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Depression für Angehörige und Partner

kimbo
Das Loch wird tiefer und mir geht es nicht gut.


Kennt ihr die Frage :

Wie kann ich dir helfen?
Was kann ich tun, damit es dir besser geht
?

Die Menschen, die mir ganz nahe stehen ,fragen mich das.
Je tiefer in der Depression,
desto öfter kommt diese Art Frage.

Ich bin dankbar, dass sie es gut meinen.

Aber was soll ich sagen?

Kennt ihr das?

22.12.2020 22:16 • x 1 #1


A
Ja, das kenne ich.
Es hilft, sich eine Antwort auf so eine Frage zurechtzulegen, um dann auch klar sprechen zu können.
Ich kann gut erklären, wie man mir helfen kann.
Schwieriger wird es, wenn nach meiner Antwort von den Fragern eine Reaktion des Abschwächens kommt.
Das brauchst du doch nicht. Bestimmt musst du nur mal drüber schlafen etc.

Wie offen kannst du dir nahestehenden Personen sagen, wie es dir wirklich geht und was du brauchst?
Kannst du mit fester Stimme sprechen?
Kannst du beim Sprechen sachlich bleiben und deine Lage beschreiben?
Können die Hilfsangebote deiner Mitmenschen auch von ihnen umgesetzt werden?

Ich wünsche dir eine gute Nacht, schlaf gut.
Mayke

22.12.2020 23:23 • x 1 #2


A


Hallo kimbo,

Depression für Angehörige und Partner

x 3#3


selly
Aber was wünscht sich jemand mit Depressionen denn von den nahen Freunden oder Angehörigen? Soll man lieber gar nichts fragen, nur in Ruhe lassen?
Oder welche Art der Frage würde eine helfende oder gute Frage sein?

Das mit dem Abschwächen verstehe ich ja das das nervt ind kontraproduktiv ist.
Aber warum soll man sich eine Antwort zurecht legen wenn Angehörige helfen wollen? Das kapiere ich nicht...

22.12.2020 23:32 • x 1 #3


Jedi
@kimbo

Zitat von kimbo:
Kennt ihr die Frage :

Wie kann ich dir helfen?
- Ermutige mich (ich werde an deiner Seite sei - Hilfe zu suchen u. anzunehmen)
- mich weiter als ein Erwachsener ernst nehmen
- gib mir das Gefühl, dass Du an meiner Seite bist - ohne mein Verhalten zu Dramatisieren
- meine Distanz akzeptieren - ohne mich fallen zu lassen
- mich immer wieder für kleinere Spaziergänge zu animieren
Sicher gibt es noch mehr Bedürfnisse, die Du/ man äußern kann.
Hängt auch davon ab, wie vertraut sind Dir die Menschen, die das Fragen ?
-----
Was kann ich tun, damit es dir besser geht?
- mich ermutigen zur Therapie zu gehen (Termine im Blick behalten) u. mir Mut zu machen, wenn ich Antidepressiva nehmen soll
- Hoffnung geben, dass ich wieder gesund werden kann
- ein Auge drauf halten u. auch ansprechen, dass ich mich nicht gehen lasse (Körperpflege) u.
villt. mir mal was kochen oder das wir Gemeinsam essen (stärkt, dass nicht die Ernährung vernachlässigt wird)

---------------------
Sind so ein paar persönliche Gedanken u. vielleicht ist da etwas dabei, was für Dich passen könnte ?

23.12.2020 00:04 • x 2 #4


R
Liebe Kimbo,
wenn mein lieber Mann mich das fragt und es geht mir gerade sehr schlecht, dann sage ich immer, du kannst mir momentan nicht helfen ich muss da jetzt alleine durch, aber danke trotzdem.
Liebe Grüße, Robbe

23.12.2020 13:24 • x 2 #5


Greta
Mir hilft sehr, dass mein Freund meine Stimmungen akzeptiert und kein großes Aufheben davon macht.
Habe ich einen schlechten Tag und will einfach nur noch auf dem Sofa liegen, mit Körnerkissen und vielleicht einem Buch... dann ist mein Freund einfach da, sorgt für die Verpflegung, die notwendige Ordnung oder setzt sich mit seinem Buch in den Sessel gegenüber.
Bei Unruhezuständen geht er mit mir an die Luft; manchmal reicht da schon ein kurzer Gang über den nahegelegenen Friedhof. Ich liebe Friedhöfe, besonders den hier um die Ecke, weil mein Freund zu vielen der Verstorbenen eine Geschichte erzählen kann.
Auch nimmt er es sehr gelassen, wenn ich mal wieder keine Energie für Verwandten-/Freundebesuche habe. Dann geht er eben alleine.
Die Selbstverständlichkeit, mit der er meine Depression annimmt, tut mir gut, da ich mich nie unter Druck gesetzt fühle, irgendwas zu tun oder zu können.

