6

Burnout oder Depressionen - was habe ich?

kiki28
Großartig, bleib dabei.
Die Kollegin hat an sich gedacht, das solltest du auch, an dich denken.
Das ist verantwortungsvoll.

21.03.2021 17:21 • x 2 #16


Pilsum
Hallo Jessica,
Zitat:
Aktuell bin ich überfordert mit allem und bin einfach leer und antriebslos.


Ich glaube nicht, dass Du mit allem überfordert bist.
Aber Du scheinst Angst davor zu haben, mit Deiner Chefin auf Augenhöhe zu reden.

Das spürt sie, deshalb redet sie weiter so mit Dir. Du gibst ja fast immer nach.
Die Angst davor, Deine Arbeit zu verlieren gibt Deiner Chefin die Möglichkeit, Dich
zu erpressen.

Welche Ängste hat Deine Chefin? Hat sie keine Angst davor, Dich als Mitarbeiterin zu verlieren?
Wenn sie davor keine Angst hat, passt doch irgendetwas nicht. Oder wie siehst Du das?

Zitat:
Und ich möchte mit einem Gespräch auch nicht alles noch schlimmer machen, obwohl das eigentlich
gar nicht mehr geht.


Was könnte denn noch schlimmer werden?

21.03.2021 17:31 • #17


A


Hallo hom3r,

Burnout oder Depressionen - was habe ich?

x 3#3


R
Hallo Jessica,
beim Lesen deiner Zeilen musste ich so an mich denken, als ich damals in deiner Situation war.
Ich habe damals das Gespräch mit unserer Pflegedienstleitung (PDL) gesucht und ihm gesagt, dass ich angst habe irgendwann auf der Arbeit zusammen zu brechen. Mir ging es wie dir jetzt, mich krank schreiben zu lassen, das war für mich keine Option, weil die Kolleginnen mich brauchen und ich nicht als Versagerin dastehen möchte.
Es war WE und als ich montags zum Dienst erschienen bin kam die PDL und sagte zu mir, dass ich nach Hause gehen soll und mich erstmal erholen. Ich sei so nicht tragbar.
Also bin ich zu meiner Hausärztin gegangen und die hat mir eine ÜW zum Psychiater gegeben. Dort wurde ich erstmal 2 Wochen krank geschrieben. Und mit der Krankschreibung kam auch der Zusammenbruch, da ich jetzt erst die Erlaubnis hatte, so fühlte es sich zumindest für mich an.
Ich habe mich auch jahrzente lang überfordert, aber das war mir gar nicht bewusst, erst als ich krank wurde und viel Zeit zum Nachdenken hatte, ist mir das bewusst geworden.
Ich möchte dir so sehr ans Herz legen zum Arzt zu gehen, bitte warte nicht mehr länger, ich wünsche dir nicht, dass es dir so ergeht wie mir. Lass dich krank schreiben, denn du bist krank, es ist ja nicht so dass du simulieren würdest. Du darfst auch schwach sein, kein Mensch ist immer stark, auch, wenn wir immer stark sein mussten.
Ich wünsche dir von Herzen den Mut den du brauchst um den nächsten für dich wichtigen Schritt zu gehen.
Herzliche Grüße
Robbe

21.03.2021 17:51 • x 5 #18


J
@Pilsum

ja, vielleicht habe ich Angst mit ihr zu sprechen. Aber ich habe keine Angst vor ihr, sondern vor der Reaktion und vor dem was danach kommt. Ich würde es nicht ertragen noch mehr stress dadurch auszulösen. Und wenn man etwas Menschenkenntnis hat weiß man, dass sie es nicht gut aufnehmen würde.

Ich glaube nicht das sie angst davor hat. Hatte sie bei meinen ganzen Vorgängerinnen ja auch nicht. Und das viele vor mir schon gegangen sind, sagt ja auch schon alles über das Klima und die Arbeitsbedingungen aus.

21.03.2021 19:16 • x 2 #19


J
@Robbe

vielen Dank für deine Worte und für deine Ermutigung. Jetzt wenn man sich mit dem Thema beschäftigt merkt man erst, dass es ganz vielen so geht und das man nicht allein ist. Und von anderen Betroffenen zu hören, dass es nicht meine Schuld ist, ich auch schwach sein darf und mich nicht als Versagerin fühlen zu müssen tut wirklich gut.

Meine Nachbarin war auch schon mal von einem Burnout betroffen und hat mir genau das gleich wie du gesagt. Warte nicht mehr, denn wenn es dir so wie mir ergeht, das wünsche ich niemandem.

Vielen Dank für das Mut zusprechen. Ich hoffe ich bringe diesen auf, um den ersten Schritt in Richtung Genesung gehen kann.

