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Depression nach 8 Monaten überstanden aber

I
Ich könnte noch nen Roman hier verfassen.
Ich dachte immer, ich freu mich so das die Depri weg ist...und war immer danach aufgedreht...
Nur jetzt ist es stärker, mit zunehmenden Auffälligkeiten..weil ich das ja jetzt weißkann ich noch gegensteuern...aber wie lange habe ich da Einfluss drauf.
Man, man ...das haut mich echt um...trotzdem geht es mir prächtig.
Ich hab in 12 Tagen 5 Kilo zugenommen.
Alles ist total gegensätzlich...der Antrieb wie aufgezogen.
Länger sitzen als 5 Minuten, ohne irgendwas zu machen, geht nicht..

12.07.2020 15:30 • x 1 #16


maya60
Hauptsache, das überdreht jetzt nicht mit solchen Sachen wie Spiegelzuhängen und Halluzinationen und Aggressionen und Handlungen, die dir gar nicht mehr bewusst sind - beides, die Manie und auch die Depression, brauchen angemessene medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung und Begleitung, das ist ganz ganz wichtig.

Nicht, dass du vor lauter Größenwahnsinn die richtige Behandlung versäumst, denn du weißt nicht, wann das Ganze überdreht oder in tiefe Depressionen umswitcht - darum muss es ja behandelt werden, damit das für dich und andere nicht gefährlich wird.

Liebe Grüße! maya

12.07.2020 15:52 • x 1 #17


A


Hallo Iso,

Depression nach 8 Monaten überstanden aber

x 3#3


I
Hallo,
Bisher kann ich es kontrollieren..
Haha...wenn es mir auffällt...BZ. eine Sache zuende machen und nicht 20 Dinge auf einmal.
Bekomme 100mg Lamotrigin. Hab da keine Ahnung...
Freitag hab ich wieder Termin. Falls etwas bemerke, kann ich jederzeit kommen.
Ich hab Angst ich wache auf und habe ne krasse Psychose...davon hab ich genug gesehen.

12.07.2020 16:56 • x 1 #18


maya60
Das wird dann so auch in Ordnung sein, wenn deine Ärztin dich jetzt eng begleitet mit Terminen und Medikamentenanpassungen, denn du selber kannst das nicht kontrollieren.

12.07.2020 19:28 • #19


M
Zitat von Iso:
Mich hat es schon immer gewundert, so aus den Depri's zu kommen. Niemand hat geglaubt, das es so ist bei mir.

Was du später schreibst, hört sich zwar für mich auch nach einer möglicherweise mansichen Phase an, aber dennoch: Dass eine Depression einfach so verschwindet, halte ich für nicht ungewöhnlich. Bei mir verschwand bislang ausnahmslos jede Episode (mittelschwer und schwer) ohne Medikamente oder Psychotherapie. Ich hab mir das auch in fetten Lettern ausgedruckt und an die Innenseite meines Kleiderschranks gehängt, damit ich mich bei der nächsten Episode wieder selbst daran erinnere und mich nicht von Leuten beirren lasse, die meinen, das könnte nicht sein oder sei nur ein gaaanz außergewöhnlicher Zufall.

21.07.2020 10:55 • #20


Kate
Zitat von Michael808:
Bei mir verschwand bislang ausnahmslos jede Episode (mittelschwer und schwer) ohne Medikamente oder Psychotherapie.

Na das ist doch schön zu lesen. Vielleicht wären es durch Psychotherapie sogar weniger Episoden, denn irgendwas löst diese ja aus? In einer Therapie könnte man, wenn man dies wollte, herausfinden welche Ursachen zu Grunde liegen.
Vielleicht waren und sind Deine Episoden auch gar nicht behandlungswürdig, denn die Schwere einer Depression wertet man ja ohne Behandlung meist selbst.

LG Kate

21.07.2020 11:18 • x 1 #21


M
Zitat von Kate:
Na das ist doch schön zu lesen. Vielleicht wären es durch Psychotherapie sogar weniger Episoden, denn irgendwas löst diese ja aus? In einer Therapie könnte man, wenn man dies wollte, herausfinden welche Ursachen zu Grunde liegen.

