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Depression und hoch sensibel, auch das noch

E
hallo ihr lieben hoch sensiblen Menschen hier im Forum. . . . . Bei mir merke ich gerade immer öfters, wie mein eher

hoch sensibles Wesen auch meine Depression beeinflusst. Und vielleicht können wir uns hier gegenseitig helfen,

austauschen. Selbst vermute ich, das es noch mehr eher hoch sensible Menschen hier in unserem Forum hier gibt.

Wenn du auch immer wieder das Bedürfnis hast, nach Ruhe und Frieden, wenn die Welt um dich zu laut und zu hektisch

wird. . . . . .

Wenn wir mehr Zeit brauche, um Dinge zu verarbeiten. Wenn wir ein starkes Innenleben haben. Wir sehr empfindlich

auf äußere Eindrücke reagieren. Bestimmte Geräusche und Gerüche können unerträglich sein.

Wenn uns Stimmungen anderer Menschen schon sehr beeinflussen.

Ein großes Bedürfnis nach Harmonie und Gerechtigkeit. . . .


Häufig tritt unser hoch-sensibles Wesen und unsere Depression gemeinsam auf. Jetzt nicht bei allen Menschen.

Nein hoch sensibel sein ist keine Störung, eher etwas Gutes. Viele Künstler, Maler, Schriftsteller, Musiker, usw. sind

hoch sensibel-

Sind wir dann aber noch depressiv und hochsensibel, dann kann es kritisch werden.

Wir fühlen uns nicht mehr wohl, empfinden weniger Freude im Leben, machen uns mehr Probleme und Sorgen, Ängste, grübeln ohne Ende.

Also ohne mein hoch sensibles Wesen, könnte ich meine Depression viel besser ertragen. . . .

Wie geht es euch damit. . . . . . .


liebe, leise Grüße,

Frederick

14.06.2021 18:50 • x 5 #1


E
Gedicht von einem hoch-sensiblen Menschen...........



Nun nimm dich `mal zusammen!,
so wurde ihr gesagt.
Du bist viel zu empfindlich!,
Urteilte man ungefragt.
So wusste sie als Kind schon:
Ich bin einfach verkehrt.
Wer nicht ist wie die And'ren,
Der hat hier keinen Wert!

Sie zeigte, was sie wollten:
Ein fröhliches Gesicht.
Wie's wirklich in ihr aussah,
Zeigte sie lieber nicht...
So wurde sie dann fügsam,
Sie störte nun nicht mehr.
Doch tief in ihrem Herzen,
Da fühlte sie sich leer.

Wo sind meine Gefühle
Und meine Träume hin?
Ich weiß eigentlich selber
Schon nicht mehr, wer ich bin.
Sie traf eine Entscheidung
Und ließ sich darauf ein:
Sie wollte wieder lernen,
Nur ganz sie selbst zu sein.

Sie griff in ihre Seele,
Sie öffnete ihr Herz.
Er war so lang verborgen,
Nun traf er sie, ihr Schmerz.
Sie wurde fast benommen,
Er kam mit solcher Wucht.
Und schlug die zarte Seele
Beinahe in die Flucht.

War das der Sinn der Sache?,
So fragte sie sich oft.
Sie hatte sich doch etwas
Ganz Anderes erhofft.
Doch als die Wunden heilten,
Da war ein Sinn zu sehn:
Viel mehr als And're konnte
Gefühle sie verstehn.

Sie konnte formulieren,
was Andere kaum sah'n
und lenkte die Gedanken
in eine klare Bahn.
So gab sie denen Stimme,
die Keiner sonst verstand,
weil sie für Angst und Traurigkeit
die rechten Worte fand.



liebe Grüße,

Frederick

14.06.2021 19:12 • x 4 #2


A


Hallo Ex-Mitglied,

Depression und hoch sensibel, auch das noch

x 3#3


M
Hallo Frederick,
ich bekenne mich dazu. Ich gehöre ebenfalls zu der Kategorie der hochsensiblen Menschen.
Mir selbst war das nie wirklich bewusst. Mein Mann machte mich eines Tages darauf aufmerksam, nachdem er im
Fernseh ein Bericht über diese hochsensiblene Menschen gesehen hatte.
Er erzählte mir von dieser Sendung und wie bekannt ihm die Symptome dieser Menschen vorkamen.
Mensch dachte er sich, das trifft haargenau auf meine Frau zu. Und so erzählte er mir davon. Ich habe ihn zuerst belächelt,
doch dann habe ich mich weiter informiert. Und ja, es trifft so etwas von zu.

