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Depression, Leere und fehlendes Netzwerk

Pilsum
Zitat von Tulip:
Hey Bernhard,

Na ganz so untätig war ich nicht und komplett alleine bin ich auch nicht. Es sind ein paar Bekanntschaften
am entstehen und ich hab noch zwei, drei gute Freunde von früher, diese nur nicht in meiner Nähe.
Während meiner destruktiven Beziehung ist nichts gutes entstanden, das hab ich mir durch diesen Kontakt
selbst verbaut und danach war ich erst mal frisch neu verliebt und dachte ersr ich brauch nicht viel mehr
als ihn und zwei enge Vertraute...


Guten Morgen Tulip.

Es ist wunderbar, wenn Du nicht untätig warst. Und schön ist, dass Du nicht ganz alleine bist.
Schließlich kannst Du dann darauf aufbauen.
Unglückliche Beziehungen können viel mehr Schaden anrichten, als viele Menschen glauben.
Deswegen vertrete ich die Ansicht, dass es oft besser ist, allein zu leben und gute Bekannte
zu haben mit denen ich regelmäßig Kontakt habe, als einen Partner.
Einen Partner, der mich einschränkt. Der mir versucht seinen Lebensstil aufzuzwingen und
meine Freiheiten versucht zu beschneiden.



Hier stellt sich zunächst erst einmal die Frage. Was macht denn für Dich diese Leichtigkeit aus?
Sprichst Du von Leichtigkeit im Alltag?
Sprichst Du von Leichtigkeit im Kontakt mit anderen Menschen?
Sprichst Du von Leichtigkeit im Umgang mit Deinen eigenen Wünschen?
Sprichst du von Leichtigkeit, wenn Du mit Dir alleine bist?
Hast Du oft Langeweile?
Sprichst Du von Leichtigkeit, wenn es darum geht, welchen Sinn Dein Leben hat?
Oder was meinst Du?
Zitat:
Momentan wäre ich mit Symptomfreiheit schon vollkommen zufrieden.


Das kannst Du erreichen. Dafür solltest Du Deine persönlichen Antworten auf die
vorstehenden Fragen geben können. Danach kann es gut sein, dass Deine Symptome
etwas nachlassen.
Zitat:

Früher kam sie einfach so. Beim hören von Musik, während des Tanzens, bei der Autofahrt, beim Blumengießen...


Ja, ja, so ist das oft. Aber dann kamen Erlebnisse, die Dich zum Nachdenken gezwungen haben.
Und nun suchst Du Antworten. Folglich fehlt vorrübergehend etwas Leichtigkeit.
Wenn Du dann Antworten auf Deine wichtigsten Fragen gefunden hast, dann sollte auch Deine
Leichtigkeit langsam wieder zurückkommen.

Viele Grüße

Bernhard

16.05.2020 10:20 • x 2 #16


L
Zitat von Tulip:
Ich finde es ganz schön heftig wie deine Freunde reagiert haben, das sind dann wohl leider keine wahren Freunde. Ich denke mittlerweile es ist wichtig zu unterscheiden zwischen Bekannten und Freunden. Jenen denen man wirklich was erzählen kann und denen die nur die halbe Wahrheit wissen können...


Ein interessantes Thema. Ich für meinen Teil habe in meinem Leben festgestellt, dass ich über viele Bekannte verfüge, aber keine Freunde habe. Möchte ich auch nicht mehr. Freundschaften sollten gepflegt werden. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass es sich nicht wirklich lohnt.

16.05.2020 10:48 • x 2 #17


A


Hallo Tulip,

Depression, Leere und fehlendes Netzwerk

x 3#3


Pilsum
Zitat von laluna74:

Ich für meinen Teil habe in meinem Leben festgestellt, dass ich über viele Bekannte verfüge, aber keine Freunde habe. Möchte ich auch nicht mehr. Freundschaften sollten gepflegt werden. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass es sich nicht wirklich lohnt.


Was lohnt sich Deiner Ansicht nach nicht?

16.05.2020 12:20 • #18


L
Zitat von Pilsum:
Was lohnt sich Deiner Ansicht nach nicht?


wieso möchtest du das wissen?

16.05.2020 13:48 • #19


L
Für mich lohnt es sich nicht Freundschaften zu pflegen. Ich bin lieber für mich, unabhängig und frei. Ich lege mich nicht gerne fest.

Auf wahre Freundschaften zu hoffen bzw. zu vertrauen habe ich schon lange abgelegt, da Enttäuschungen selten zu vermeiden sind.

