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Chronische Depressionen/rezidivierende Episode?

J
@anir danke für deine Erfahrung das klingt ganz gut und gibt mir etwas Hoffnung dass es evtl etwas für mich wäre. Ich wünsche dir dass du die D. Schnell wieder in den Griff bekommst. Wurde bei dir über eine Erhaltungs EKT gesprochen?

ich werde euch auf jeden Fall berichten was am 24. raus kommt und ob ich die Uniklinik empfehlen kann.

im Moment bin ich leider ziemlich verzweifelt und weiß ehrlich gesagt nicht wie ich die nächsten zwei Wochen noch durchstehen soll. Ich hatte heute wieder meinen ersten Arbeitstag und es war eine Katastrophe. Ich habe kaum was geschafft, durfte mir unterschwellige Vorwürfe anhören und lag ab mittags heulend auf der Couch. Am liebsten würde ich mich bis zum 24. im Bett verkriechen. Wenn ihr also noch SOS Tipps für mich habt für die nächsten Tage dann gerne her damit

11.01.2023 18:13 • x 1 #31


Bassmann72
Hallo @Jule89,

lass dich doch (wieder?) krankschreiben. Du musst dich doch nicht quälen, und schon gar nicht, wenn du suggeriert Vorwürfe empfunden hast. (Ich formuliere das bewusst so umständlich...)
Ich habe gestern ein Vorstellungsgespräch gehabt, weil ich auch wieder starten wollte, bin dann abends heulend zusammengesackt, weil ich nicht mehr konnte. So habe ich mich schweren Herzens heute Vormittag gegen diese Stelle entschieden, bevor ich deren endgültige Rückmeldung hatte. Es wäre nicht gutgegangen...
Ein Dreck ist das, aber es ist, wie es ist - philosophisch geht anders, aber wahr ist es dennoch

11.01.2023 18:53 • #32


A


Hallo Highlight88,

Chronische Depressionen/rezidivierende Episode?

x 3#3


J
Hallo @Bassmann72 , länger krankschreiben kann ich mir derzeit finanziell leider nicht leisten… ich wollte auch wieder arbeiten damit mein Kopf beschäftigt ist ansonsten kann der nämlich leider viel zu viel grübeln.
Ich denke dass ich mir die Vorwürfe nicht nur eingebildet bzw. auf dem Ohr gehört habe sondern da schon was dran ist. Das Problem mit meinem Chef ist, dass er glaubt nur weil er in seinem Leben einmal eine leichte Episode hatte, die er ohne Medikamente und Therapie in den Griff bekommen hat, er jetzt Experte ist und weiß was hilft und er weiß wie sich das anfühlt. Ich will seine Erfahrung gar nicht klein reden es war bestimmt schlimm für ihn aber wenn ich mir sein Verhalten anschaue bezweifle ich sehr dass er nur ansatzweise nachempfinden kann wie es ist seit Jahren darunter zu leiden, zig Therapien und Medikamenten versuche hinter sich zu haben und niemals glücklich gewesen zu sein. Er nimmt keine Rücksicht dass ich nicht so viel leisten kann aktuell, irgendwann muss ich mich nach einem neuen Job umschauen aber das geht frühestens in 1-1 1/2 Jahren. Und auch im neuen Job würde es irgendwann wieder auftreten, leider nehmen die wenigsten Firmen wirklich Rücksicht.

11.01.2023 19:09 • #33


Dys
Zitat von Jule89:
Das Problem mit meinem Chef ist, dass er glaubt nur weil er in seinem Leben einmal eine leichte Episode hatte, die er ohne Medikamente und Therapie in den Griff bekommen hat, er jetzt Experte ist und weiß was hilft und er weiß wie sich das anfühlt.

Da kommen Erinnerungen bei mir hoch. Mein letzter Chef ist auch so jemand. Ich habe letztlich gekündigt, nur leider erst nach einem krassen Zusammenbruch. Ich hätte früher die Reißleine ziehen sollen.

11.01.2023 19:19 • #34


J
@Dys gut dass du den Absprung geschafft hast. Ich hoffe es ist danach für dich besser geworden?

