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Depression, Leere und fehlendes Netzwerk

Pilsum
Zitat von Kate+:
Hallo Bernhard,

logisch erklärt. Danke dafür.
Die Umprogrammierung (wie ich es brauch) ist leider sehr mühselig, anstrengend und mit vielen Rückschlägen verbunden. Aber ich denke, am Ende lohnenswert.

LG Kate


Überwiegend ist das so, wie Du es beschreibst. Meistens allerdings nur am Anfang.
Ich finde, dass Beste hast Du nicht gesagt.
Sobald Du merkst, dass Du es selbst in der Hand hast, ganz viel für Dich selbst und
Deine Gesundheit zu tun, sollte das Ganze beginnen eventuell sogar Spass zu machen.

26.05.2020 17:12 • x 1 #46


Kate
Stimmt. Ich führe leider noch zu viele Grabenkriege in mir, um was tatsächlich Gutes entstehen zu lassen, was auch bleibt. Aber ich bin dabei.

26.05.2020 17:20 • x 2 #47


A


Hallo Tulip,

Depression, Leere und fehlendes Netzwerk

x 3#3


Tulip
Danke Bernhard für die aufschlussreichen und ausführlichen Erklärungen. Es hat viel mit Selbstermächtigung, Eigenverantwortung, Loslassen und neu lernen zu tun..
Danke auch an Kate und Michi.

Ich bin nun ein paar Tage verreist und weiss noch nicht wie es um das WLan vor Ort steht. Ich nehme ganz viel neuen Input mit und Gemeinsamkeiten. Das ist sehr schön. Ich schreibe später was zu euren Zeilen.

Alles Liebe und bis dann,
Tulip

26.05.2020 23:46 • x 2 #48


Tulip
Hallo zusammen,

Ich übe mich seit deinen Worten, lieber Bernhard tatsächlich immer mehr darin alte Gefühle ins Jetzt und Hier einzuordnen und neu zu bewerten. Das hab ich früher auch schon getan, nur nicht bewusst. Es ist tatsächlich ein Prozess. Wenn ich z.b. voller Angst aufwache und wieder nicht weiss wie ich den Tag überleben soll, hilft es mir mich in Sicherheit zu Wissen und mich real zu verordnen. Wenn ich mich einsam fühle kann ich mir bewusst machen, dass ich Kontakte habe auch wenn sie nicht da sind. Das sind Verstandesleistungen und vermutlich geht es dir bei deinen Beschreibungen auch um derartiges.
Ich lese gerade Eckhard Tolle. Wir verstehen unter Bewusstsein ja bekanntlich unseren Verstand und dieser sichert uns unser Überleben und hilft uns Dinge einzuordnen. Herr Tolle geht einen Schritt weiter. Er beschreibt das Bewusstsein als etwas höheres und größeres als es der Verstand ist, etwas das erkennend wahrnimmt und unabhängig von Verstand existiert. Die Essenz unseres Seins... sehr interessant...

@ Michi
Das kommt mir sehr sehr bekannt vor. Ich habe mich auch extrem in die Arbeit gestürzt und dabei einen grossen Teil meines Lebens vernachlässigt, bis ich schliesslich zusammengebrochen bin. Es war wie ein Aufwachen und erkennen, wie einsam ich mich eigentlich fühle und was alles fehlt...

Liebe Grüsse,
Tulip

05.06.2020 20:46 • x 2 #49


Pilsum
Zitat von Tulip:
Hallo zusammen, Ich übe mich seit deinen Worten, lieber Bernhard tatsächlich immer mehr darin alte Gefühle ins Jetzt und Hier einzuordnen und neu zu bewerten. Das hab ich früher auch schon getan, nur nicht bewusst. Es ist tatsächlich ein Prozess. Wenn ich z.b. voller Angst aufwache und wieder nicht weiss wie ich den Tag überleben soll, hilft es mir mich in Sicherheit zu Wissen und mich real zu verordnen. Wenn ich mich einsam fühle kann ich mir bewusst machen, dass ich Kontakte habe auch wenn sie nicht da sind. Das sind Verstandesleistungen und und vermutlich geht es dir bei deinen Beschreibungen auch um derartiges. .