Ich hatte bislang 4 Episoden. Zwischen der 3. und 4. lagen fast 10 Jahre, zwischen den vorigen jeweils 1-3 Jahre. (Mehrere) Ärzte sagten mir, unbehandelt würde meine Depression jedes Mal schwerer werden. Es hat nicht gestimmt. Aber Ärzte sagten mir auch: Eine Depressive Episode für sich ist heilbar, nicht (nachweißlich) heilbar sei aber die Neigung des Menschen, eine Depression erneut zu bekommen. Das war der Kenntnisstand der Ärzte von vor etwa 10 Jahren. Heute sieht man das, nach allem was ich gelesen habe, wohl anders. Das Konzept des Resilienztrainings gewinnt - für mich als PP-Gegner höchst erfreulich - für die Behandlung psychischer Leiden immer mehr an Bedeutung.
Zitat:
Vielleicht waren und sind Deine Episoden auch gar nicht behandlungswürdig, denn die Schwere einer Depression wertet man ja ohne Behandlung meist selbst.

Ich dachte mir fast, dass sowas kommt. Das bekomme ich auch von Menschen in meinem Umfeld immer wieder zu hören. Wenn du es immer selbst geschafft hast, dann kann es so schlimm nicht gewesen sein. Könnt ihr gerne glauben. Ich aber weiß, wie schwer meine Depressionen waren. Irgendwann nur noch immer Zimmer zu sitzen, eine Wand anzustarren, sich nicht mehr im Stande zu fühlen, ein Butterbrot zu schmieren, sich nichts sehnlicher zu wünschen als den Tod und Selbstmordpläne zu schmieden und das über Wochen, gar Monate - was anderes soll das bitte sein, als eine schwere Depression? Sorry, wenn ich damit deinen Glauben an das Kompetenzmonopol der Ärzte erschüttere, aber so ist es nun mal. Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, kann sich heutzutage sehr gut informieren. Und bin auch der Meinung, dass man sich nie blind auf Aussagen von Ärzten verlassen sollte, sondern Zweitmeinungen einholen und sich auch selbst über seine Krankheit schlau machen soll.

Ein menschliches Gehirn ist eine Blackbox, deswegen sind Versuche, seine Funktionsweise zu verstehen, immer noch Fehleranfällig. Heißt nicht, dass man deshalb Psychotherapie grundsätzlich ablehnen sollte. Aber man sollte es m.E. eben nicht dabei belassen, sondern auch selbst an sich arbeiten und dafür finde ich eine Retrospektive sehr wertvoll, wenn man es schon mehrmals selbst geschafft hat.

21.07.2020 12:25 • #22


Kate
Zitat von Michael808:
Und bin auch der Meinung, dass man sich nie blind auf Aussagen von Ärzten verlassen sollte, sondern Zweitmeinungen einholen und sich auch selbst über seine Krankheit schlau machen soll.


Ich denke, das sollte ausnahmslos jeder tun.
Zitat:
Aber man sollte es m.E. eben nicht dabei belassen, sondern auch selbst an sich arbeiten und dafür finde ich eine Retrospektive sehr wertvoll, wenn man es schon mehrmals selbst geschafft hat.

Therapie bedeutet immer Hilfe zur Selbsthilfe! Die Veränderung, was in meinen Augen Therapie bedeutet, muss grundsätzlich von einem selbst kommen. Der Therapeut hilft einem dabei, die Veränderungen zu erreichen.
Zitat:
Irgendwann nur noch immer Zimmer zu sitzen, eine Wand anzustarren, sich nicht mehr im Stande zu fühlen, ein Butterbrot zu schmieren, sich nichts sehnlicher zu wünschen als den Tod und Selbstmordpläne zu schmieden und das über Wochen, gar Monate - was anderes soll das bitte sein, als eine schwere Depression?