Ich habe 2020 mit einem Studium neben dem Beruf angefangen, das kostet leider einiges und ich brauche dafür flexible Arbeitszeiten. Das habe ich bei meiner jetzigen Stelle. Ich kann von zuhause arbeiten und mir die Zeiten flexibel einteilen. Und grundsätzlich mag ich meinen Job und Kollegen, es ist nur sehr stressig und viel was ich jetzt leider schon seit Monaten nicht richtig stemmen kann. Ich hoffe wirklich sehr, dass es bald zumindest etwas besser wird


Kennt ihr das wenn man sich noch zusätzlich schlecht fühlt weil man denkt dass man gar kein Recht darauf hat krank zu sein? Ich denke im Moment wieder viel dass ich doch im Vergleich zu anderen gar keine so schlimmen Erfahrungen gemacht habe. Ich weiß vom Kopf dass das nicht stimmt, es war schlimm für mich auch wenn Außenstehende denken dass ich doch alles habe und hatte.

11.01.2023 19:45 • #35


A
@Jule89
Guten Morgen, Jule89.
Vielen lieben Dank für deine guten Wünsche.
Ich erhalte Erhaltungs-Ekt.
Rhythmus, alle 6 Wochen.
Um festzustellen, ob diese Behandlung für mich weiterhin Bestand hat,
beobachte ich mich und mache mir Notizen, damit mein Psychiater und ich
das Bestmögliche für mich, machen können.

Dir, meine allerbesten Wünsche.
Alles Gute für dich.

12.01.2023 10:24 • #36


Dys
Zitat von Jule89:
gut dass du den Absprung geschafft hast. Ich hoffe es ist danach für dich besser geworden?

Hallo Jule89,
als ich gekündigt hatte, war mir die Tragweite garnicht richtig bewusst. Ich wusste nur, ich muss da jetzt weg. Dann stand ich da, ohne Job und dass zog mich dann weiter runter und ich hatte eigentlich nur „einen“ Gedanken. Malte mir meinen Ruin schon bis ins Detail aus. Selbst gekündigt, also eigentlich kein Anspruch auf ALG1 für 3 Monate. Rente war da auch noch nicht bewilligt und ich wusste, Krankengeld gibts auch nicht mehr lange. Hatte mich dann aber trotzdem krankschreiben lassen, weil ich fristgerecht kündigte und dann nach einer Woche, in der ich für meinen Nachfolger in Spee wenigstens alles für eine Übergabe bereit gestellt habe (so blöd war ich da auch noch) damit die Abläufe in der Firma nicht darunter leiden, dass ich gehe und merkte das ich dass eigentlich nicht mehr leisten kann und wollte.

Also hatte ich mich zumindest finanziell darauf eingestellt, dass es sehr Dunkel wird. Das dann meiner Frau zu erklären war zusätzlich nicht einfach. Aber Sie meinte, alles sei besser als mich weiter für dieses A.l.o.c.h. weiter kaputt zu machen und verhungern würden wir wohl nicht. Ohne Ihre Zuversicht wäre ich vielleicht tatsächlich nicht mehr hier.

Naja, es kam zum Glück anders. Ich hatte zum 31.12. gekündigt. Weil ich krankgeschrieben wurde, sperrte man mir das Krankengeld wegen der Eigenkündigung 6 Wochen gestrichen. Ich weiß nicht ob das korrekt war, aber es wäre die Zeit der Lohnfortzahlung gewesen und ich habs auch nicht hinterfragt weil ich eh nicht die Nerven dafür hatte. Dann kam aber auch noch ein nachträgliches „Weihnachtsgeschenk“ Mir wurde eine teilweise EMR ab dem 1.1. bewilligt. Mein damaliger Psychiater konnte der AfA dann auch verdeutlichen, dass ich gesundheitlich garnicht anders konnte, als selbst zu kündigen und so gabs später, nach der Aussteuerung und dem Wegfall des Krankengelds keine Sperre von der AfA.

