36

Depression wird schlimmer - was hilft?

F
hallo liebes naturegirl,

auch ich bin dankbar für meine Antidepressiva, auch wenn ich am Anfang einige Nebenwirkungen ertragen musste.

Ohne meine Tabletten wäre es mit meiner Depression um Vieles schlimmer. Aber was auf der Erde ist schon perfekt, selbst unsere Tabletten nicht, und auch ich nicht. Wir können nur das Beste daraus machen. Und ich weiß, das es einigen Menschen noch schlimmer geht wie mir.

Aber es gibt trotz der Depression immer noch Chancen und Möglichkeiten.

Vieles liegt an mir selbst.


Wie ich meine Vergangenheit bewältige, wie ich meine Ablehnungen im Leben überwinde, meine Wut besser zügeln kann, meinen Trotz verarbeite, meine Versagen akzeptiere, von meiner Passivität los komme, mancher Versuchung widerstehe,
meine Entfremdung verhindere.

Vieles ist Arbeit,,,,,,,,,nicht alles ändert sich von heute auf morgen, oft bin ich mit meiner Geduld auch am Ende.


Ablehnung tut mir am meisten in meiner Depri weh. Und ich war auch schon der Prügelknabe. Doch, wer allen Menschen gefallen will, der fällt irgendwann selbst. Ich muss lernen, mit der Ablehnung meiner Depression von Menschen zu leben.

Menschen, die uns wegen unserer Depri nicht mögen, können unser Leben sehr vermiesen. Die destruktive Wirkung von diesen Menschen ist sehr hart. Sie nerven nicht nur, sondern können uns sogar noch kränker machen.

Selbstvertrauen kann da ganz arg helfen. Und auch das ich auch in meiner Depression Realist bleibe. Wir leben in einer unvollkommenen, in der die Liebe oft nicht mehr wichtig ist, sondern nur noch Geld und Leistung.

Da brauche ich ein unerschütterliches Vertrauen in mich. Selbst kommt bei mir noch mein Glaube an einen gerechten und guten Gott dazu. Das muss aber niemand, das ist nur freiwillig.

Kritik, Verachtung, Ablehnung, Beleidigung das tut weh.

Eltern die ihre Kinder von allem fern halten, helfen ihren Kindern nicht.

Trotz Kritik dürfen wir doch immer wieder Neues wagen, auch in der Depression. Trotz ewiger Nörgler, Fehlerfinder, Fallensteller.

Depression ist nicht gut, aber wenn wir immer wieder versuchen, das Beste für uns daraus zu machen, uns nicht mit anderen vergleichen, .dann können wir es lernen, trotz unserer Depri zu leben.

Und liebes naturegirl, Bewegung hilft ganz feste. Meinen Depressionen davon laufen, sie raus schwitzen, so gut ich es kann, kostet oft Überwindung.aber mein Hund muss ja auch raus.


liebe Grüße,

Frederick

21.08.2019 15:56 • x 2 #16


S
@Michael
Jetzt muss ich mich auch mal eben äußern dazu. Also ich habe angefangen damit Citalopram zu nehmen, ein ziemlich unfähiger Psychiater hat mich immer weiter hochgestuft bis zur Höchststufe. Ja das hat alles schlimmer gemacht. Ich habe mit vielen kaum erträglichen Nebenwirkungen zu kämpfen gehabt. Allerdings habe ich nach langer Suche ein Psychiaterin gefunden, die mir helfen konnte. Ich habe ebenfalls Mirtazapin genommen im Wechsel mit Sertralin. Und ja Mirtazapin hatte auch bei mir Nebenwirkungen. Allerdings konnte ich damit wieder schlafen, was vorher nahezu unmöglich war und mit Hilfe des Setralin konnte ich morgens aufstehen. Ich kann nicht sagen, dass meine Depressionen weg sind nur weil ich diese Medikamente nehme aber sie erleichtern doch einiges.
Ich denke man muss sich einen Psychiater suchen, der was taugt und das ist sicherlich nicht einfach. Zudem weiß man bei keinem Medikament ob das denn dann wirkt. Aber ich denke, wenn man verzweifelt ist und nicht mehr weiß, wie man das Leben jemals wieder genießen können soll bzw. überhaupt aushalten, dann wird man sich nochmals mit Medikamenten und der Einnahme beschäftigen MÜSSEN. Jeder trifft seine eigene Entscheidung, aber zu verteufeln gibt es da nichts.
Liebe Grüße

