Depression oder Burn-Out - beides / Unterschied?

T
Ich denke ich hatte das Problem schon immer. Es ist allerdings viel schlimmer geworden seit zwei Jahren. Und das deckt sich mit der neuen Aufgabe (gleicher Job aber höhere Position mit mehr Verantwortung in anderer Stadt). Und dann kam gleich noch eine unglückliche Affäre mit einer Arbeitskollegin dazu. Ich denke daher dass diese ganze Situation die grundlegend vorhandene Depression (und sie war auch vorher schon vorhanden) einfach verschlimmert hat wegen der Umstände. Aber ich denke man kann das ganze nicht durch irgendeine Handlung wie Kündigung lösen....es wird sicher auch nicht besser. Ich dachte vorher auch der Ortswechsel bringt was...auch das war nicht der Fall. Ich denke man muss an sich selbst arbeiten und sich selbst akzeptieren und in kleinen Schritten ändern.

26.06.2010 20:10 • #16


L
Hey, wie gehts dir inzwischen?

08.07.2010 21:44 • #17


A


Hallo tiger725,

Depression oder Burn-Out - beides / Unterschied?

x 3#3


T
Hey...geht etwas besser...habe seit zwei Wochen Urlaub und habe eine Freundin für ein paar Tage besucht. Bin jetzt wieder zurück. Bei der Therapie war ich auch jetzt zwei mal. Tut ganz gut mal zu reden, auch wenn es natürlich noch dauert, dass genaue Problem herauszufinden. Versuche jetzt einmal optimistisch zu sein....Auf jeden Fall bis nächste Woche...dann muss ich wieder arbeiten :-(

15.07.2010 18:51 • #18


L
Hallo,

na das freut mich zu hören. Klar kannst du nicht von 2 Therapiesitzungen ein Wunder erwarten, aber ganz langsam wird es besser.
Und das mit dem Arbeiten würde ich gleich mit der Therapeutin bereden.
Bis bald LadyKatha

16.07.2010 20:40 • #19


T
Therapeutin meint dass ich auch einfach zu viel gearbeitet habe. Das meint die Neurologin auch. Versuche mich jetzt auf 9-10 Stunden zu beschränken. Klappt eigentlich ganz gut.

Habe wohl auch noch den Hang zu einer vermeidenden Persönlichkeitsstörung....das wollen wir vor allem aufarbeiten

22.07.2010 20:22 • #20


Lene77
Hallo Tiger,

habe deinen Beitrag gelesen und grade die Schilderung:
Zitat von tiger725:
Es bestanden auch schon seit Jahren Schlafstörungen (teilweise nur bei Licht und Fernseher), Organisationsunfähigkeit (Wohnung aufräumen, Briefkasten leeren etc.) bis hin zu totaler Lustlosigkeit zu allem. Dabei habe ich versucht, die Gründe auf alles Mögliche zu schieben, wie Umgebung in der ich mich nicht wohl fühle, fehlender Freundeskreis und habe mich vollkommen in die Arbeit gestürzt, was aber glaube ich nunmehr den Teufelskreis erst richtig in Gang gesetzt hat.

kommt mir sehr, sehr bekannt vor. Ich schlafe teilweise wochenlang nur im Wohnzimmer bei laufendem Fernseher (im Schlafzimmer hab ich keinen), da ich sonst nicht schlafen kann. Totale Lustlosigkeit und diese Unfähigkeit, alltägliches zu erledigen (wie putzen, Briefkasten leeren, teilweise auch Überweisungen tätigen..) kommen bei mir auch phasenweise extrem vor.

Ich hatte anfangs auch durch mehrere Umzüge, Arbeitsplatzwechsel versucht wieder dem Leben einen neuen Schwung zu geben, aber meist hielt dies nicht so lange an und die Phasen wie oben beschrieben waren wieder da. Hatte immer das Gefühl, ich versuche vor etwas weg zu laufen...

Und grade jetzt stehe ich wieder vor der Entscheidung, wenigstens den Job zu wechseln. Und weiß überhaupt nicht, was richtig ist und was falsch.

