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Chronische Depressionen/rezidivierende Episode?

blossom79
Hallo Leute,

ich hänge mich hier dezent mal dran….bin gefühlt seit 2 Jahren in einer depressiven Phase…

09.01.2023 12:12 • #16


A
@Jule89
Hallo Jule89.
Ich habe eine Ekt-Behandlung machen lassen.
Wenn du Fragen hast, kann ich sie dir gerne beantworten.
Alles Gute.

09.01.2023 14:15 • #17


A


Hallo Highlight88,

Chronische Depressionen/rezidivierende Episode?

x 3#3


EmptyLife
Möchte mich hier auch mal zu Wort melden.
Ich bin auch das, was psychologisch als depressiv bezeichnet wird - und das seit ich denken kann. Immer mehr oder weniger aus dem gleichen Hauptgrund, aber verschiedene Auslöser beeinflussen den Grad.
Leichte Phasen sind sehr selten. In diesen kann ich mich über einen längeren Zeitraum (ein paar Tage oder gar Wochen) zu Dingen aufraffen, die ich erledigen muss. Dazu zählt Haushalt und Termine machen.

Meist befinde ich mich in der mittelschweren Phase. Aufraffen fällt oft schwer, manchmal geht es für einen kurzen Augenblick oder bestimmte Aufgaben, die keinen Druck aufbauen.

Schwere Phasen treten immer auf, wenn etwas Belastendes oder Traumatisches in meinem Leben passiert ist (was leider sehr häufig der Fall ist) oder ich Dinge erledigen muss, die mit großem (Zeit-)Druck verbunden sind. Da fangen dann auch das Gedankenkreisen und die Einschlafprobleme an.
Auch ist die Jahreszeit ein Auslöser. Meist beginnt es ab November und hält bis Ende Januar / Anfang Februar. Der Wechsel zur mittelschweren Phase dauert dabei eine ganze Weile.

Da ich das schon mein Leben lang habe, arrangiere ich mich einfach damit. Mir geht es nur schlecht, sobald andere Menschen mich dazu zwingen wollen, das zu ändern.

09.01.2023 16:56 • #18


J
@Dys ich hab meinen Termin am 24. danach kann ich dir gerne schreiben und davon erzählen. Falls du schonmal schauen willst, kann ich dir auch gerne die links schicken

@anir das wäre toll
- wie viele Sitzungen hattest du
- hat es dir geholfen und wenn ja wann hast du Veränderungen festgestellt
- wie war der generelle Ablauf. Hast du die Behandlung gehabt während du in einer Klinik warst oder wurde das „unabhängig„ gemacht

@EmptyLife das arrangieren kann ich gut nachvollziehen nach meiner Reha war ich auch soweit dass ich gesagt habe ich will einfach nur die Tage überstehen und irgendwie zurecht kommen. Mir gibt der Termin in der Uniklinik wieder etwas Hoffnung dass ich vielleicht doch nicht die nächsten Jahrzehnte so weiter machen muss. Aber das kann und muss jeder für sich entscheiden und es ist auch denke ich nachvollziehbar dass man nach einer so langen Zeit auch einfach keine Kraft mehr hat um immer wieder zu kämpfen. Kein Mensch kann in dich hinein schauen nur du kannst entscheiden was für dich richtig ist und auch nur das zählt oder sollte zumindest zählen. Ich wünsche dir dass dein Umfeld dich unterstützt egal was ist.

09.01.2023 17:31 • x 2 #19


Highlight88
@jule: Erzähl gerne mal nach dem Termin was du erfahren hast! Frankfurt wäre bei der Auswahl die nächste Klinik. Sind zwar drei Stunden aber Freiburg und Berlin wäre noch weiter.

Jetzt schaue ich mal was hier in der Klinik noch passiert und dann muss ich irgendwann zur Reha… leider ist meine Wunschklinik zwar genehmigt worden, aber die haben keinen Platz für mich jetzt muss ich mal sehen wie es weitergeht.

