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Depression oder Burnout - was habe ich / wie unterscheiden?

S
Rowi,

was hast du denn bis jetzt beruflich gemacht ?
Bist du im Moment zu Hause oder krankgeschrieben ?

Vielleicht fällt mir ja dazu etwas ein.

26.06.2019 10:23 • x 1 #16


Rowi
Liebe Shana,
ich bin seit mehr als 2 Jahren jetzt krankgeschrieben. Gelernte Ergotherapeutin und habe in der Integration im Bereich Geistige Behinderung gearbeitet.
Leistungserprobung schon hinter mir, momentan nur 15h höchstens laut den Gutachten. Außerdem drängt die Rentenversicherung auf Umschulung in den wirtschaftlichen oder bürofachmännischen Bereich. Da stellensichmir schon die Haare zu berge.
Meine Ergotherapeutin und ich beginnen geradedamit für mich einen Plan zu erstellen welche Perspektiven für mich die richtigen sind. War aber ein ziemlicher Kampf einen Therapieplatz zu finden (Wartelisten und von einigen Ärzten die Meinung, sie ist ja Ergotherapeutin da kann sie sich selbst helfen, bzw. auch die tolleMeinung na wennsiekeine Medikamente nimmt braucht sie auch keine Ergotherapie).
Mit dem Arbeitsamt steh ich da auch in Kontakt vorallem da ich jetzt auch einen GdB 30 bekommen habe, Antragsunterlagen zur Gleichstellung sind in arbeit.
Von daher geht es schon seinen richtigen Weg. Manchmal kommt da halt nur die Ungeduld durch nach 2 Jahren und einigen fiesen Rückschlägen.

26.06.2019 10:39 • x 2 #17


A


Hallo Shana1967,

Depression oder Burnout - was habe ich / wie unterscheiden?

x 3#3


maya60
Hallo Shana, manchmal kommen wirklich verschiedene Themen zusammen, die alle mit die Depression bedingen oder beeinflussen.

Bei mir begann es in den Wechseljahren, dass ich ohne Antidepressiva nicht mehr klar kam im Alltag, aber Depressionen hatte ich vorher schon.
Remifemin und stark dosiertes Johanneskraut halfen mir eine Weile, waren aber dann nicht mehr stark genug.

Ich habe keine Hormone genommen, weil ich schon immer zuvor Hormone, z.B. die Pille, nie vertragen habe. Später, als es zu spät war, dachte ich aber: Hätte ich es mal probiert, denn ich merkte wirklich mit dem Östrogenmangel meine Kräfte deutlch weniger werden.
Allerdings sind Hormone eben auch nicht unumstritten und es will gut zusammen mit Fachärzten abgewogen werden.

Ganz wichtig ist, selbst herauszufinden, was einem gut tut und was einen stresst und überfordert. Manchmal geht der Beruf nach vielen Jahren einfach nicht mehr, wenn er zu aufwühlend ist und es wird, so schwierig es ist, wichtig, zu wechseln, wenn auch Stundenreduktion nicht ausreicht oder gar nicht geht. Viele Berufe, die harte Lebensschicksale sehen, sind nur eine bestimmte Zeit tragbar, machen dann krank, ob es einem gefällt oder nicht und wie auch immer die Behörden dazu stehen.

Aber es kann hinter allem noch Tieferes stecken, das in einer Psychotherapie herausgefunden werden muss, so dass es doch nicht nur der Beruf oder die Wechseljahre sind. Sowieso ist eine Psychotherapie unverzichtbar in solch einer belasteten Lebenssituation.

Ob Antidepressiva gegen Hitzewallungen helfen, weiß ich nicht. Bei mir nicht damals.

Bei mir hat es 10 Jahre gedauert, die unterschiedlichen Ursachen für meine Depressionen herauszufinden, nachdem ich endlich meine richtigen Diagnosen hatte, und jede Ursache unterschiedlich zu beachten und mein Leben, meine Medikamente und meine psychologische Begleitung danach zu wählen und vor allem auch die unterschiedlichen Einflüsse voneinander zu unterscheiden und zu beachten. Ich musste an allen Stellschrauben drehen, also allen Ursachen.

Dabei half es sehr, herauszufinden, was den Stress und die Depression mildert, denn das zeigen Psyche und Körper deutlich.

26.06.2019 11:32 • x 1 #18


S
maya60

vielen dank, mir helfen deine geschilderten Erfahrungen sehr !
Auch fällt mir bei dem Spruch von Cohen, der von Rumi ein:
The wound is the place where the light enters.