Viele liebe Grüße
Jessica

21.03.2021 19:25 • x 3 #20


Hoffnung21
Hallo Jessica,
Mir ging es ähnlich wie dir. Ich habe lange durchgehalten, bis mich ein Hösturz ausgeknockt hat (es war glaub ich Nr. 6 oder 7). Ich hab mich immer wieder hochgerappelt, aber das geht halt nicht ewig so. Wenn du nichts änderst fliegst du irgendwann hochkant aus dem Hamsterrad. Glaub mir, der Fall ist sehr tief und das, was ich seit 4 Jahren durchlebe wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. Zieh rechtzeitig die Reißleine und geh zum Arzt.

Depression ist eine Krankheit. Man braucht sich weder dafür schämen, noch sich als Versager fühlen.

LG Hoffnung21

21.03.2021 20:08 • x 5 #21


J
Hallo Hoffnung21,

ich weiß das ich was ändern muss und das auch nur ich das kann. Und ich sollte es möglichst bald machen, denn wie du schon schreibst, macht man das nicht Ewigkeiten mit.

Ich muss auf jeden Fall die Reißleine ziehen und hoffe, dass ich es bald schaffe.

Komisch das man dieses Gefühl der Scham und des Versagens entwickelt. Warum ist das so?

Liebe Grüße Jessica

21.03.2021 20:25 • x 2 #22


R
Liebe Jessica,
mir wurde immer gesagt, dass ich alles geben soll, fleilßig sein soll, stark sein soll und bloß nicht schwach sein. Das nicht schwach sein habe ich eher vorgelebt bekommen. Meine Oma, bei der ich groß geworden bin, hat immer alles gegeben, ich habe sie nur schwach erlebt, wenn sie starke Kopfschmerzen hatte, aber ansonsten hat sie immer gearbeitet von früh bis spät.
Dieses Muster habe ich unbewusst übernommen und so habe ich Schwäche gleich gesetzt mit Versagen und die Scham gesellt sich dann mit dazu, weil, wenn ich versage, dann muss ich mich schämen, da ich ja das was ich hätte schaffen oder leisten soll, nicht schaffe.
LG, Robbe
PS: Du hast jetzt viel gehört bzw. gelesen und es ist ganz normal, dass du das jetzt auch erst mal verarbeiten musst.

21.03.2021 21:10 • x 3 #23


J
Hallo ihr lieben,

vielen lieben Dank nochmal an alle für die aufmunternden Wort, den Erfahrungsaustausch und den kleinen Tritt in den Hintern.

Ich bin gestern morgen aufgewacht und mein ganzer Körper zitterte. Ich musste nochmal Tief in mich gehen, an Eure Worte denken, um mich dann doch dazu zu entschließen endlich zum Arzt zu gehen. Alles andere hätte keinen Sinn gemacht.

Es war irgendwie kein einfacher Gang aber er war unumgänglich. Ich saß nach einigen Untersuchungen zittern vor meiner Ärztin, fing an zu erzählen und brach in Tränen aus. Schon irgendwie unangenehm das Gefühl sonst immer stark zu sein und jetzt weinend vor einer fremden Person zu sitzen.

Ich wurde jetzt für 2 Wochen krankgeschrieben, muss morgen nochmal zur Blutentnahme um organisches auszuschließen. Habe pflanzliche mittel zur Beruhigung bekommen, Magnesium um meine zitternden Muskeln zu entspannen. Habe am 01.04 den nächsten Termin um weitere schritte zu besprechen. Soll jetzt erstmal etwas runter und zur Ruhe kommen.

Ich versuche das zu verinnerlichen und etwas Ruhe in mich reinzubekommen. Wobei die Angst vor dem und was jetzt schon wieder riesig ist. Aber niemand sagt das es einfach ist.

Liebe Grüße
Jessica

23.03.2021 14:27 • x 2 #24


A


Hallo hom3r,

Burnout Syndrom Tipps

x 4#10


Elliot
Liebe Jessica,
super, das hast du genau richtig gemacht! Für mich war dies der wichtigste Schritt, einer Fremden gegenüber zuzugeben, dass ich nicht mehr kann. Lass dich durchchecken, das ist Standard. Dient auch dazu, dich selbst zu beruhigen, dass da nichts Schlimmeres vorliegt.
Und jetzt beginnt der schwierige Part: Tu was dir gut tut. Und wenn es einfach nichts tun ist. Warte nicht darauf, dass es besser wird. Nimm deine Situation an und entspann dich. Du musst jetzt gar nichts!
Liebe Grüße,
Elliot

24.03.2021 12:40 • x 1 #25

Pfeil rechts

Sie brauchen Hilfe oder haben auch eine Frage?
Sofern Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich und nehmen Sie an der Community teil!
100% kostenlos Schutz der Anonymität Weniger Werbung Gleichgesinnte finden



Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag