen.

Mit dem Gedanken bin ich auch zur Reha - erstmal mein Befinden wieder in Waage bringen und danach an einen neuen Job denken. Eins nach dem anderen. Wäre ich mit dem Gefühl auf Reha gefahren das ich aller Welt beweisen müsste wie schnell ich einen neuen Job bekomme, dann hätte ich meine Baustellen gar nicht bearbeiten können.

Zitat von Anima:
Definitiv will und kann ich nicht mehr an den alten Arbeitsplatz zurück gehen.
Das ist doch schon eine Entscheidung.

Zitat von Anima:
Irgendwann sollte ich kündigen - oder im Einvernehmen kündigen
Ja, das solltest Du. Wie auch immer Du Dich von dem Arbeitgeber trennst, es wird Zeit das Du das tust

Zitat von Anima:
Eine Reha ist möglich und dann?
Dann wirst Du sehen. Das und dann kannst Du auf der Reha herausfinden. Erstmal ist doch wichtig wie es Dir jetzt geht und nicht wie es Dir irgendwann gehen könnte.

Fühl Dich mal gedrückt
Lieben Gruß, JeanLucca

31.01.2012 14:30 • #12


Albarracin
Experte

31.01.2012 19:22 • #13


Anima
@JeanLucca,
Du hast von den Emotionen her das beschrieben, was in mir vor geht. Ich habe wohl auch zu wenig Selbstwertgefühl um mir zu sagen, dass ich wieder etwas finden werde.

@Wolfgang,
ja, ich habe den Antrag gestellt, am 03.01.12 wurde der Rückschein entgegengenommen, ich habe es so gemacht, wie Du geraten hast.
Zudem scheint es, dass auch im Gespräch in der TK etwas zusätzlich ergeben hat, was meine körperliche Gesundheit betrifft.
Gehört habe ich logischerweise noch nichts, ich hatte ja nichts beigefügt, es sollte ja schnell gehen.

Ich glaube, ich habe die Angst vom letzten Mal noch in den Knochen, wo ich ganz alleine war, kaum aus der TK raus. Das habe ich jetzt von vorne herein angesprochen, dass ich das dieses Mal so nicht annehmen kann und von hier aus die notwendigen Schritte bitte eingeleitet werden sollten, ich bräuchte diese Unterstützung. Am Freitag habe ich deswegen noch ein Gespräch mit der Therapeutin. Nur sie kann mir die Empfehlung geben und mit mir besprechen, welche Reha in Frage käme.

Also - der Hausarzt könnte mich auch weiter Arbeitsunfähigkeit schreiben?! Prima!

Für die Kündigung werde ich mir dann einen Rechtsbeistand holen, ich bin mir einfach unsicher.
Eine Wiedereingliederung kommt dieses Mal nicht in Frage und ich benötige Zeit zum Sortieren.
Ich habe eben gehört, dass Patienten ziemlich Ärger hatten mit dem Arbeitsamt. Ich glaube, alles war nach Ärger riecht, verkrafte ich im Augenblick noch nicht. So weit bin ich noch nicht, bin nur extrem verunsichert.

Danke Euch!

31.01.2012 20:59 • #14


A


Hallo Anima,

x 4#15


JeanLucca
Hallo Albarracin.

Zitat von Albarracin:
@jeanlucca:
Zitat:
Ja, das solltest Du. Wie auch immer Du Dich von dem Arbeitgeber trennst, es wird Zeit das Du das tust

Ohne genaue Kenntnis der Einzelfallumstände ist das ein sehr gefährlicher Rat und sehr oft kontraproduktiv - vor allem dann, wenn kein neuer Arbeitsplatz in Sicht ist.
Nur weil es bei Dir geklappt hat, heißt das nicht, daß es auch bei anderen immer richtig ist.
Oh, nein, ich glaube nicht das ich meinen Weg als DEN einzigen richtigen Weg empfehle. Ich habe meinen Weg nur dargestellt um zu zeigen was es ausmacht wenn der innere Druck nachlässt und möchte damit Anreize geben seine eigene Situation zu reflektieren.

So wie ich schon seit langem bei Anima lese, steht ihre Entscheidung den Arbeitgeber aus sehr verständlichen Gründen zu verlassen fest. Ich möchte wirklich nicht zu einem unüberlegten Schnellschuss drängen - sehrwohl aber dazu, schnellstens krankmachende Situationen zu verlassen/klären.
Da Anima ja schon in einer TK ist und das Thema mit dem AG bisher noch nicht klären konnte, habe ich den Eindruck das dieses Verhältnis Anima am Therapieerfolg hindert.
Und so wie Anima schreibt schliesst sie eine Rückkehr zum bisherigen Arbeitgeber nach Genesung aus.

Selbstverständlich ist mein Rat nicht so zu verstehen das Anima alles was ihr zusteht einfach über Bord wirft. Ich denke das sie da mit der anwaltlichen Hilfe gut versorgt ist.

Lieben Gruß, JeanLucca

01.02.2012 00:13 • #15

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