Mich stört jedes kleinste Geräusch, ich höre mehr wie andere, ich nehme vieles sehr intensiv wahr.
Beispiele : Wenn mein Mann Salat isst, für mich hört sich das extrem laut an, so richtig krachend,als mache er das extra um mich zu ärgen. Ich könnte unter die Decke gehen. Es nervt mich wenn er ein Brötchen ißt und dieses extrem laut knuspert.Ich kann es überhaupt nicht ertragen ,wenn er seine Tafel Schoklade öffnet und ich gefühlt eine halbe Ewigkeit mir das dämliche Knistern anhören muss. Gleiches mit Eispapier ect. Mir kommt das immer vor wie Stunden. Ich höre Dinge die tasächlich in den Moment existieren, er diese aber überhaupt nicht wahrnimmt. Da kann ich z.b. Radio oder Fernseher anhaben, ich höre was in der näheren Umgebung los ist. Schalte ich den Ton vom Radio/TV ab und bitte meinen Mann das er mal genau hinhören solle, so sagt er immer; ich höre nichts. Das macht mich rasend, ich schüttle mit dem Kopf und sage ihm das er wohl ein Hörgerät braucht.Was mich auch nervt, wenn wir bei Frühstück sitzen und er gefühlt sein Brot/Brötchen drei Stunden mit Margarine/Quark ect.bestreicht. Von links nach rechte, von rechts nach links. Ich könnt ausflippen. Ebenso sieht es mit Gerüchen aus, ich nehme Gerüche wahr die er und andere nicht wahrnehmen. Das sind nur eine wenige Symptome

Gruß Melli

14.06.2021 19:42 • x 3 #3


Gabbagandalf
Hey, also ich denke ich bin auch leicht hochsensibel, besonders Geräusche und Gerüche dringen sehr tief in mich ein.

Gedanken erzeugen oft tiefe Emotionen, die dann sehr negative Effekte auf meinen Körper haben.

14.06.2021 20:47 • x 3 #4


L
Zitat von Melli67:
Hallo Frederick, ich bekenne mich dazu. Ich gehöre ebenfalls zu der Kategorie der hochsensiblen Menschen. Mir selbst war das nie wirklich bewusst. ...

Ich erkenne mich hier auch wieder

14.06.2021 22:47 • x 2 #5


Lost111
@Frederick

Ein gutes Thema, danke dafür.
Zitat:
Wenn wir mehr Zeit brauche, um Dinge zu verarbeiten. Wenn wir ein starkes Innenleben haben. Wir sehr empfindlich

auf äußere Eindrücke reagieren. Bestimmte Geräusche und Gerüche können unerträglich sein.

Wenn uns Stimmungen anderer Menschen schon sehr beeinflussen.

Auch ich denke, dass ich sehr / hoch sensibel bin.
Ich brauche manchmal echt lange, um Dinge einzuordnen... Dann denke ich immer: bist du zu blöd dafür?!

Ich mag bzw. mochte es noch nie, z.B. in einem Raum mit vielen Menschen zu sein, die durcheinander reden. Das macht mich wahnsinnig! Auch laute Stimmen kann ich gar nicht ab - da packt mich dann einfach nur der Fluchtreflex (sofern möglich).
Oder wenn es im Supermarkt zu voll ist, da kriege ich zu viel. Zu laut, zu voll, zu viel Eindrücke auf einmal. OK, ich kann es aushalten, wenn ich muss, aber ich vermeide solche Situationen tunlichst.
Dazu kommt, dass ich auch nah am Wasser gebaut bin. Sprich: mich kann man ganz schnell zum Weinen bringen.
Das ist auch so ein Ding, was ich nicht so wirklich an mir mag.
Aber bin allgemein gesehen auch sehr empfindlich für Stimmungen. Ob das immer so gut ist, sei dahingestellt...

LG Lost111

14.06.2021 23:24 • x 3 #6


Pilsum
Zitat von Lost111:
Auch ich denke, dass ich sehr / hoch sensibel bin.
Ich brauche manchmal echt lange, um Dinge einzuordnen...


Es ist nicht schlimm,wenn Du manchmal längere Zeit benötigst, um Dinge einzuordnen.

Für diesen Begriff danke ich Dir.
Es geht nicht darum, um etwas zu verarbeiten, sondern darum, um Dinge anders einzuordnen.
Je schneller Du eine Fähigkeit erlernst, Dinge und Gedanken einzuordnen, umso besser wird es Dir gehen.