Ich finde es gut, dass Du eine Therapie angefangen hast. Mir hilft das bzw. hat das schon mal gut geholfen (befinde mich grade in der 2.)
Was mich interessieren würde, was genau versteht man unter einer vermeidenden Persönlichkeitsstörung?

lg Lene

22.07.2010 23:03 • #21


morriña
Ich kenne das von mir auch sehr gut.
Diese Unfähigkeit, mein Leben in den Griff zu kriegen, die grundlegensten Dinge wie Haushalt in Ordnung halten und Termine einhalten.
Ich muss sagen, seit ich mein jetzigen Antidepressiva nehme, geht es mir einigermaßen. Eine Grund-Traurigkeit ist dennoch immer irgendwie da. Aber ich kann mich aufraffen und Dinge erledigen. Liegt vielleicht auch an meinem Freund, der mich mitreißt. Ich schmeiße den Haushalt mehr oder weniger allein, da ich im Moment (noch) zu Hause bin und er viel arbeitet. Ab August habe ich aber auch wieder Arbeit, mal gucken wie es dann wird.

Auf jeden Fall verstehe ich Dich sehr gut und kann die Probleme nachvollziehen. Die S. Lustlosigkeit, die sich nach kurzer Zeit bei Dir schon einstellte, kenne ich auch, und ich hab viele viele Beziehungen im Aufkeimen erstickt. Und hinterher war ich froh, dass ich die Person los war, wobei ich mich mit den Jahren fragte, ob ich nen Knall hab oder beziehungsunfähig bin.

Bei meinem jetzigen Freund steht dasselbe Problem im Raum, nur dass ich es jetzt kenne, damit halbwegs umgehen kann und er darüber Bescheid weiß. Ich werde aber auch versuchen, einen Therapieplatz zu bekommen, um herauszufinden, woher das eigentlich kommt. Ich habe Phasen gehabt, wo ich wochenlang nur im Bett gelegen habe, weil ich nicht ins Leben aufstehen wollte, um mir wieder vor Gesicht zu führen, wie alles um mich herum glücklich wird und ich zu blöd dazu bin. Wenns Dich interessiert, kannst auch gern in meinen anderen Beiträgen mal nachlesen, über Depression und Partnerschaft. Es ist ein ständig währendes Elend, aber ich bin dabei, es zu besiegen.

23.07.2010 12:17 • #22


T
Hallo ihr zwei,

das mit dem Alltäglichen nicht schaffen ist wirklich so ein totaler Mist. Hatte es jetzt eine zeitlang ganz gut im Griff aber heute ist es wieder ganz schlimm. Ich bin um 6.00 Uhr aufgewacht und hätte eigentlich den ganzen Tag vor mir...Aber ich kann mich zu nichts aufraffen. Ist wirklich schlimm. Ich denke auch daran, dass es vielleicht daran liegt, dass ich die erste Arbeitswoche nach zwei Wochen Urlaub hatte. Im Urlaub hatte ich viel mehr Energie und habe alles geschafft.

Ich denke das Umziehen ist wirklich nur eine Flucht. Man sucht sich irgendeinen Grund an dem es liegen könnte und kommt dann auf die Idee es sei die Stadt oder der Job oder die Beziehung oder etwas anderes. Und dann merkt man, dass es nicht so ist und es einen wieder einholt. Wegen der vermeidenden PS. Ich verstehe dies so, dass man vor vielen Dingen Angst hat und es vor allem sich in sozialen Schwierigkeiten ausdrückt. Muss wohl Ähnlichkeiten zur sozialen Phobie haben. Ist bei mir auch so, dass ich es nicht schaffe Freundschaften zu schließen, weil ich Angst habe Menschen anzusprechen. Beruflich geht es zwar meist aber da fühle ich mich auch fachlich sicher. Wenn ich aber in einer ungewohnten Situation bin, kriege ich zur Not zwei Worte raus - was schon das Einkaufen schwer macht (große Supermärkte sind am besten - da muss man nicht reden ;-))

Naja und ich habe heute mal wieder vor dem Fernseher auf dem Sofa geschlafen. Habe mir schon lange überlegt, ob ich mir einen fürs Schlafzimmer kaufe..aber das ist ja auch keine Lösung. Wenn ich im Schlafzimmer schlafe dann passiert das immer nur dann, wenn ich beim Lesen einschlafe. Naja und dann brennt das Licht. Ich frage mich oft wie man sich einfach hinlegen und gleich schlafen kann ohne dauernd zu grübeln. Muss ja zugeben, dass ich schon früher nicht gut geschlafen habe, aber seitdem ich arbeite wird es immer schlimmer. Irgendwie denke ich schon oft, dass es am Job liegt...aber ändert sich was bei einem anderen? Dann hat man andere Probleme wahrscheinlich. Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt einen neuen Job anzunehmen, habe aber abgesagt, weil ich Angst hatte, dass ich es in meiner momentanen Situation nicht schaffe.