Ich habe, nachdem ich die Woche Urlaub habe und so in der Kurve hänge- doch eine Entscheidung getroffen- Als erstes hab ich meiner Gynäkologin auf dem AB gesprochen, hab ihr vor 2 Wochen schon ein E-Mail geschrieben, dass mein Leidensdruck so hoch ist, dass ich nicht mehr weiter herumexperimentiere mit natürlichen WJ Mitteln.
Es ist der 4 ! Sommer mit den elenden Hitzewallungen+ Schweiss - ich kann einfach nicht mehr. Ich denke mal da würde jede - auch ohne andere Belastungen - depressiv werden, vor lauter Schwitzerei
und dem Nachtschlafen bin ich vollkommen am Ende meiner Belastbarkeit und werde auf alle Fälle nicht mehr aushalten und mit natürlichen Mitteln rumprobieren. Ich kann einfach nicht mehr.
Maya, es ist wirklich so dass ich die letzten 3 Jahre so einen rapiden Kraftverlust habe. Meine 80 jährige Mutter ist fitter- und hat auch einiges im Leben weg gesteckt.
Ich kann ja jederzeit wieder aufhören mit den Hormonen, habe jetzt genug gelesen und durchgedacht,
und werde sobald wie geht mi naturidentischen Hormonen anfangen,
auch wenn es keine Studien darüber noch gibt.

Mich würde interessieren, ob es hier Frauen gibt die sowohl Antidepressiva wie Hormone nehmen.
Es hat mir wirklich sehr geholfen Maya,
eben da du auch diese WJ Symptome hast
und mir ist inzwischen echt auch schon egal
was hilft- Hauptsache es hilft. Wenn sich meine Gynäkologin nicht meldet, such ich morgen jemand anders, die mit natürlicher Hormonsubstitutionen arbeitet- wer sich näher damit beschäftigt weiss, dass das alles auch nicht so natürlich ist- leider:-(

26.06.2019 14:27 • #19


S
Liebe Rowi,

ich habe nur etwas quergelesen in deinem Tagebuch,
ich kann dich da auch nicht sehen.kaufmänisch- Buchhaltung.Großer Gott, sowas hat mir mal eine Schülerin gezeigt,
da wurde mir richtig schwindlig . Wie kommen die nur auf so eine Idee?

2 Jahre ist eine lange Zeit und gut, dass es dir jetzt viel stabiler geht, ich glaube aus meiner Erfahrung ,dass man mit einer gewissen Disposition das ganze (Arbeits)Leben aufpassen muss auf sich.

Ich kann nur von mir sagen, ich war zwar viele Jahr stark und eben auch darüberhinaus (2011) von meiner Arbeit gefordert.Das Burnout 2011 hatte jedoch mehr mit den Kollegen und denStrukturen zu tun. Aber mir schenkt meine Arbeit auch so viel. Ich begegne wunderbaren Menschen ( Flüchtlingen). ich bin berührt, ich kann helfen und ich kann auch viel und gerne geben, es gibt mir selbst so viel- es kommt soviel menschliches zurück. Mich hat meine Arbeit schon so oft getragen. Auch als empfindliche- emphatische oder gerade deswegen kann ich viel halten. Aber eben inzwischen in bestimmten Maaßen, ich arbeite endlich- habe sehr darum gekämpft- nur noch 3 Tage.
Vielleicht kann man einfach auch nicht VollZeit arbeiten, wenn man eine bestimmte Disposition hat-
da meine ich nicht mal die Depression , sondern eben HSP.
Was bringt eigentlich 30% - du hast noch so viel Arbeitszeit vor dir, meiner im gleichen Alter sozialen Freundin wurde Koch als Umschulung angeboten, sie hat immense Schlafstörungen und viel Lebensarbeitsleistung erbracht und soll jetzt im Schichtdienst in einer Grossküche eine Lehre machen.
Die menschliche Arbeitskraft ist nicht recyclebar !

Was würde denn dir Freude schenken.? Was kannst du dir selber vorstellen)Ist Ergotherapie gar nichts mehr für dich?

LG Shana

26.06.2019 14:43 • #20


Rowi
Liebe Shana,
das mit der Ergotherapie wollte ich gerne nochmal testen, aber erstmal die möglichkeit dazu finden unter den Rahmenbedingungen die für mich momentan gelten.
Mit dem GdB 30 muss ich mich auch erstmal noch einlesen aber ist glaub nur das ich mich auf bestimmte gestüzte Jobs bewerben kann und der Arbeitgeber etwas Förderung bekommt. Zusätzlicher Urlaub und ehere Rente sind da noch nicht mit drin. Sozusagen nur nen Fuß in der Tür, wenn das Bild überhaupt passt.
Ich würde schon gerne nochmal was mit Menschen machen und mir macht es ja auch Spaß meine Erfahrungen im Psych-Bereich mit anderen zu teilen, ansonsten bin ich noch am Rausfinden was Meine Berufung ist.
Wünsche dir einen schönen Abend
LG
Rowi

26.06.2019 18:10 • #21


S
Im TV ist gerade auf HR ist ein ganz interessante Sendung gerade: Depression- Neue Hoffnung?