Also bin ich ja ein richtiger Glückspilz, nur kommt das in mir nicht wirklich an. Naja, ich dachte, jetzt kümmere ich mich darum gesund zu werden, leider haben zahlreiche Klinikaufenthalte und ambulante Therapie dabei nicht gefruchtet und Medikamente leider auch nicht wirklich nachhaltig. Daher habe ich auch nicht mehr so viele Optionen und dann sind da die perspektivisch eher düsteren Gedanken, was wenn ich tatsächlich Gesund bin, aber keinen Job mehr finde, mit bald 60 Jahren auf dem Buckel.

Ist es also besser geworden? Das frage ich mich selbst oft. Irgendwie sehe ich es als „Gut“ solange nichts schlimmer wird und es erträglich ist. Wie lange ich das so sehen kann, weiß ich aber auch nicht. Mal sehen wie ich das sehe, wenn meine halbe EMR nicht verlängert werden sollte und Ende des Jahres wegfallen würde.

VG Dys

12.01.2023 11:03 • #37


Bassmann72
Zitat von Jule89:
weil er in seinem Leben einmal eine leichte Episode hatte, die er ohne Medikamente und Therapie in den Griff bekommen hat, er jetzt Experte ist und weiß was hilft und er weiß wie sich das anfühlt.

Ja, das ist ätzend! Ich hatte mal einen Chef, mit dem ich zuvor lose befreundet war. Seine Frau, so sagte er mir einst, habe ein Burnout und kann mind. ein halbes Jahr nicht arbeiten. Kurze Zeit später habe ich ihm dann ganz offen gesagt, was bei mir los ist und ich nicht voll einsatzfähig bin, die Arbeit aber gern so weit wie möglich voranbringen möchte und mich nicht krankschreiben zu lassen (ein Forschungsprojekt, Anschubfinanzierung). Er zeigte sich sehr entgegenkommend, machte mich dann aber regelmäßig zur Sau, wenn eine Sache nicht nach seinen Vorstellungen lief - immer in Emails, schön zum Wochenende hin! Auch später wollte er mich bei einem möglichen eigenen Projekt nicht unterstützen und gab mir väterliche Ratschläge (er ist etwa 2 Jahre älter als ich) Den Arbeitsplatz habe ich dann nach 2 Jahren verlassen. Freunde sind wir nicht mehr, aber wir hatten noch hier und da mal Kontakt, als die Ergebnisse unserer Studie publiziert wurden.
Zitat von Jule89:
leider nehmen die wenigsten Firmen wirklich Rücksicht

Ja, man muss nun mal Leistung bringen, das wird immer erwartet, wenn man nicht krankgeschrieben ist, auch an einem Arbeitsplatz an der Uni mit vielen Freiheiten (siehe oben). Den Mittelweg gibt es leider nicht, ich mache den Fehler auch immer wieder, obwohl ich schon in den 90ern mal sehr krank war und dennoch mit halber Kraft arbeiten gegangen bin. Es wird einem nicht gedankt, das ist traurig. Krankschreibung ist daher immer das vernünftigste, aber natürlich ist es schwierig, wenn man dadurch zu starke finanzielle Einbußen hat.

@Jule89 : Darf ich mal fragen, was du studierst?