09.01.2023 20:38 • #20


Dys
Hallo @Jule89,
Danke bezüglich des Angebotes mit dem Link. Ich habe auf der Seite der Uni nur etwas über die Schwerpunktstation gefunden und was sie anbieten, aber da ist jetzt nichts detaillierter beschrieben bezüglich des Ablaufs. Falls Du da andere Infos hast, schicke mir gerne den Link.

VG Dys

Ps. Ich schließe mich da gerne dem Wunsch von @Highlight88 an, darüber zu berichten wenn Du später deine Erfahrungen dann teilen magst.

10.01.2023 09:04 • #21


Bassmann72
Zitat von Dys:
Ich komme bei neuen Behandlern relativ schnell auf den Punkt, was aber vielleicht auch nicht so gut ist, denke ich. Manchmal beschleicht mich dann das Gefühl, die würden denken, ich hätte mir alles präzise „ausgedacht“.

Dieses Gefühl habe ich auch oft, wenn ich irgendwo erklären muss, wie es mir geht. Ich habe auch aus beruflichen Gründen gelernt, zügig auf das Wesentliche zu kommen und mir vorher so gut wie möglich zurecht zu legen, was ich sagen will (mich nervt Rumgeschwafele mittlerweile total...). Da habe ich dann manchmal die gleiche Angst, wie du sie beschreibst. Das habe ich auch mal einer Therapeutin in einer Klinik gesagt, als es mir im letzten Frühjahr sehr schlecht ging. Sie hat mir da ein bisschen die Befürchtungen genommen - jedoch weiß ich leider nicht mehr, was sie genau gesagt hatte...

10.01.2023 10:35 • x 1 #22


S
Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 17 Jahren Depressionen. 2016 wurde es so schlimm, dass ich Suizidgedanken hatte. Für alle im Raum Frankfurt: Zitat mein Psychiater: Wenn Sie noch jemand hinbekommt, dann die in Bad Soden. Dabei handelt es sich um das St. Valentinus-Hospital. Ich war sieben Wochen dort, mir wurden die Medikamente neu eingestellt und ich bekam EKT, da sonst nichts mehr geholfen hat. Die EKT hat mir geholfen.

Als ich wieder zu Hause war, dauerte es keine drei Monate und es ging mir wieder so schlecht wie vorher. Also zurück in die Klinik, wieder 7 Wochen Aufenthalt, EKT-Behandlung, diesmal mit Erhaltungs-EKTs, also erst zweiwöchtentlich bis hin zu alle fünf Wochen. Seit Januar 2018 (hey, das sind jetzt schon 5 Jahre!) bin ich EKT-frei und es geht mir den Umständen entsprechend gut.

Durch die Medikamente bin ich emotional gedämpft, was im Hinblick auf die Depression gut ist. Allerding sind auch meine positiven Gefühle gedämpft. Ich habe mittlerweile fast alle Interessen verloren und es kommt mir vor, also würde ich meine Tage einfach abhaken. Das finde ich sehr schade, zumal ich mittlerweile 48 Jahre alt bin und den Eindruck habe, ich habe meine besten Jahre an die Depression verloren.

Viele Grüße
Martina

10.01.2023 12:54 • x 2 #23


EmptyLife
@Jule89 Das stimmt, ich bin das ewige kämpfen definitiv leid. Ich will nicht mein restliches Leben lang immer nur an mir arbeiten müssen, sondern einfach nur sein. Deshalb bin ich schon länger an dem Punkt, wo ich sage, es bleibt alles, wie es ist und ich ändere nichts mehr. Vor allem ist Schluss damit etwas zu ändern, was die Gesellschaft an mir auszusetzen hat. Wenn ich etwas ändere, dann mache ich das, weil es für mich selbst möchte. Ich ordne mich nicht mehr den Beurteilungen anderer unter.

