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Depressive Mitpatientin - Polizei / Psychiaterin einschalten?

Bella72
Liebe Resi,

vielen Dank für Deine tröstenden Worte
Das tut mir leid mit Deiner Schwester, ich hoffe, es geht ihr einigermaßen gut. Tavor ist bei ihr auch ein Thema, wobei es nach der ganzen Zeit, die es schon nimmt, nicht mehr hilft.

Ich bin ein bisschen sauer, wenn ich ehrlich bin. Die ganzen Monate war ich da, auch wenn sie völlig hysterisch angerufen hat, hyperventilierend und panisch, hat mich mehrmals gebeten, sie in die Klinik zu bringen, mich genötigt immer sofort ans Telefon zu gehen auch wenn ich gearbeitet habe usw. Und jetzt ist von heute auf morgen Funkstille. Sie liest meine Nachrichten zwar aber ich bekomme keine Antwort mehr oder nur Ankündigungen dass sie zurückruft was dann nicht passiert.
Vielleicht hat ihr Freund ihr den Kontakt verboten. Oder es geht ihr so schlecht, dass sie gar nicht mehr antworten kann. Diese Ungewissheit nervt einfach
Liebe Grüße

17.02.2021 16:23 • x 1 #16


E
Danke

Meine Schwester ist jetzt auf zeitweise Pflege angewiesen.
Mit knapp 66

Ich kann nachvollziehen, daß du dir da nen Kopf machst- ich finde es nicht richtig, was sie abzeiht.
Und selbst wenn es ihr so schlecht ginge könnte ja ihr Freund wenigstens antworten.

Versuch bitte, es an dir abperlen zu lassen.
Aus welchen Gründen auch immer: sie will deine Hilfe nicht oder kann sie nicht annehmen.

Bei uns gab es damals ein Gespräch nach einem signifikanten Vorfall.
Ich fragte meine Schwester, was ich denn machen soll, daß es mich fertig mache, ich sei verzweifelt.
Und sie sagte mir dann: laß mich einfach.
Sie sagte das ganz lieb, gar nicht böse.

Und ja, es ist ihre Verantwortung, auch wenn ich oft noch sauer mit ihr bin, verzweifelt.
Es ist ihr Leben.
Sie darf es sogar vergeuden und wegwerfen.

17.02.2021 16:32 • x 1 #17


A


Hallo Bella72,

Depressive Mitpatientin - Polizei / Psychiaterin einschalten?

x 3#3


Bella72
Liebe Resi,

das ist ja schlimm, darf ich fragen, was ihr fehlt?

Ich selbst leide ja seit über 4 Jahren an den heftigen Folgen meines Suizidversuchs und genau deshalb mache ich mir solche Sorgen um meine Bekannte. Und ich habe letztes Jahr 2 Menschen an Suizid verloren.

Aber Du hast Recht, offenbar will oder kann sie meine Hilfe einfach nicht annehmen bzw. ist der Einfluss ihres Freundes zu groß. Mir ist es eh ein Rätsel, wie lange sie die Situation schon aushält. Ich weiß, welche Hölle das bedeutet, vor allem wenn noch das Pflichtgefühl gegenüber Mann und Kind einen fertig macht. Sie ist unglaublich leidensfähig.

Ihr Freund blockt offenbar jegliche Kontakte ab, die versuchen, meine Bekannte zur Schulmedizin zu überreden. Aber vielleicht bitte ich ihn, mir wenigstens kurz zu schreiben, wie die Lage ist.
Liebe Grüße von Bella

18.02.2021 09:43 • x 1 #18


Bella72
Guten Abend,

hier ein Update. Ich habe meiner Bekannten heute geschrieben, dass ich es unfair finde, dass sie sich gar nicht mehr meldet. Sie solle mir sagen, wenn sie keinen Kontakt mehr wünscht damit ich Bescheid weiß. Sie schrieb dann, dass es keine Absicht sei und sie ihr Handy fast nicht mehr an hat. Auf meine Frage wie die Situation sei, antwortete sie, immer noch gleich-leider. Auf meine Nachfrage wie die Situation mit ihrem Freund sei kam wieder keine Antwort.