Ja die Beziehungen - wenn ich es mal schaffe eine kennenzulernen (Internet sei dank!) dann habe ich auch das Gefühl beziehungsunfähig zu sein und habe Probleme Gefühle zu zeigen auch wenn sie da sind. Ich kann es sagen was ich fühle, aber ich habe immer das Gefühl es kommt bei dem anderen nicht an und oft ist mir dann das Gemeinsamsein auch zu viel - ich komme ja schon mit mir nicht klar - und dann will auch noch jemand anderes was von mir :-( . Ja und der S., da ist richtige Angst da. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, weil das ja eine übersteigerte Form des Kontakts ist (soziale Probleme s.o.) oder einfach die Angst irgendetwas falsch zu machen, nicht gut genug zu sein.

24.07.2010 06:18 • #23


ziege
Hey das ist doch wirklich schon mal ein anfang!!!Super das du das schon mal geschafft hast..es brauch alles seine zeit,aber es wird werden.


liebe Grüße

30.07.2010 20:03 • #24


T
So nach längerer Zeit mal ein Zwischenbericht...nachdem nun auch die Diagnose der Neurologin vorliegt. Soziale Phobie, Erschöpfungsreaktion und mittelschwere depressive Episode. Habe 75mg Venlafaxin bekommen und nach zwei Tagen Nebenwirkungen habe ich keinerlei Probleme damit und ich merke wie es mich aufputscht und ich wieder Motivation bekomme....ok was aber noch nicht geklärt ist, ist der SVV-Hang. Therapeutin meint sie glaubt nicht dass es Borderline ist, weil es nicht regelmäßig ist. Allerdings hat sie nun vorgeschlagen ein Achtsamkeitstraining zu machen. Ist das nicht Borderline-spezifisch oder gibt es das auch bei Depressionen? Und ich soll Sport machen...ja ich habe es so gar schon geschafft mir Sportkleidung zu kaufen und auch schon ein Studio rausgesucht...nur dort war ich noch nicht zur Anmeldung...aber wird schon werden

LG

Tiger

27.08.2010 17:10 • #25


T
Hilfe....Rückfall....

hatte lange das Gefühl es geht mir gut....habe mein Leben in den Griff bekommen...Haushalt erledigt, Arbeit geschafft...war es die Therapie, waren es die Tabletten?

Und nun ist alles wieder da....extrem viel Stress auf der Arbeit, viele Reisen, viele Termine...und was passiert? der Körper meldet sich...Magenschmerzen, Herzrasen, Konzentrationsschwierigkeiten, das Gefühl mit niemanden mehr reden zu wollen, Hilflosigkeit, nah vorm Heulen...

und ich dachte ich wäre schon so weit....und morgen wieder reisen für zwei Tage mit Flug....und dann Termin mit vielen Leuten und reden....

Ach alles furchtbar

22.11.2010 23:26 • #26


Glasscherbe
Hallo Tiger,

mach bitte langsam. Trenne die wichtigen von den weniger wichtigen Aufgaben und gönn dir den Luxus einfach auch mal was liegen zu lassen oder zu schieben. Der Haushalt muss nicht immer picobello aussehen, staubsaugen, bügeln etc. kannst du auch morgen noch. Versuch, die Masse der Aufgaben auszudünnen. Denk nicht, dass du alles schaffen musst, weil es jetzt einige Zeit gut ging. Gönn dir Ruhe, wenn du sie brauchst ... kannst du Menschen in deinem Umfeld um Hilfe bitten?