21.08.2019 15:59 • x 3 #17


A


Hallo naturegirl,

Depression wird schlimmer - was hilft?

x 3#3


M
Tja, ich lasse jedem seine Erfahrung. Aber mir reicht's mit diesem Zeug. Schlafen konnte ich mit Mirtazapin am Anfang auch besser, aber es trat schon nach nicht ca. 3 Wochen ein Gewöhnungseffekt ein und meine Verspannungen wurden schon seit der Einnahme schlimmer als vorher, danach noch schlimmer. Das war es für mich. Ich könnte mich dafür in den Ar*** beißen, es jemals eingenommen zu haben. Ich wurde vorher schon gewarnt und wollte es nicht glauben. Und weitere solche Experimente werden an meinem Körper nicht durchgeführt. Ich warte noch ab, wie die Studien zu Minocyclin ausgehen. Dazu gibt es hier wiederum viele negative Erwartungen, aber wenn medikamentös, dann ist für mich am ehesten das eine Option. Mit Antidepressiva habe ich fertig. Ich habe auch bei meiner 2. Episode mal ein paar Tage Cipralex genommen und sofort wieder abgesetzt (war nicht auszuhalten). Ich vertrage dieses ganze Zeug einfach nicht.

21.08.2019 16:14 • x 1 #18


F
lieber Michael,

mir erging es ähnlich, habe mich gegen diese Antidepressiva gewehrt, weil die ja auch einen schlechten Ruf haben.

Doch ohne die Antidepri ging nichts, und mit wollte ich nicht. Einem Bekannten vorn mir ergeht es gerade auch so.

Seine Frau und seine beiden Kinder halten es schon lange nicht mehr mit ihm aus, stehen kurz vor der Trennung.

Meine liebe Frau wollte sich damals auch von mir trennen.

Doch dann habe ich mich auf die Suche begeben, nach einem guten Arzt und Therapeuten, dem ich echt vertrauen konnte.

Ja es braucht seine Zeit.


liebe Grüße an dich,

Frederick

21.08.2019 17:49 • x 1 #19


M
Ich bin ein guter Schauspieler. Ich kann über Monate im Großraum-Büro sitzen und Selbstmordgedanken haben, ohne dass es jemandem auffiele. Das habe ich schon 3 mal sehr lange durchgezogen. Aber was mich einfach fertig macht, sind diese Zuckungen, Verspannungen und Schmerzen. Und die wurden durch Medikation nur schlimmer. Also was habe ich davon? Wenn das jetzt noch ein par mal so läuft und ich immer wieder unter widrigsten Bedingungen was anderes suchen muss, wird meine Frustration immer größer. Ich halte das psychisch und körperlich nicht aus. Wie gesagt: Jedem das seine. Nehmt, was euch gut tut, dann hat es für euch seine Berechtigung. Ich will da auch gar nicht drauf herumhacken, aber ich mache da keine Versuche mehr.

21.08.2019 20:12 • x 1 #20


Alexandra2
Es ist äußerst mühsam, die richtige Entscheidung zu treffen: welche medikamentenfreie Präparate, angrenzende Medikamente (ggf Depression verursachende Medikamente ausschließen, Hormone substituieren) und Antidepressiva/Neuroleptika wann angebracht sind.
Es ist sehr schwierig, die richtige Zeitspanne mit einem neuen Medikament, wie lang der Versuch dauern soll und muss, zu bestimmen.
Wie schlecht darf es einem gehen, bis Medikamente unverzichtbar sind?
Mit wie wenigen Neurotransmittern kann ich leben, ich meine nicht funktionieren im Alltag. So daß es erträglich ist, ohne Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit usw usf.
Als nichts mehr ging, in der schweren Depression, war ich so erleichtert, nicht mehr funktionieren zu müssen (was eh nicht ging), brach zusammen. Alle protektiven Maßnahmen waren verpufft, wie Wassertropfen auf der heißen Herdplatte.
Es dauerte ca 5 Medikamente, bis das wirksame da war. Und die Erfahrung, einen nicht hilfreichen Psychologen verlassen zu müssen, einen neuen zu finden, was aussichtslos schien.
Es dauerte 4 Klinik Aufenthalte, bis ich endlich vorwärts kam, immer noch schwer depressiv.
Alles was ich dort lernte, setzte ich um. Besserung? Nein, suizidale Phasen gab's auch. Ich war unmenschlich verzweifelt, völlig orientierungslos. Das Ganze lief knapp 4 Jahre. Eine unterirdische Zeit. Ungeliebtes Leben, verlorene Jahre.
Ich werde mich nie gegen Medikamente wehren, diese Hölle möchte ich nicht nochmal durchqueren, weil ich nicht weiß ob ich das nochmal schaffe.
Und nun hoffe ich, das war nicht zu durcheinander.