12.01.2023 12:54 • #38


J
@Dys ich finde es toll dass du mit deiner Frau gesprochen hast und sie auch Verständnis zu haben scheint. Ich habe in der Reha leider einige Männer getroffen die nicht mit ihrer Familie gesprochen haben weil sie meinten sie müssen stark sein. Was eine extreme zusätzliche Belastung Für sie war. Aber dafür ist Familie doch da dass man sich unterstützt. Ich musste dass leider auch erst lernen, meine Familie weiß erst seit letztem Jahr dass ich krank bin. Ich freue mich für dich dass du den Absprung geschafft hast und es auch Indie richtigen Bahnen gehen konnte. Das du das nicht als Glück empfindest kann ich verstehen, das dauert denke ich auch sehr lange bis das wirklich tief drinnen ankommt. Wir haben ja schließlich jahrelang gegenteilige Erfahrungen gemacht.
Mein Vater bezeichnet mich immer als Sonntagskind weil er meint dass ich ein Glückskind bin. Ich konnte nie verstehen warum, heute weiß ich zumindest vom Kopf her dass er wohl recht hatte wäre ich das nicht wäre ich noch vor meinem ersten Geburtstag gestorben. Wie gesagt vom Kopf her weiß ich es aber das Gefühl sagt mir trotzdem noch häufig hätte ich es mal lieber nicht überlebt. Hoffentlich kommen die Gefühle schneller bei dir an. Wohnst du weit weg von Frankfurt? Wenn nicht könntest du vielleicht auch schon mal bei der Uniklinik nach einem Termin fragen. vielleicht könnte das für dich ein Hoffnungsschimmer sein, ich würde es dir wünschen.

@Bassmann72 ich verstehe Arbeitgeber auch dass man Leistung bringen muss für sein Geld, ich bin nur der Meinung dass man da zielführender kommunizieren könnte. Oft ist es leider nur draufhauen statt nach Lösungen suchen. Man könnte Stunden reduzieren, man könnte eine alternative Position übernehmen. Das ist in großen Unternehmen eigentlich kein Problem. Dazu kommt dass ich seit 5 Jahren bei der Firma bin und damit deutlich länger als alle anderen. Ich habe den Deutschen Teil mit aufgebaut und kenne die Firma also in und auswendig was auch etwas wert sein sollte, schließlich rufen alle mich an wenn sie nicht weiter wissen. Ich hab bis vor einem Jahr als ich in die Reha gegangen bin 50-60 Stunden die Woche gearbeitet und monatelang zwei Jobs gemacht dafür habe ich keinen Cent oder Freizeitausgleich bekommen. Da könnte man schon etwas Entgegenkommen. Ich hab vorhin mal auf unsere Homepage geschaut und selbst da schreiben sie für alle Welt sichtbar wie wichtig ihnen ihre Mitarbeiter und deren körperliche und mentale Gesundheit…. Es ärgert mich einfach, weil ich meinen Job und die Firma eigentlich sehr gerne mag und es mir dadurch grad alles schlecht gemacht wird. Ich wollte eigentlich nach dem Studium in der Firma bleiben und dort Projekte übernehmen aber dass werde ich mir wohl noch überlegen müssen. Inzwischen arbeite ich deutlich weniger bin aber der Meinung dass ich trotz allem die Aufgaben die ich bekommen habe immer erledigt habe. Das hat man davon wenn man sich vorher kaputt gearbeitet hat…
Es ist finanziell grad einfach wirklich ein blöder Zeitpunkt ich hab das Studium was ich bezahlen muss und dachte letztes Jahr ich muss für meine Zukunft vorsorgen und habe jetzt auch noch eine Wohnung die ich abbezahlen und noch fertig sanieren muss. Luxusprobleme aber eins was ich mir vorher gut überlegt hatte und jetzt nicht daran scheitern möchte. Zumal es mir jedes Mal gut tut wenn ich in die Wohnung an der Küste Fahren kann. Der Wind an der Nordsee schafft es zumindest für Augenblicke die trüben Gedanken zu vertreiben.

Ja du darfst fragen ist kein Geheimnis, zumindest nicht mehr. Ich studiere Bauprojektmanagement.

Schaffst du es inzwischen dich abzugrenzen unedeln Mittelweg zu finden oder macht dir die Arbeit immer noch Probleme?

12.01.2023 18:32 • x 2 #39


J
Sorry an alle dass ich schon wieder so einen Roman verfasst habe, aber es ist schön sich mal austauschen zukönnen

12.01.2023 18:34 • #40


Bassmann72
Zitat von Jule89:
schaffst du es inzwischen dich abzugrenzen unedeln Mittelweg zu finden oder macht dir die Arbeit immer noch Probleme?