15.06.2021 00:59 • x 1 #7


Stromboli
Lieber Frederick
Wunderschön hast du das geschrieben und ein wunderbares Gedicht dazu
Ich durfte zwar spät, erst Ü50, erstmals von der Hochsensibilität erfahren und lesen, hab mich aber so klar darin wiedergefunden, dass es mir ganz viele neue Einsichten beschert hat.
Heute erleichtert mir das den Umgang mit Depressionen eher, weil das Gefühl von Verkehrtsein nicht mehr da ist.
Danke und ganz liebe Grüsse, Stromboli

15.06.2021 07:39 • x 1 #8


E
Ich bin auch dabei , danke Frederick!

Bei mir sind ganz schlimm:
Gerüche.

Ich nehme alles wahr und das bringt mich oft dazu, ganz flach zu atmen.
Es erschwert auch manche Kontakte.

Und hören:
Meine Ohren sind immer im Einsatz und zwar bei jedem kleinen Geräusch, und derer gibt es viel auf dem Land.

Dass ich Stimmungen, etc. . . schneller erkenne liegt nicht an meiner Überempfindlichkeit, sondern an meinem erlernten Verhalten, an der Co-Abhängigkeit.

15.06.2021 07:59 • x 4 #9


EmptyLife
Ich habe erst kürzlich für mich herausgefunden, dass ich hochsensibel bin. Ich war mein Leben lang schon sehr sensibel, aber das ist in den letzten Jahren durch diverse Einflüsse noch viel stärker geworden.

Schon damals sagten viele über mich, dass ich sehr sensibel sei und man im Umgang mit mir sehr vorsichtig sein müsse.
Wie sich das genau bemerkbar gemacht hat, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich immer sehr schnell weinte - egal ob wegen Freude, Trauer oder Wut. Laute Geräusche und Stimmen waren mir auch unangenehm.
Seitdem ich in einem Großstadtgebiet wohne, ist mir einfach alles, was ich um mich herum höre, zu viel. Bellende Hunde, laute Kinder, quietschende Türen, stimmhaftes Gähnen, laut lachende Nachbarn... es macht mich rasend!
Meine Sinne sind so empfindlich geworden, dass ich ohne Ohrstöpsel keine Ruhe finde.

Ich nehme auch negative Stimmungen von Menschen, die mir nahestehen, sofort wahr. Wenn meinen Freund irgendwas beschäftigt oder es ihm schlecht geht, fühle ich mich dann selbst schlecht und es belastet mich, solange er mit mir nicht darüber redet.
Über belastende Vorfälle denke ich Tage oder Wochen noch nach. Manches trage ich seit Jahren mit mir herum.

Beim Filme/Serien schauen habe ich das Gefühl, währenddessen so sehr ein Teil davon zu sein, dass die Rückkehr in die Realität manchmal wie ein Schock für mich ist.

15.06.2021 13:45 • x 2 #10


E
hallo ihr lieben Menschen,

vielen herzlichen Dank für eure große Beteiligung. Heute kann ich es auch annehmen, ja ich bin hoch sensibel.. Lange Jahre habe ich das unterdrückt, weil es mir nur peinlich war..........Meine Depression hat auch etwas mit meinem hoch sensiblen Wesen zu tun.

Und ich gebe zu, das ich da auch noch ganz viel Einsicht brauche, was mich immer wieder so ermüdet, was mich so traurig macht.......Denn wenn wir mehr wissen und verstehen, kann das unsere Unsicherheit reduzieren. Das wir wieder zuversichtlich und vertrauter leben dürfen, ohne uns zu schämen.

Denn wir brauchen ganz viel Liebe, Annahme, Verständnis, Zuwendung für uns................................

Oft haben wir das nicht so bekommen. Oft wurden wir vernachlässigt, verletzt.................................

so haben wir es empfunden. Unsere Verletzungen tiefer empfunden..Das hat in uns viel Angst ausgelöst.

Weil wir Ablehnung viel tiefer empfinden. Andere Menschen, die das nicht so tief empfinden, macht das viel

weniger aus............................................

So haben uns manche Sätze unserer Eltern stark geprägt. Du taugst nichts, bist zu nichts zu gebrauchen, du bist nur eine Last, du bist ein Versager, wir können schwer Nein sage, immer die Angst nicht zu genügen..

Das würden wir alles gerne los werden, aber vielleicht genügt es schon, wenn wir mehr los lassen können. Nicht mehr so gegen unser hoch sensibles Wesen ankämpfen, uns nicht verleugnen, eher annehmen.