Ich brauche es einfach nicht.

16.05.2020 13:59 • x 1 #20


K
Zitat:
Unglückliche Beziehungen können viel mehr Schaden anrichten, als viele Menschen glauben.


Das sind sehr wahre Worte.

16.05.2020 16:07 • x 1 #21


Tulip
Hallo ihr Lieben,

Ich will euch nur wissen lassen, dass ich dankbar bin für eure Antworten. Ich finde gerade nicht die nötige Ruhe darauf zu antworten, das hol ich auf jeden Fall nach.

Seid lieb gegrüsst,
Tulip

19.05.2020 09:55 • x 3 #22


Tulip
Liebe Kürsche,

Keine Sorge, du hast mir nicht zu verstehen gegeben, dass ich krank bin. Es ist meine Eigenwahrnehmung. Es geht mir gerade sehr schlecht.
Nachsichtigkeit und Annahme finde ich mittlerweile auch sehr gut. Leider bin ich oft überfordert mit der Frage was mir gut tut. Mit dem Thema könnte man sicher einen ganzen Thread füllen... was tut dir gut?

Liebe Grüsse,
Tulip

21.05.2020 19:32 • x 1 #23


Tulip
Zitat von laluna74:
Für mich lohnt es sich nicht Freundschaften zu pflegen. Ich bin lieber für mich, unabhängig und frei. Ich lege mich nicht gerne fest.

Auf wahre Freundschaften zu hoffen bzw. zu vertrauen habe ich schon lange abgelegt, da Enttäuschungen selten zu vermeiden sind.

Ich brauche es einfach nicht.


Bemerkenswert. Spürst du denn keinen Mangel dadurch?

21.05.2020 19:35 • x 1 #24


Tulip
Lieber Bernhard,

Ich tu mich gerade sehr schwer damit deine Fragen für mich zu beantworten.
Ich glaube es geht mir um das Gefühl im Fluss und in Bewegung zu sein, mich befreit zu fühlen mit mir selbst aber auch im Umgang mit anderen. Mich wieder als souveränes, autonomes handelndes Wesen wahrzunehmen, frei zu sein von Angst und Zwang, aber so richtig klar weiss ich das gerade nicht, ich fühle mich sehr blockiert innerlich.

Liebe Grüsse,
Tulip

21.05.2020 19:41 • x 1 #25


Pilsum
Zitat von Tulip:
Lieber Bernhard,

Ich glaube es geht mir um das Gefühl im Fluss und in Bewegung zu sein, mich befreit zu fühlen mit mir selbst
aber auch im Umgang mit anderen. Mich wieder als souveränes, autonomes handelndes Wesen wahrzunehmen,
frei zu sein von Angst und Zwang, aber so richtig klar weiss ich das gerade nicht, ich fühle mich sehr blockiert innerlich.

Tulip


Damit wirst Du richtig liegen. Dann befreie Dich.

21.05.2020 19:49 • x 1 #26


L
Zitat von Tulip:
Bemerkenswert. Spürst du denn keinen Mangel dadurch?


nein, mir genügen die Bekanntschaften, die ich habe und das sind nicht gerade wenige, aber die muss ich nun wirklich nicht jeden Tag pflegen.

21.05.2020 19:50 • x 1 #27


L
Freundschaft - ist wohl auch eine Frage der Definition und die wird wohl jeder anders auslegen.

Ich bin mir selbst mein bester Freund, das kann ich ganz klar behaupten. Alle anderen sind Bekannte, vielleicht auch Freunde, die ich so nenne, da ich sie seit meiner Schulzeit kenne. Auch wenn wir sehr selten Kontakt haben, so haben diese doch einen höheren Stellenwert für mich als all die anderen, die ich mit der Zeit dann noch kennengelernt habe.

Freundschaften, die sich in der Kind- und Jugendzeit ergaben, haben für mich einen weitaus prägenderen Einfluss als alle anderen danach.

Ich denke das ist aber auch normal.

Ich bin sogar davon überzeugt, würde ich die Mühe auf mich nehmen und die Kontakte mehr pflegen wollen, so würden gerade diese aus der Schulzeit wieder ganz schnell intakt kommen.

Ich habe aber grundsätzlich überhaupt keine Kontaktschwierigkeiten.

21.05.2020 20:00 • #28


Tulip
Zitat von Pilsum:

Damit wirst Du richtig liegen. Dann befreie Dich.