Hallo Tulip,

Du beschreibst es genau worum es mir geht.
Ich hoffe, Du kannst mit Deinen Verstandesleistungen Deine Ängste in erträglichen Grenzen halten.
Natürlich interessiert es mich auch, wie es Dir mit dieser Vorgehensweise in einigen Wochen und Monaten geht.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir

Bernhard

05.06.2020 21:49 • x 1 #50


Giraffe
Liebe Tulip,

mir ging es eine Zeit lang wie dir!

Rückblickend betrachtet glaube ich, es geht darum diese Zeit so gut es geht rumzukriegen und sich mit Dingen zu beschäftigen, die einem gut tun. Oft entstehen dadurch auch neue Kontakte oder zumindest neue Einsichten, die sich sehr hilfreich sein können.

Ich hab mich lange Zeit sehr einsam gefühlt aber das lag auch daran, dass ich mich von den damaligen Freunden nicht verstanden gefühlt habe und unsere Werte und Einstellungen immer weiter auseinander gingen. Nachdem ich dann den Kontakt abgebrochen habe war es noch schlimmer aber es war auch keine Alternative wieder zurück zu gehen.

Ich habe den Kontakt zu meiner Familie intensiviert und in der Klinik einen Partner gefunden der mich versteht und meine Werte teilt. Das ist nicht immer einfach weil wir beide an uns arbeiten müssen und mit einer Krankheit kämpfen aber es verbindet uns so sehr, dass wir daraus immer wieder neue Kraft schöpfen können. Alle anderen Klinikkontakte haben sich wie bei euch verlaufen aber ich glaube das liegt daran dass jeder sehr mit sich selbst beschäftigt ist und es einfach schwer ist in so einer Situation noch für andere da zu sein.

Ich glaube man muss dort suchen, wo sich die Interessen gleichen. Z.b. fühle ich mir hier seit langer Zeit von anderen Menschen verstanden und erkenne mich in so vielen Beiträgen selbst und mir gibt das Kraft auch wenn es nicht gleich enge Freundschaften sind.

Auch auf Facebook z.b. bin ich in mehreren Depressionsgruppen beigetreten und stoße dadurch immer wieder auf neue Einsichten oder Erkenntnisse, Tipps die mir weiterhelfen. Ich weiß nicht wann ich zuletzt dieses Gefühl von Zugehörigkeit hatte, mir hilft es sehr.

Du hast/hattest viele tolle Interessen. Mir hst es geholfen darauf aufzubauen. Vielleicht gibt es ja in deiner Nähe ein Tanzstudio, eine Malgruppe oder ein Fitnesstudio. Wahrscheinlich muss man aktuell noch etwas abwarten wegen Corona aber vielleicht könnte dir das in der Zukunft helfen, neue Kontakte unter Gleichgesinnten zu finden.

Ich drück dich aus der Ferne wenn ich darf, du bist nicht allein.

LG und einen schönen Abend

05.06.2020 22:27 • x 3 #51


Tulip
Lieber Bernhard,

Danke für deine Unterstützung. Ich werde berichten, wie sich die Lage weiterentwicklt.

Liebe Grüsse,
Tulip

09.06.2020 10:23 • x 1 #52


Tulip
Liebe Giraffe,

Ich hoffe es ist eine Phase die sich wandeln kann. Es freut mich, dass du einen guten Weg gefunden hast und optimistisch bist was die Entwicklung angeht. Corona ist schon sehr einschneidend und hemmend was den Aufbau neuer gemeinsamer Aktivitäten angeht. Das wirft uns alle etwas zurück, zu uns selbst und der Gegenwart...

Ich drück dich gern zurück wenn ich darf.

Liebe Grüsse,
Tulip

09.06.2020 10:33 • #53

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