Gibts bestimmt auch in der Mediathek

27.06.2019 20:30 • #22


M

10.02.2020 20:42 • #23


E
Hallo,
das liest sich eher nach (berechtigten) Zukunftsängsten?

Vielleicht die Abmahnung von einem Arbeitsrechtler überprüfen lassen.

10.02.2020 20:54 • #24


E
Das was du beschreibst, ist echt heftig und wie man so schön sagt, kommt alles auf einmal

Ehrlich gesagt, muss ich immer etwas Schmunzeln, wenn Männer bei einer Depression gern oder häufig von einem Burn-Out sprechen. Bitte sei mir nicht böse! Es hört sich vielleicht schicker an einen Burn-Out zu haben, schließlich arbeitet man in der Regel noch, und dann nennt man es wohl Burn-Out.
Für mich ist ein Burn-Out nichts anderes als ne Depression mit allen möglichen Symptomen einer Depression.

Sich so viel wie möglich Hilfe zu suchen ist der momentan beste Weg!
Am besten alle möglichen Partner ins Boot holen.
Vielleicht ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, der kennt dich vermutlich am besten!

Ein Therapeut schadet nie - zumindest meine Erfahrung
Da sie lange Wartezeiten haben, immer Bedarf anmelden - Absagen geht immer

10.02.2020 20:56 • #25


Ylva

10.04.2020 10:42 • #26


Alexandra2
Liebe Ylva, soweit ich weiß, entsteht ein Burnout durch ein Mißverhältnis von Engagement und Entspannung. Besonders Menschen in sozialen Berufen sind gefährdet. Die schlechten Arbeitsbedingungen tragen erheblich dazu bei. Arbeitsmenge, Betroffenheit, Schichtdienst, Überforderung etc machen es schwer, für regelmäßige Entspannung zu sorgen. Wenn dann weiter gemacht wird, kommt irgendwann der Zusammenbruch. Die schwere Depression ist dann quasi die Folge des Burnout.
Eine Depression hingegen hat mit weit mehr als sozialer Arbeit zu tun. Sie kann Trauma bedingt sein, durch Krankheiten und Medikamente ausgelöst werden. So verstehe ich das.

10.04.2020 14:00 • x 1 #27


Dani82a
Hallo Ylva,

man liest oft, dass Burnout vor allem Manager und Menschen in sozialen Berufen erleiden.
Was so nicht ganz korrekt ist.
Ich bin Sachbearbeiterin in einem Konzern und habe wiederholt einen Burnout erlitten.
Die Aufgaben verändern sich stetig durch die Digitalisierung der Systeme und so kommt auch die Angst vor der beruflichen Zukunft auf. Das immer mehr Bildschirme geöffnet werden müssen, um an komplette Infos zu kommen und dann gleichzeitig Emails, etc.
Das schlaucht sehr anfangs.
Bei mir hat sich das dann - wieder einmal - in absolutem Kontrollwahn niedergeschlagen - und dann war die Luft irgendwann raus...Zusammenbruch im Büro - tränenüberströmt.

Bei mir wurde offiziell eine schwere Depression diagnostiziert. Wieder mal.
Was auch stimmt.

Ich stand total neben mir, nur noch heulen, allein der Gedanke an meinen Beruf machte mich fertig bis zum abwinken.
Derzeit hat es sich was gebessert, aber auch nur, weil ich seit fast 8 Monaten krankgeschrieben bin und nichts mit dem Beruf zu tun habe...
Innerlich habe ich eine komplette Blockade - werde auch nicht mehr dorthin zurück gehen können.

Burnout an sich, hat keinen eigenen Diagnoseschlüssel und daher fasst man es als Erschöfpungsdepression oder dergleichen zusammen. Soweit ich weiß. Bin ja nicht vom Fach.

10.04.2020 18:10 • x 3 #28


Ylva
@Dani82a Aber es hört sich durchaus fachfraulich an!

DANKE nochmal für deine ausführliche Antwort!

Manche sagen ja z.B., dass Burnout nur so ein Modeausdruck sei - weil es besser klingt, als würde man sagen: Ich leide an Depressionen.
Und das Wort Burnout sei auch nicht so stigmatisierend wie Depression. Es klingt modern, zeugt von außerordentlicher Leistung im Beruf und trifft den Puls der Zeit viel besser.

11.04.2020 09:20 • x 2 #29


A


Hallo Shana1967,

x 4#15


A
Bei mir ist Burnout und Depression noch nicht klar zu trennen.
Durch die immer wiederkehrenden Symptome und Schübe der chronischen Erkrankung bin ich in den Burnout geraten, weil ich dennoch ganz normal leben wollte. Was aber nicht gut möglich war und ist. Dann noch der Schuldienst dazu. Früher bin ich wirklich dreigleisig gefahren.
Zu wissen, dass immer wieder schmerzhafte Stunden auf mich zukommen, ließ bei mir die Depression aufkommen.

11.04.2020 09:47 • x 1 #30

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