Mich zu befreien erscheint mir gerade sehr utopisch.
Es geht mir sehr schlecht und ich weiss gerade keinen Weg weiter.
Darf ich kurz meine Gefühle mit euch teilen? Ich glaube es würde mir helfen es einfach aufzuschreiben.
Ich wache fast jeden Morgen mit grosser Angst auf, gepaar mit dem Gefühl mutterseelenallein zu sein, verlassen und ohne jeden Bezug. Heute war es wieder extrem. Gestern erst war ich zum Grillen bei einer Bekannten, ich hatte Therapie, hab mit einem Freund geschrieben und mein Expartner, mein bester Freund ist da. Ich hab mit meinem Bruder gesprochen. Es kann also nicht am Aussen liegen, ich fühle mich so verloren und gefangen. Es fühlt sich an als ob alles was da war nun wieder weg ist, nichts mich trägt, keine Verbindung besteht. Ich hab so grosse Angst dass es niemals aufhört. Diese Gefühle sind so qualvoll und lassen kaum Platz für etwas anderes. Manchmal habe ich das Gefühl es nicht mehr auszuhalten. Ich bin so extrem unruhig und zugleich so wahnsinnig erschöpft. Ich fühle mich wie in alte Jugendzeiten zurückgeworfen. Unfähig selbständig zu agieren, hilflos und haltlos. Der Schlaf spült die Zustände nur selten weg. Manchmal gelingt es mir am Nachmittag zu schlafen, was lange wegen der Angst nicht möglich war, danach geht es mir meistens etwas besser. Ich schäme mich sehr für meine Zustände und die Hilflosigkeit, die Frage wie ich einen weiteren Tag mit wieder den selben Gefühlszuständen überstehen soll, wie ich gut damit umgehen kann und wie ich wieder etwas anderes fühlen kann..

Tulip

23.05.2020 11:12 • x 2 #29


A


Hallo Tulip,

x 4#15


Pilsum
Hallo Tulip,

auch wenn es Dir aktuell noch utopisch erscheint, Dich zu befreien.
Du kannst es schaffen in Teilbereichen ein neues anderes Denken für Dich zu entwickeln.
Zitat:
Ich wache fast jeden Morgen mit grosser Angst auf, gepaart mit dem Gefühl mutterseelenallein zu sein, verlassen und ohne jeden Bezug. Heute war es wieder extrem. Gestern erst war ich zum Grillen bei einer Bekannten, ich hatte Therapie, hab mit einem Freund geschrieben und mein Expartner, mein bester Freund ist da. Ich hab mit meinem Bruder gesprochen. Es kann also nicht am Aussen liegen, ich fühle mich so verloren und gefangen.


Du beschreibst es gut. Wenn es also nicht im Außen liegt, dann kannst nur Du es ändern.
Zitat:
Ich hab so grosse Angst dass es niemals aufhört.


Davor brauchst Du keine Angst zu haben. Das wird sich ändern, sobald Du dafür bereit bist.
Zitat:
Ich fühle mich wie in alte Jugendzeiten zurückgeworfen. Unfähig selbständig zu agieren, hilflos und haltlos.


Dein Eindruck wird exakt Deine Gefühle aus dem Unterbewusstsein wiederspiegeln.
Heute jedoch bist Du erwachsen. Folglich solltest Du Dinge nicht mehr genauso bewerten,
wie Du das früher gemacht hast. Kannst Du Dir vorstellen, heute zu einer anderen Bewertung von Deinen
Gefühlen zu kommen, als Du das Gleiche früher bewertet hast?
Zitat:
Ich schäme mich sehr für meine Zustände und die Hilflosigkeit, die Frage wie ich einen weiteren Tag mit
wieder den selben Gefühlszuständen überstehen soll, wie ich gut damit umgehen kann und wie ich
wieder etwas anderes fühlen kann..


Du brauchst Dich nicht schlecht fühlen.
Etwas anderes wirst Du dann fühlen, wenn Du beginnst, mehr mit Deinem Bewusstsein zu denken.
Deine Zustände, die sich schlecht anfühlen scheinen wenig mit Deinen heutigen Gedanken
zu tun zu haben. Kann es sein, dass Du Dich schlechter fühlst, wenn Du überwiegend
Erinnerungen von früher betrachtest?

Falls Du das möchtest, sage ich mehr dazu.

Viele Grüße

Bernhard

23.05.2020 15:25 • x 1 #30

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