Liebe Grüße

23.11.2010 09:10 • #27


T
Hallo Glasscherbe,

ich versuche das auch einiges liegen zu lassen auch wenn es schwer fällt. Meine Therapeutin meinte auch man muss lernen auszuhalten wenn es nicht immer perfekt ist.

Hilfe bitten ist leider schlecht, da ich Single bin, die Verwandtschaft fast 300km weg wohnt und ich wegen meiner sozialen Phobie auch kaum Freunde habe.

:-(

28.11.2010 17:47 • #28


T
Hallo an Alle,

ich habe jetzt meinen Beitrag wieder hochgeholt und möchte einmal ein Resumee des letzten Jahres ziehen - ein Positives.

Ich war ein Jahr in Therapie und habe morgen erstmal meine letzte Sitzung. Mir geht es momentan so gut wie seit Jahren nicht. Was genau geholfen hat, kann ich nicht sagen, aber alleine das wöchentliche Reden in der Therapie, die Anregungen, das entgegengebrachte Verständnis sowohl von der Therapeutin als auch von der Neurologin/Psychiaterin hat gut getan.

Ich kann wieder einkaufen, die Wohnung in Ordnung halten und sogar Entscheidungen für Anschaffungen treffen. Das einzige sind noch die Schlafstörungen, aber auch die sind deutlich besser geworden und ich hoffe, dass sie bald verschwinden...Der letzte Schritt in ein normales Leben.

Ich habe gelernt nicht mehr perfekt sein zu wollen, privat und auf der Arbeit. Und sogar die macht wieder Spass....ich mache mir keinen Druck mehr....und es läuft besser denn je....

Momentan gehen wir auch vom Venlafaxin runter - von 150mg auf 75mg....bisher ohne Probleme...wenn es so bleibt dann in einem Monat auf 37,5 mg...das Lamotrigin soll ich wohl weiternehmen, um einen Rückfall zu vermeiden.

Jedenfalls bin ich zufrieden und kann mich wieder freuen und wenn einmal ein schlechter Tag ist - den haben andere Menschen auch - ich habe einfach keine Angst mehr in eine Depression zu fallen und tatsächlich - es passiert nicht.

An alle die Angst haben sich Hilfe zu suchen: Ich kann aus eigener Erfahrung sagen - es lohnt sich - und zwar Therapie und Antidepressiva....habt keine Angst davor. Und bezüglich letzterem achtet darauf wie der Arzt damit umgeht, ob er regelmäßig EEG und Blutbilder macht, um die Auswirkungen zu überprüfen, damit eine Sicherheit besteht, dass die Antidepressiva nicht schaden. Und gesteht Euch ein dass Ihr krank seid...jemand der Herzprobleme hat nimmt auch Tabletten und bei Depressionen/Burn-Out gibt es Antidepressiva...das ist nichts Verwerfliches.

Und was mir gut getan hat, war offen damit umzugehen. Versucht Euren Freunden und Verwandten zu erklären was los ist. Ich hatte fast nur gute Erfahrungen. Es gibt mehr Menschen als Ihr denkt, denen es genauso geht und selbst nicht offen sind. Und wenn es jemand nicht versteht...ist es dann wirklich ein Freund?

Viel Mut und Kraft an alle beim Durchhalten. Es kann sich lohnen!

LG
Tiger

26.07.2011 07:08 • #29


A


Hallo tiger725,

x 4#15


T
Es kann nicht sein....auf 37,5 mg gegangen uns sofort ist alles wieder da...naja nicht ganz so schlimm aber der Antrieb ist weniger und hoffnungslose Entscheidungsschwäche...Quäle mich seit einer Woche mit der Entscheidung in Urlaub zu fahren....was es vor allem schwer macht. Ich müsste alleine fahren, weil ich keinen habe der mitfahren könnte...und die Flugangst ist wieder da...verdammt...im Mai noch drei Stunden Flug gehabt und jetzt allein schon der Gedanke einen Flug zu buchen führt zur Panik...

Ich glaube ich muss die Tabletten wieder hochdosieren...war wohl doch zu früh...aber soll ich tatsächlich wieder Therapie beginnen. Vor allem brauche ich neue Therapeutin weil meine in Mutterschutz ist. Aber kann das sein dass man dies Tabletten braucht???

Ich bin verzweifelt!

25.08.2011 20:44 • #30

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