Zitat von Smatie:
Als ich wieder zu Hause war, dauerte es keine drei Monate und es ging mir wieder so schlecht wie vorher.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Depressionen eine natürliche Reaktion auf eine zunehmend schädliche Umwelt sind. Wie ein permanentes Warnsignal. Ein Ortswechsel ist dabei eher nur eine kurzfristige Lösung eines Problems, dessen Ursprung oft im Außen statt im Inneren liegt.

10.01.2023 13:35 • #24


Alexandra2
Ich bin bin kleinauf an depressiv, von schwer bis mittelschwer. All die begrenzten Psychotherapien hatten nur kurzfristig geholfen.
Erst mit der Therapie der Eingliederungshilfe geht es mir Stück für Stück besser. Die Ziele, die mit der Eingliederungshilfe festgelegt werden, betreffen das gesamte Leben. Ärzte, Freunde, einzelne Vorhaben etc. Die Eingliederungshilfe befähigt, mit der psychischen Behinderung umgehen zu lernen. Die attestierten Einschränkungen (Behinderung) betreffen ja das gesamte Leben. Zwei weitere Diagnosen steckten noch hinter der Depression. Inzwischen bin ich seit 6 Jahren durchgehend in Therapie, anfangs 3x wö inkl Notfall- Kontakten, jetzt noch 1xwö. Das in Verbindung mit Medikamenten hat geholfen, dass die Depression nur noch mittelschwer ist.
Ich wusste früher nichts von dieser Hilfe, ich fand das zufällig heraus. Aber es leuchtet ein: behinderte Menschen haben Anspruch auf Eingliederung in die Gesellschaft. Und für körperlich Behinderte gibt es ja auch Hilfen.
Anfangs war mir mulmig, mich selbst als behindert zu sehen. Aber ja, so ist es. Die Depression hindert mich daran, vor die Tür, auf andere zuzugehen, am gesellschaftlichen Leben, Freunde, Hobbies und und und. Inzwischen habe ich das Dauer-Kranksein meist akzeptiert, hadere nicht mehr so sehr, eben weil es Hilfe gibt.

10.01.2023 15:57 • x 2 #25


Bassmann72
Zitat von EmptyLife:
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Depressionen eine natürliche Reaktion auf eine zunehmend schädliche Umwelt sind. Wie ein permanentes Warnsignal. Ein Ortswechsel ist dabei eher nur eine kurzfristige Lösung eines Problems

Schwierige These... Denn so ist es offenbar auch mit Diabetes und noch schlimmerem wie Krebs, dennoch können diese Krankheiten behandelt, wenn auch nicht immer (komplett) geheilt werden. Das, was die Krankheit in dir auslöst, ist, genau, IN dir/uns. Was den Ortswechsel angeht, da stimme ich dir voll zu. Ich selbst war auch mal längere Zeit im Ausland und hatte dort die gleichen bescheuerten Probleme wie daheim... Da werden nun viele denken, klar, warum sollen die Probleme verschwinden..., aber man hofft und wünscht es sich. Ich weiß, hier war eine etwas andere Situation gemeint. Mir ging es während des Klinikaufenthalts (und kurz danach) im Sommer auch besser als jetzt...
Zitat von EmptyLife:
Wenn ich etwas ändere, dann mache ich das, weil es für mich selbst möchte.

Das hört sich sehr gesund an, das ist sicherlich ein guter Ansatz, der dir helfen wird.