Viele Therapeuten sind hoch sensibel. Weil sie gut zuhören können, sich gut in Menschen einfühlen können,

menschlich sind.

Hoch sensibel sein ist auch eine Stärke............Oft erkennen wir ob es ein Mensch mit uns ehrlich meint, oder nicht.

Aber als hoch sensibler Mensch ermüden wir schneller, sind schneller ausgelaugt, mit unseren Kräften schneller am Ende. Das muss ich irgendwie akzeptieren..............

Wir merken immer mehr, wie wichtig hoch sensible Menschen sind............................


liebe, leise Grüße,

Frederick

In unserer Welt wird Kraft und Stärke groß geschrieben.

Doch gerade in letzter Zeit merken wir, wie wir durch zuviel Kraft und Stärke, Menschen und die Natur zerstören......

Immer größer, weiter, höher, schneller...................

15.06.2021 17:56 • x 3 #11


E
S püre, was du brauchst.
E rlebe die Natur.
L iebe das, was du tust.
B leibe dir selbst treu.
S chenke dir ausreichend Schlaf.
T eile Freude mit anderen.
L erne deinen Weg zu gehen.
I n der Ruhe liegt die Kraft.
E rspüre deine Talente.
B leibe authentisch.
E rkenne dich selbst und nehme dich an so wie du bist


liebe, leise Grüße,

Frederick

15.06.2021 19:31 • x 4 #12


E
Was fangen ich jetzt damit an, das wir wissen, wir sind hoch sensibel-

wenn ich weiß, ja ich bin hoch sensibel
. dann weiß ich, das ich nicht schräg drauf bin.

. Ich weiß, damit bin ich hier im Forum nicht allein.

. Ich kann mich und mein Verhalten positiver sehen.

. ich darf mich hier mit euch austauschen, Versändnis bekommen

. Ich darf dadurch besser lernen, mit den Schwächen der Hochsensibilität umzugehen

. Ich kannst dadurch bewusster die Stärken von euch und mir selbst sehen....
...................

viele liebe Grüße an euch,

Frederick

15.06.2021 20:01 • #13


E
hallo ihr Lieben,

hoch sensible Menschen sind auf ihre ganz eigene Art und Weise oft auch hoch begabt. Deshalb dürfen wir unsere Gaben und Talente auch echt benutzen. Es wäre sehr still in unseren Wäldern, wenn nur die allerbesten Vögel zwitschern und singen, die es am Allerbesten können........................................

Und es gibt trotz allem Hoffnung, auch für uns. Auch unsere extreme Dünnhäutigkeit, unsere extreme Hellhörig-und Hellfühligkeit kann sich korrigieren lassen, verändern lassen.

Aus der Hirnforschung habe ich gelesen, das unsere Anlage und Vererbung, etwa nur ein Drittel unsere Persönlichkeit bestimmen.

Viel wichtiger sind unsere heutigen Einflüsse und Erfahrungen, wenn wir versuchen unser Denken zu ändern, unsere ganze Einstellung zu unserem Leben.

Ob wir als Kind als Inuit geboren wurden, im Regenwald, als Kind eines armen Menschen, oder als Kind eines Akademikers...............aus allen kann etwas Gutes werden. Aber aus jedem Mensch wird etwas anderes.

Unsere Umstände bestimmen mehr unser Leben, nicht unsere Veranlagung.....

Alles worauf wir stolz sein dürfen, was wir denken, fühlen, wünschen oder träumen, verdanken wir den Menschen, die uns das gesagt und praktisch gezeigt haben.

Wir spiegeln das wieder, was in uns gefördert wurde, und wir dürfen uns auch selbst immer wieder fördern.

Wenn wir von einer Sache begeistert sind, können wir da immer creativer für uns werden. Und das sogar unabhängig von unserem Alter..

Wir dürfen im Leben immer wieder lernen.........................neue Wege, neue Muster unseres Verhaltens, neue Lebenseinstellung, um mit unserem hoch sensiblen Wesen und unserer Depression, immer besser umgehen zu können.


Und da wünsche ich uns ganz viel Begeisterung und Mut, immer wieder aufstehen..........


viele , liebe Grüße,

Frederick

16.06.2021 19:05 • x 1 #14


A


Hallo Ex-Mitglied,

x 4#15


EmptyLife
Auf der einen Seite heißt es sich akzeptieren und auf der anderen sich verändern... korrigieren.
Bin ich die Einzige, die die heuchlerische Idiotie darin sieht?

16.06.2021 19:24 • x 1 #15

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