Ich kenne von mir selbst auch Phasen, wo ich mein Handy einfach tagelang aus hatte. Deswegen nehme ich es jetzt einfach mal so hin. Wenn sie will, kann sie sich ja wieder melden.
Liebe Grüße
Bella

18.02.2021 19:08 • #19


Monesie
Hallo Bella,

ich fühle mit dir, jemandem zu helfen, der nach einem Hilferuf sich nach längerer Zeit abwendet ist schwer.
Doch wenn ich deinen Angaben folge, ist sie nicht in akuter Gefahr. Du kannst ihr lediglich aufmunternde Worte zukommen lassen und hoffen, dass sie, wenn sie die irgendwann liest, annimmt und die Rückendeckung von dir, ihr etwas Kraft gibt. Du solltest aber auch an dich denken, sonst fühlt man in andere Menschen hinein und stellt sich vor, wie sie reagieren würden oder was sie tun werden. Sie sind aber nicht wie du. Das zieht einen selbst runter, wenn man in der Hilflosigkeit, wie man ihr Helfen könnte, gegen eine Wand läuft.
Du gibst dir sonst unendliche Schuldgefühle, sollte ihr doch etwas passieren. Du brauchst etwas Abstand.

Ich hoffe, ich konnte verständlich machen, um was es mir geht.

Du kannst nur Stütze aus der Ferne sein, aber ihre Entscheidungen nicht treffen.
Du bist ihr eine wunderbare Freundin und ich bin sicher, dass weiß sie auch zu schätzen.

19.02.2021 09:27 • x 2 #20


Bella72
@Monesie
sehr liebe Worte von Dir! Herzlichen Dank.

Heute hat sie mich mal wieder angerufen. Sie war draußen unterwegs und wieder total verzweifelt. Sie hat mich gefragt, ob sie in die Klinik gehen soll. Sie hat dann sogar dort angerufen. Die Ärztin meinte, dass sie ihr einen Krankenwagen schicken würde. Was ja schon mal toll ist. Sie wollte aber noch mit dem diensthabenden Arzt sprechen. Der war wohl sehr unfreundlich und hat sie an den Notdienst verwiesen. Sie rief mich ungefähr 5 mal an und fragte, was sie tun soll. Ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr sicher, was helfen könnte. Wenn sie einen blöden Arzt erwischt, was ja leider vorkommt, hilft ihr das auch nicht weiter. Ihr Freund hat jetzt ein Buch über Therapie bei chronischen Depressionen bestellt. Er meint, sie könne die Gedanken kontrollieren aber wir alle wissen, dass ja genau das die Krankheit ist. Das wäre als ob man einem Krebspatienten sagt, ignorier doch mal Deinen Tumor. Die Krankheit kontrolliert Deine Gedanken.

Letzte Woche war sie bei einem Energietherapeuten, der ihr gesagt hat, dass es eine Frage ihrer Entscheidung sei, ob sie gesund werde oder nicht. . Solche Menschen haben leider sowas von keine Ahnung. Ich habe das auch alles durch. Energietherapie, Heiler, Globuli usw.... hilft alles nix. Hat im Grunde nur alles schlimmer gemacht.
Morgen will ich sie mal besuchen wenn Ihr Freund es zulässt. Ich werde berichten.
Eure Bella

19.02.2021 16:37 • x 1 #21


Bella72
Hallo zusammen,

heute war ich bei meiner Bekannten. Sie sieht aus wie eine Magersüchtige, so dünn ist sie geworden. Es geht ihr nach wie vor total schlecht, sie kann so gut wie nichts machen und kreist immer um die gleichen Themen. Sie erinnert mich so unglaublich an mich zu meinen schlimmen Zeiten, auch optisch. Glanzlose Augen, eingefallenes Gesicht, blass usw. die Arme! Sie hat Panikattacken, ist unruhig, schläft so gut wie kaum, isst kaum, dann ist sie wieder total lethargisch. Diese Krankheit ist so grausam, einfach nur unmenschlich. Um ihren kleinen Sohn kann sie sich gar nicht kümmern.

Ihr Freund ist nach wie vor überzeugt, dass sie nicht in die Klinik gehen oder ein Medikament ausprobieren soll, das ihr vor einigen Jahren schon mal geholfen hat. Ich habe mehrfach versucht, ihn zu überzeugen. Keine Chance

Sie wollte mich heute tatsächlich überreden, sie in die Klinik zu fahren. Das habe ich aber nicht gemacht. Die Ärztin in der Ambulanz hat mehrfach angeboten, ihr einen Krankenwagen zu schicken und Taxis gibt es auch. Ich habe so was schon mal gemacht und mir nur Ärger damit eingebrockt. Und er hat ja gesagt, dass er sie verlässt, wenn sie in die Klinik geht...
Mich zieht diese ausweglose Situation auch runter. Meiner Meinung wäre das Medikament mit oder ohne Klinik zumindest ein Versuch wert. Aber das muss sie wenn dann selbst organsieren.
Liebe Grüße