21.08.2019 20:59 • x 3 #21


N
Liebe Eis, oh, das wusste ich nicht, dass der B12-Wert so hoch sein muss. Im Laborwisch steht halt der Normalwert finge bei 180 an. Seltsam. Ich denke aber trotzdem dass noch andere Faktoren bei mir dazu kommen. Ich hatte schon zweimal Vitamin B12 Mangel, 2017 und 2018, und letztes Jahr hatte ich nicht so schlimme Depressionen. Aber trotzdem vielen Dank, das ist eine sehr wichtige Info für mich! Schon im März habe ich mich nicht mehr gut gefühlt und müder als sonst, aber meine Werte waren noch im Normbereich, aber wohl dennoch viel zu niedrig. Ab jetzt werde ich das regelmäßiger untersuchen lassen und spritzen.

21.08.2019 22:21 • x 2 #22


Hoffnung21
Kann es sein, dass dein B12-Spiegel nie auf einen guten Wert angehoben wurde? Wenn dir ca. 30Euro nicht zuviel sind, dann kannst du nächstes mal den Holotranscobalaminwert bestimmen lassen, der ist deutlich aussagekräftiger als der Serumwert und zeigt einen Mangel deutlich früher an.
Wichtig bei Vitaminen und Mineralstoffen allgemein, nicht um unteren Level orientieren, sondern volltanken.
Bist Du vielleicht Vegetarier?

LG Eis

21.08.2019 22:31 • x 2 #23


N
liebe Eis,

ja ich bin fast Veganerin, versuche alles tierische weitgehend zu vermeiden, weil es mir nicht gut tut (von den Tieren und der Umwelt mal ganz abgesehen, haha). Seitdem habe ich auch immer mal wieder Mangel.
Ich spritze Hydroxocobalaminacetat, das ist das effektivste, und mein Speicher war letztes Jahr nach der Kur am obersten Rande des Normalwerts, also würde sagen voll aufgetankt:) (das habe ich nochmal testen lassen danach) Aber ich befürchte ich nehme Vitamin B12 nicht gut im Darm auf und daher kam es wieder schnell zu einem Mangel obwohl ich auch weiterhin mit Tabletten supplementiert habe und ab und zu Käse und andere tierische Produkte esse.

Jetzt lese ich grade im Buch Darm mit Charme (Sehr zu empfehlen übrigens) dass auch Biotin wichtig ist für Nerven, psychische Gesundheit und Energie, vielleicht lasse ich das auch nochmal testen. Es gibt ständig dazuzulernen, nicht wahr?

22.08.2019 11:46 • x 2 #24


N
Und danke für den Tipp mit dem Holotranscobalaminwert, das habe ich in Veganerforen auch schon immer gelesen. Der Grund weswegen ich das noch nicht bestimmen habe lassen, ich habe mich schlichtweg nicht getraut, meine Ärztin danach zu fragen um ihre Autorität nicht in Frage zu stellen. Also nicht klüger als sie wirken zu wollen. Du weißt ja wie Ärzte da manchmal sind. Aber sie ist sehr nett und verständnisvoll, vielleicht muss ich sie einfach beim nächsten Mal danach fragen. Mich trauen. Jetzt wo ich merke wie gefährlich das werden kann.

22.08.2019 11:48 • x 1 #25


O
Weil ich das gerade gelesen habe:

Zitat von Michael808:
Ich habe hier viele Threads über die verschiedensten Antidepressiva durchgelesen und besonders auffällig ist: Während die meisten Menschen davon berichten, dass ihnen weder das eine, noch das andere geholfen hat und ihre Probleme immer größer werden, mischen sich vereinzelt Beiträge mit etwa folgendem Inhalt dazwischen: Ich bekam es vor einem halben Jahr verschrieben, Nebenwirkungen hatte ich nur die ersten Tage. Ausschleichen ging problemlos. Merkwürdig: Immer wenn ich bei solchen Beiträgen links in die Profil-Angaben schaue, steht da: Beiträge: 1 oder gleich Gast Ist das nicht merkwürdig?