Woran lag es, dass Du Hilfe abgelehnt bzw. nicht gesucht hast? Manchmal kann falscher Stolz tödlich enden. Ich weiß genau, ich wäre daran gestorben, umso mehr war ich dankbar für schnelle Hilfe, mit PP die mich erstmal therapiefähig machten und für die Therapie selbst.
Dadurch lernt man an den Ursachen was zu ändern und nicht nur die Depressiven Episoden irgendwie auszuhalten, so wie Du das bevorzugst. Aber es freut mich sehr, dass Du einen Weg für Dich gefunden hast.
LG Kate

21.07.2020 12:47 • #23


M
Zitat von Kate:
Woran lag es, dass Du Hilfe abgelehnt bzw. nicht gesucht hast?

Bei meiner ersten Episode wusste ich (und auch Angehörige) noch nicht, dass es sich um eine psychische Krankheit handelt. Ich habe es schlicht für einen Zustand der Trauer gehalten. Damals lief mehreres in meinem Leben ziemlich daneben und ich hielt es für natürlich, dass man da schlecht drauf ist.

Bei meiner 2. Episode wusste ich Bescheid, aber geriet an einen Psychologen, von dem ich mich nicht ernst genommen fühlte. Ich brach nach einer Sitzung gleich ab. Parallel dazu bekam ich Cipralex und Promethazin (für Bedarfsfälle) von einem Psychiater verschrieben. Bereits damals machte ich die Erfahrung, dass Cipralex keine positive Wirkung, aber mehrere Nebenwirkungen hatte. Ich war damals noch so klug, das Zeug gleich nach 3 Tagen nicht mehr zu nehmen.

Bei der 3. Episode fand ich einfach nicht zeitnah einen Therapeuten, der mich gleich genommen hätte. 2 stellten mir Wartezeiten von 6 Monaten und länger in Aussicht. Tja, dann können wir es auch gleich lassen, dachte ich - bis dahin wäre meine Depression eh vorbei (ob tot oder lebendig). Und so kam es dann auch wieder. Ich war schon 3 Monate lang gesund, als mir einfiel, dass jetzt erst meine Therapie begonnen hätte.

Zitat von Kate:
Manchmal kann falscher Stolz tödlich enden.

Ich habe nie wirklich Selbstmordversuche unternommen, weil immer die Angst über mir schwebte, es zu überleben und dadurch schwer behindert zu sein. Damit wären alte Probleme nicht gelöst, aber ein viel größeres evtl. dazu gekommen.

Jetzt kommt aber der Punkt, warum ich nicht müde werde, von PP abzuraten: Als ich dann Mirtazapin nahm, geriet ich in einen körperlichen und psychischen Ausnahmezustand, den ich so noch nie zuvor hatte. Dieses Zeug hat bei mir so eine unbegründete Aggression und Verzeiflung ausgelöst, dass ich Angst hatte, anderen was anzutun und höchst selbstschädigendes Verhalten an den Tag legte. Auch wegen der körperlichen Beschwerden durch M. wollte ich nur noch aus diesem Körper raus. Und damit wurden Selbstmordpläne konkret. Die Angst vor dem Scheitern war wie weggeblasen, viel hat nicht mehr gefehlt und ich hätte an einer Brücke gehangen (der Plan war perfekt, den Henkersknoten hatte ich drauf und ein geeignetes Seil war auch schon da).

21.07.2020 13:17 • #24


Kate
Zitat von Michael808:
Jetzt kommt aber der Punkt, warum ich nicht müde werde, von PP abzuraten:

Naja dazu fällt mir spontan nur ein Schwund hats immer für den Einzelnen sicherlich bitter, für die Vielzahl ein großer Gewinn.

LG

21.07.2020 14:22 • #25


I
@Michael808
Guten Morgen....
Für meine Person, bin selbst sehr kritisch mit Antidepressiva.
Schon alleine die Einnahme, die nach Wochen keine Wirkung erzeugt..
Die ganzen Nebenwirkungen sind der Hammer, wenn ich lese plötzlicher Tot

...Suizidgedanken werden sogar gefördert. Die Depression verschlimmert sich oft, unter Einnahme.
Die Medikamente wirken nicht mehr richtig.
Nach Absetzen und später erneuter Einmahme, Wirkung gleich null...jedenfalls bei mir.
Schwere Depressionen trotz Einnahme der Medi:s...die schützen mich nicht, auch wurde die Depri nicht annähernd besser.
Warum soll ich das dann nehmen und meinen Körper verseuchen ?
Zwei Suizidversuche unter Antidrepressiva...
Da verliert man irgendwann das Vertrauen.
Grüsse von
Iso
Nun sieht das jetzt bei mir anders aus.
Psychose n möchte ich keine haben...das hab ich oft genug in der Psychiatrie erlebt.
Mein damaliger Freund, hatte Psychosen...das uferte extrem aus, das er dachte, er wäre Gott...er kämpfe mit den Teutonen..und fährt ein nach Walhalla.
Hat sich Waffen besorgt etc. etc.
Bis das der Tot und scheidet.
Wir hatten wirklich Angst vor ihm u mussten uns schützen..was ziemlich schwierig war.
Soweit will ich das nicht kommen lassen....

23.07.2020 09:07 • x 1 #26


M
Gute Einstellung, Iso! Stimme dir vollkommen zu. Die Psychose, die ich von Mirtazapin bekam, war grauenhaft. Das möchte ich nie wieder haben.

Vielleicht muss man sogar unterscheiden zwischen episodischer Depression und Depression, die als Komorbidität zu anderen Krankheiten wie Borderline, Dissoziativer Identitätsstörung, ADS-Formen, Autismus etc. auftritt. Wenn diese Krankheiten nicht heilbar sind, kann ich mir vorstellen, dass dann auch der Depression nicht beizukommen ist. Dann wäre es für mich nachvollziehbar, wenn solche Leute im Konsum von PP ihre einzige Chance sehen. Weitere Gedanken dazu erspare ich mir hier, damit sich niemand angegriffen fühlt.

23.07.2020 13:21 • #27


M
Gute Einstellung, Iso! Stimme dir vollkommen zu. Die Psychose, die ich von Mirtazapin bekam, war grauenhaft. Das möchte ich nie wieder haben.

Vielleicht muss man sogar unterscheiden zwischen episodischer Depression und Depression, die als Komorbidität zu anderen Krankheiten wie Borderline, Dissoziativer Identitätsstörung, ADS-Formen, Autismus etc. auftritt. Wenn diese Krankheiten nicht heilbar sind, kann ich mir vorstellen, dass dann auch der Depression nicht beizukommen ist. Dann wäre es für mich nachvollziehbar, wenn solche Leute im Konsum von PP ihre einzige Chance sehen. Weitere Gedanken dazu erspare ich mir hier, damit sich niemand angegriffen fühlt.

23.07.2020 13:22 • #28


Kate
Zitat von Michael808:
Dissoziativer Identitätsstörung, ADS-Formen, Autismus etc. auftritt. Wenn diese Krankheiten nicht heilbar sind, kann ich mir vorstellen, dass dann auch der Depression nicht beizukommen ist.

Zumindest bei DIS und Autismus muss und kann ich ganz klar sagen das sind keine Krankheiten! sondern andere Wesensarten.
Zitat:
Weitere Gedanken dazu erspare ich mir hier,

Das wäre mir sehr recht.

23.07.2020 13:46 • #29


A


Hallo Iso,

x 4#15


M
Zitat von Kate:
Zumindest bei DIS und Autismus muss und kann ich ganz klar sagen das sind keine Krankheiten! sondern andere Wesensarten.

Dann sind es eben Wesensarten. Spielt aber für den Kontext, in dem der Begriff in meinem Post steht, keine Rolle. Gemeint ist, Begriff hin oder her, ein dauerhafter Zustand, der belastend ist.
Mann kann auch darüber streiten, ob nun eine Depression eine Krankheit, Störung oder eine Art des Bewusstseins ist, die einem Misstände der Persönlichkeit aufzeigt. Lasse ich alles gelten, aber es ist und bleibt ein extrem belastender Zustand, den man loswerden will.

23.07.2020 13:59 • x 1 #30

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