Tja, ich suche den Weg der Mitte gerade... Ich arbeite gerade nicht, bin seit letztem April krankgeschrieben. Ich werde jetzt auch erst mal wieder warten (müssen!), denn meine neuerlichen Ambitionen mich vorzustellen gingen schwer in die Hose. Bin grad ziemlich abgerutscht... Sogar der Vereinssport bedeutet grad nur Stress für mich, sodass ich das für die nächsten Monate pausiere.

Ja, das mit der Dankbarkeit ist bei Arbeitgebern leider eine Seltenheit, besonders schön, wenn sie sich nach außen so verständnisvoll und freundlich geben.

Wow, du hast eine Wohnung an der Küste, das ist ja traumhaft. Ich lebe meinen Traum unter Polter-Staubsauger-Nachbarn und über verblödeten Schwachköpfen (ist nicht doppelt gemoppelt, die sind wirklich beides), für die selbstverständlich nicht die gleichen Regeln gelten wie für die anderen. Die Wände sind leider mit die dünnsten in der Welt der Wände - und ich bin ziemlich oft umgezogen zw. 2006 und 2018 und habe daher gewisse Vergleichserfahrung.

Na denn, ich gehe mal wieder ne Runde vergleichen...

12.01.2023 19:39 • #41


J
@Bassmann72 es tut mir leid, dass es aktuell noch so schwierig ist. Das Vereinssport dich aktuell stresst kann ich nachvollziehen, ich bin auch seit einem Jahr nicht mehr beim rudern gewesen weil ich es unter Menschen nicht gut aushalte. Kannst du anderen Sport machen? Das kann einem ja manchmal auch ein wenig helfen. Ich versuche regelmäßig laufen zu gehen, da bin ich alleine brauche auf niemanden Rücksicht nehmen und bekomme im besten Fall ein runners high was zwischen durch sehr gut tut. Ich hatte in der Reha Tanztherapie und das ist bestimmt nicht für jeden etwas aber es war wirklich faszinierend was man damit erreichen kann. Irgendwie konnte ich damit an wirklich tiefliegende Emotionen kommen. Ich hoffe dass du etwas Ähnliches hast oder findest dass dir zumindest ein paar schöne Momente bescheren kann.

Ja es war auch immer ein Traum an der Küste wieder ein Zufluchtsort zu haben und bisher habe ich es trotz dem Stress mit der Sanierung nicht bereut auch wenn ich jetzt etwas sparsamer sein muss langfristig wird sie sich für mich mehr als bezahlt machen.

Laute und rücksichtslose Nachbarn sind furchtbar, grade wenn es einem nicht gut geht will man ja einfach mal seine Ruhe haben. Mit meinen Nachbarn hier in Frankfurt versteh ich mich zum Glück sehr gut, kenne die Lärmbelastung aber von außen. Ich wohn in einer Fußgängerzone Da ist immer Trubel, Tag und Nacht. Einkaufen gehen schaffe ich momentan nur direkt morgens früh weil mir ab 10 zu viele Menschen unterwegs sind.
Kannst du in deiner Wohnung trotzdem zur Ruhe kommen oder hast du einen anderen Ort? Meine Therapeutin meinte immer zu mir es ist wichtig einen Save Space zu haben in dem man sich sicher fühlt und zur Ruhe kommen kann.

13.01.2023 12:30 • x 1 #42


Highlight88
Bei mir wird und wird es irgendwie nicht besser... Bin zwar in der Klinik aber selbst hier fällt mir der Tag echt schwer. Gestern konnte ich mich gar nicht dazu durchringen, aufzustehen und zu dem Mahlzeiten zu gehen. Und das obwohl ich ja nichts selber machen muss, sondern nur halbwegs was anziehen und in den Essenssaal gehen... Ich hoffe ich bekomme mich gleich zum Mittagessen motiviert.