11.01.2023 10:34 • x 1 #26


A
@Jule89

hallo Jule 89.
Ich hatte im August 2022 eine Ekt-Behandlung.
Nach der 3. ging es mir bißchen besser.
Insgesamt hatte ich 6 Behandlungen.
Ich war dazu 16 Tage in der Klinik.
Alle 2 Tage fand eine Behandlung statt.
Montags, mittwochs, freitags.
danach war ich wieder in meinem 1. Leben drin.
Das Leben ohne Depression.
Gehalten hat dies bis December 22.
dann hatte ich eine kleine, leichte D. von 14 Tagen. (Total unüblich bei mir, eine so kurze, kleine, leichte zu haben).
Sowas gibt es also auch, dachte ich mir und fand die mini-Auswirkungen dieser D. gut.
Sonst dauert die D., bei mir 6 oder 9 Monate, ist mittel, schwer oder sehr schwer.
Und im Januar 23, vor einigen Tagen, bekam ich wieder eine D. und was die alles so im Gepäck hat,
muß ich noch beobachten. (Ausmaß, Länge, Beeinträchtigungen).
Alles Gute

11.01.2023 14:02 • #27


EmptyLife
Zitat von Bassmann72:
Denn so ist es offenbar auch mit Diabetes und noch schlimmerem wie Krebs, dennoch können diese Krankheiten behandelt, wenn auch nicht immer (komplett) geheilt werden.

Das kann man nun wirklich nicht vergleichen.

Zitat von Bassmann72:
Das, was die Krankheit in dir auslöst, ist, genau, IN dir/uns.

Ich sehe es eben nicht als Krankheit. Depressionen sind für mich ein Schutzmechanismus der Psyche, um Schlimmeres zu verhindern. Es ist ein fester Teil von uns, wie alle anderen Emotionen auch. Diese sind ja auch nicht ständig da.
Das Gleiche gilt für angebliche Persönlichkeitsstörungen, aber das ist ein anderes Thema...

11.01.2023 14:10 • #28


A
@Jule89
Nochmals Hallo Jule89.
Der Ablauf von Ekt-Behandlung.
Stationäre Aufnahme. Coronatestung.
Am Tag der Ekt, die morgens stattfand, nüchtern sein.
Messungen: Gewicht, Größe, Blutdruck, Zucker, EKG, Blutabnahme.
Ein Zugang wird gelegt für die Kurznarkose von ca. 12 Minuten.
Während der Ekt, Überwachung von Blutdruck.
Ankleben von 4 kleinen Elektroden oder 6, am Kopf-Halsbereich.
Der Arzt testet, ohne Stromzufuhr, ob für die folgende Ekt alles gut vorbereitet ist,
indem er 2 große Elektroden an den Kopf hält und wieder wegnimmt.
Sauerstoffgabe, mehrmals tiefes Einatmen.
Dann bin ich weg durch die Narkose.
In dieser Zeit setzt der Arzt wieder die 2 Teile an meinen Kopf.
Stromzufuhr, 30 sec.
Krampfanfall wird ausgelöst.
Ich wache auf. Und die 1. Ekt ist vorüber. Habe nichts bemerkt währenddessen.
Hatte wenig Kopfschmerzen danach und starken Muskelkater und bekam beim 2.x , zur Narkose ein muskelentspannendes Medikament.
Konnte nach einer halben Std. aufstehen und am Klinikalltag teilnehmen.
Alles Gute für dich.

11.01.2023 15:07 • x 1 #29


A


Hallo Highlight88,

x 4#15


Bassmann72
Zitat von EmptyLife:
Es ist ein fester Teil von uns, wie alle anderen Emotionen auch

Die Depression ist keine (einzelne) Emotion, sondern löst verschiedene aus wie Wut, Trauer, Angst usw. in einem Maß, das unser Leben beeinträchtigt. Meiner Erfahrung nach ist es ratsam und hilfreich, die D. als Krankheit zu betrachten, eben wie besagte andere Krankheiten. Das wurde mir (und den Gruppenmitgliedern, mit denen ich Therapie hatte) von vielen Therapeut*innen nahegelegt und es hat mir ein Stück weit geholfen.
Aber wenn dir deine Einstellung langfristig hilft, mit den Depressionen klarzukommen, spricht ja nichts dagegen - das meine ich ganz ehrlich und ohne Ironie.

11.01.2023 16:42 • x 1 #30

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