Ähnlich ist es auch mit meinen Freundinnen; sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich manchmal einfach keine Kraft für Verabredungen oder Telefonate habe. Und sie machen kein großes Aufheben um meine Erkrankung sondern behandeln mich normal. Trotzdem sprechen wir natürlich darüber, so wie wir auch über Rückenprobleme und Migräne sprechen, und natürlich geben wir uns auch gegenseitig Trost und Rat.

Also... Dasein, Akzeptanz, Verständnis, Hilfe im Alltag sofern nötig, und ansonsten mich nicht wie eine Kranke behandeln.
Das hilft mir am meisten.

Es grüßt
Greta

23.12.2020 14:47 • x 1 #6


kimbo
Meine Mutter und ich sind sehr eng.
Allerdings fällt es ihr schwer, dass sie mir nicht so richtig helfen kann.
Wenn die Tiefe näher rückt, nehme ich diese gerne auch an und möchte in dieses Loch fallen- zumindest etwas.

Natürlich ist es schwer zu sehen , wie das eigene Kind leided.
Ich hab ihr gesagt, dass ich diesen inneren Schmerz auch spüren möchte.
Für sie , als zuschauer nichts dagegen zu tun fällt ihr schwer.
Sie sagt, sie würde mich am liebsten in den Popo treten damit oder bis es mir wieder geht.
Was sie versucht zu sagen ist NICHT ,dass sie Gewalt anwenden möchte, sondern mir aktiv beim besser werden helfen möchte.

23.12.2020 14:56 • #7


selly
@kimbo

Aber warum willst Du dann in dieses Loch fallen? Warum nimmst du dieses Tief dann gerne an?
Mein Freund leider ja auch unter Depressionen und sagt dann er muss in Einsamkeit selber durch.

Aber warum will man dann fallen?

23.12.2020 15:06 • x 1 #8


kimbo
Ganz ehrlich?

DAS KANN ICH SPÜREN.

Ich kann es fühlen und nennen und finde (so gut wie immer), dass ich es verdient habe, mich so zu fühlen.

Mein Therapeut sagt es ist eine Form der Selbstverletzung.

23.12.2020 15:12 • x 1 #9


kimbo
@selly

Wie geht es dir mit meiner Antwort?

23.12.2020 15:13 • x 1 #10


selly
Zitat von kimbo:
Ganz ehrlich?

DAS KANN ICH SPÜREN.

Ich kann es fühlen und nennen und finde (so gut wie immer), dass ich es verdient habe, mich so zu fühlen.

Mein Therapeut sagt es ist eine Form der Selbstverletzung.



Das passt zu meinem Freund! Absolut! Vielleicht kann er es mir nicht so gut erklären, weil es ihm auch unangenehm ist vor mir.
Aber ich merke wie er sich auch darin dann fallen lässt wenn es mal wieder so weit ist

23.12.2020 15:16 • x 1 #11


selly
Ich finde es immer total gut, wenn jemand das auf den Punkt bringen kann, für Nicht-Depressive ist das nämlich echt schwer das zu begreifen und mit dem Rückzug der Extrem ist, dann umzugehen

23.12.2020 15:17 • x 1 #12


selly
@kimbo

Aber spürst Du denn sonst in den depressiven Phasen nichts? Nur den Schmerz, also das Tief? Keine Freude oder Liebe?
Und wie lange kann das bei Die gehen?

23.12.2020 15:19 • x 1 #13


kimbo
@selly.

Wie ändert es jetzt deine Gedanken oder Gefühle?
Ist es ok für dich das zu hören?

Wie kannst du als außenstehende damit umgehen?

23.12.2020 15:20 • x 1 #14


A


Hallo kimbo,

x 4#15


selly
@kimbo

Ich kann sehr gut damit umgehen, ich bin nur ein Mensch der es gerne versteht. Mir hilft es weiter, meinen Freund eher zu verstehen, der ein sehr lieber Mensch ist und ganz feinfühlig und liebevoll und aufmerksam, aber wenn er ins Loch fällt ist er plötzlich und lange kalt, möchte nur alleine sein, meldet sich höchstens zum gute Nacht sagen, jedoch ohne was liebes zu schreiben, mit dem er mich sonst aber zuschüttet.
Ich weiß dass er schon sehr sehr lange und immer wieder an Depressionen leidet.
Deshalb fand ich es interessant dass Du in das Tief fallen willst in dem Moment, weil das passt zu meinem Freund auch, da kommt es mir auch so vor.
Fühlst du sonst nichts in diesen Zeiten?

23.12.2020 15:27 • #15

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