Job finde ich auch so ein ganz schwieriges Thema. Ich verstehe total, dass ich wenn ich dem Arbeitgeber zur Verfügung stehe, der auch meine volle Arbeitskraft erwartet. Aber nur Teilzeit zu arbeiten ist halt finanziell kaum machbar. Und dann immer die Frage, was nun eigentlich besser ist - arbeiten gehen oder nicht? Ich bekomme noch eine Weile Krankengeld, damit komme ich einigermaßen zurecht. Wie es danach werden soll... Mit ALG 1 (wurde gekündigt aufgrund der Arbeitsunfähigkeit) kann ich meine Kosten nicht decken, bekomme aber so viel, dass ich auch keinen Anspruch auf irgendwelche Unterstützung bekomme. Das ist so dieses typische zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Mir wäre total geholfen, wenn ich ALG 2 bekommen würde, dann würen die nämlich meine relativ große (daher teure) Wohnung finanzieren (wegen Arbeitszimmer zu Hause war das notwendig und im vollen Gehalt auch kein Thema). Und sogar dann einen Umzug in eine kleinere Wohnung, was ich gerne machen würde, aber weder selber schaffe zu machen, noch bezahlen kann.
Und manchmal wenn ich so den ganzen Tag zu Hause sitze, frage ich mich eben auch, ob mir das wirklich gut tut? Ob eine Aufgabe nicht hilfreich wäre. Aber wenn ich es nichtmal schaffe zum Essen zu gehen, wie soll mein Tag mit Arbeit denn funktionieren?

Oh man ich bin gerade wirklich ziemlich hoffnungslos und weiß auch einfach nicht mehr so wirklich wie es weitergehen soll.

15.01.2023 12:44 • #43


Dys
@Highlight88 würde Dir Wohngeld zustehen? Falls ja, schnellstmöglich beantragen.

15.01.2023 13:45 • #44


A


Hallo Highlight88,

x 4#15


Bassmann72
@Highlight88 , mach nun erst mal Schritt für Schritt. Wenn du kaum Kraft hast, zum Essen zu gehen, dann lass es zur Zeit mit der Arbeit. Wenn du momentan noch mit dem Krankengeld hinkommst, ist das doch ok. So ähnlich ist grad auch meine Situation. Das heißt natürlich nicht, dass du dir nicht mit der Zeit Aufgaben suchen kannst. Dabei können dir deine Therapeut*innen behilflich sein - wie übrigens auch was eine Sozialberatung angeht hinsichtlich ALG 1, 2, Aussteuerung nach Krankengeld usw.

@Jule89, Tanztherapie habe ich in einer Reha auch schon mal gemacht. Dachte zunächst, das wäre blöd, weil ich wirklich kein Tänzer bin. Aber es war super. Bewegung und moderate Konzentration, hat Spaß gemacht. Ich versuche, mich regelmäßig in Bewegung zu halten, entweder mit dem Rad oder zu Fuß (Nordic Walking oder Spazieren, Joggen geht leider nicht). AUch wenn ich jetzt mal wieder fast 2 Wo. nichts gemacht habe. Eben habe ich nach langer Zeit mal wieder meinen verstaubten Heimtrainer benutzt. Das mit dem Vereinssport (Tischtennis) ist sehr frustrierend, weil ich den Sport sehr mag und ich mich da gut auspowern kann und viele Dinge vergesse - ja, Tempo und Konzentration sind gefragt, das lenkt ab. Aber dieser Termindruck und hinfahren, erst am Abend wieder zurück... Das nervt mich grad...
Ansonsten reagiere ich mich gut ab mit Musik, sowohl beim Hören als auch beim Machen, spiele als Bassmann ja einen gepflegten - na? - Bass Gepflegt mehr oder weniger... Daher: Rhythmusgefühl zum Tanzen wäre da, aber ich bin zu gehemmt... Mein Zufluchtsort sind meine Kopfhörer. Die haben auch Geräuschunterdrückung und sind super bequem (waren auch nicht ganz billig ), aber den ganzen Tag kann ich damit natürlich auch nicht verbringen. Nachts trage ich seit Jahren Stöpsel, und TROTZDEM hört man vereinzelt laute Schritte... Boah, ist das ätzend hier!

Gut, bevor ich Blutdruck kriege, mache ich mir mal einen Toast mit Käse, auch so eine Zuflucht...

15.01.2023 19:51 • x 2 #45

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