Es gibt auch genügend andere Beiträge zum Thema Antidepressiva:

Zitat von Eis:
Ohne Antidepressiva hätte es für mich keine sozialen Kontakte und kein Arbeitsleben mehr gegeben. Also bitte verteufle nicht immer die Menschen hier, denen keine Wahl blieb. Die wenigsten nehmen leichtfertig ein Antidepressiva, bloß damit sie einfach so weitermachen können. Denn wer noch weitermachen KANN, wer noch arbeiten KANN, der hat die tiefe Verzweiflung von jemandem, der nicht aus seinem Loch rauskommt noch nicht erlebt. Sorry, aber das musste jetzt mal raus.


Dem kann ich mich nur anschließen.
Und wie schon woanders erwähnt, habe ich tatsächlich Citalopram genommen und gut ausgeschlichen.
Meine postpartale Depression hat das nochmals notwendig gemacht und ich bin dankbar, dass ich diese Stütze hatte und bald wieder ganz für meine Kinder da sein konnte.
Jetzt reduziere ich wieder langsam. Der erste Schritt hat schon geklappt.

Zitat von Samone:
Aber ich denke, wenn man verzweifelt ist und nicht mehr weiß, wie man das Leben jemals wieder genießen können soll bzw. überhaupt aushalten, dann wird man sich nochmals mit Medikamenten und der Einnahme beschäftigen MÜSSEN. Jeder trifft seine eigene Entscheidung, aber zu verteufeln gibt es da nichts.


So, sehe ich das auch.

Beste Grüße derweil!

22.08.2019 12:55 • x 3 #26


Hoffnung21
Zitat von naturegirl:
ja ich bin fast Veganerin, versuche alles tierische weitgehend zu vermeiden, weil es mir nicht gut tut (von den Tieren und der Umwelt mal ganz abgesehen, haha). Seitdem habe ich auch immer mal wieder Mangel.
Ich spritze Hydroxocobalaminacetat, das ist das effektivste, und mein Speicher war letztes Jahr nach der Kur am obersten Rande des Normalwerts, also würde sagen voll aufgetankt:) (das habe ich nochmal testen lassen danach) Aber ich befürchte ich nehme Vitamin B12 nicht gut im Darm auf und daher kam es wieder schnell zu einem Mangel obwohl ich auch weiterhin mit Tabletten supplementiert habe und ab und zu Käse und andere tierische Produkte esse.

Jetzt lese ich grade im Buch Darm mit Charme (Sehr zu empfehlen übrigens) dass auch Biotin wichtig ist für Nerven, psychische Gesundheit und Energie, vielleic


Für Veganer ist es NICHT möglich ausreichend B12 mit der Nahrung aufzunehmen. Das musst du dann dauerhaft substituieren, (genau wie Eisen auch). B12 ist in größeren Mengen nur in Rindfleisch oder Leber enthalten. Beim Substituieren würde ich 2x pro Jahr eine 100er Packung mit 1000yg B12/Tbl nehmen. Da wird dann genug aufgenommen. Wenn es nicht reicht dann dauerhaft 1 Tbl/Tag. Die niedrigen Dosierungen von z.T. 10yg kannst du vergessen.

Die meisten Ärzte kennen den Holotranscobalaminwert nicht, aber deshalb kann man das trotzdem verlangen. Das ist wie früher das Homocystein, das kannte auch niemand.

Beim Biotin bin ich überfragt, damit habe ich mich bisher nicht beschäftigt.

LG Eis

22.08.2019 15:45 • x 1 #27


N
Klar, ich weiß. Ich habe Tabletten mit 1000 Mikrogramm genommen, die mir empfohlen wurden. Und die Spritzen sind wie gesagt auch sehr hoch dosiert. Aber da ich das offenbar nicht so gut aufnehmen kann werde ich nun regelmäßig 1-2 Mal im Jahr spritzen.

22.08.2019 17:32 • x 1 #28


MaNo

18.01.2020 14:04 • x 1 #29


A


Hallo naturegirl,

x 4#15


Alexandra2
Lieber MaNo,
Beides. Öffne Dich den Eltern und dem Arzt gegenüber. Du steckst tief drin in der Niedergeschlagenheit, Traurigkeit usw. Suizidgedanken sind ein psychischer Notfall. Damit kannst Du jederzeit in die Klinik gehen bzw den Notarzt rufen.
Nimm Deine Beschwerden ernst und vertraue Dich an, Du wirst sehen, es hilft.
Liebe Grüße Alexandra

18.01.2020 15:35 • x 1 #30

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag