Zitat von Kate:Woran lag es, dass Du Hilfe abgelehnt bzw. nicht gesucht hast?
Bei meiner ersten Episode wusste ich (und auch Angehörige) noch nicht, dass es sich um eine psychische Krankheit handelt. Ich habe es schlicht für einen Zustand der Trauer gehalten. Damals lief mehreres in meinem Leben ziemlich daneben und ich hielt es für natürlich, dass man da schlecht drauf ist.
Bei meiner 2. Episode wusste ich Bescheid, aber geriet an einen Psychologen, von dem ich mich nicht ernst genommen fühlte. Ich brach nach einer Sitzung gleich ab. Parallel dazu bekam ich Cipralex und Promethazin (für Bedarfsfälle) von einem Psychiater verschrieben. Bereits damals machte ich die Erfahrung, dass Cipralex keine positive Wirkung, aber mehrere Nebenwirkungen hatte. Ich war damals noch so klug, das Zeug gleich nach 3 Tagen nicht mehr zu nehmen.
Bei der 3. Episode fand ich einfach nicht zeitnah einen Therapeuten, der mich gleich genommen hätte. 2 stellten mir Wartezeiten von 6 Monaten und länger in Aussicht. Tja, dann können wir es auch gleich lassen, dachte ich - bis dahin wäre meine Depression eh vorbei (ob tot oder lebendig). Und so kam es dann auch wieder. Ich war schon 3 Monate lang gesund, als mir einfiel, dass jetzt erst meine Therapie begonnen hätte.
Zitat von Kate:Manchmal kann falscher Stolz tödlich enden.
Ich habe nie wirklich Selbstmordversuche unternommen, weil immer die Angst über mir schwebte, es zu überleben und dadurch schwer behindert zu sein. Damit wären alte Probleme nicht gelöst, aber ein viel größeres evtl. dazu gekommen.
Jetzt kommt aber der Punkt, warum ich nicht müde werde, von PP abzuraten: Als ich dann Mirtazapin nahm, geriet ich in einen körperlichen und psychischen Ausnahmezustand, den ich so noch nie zuvor hatte. Dieses Zeug hat bei mir so eine unbegründete Aggression und Verzeiflung ausgelöst, dass ich Angst hatte, anderen was anzutun und höchst selbstschädigendes Verhalten an den Tag legte. Auch wegen der körperlichen Beschwerden durch M. wollte ich nur noch aus diesem Körper raus. Und damit wurden Selbstmordpläne konkret. Die Angst vor dem Scheitern war wie weggeblasen, viel hat nicht mehr gefehlt und ich hätte an einer Brücke gehangen (der Plan war perfekt, den Henkersknoten hatte ich drauf und ein geeignetes Seil war auch schon da).