22.02.2021 16:44 • x 2 #22


Bella72
Hallo,

gestern Abend war es krass. Sie rief mich an und war wieder total am Ende. Ihr Freund war im Hintergrund. Sie wollte raus und er hat sie nicht gelassen. Sie meinte, er würde sie als Abschaum bezeichnen und ihr die Schuld geben, die Familie zu zerstören. Sie wolle in die Klinik.
Ich habe dann mit ihm gesprochen und er sagte, dass sie schon den ganzen Abend total am Rad drehe. Sie sei den ganzen Tag im Bett gelegen, was natürlich auch nicht gut ist. Er war zuhause aber konnte sie nicht unterstützen. Ich sagte, sie müssen unbedingt getrennt werden aber er sagte ja aber wo soll sie hin? Schulmedizin ist nicht, Spezialkliniken für diese HPU und Porphyrie Geschichte gibt es nicht..... echt schwierig. Er hofft, dass ein Vitaminpräparat hilft, das heute kommen soll. Ich glaube nicht daran.....

24.02.2021 15:08 • #23


Bella72
jetzt hat sie gerade wieder 2 mal versucht, mich anzurufen aber ich weiß genau, dass sie wieder in Panik ist und die Frage stellt ob sie in die Klinik gehen soll und wenn sie geht, dann verlässt sie ihr Freund usw. ich bin nicht ran gegangen, das bringt alles nix

24.02.2021 15:09 • #24


E
Achte du bitte gut auf dich.

Wenn sie am Ende ist soll sie den Notarzt holen.

Ich mach mir mehr Sorgen darum, daß du in diesen destruktiven Beziehungsstrudel gezogen wirst.

24.02.2021 15:10 • x 2 #25


Bella72
ich mag nicht mehr. Es tut mir zwar sehr sehr leid für sie aber ich kann eh nicht helfen. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr sicher, ob die Klinik eine Lösung ist. Dann ist sie dort und will wieder raus weil die ihr eh nicht helfen können. Es ist so grausam. Sie leidet wie ein Schw... das weiß ich aber ich habe keine Idee mehr, wie man ihr helfen kann.
Im Grunde müsste ein Wunder geschehen, damit es ihr endlich mal besser geht.

24.02.2021 15:14 • x 1 #26


Bella72
@Resi

ich achte auch auf mich. Deswegen werde ich heute auch nicht ans Telefon gehen wenn sie anruft. Es bringt alles nichts. Leider. Aber ich kann schließlich nicht zaubern.
Danke für Dein Verständnis!
Liebe Grüße

24.02.2021 15:21 • x 2 #27


Bella72
Ich muss Euch sagen ich bin GENERVT

Meine Bekannte ruft ich heute schon zum 4. mal an und ist ständig am hyperventilieren. Sie hat mit einem Spezialisten für HPU in Holland telefoniert, der ihr sagte, das Anafranil wäre eine Möglichkeit. Dann rief sie in der Psychiatrie an und morgen wäre ein Bett frei. Dann rief sie beim Krisendienst an und die haben angeboten, vorbei zu kommen für ein Beratungsgespräch, was aber ihr Freund wieder nicht will.

Jetzt ist sie unsicher, was sie machen soll. Ich habe ihr empfohlen, in die Klinik zu gehen, denn so geht das ja nicht weiter. Mal sehen was sie jetzt macht. Ich habe keine Lust mehr. Es ist immer das Gleiche. Klar ist es schwer und ihr Freund ist auch ein Problem aber sie leidet wie ein Hund und braucht endlich fachkundige Hilfe.
Ich werde Euch berichten

25.02.2021 18:48 • x 1 #28


Silentium
Hallo Bella, ich habe mir mal deine Beiträge angesehen. Das ist ja Wahnsinn was du da alles mitmachst.

Aber gerade weil du selbst einen Suizidversuch hattest, solltest du dich so langsam abgrenzen. Zwar da zu sein, wenn sie dich braucht, aber auch an dich zu denken.

Was den Freund betrifft: Wenn sie in einem so schlechten Zustand ist (abgemagert, hilflos, psychisch absolut labil) und ihr Freund sie auch noch hindert, in die Klinik zu gehen obwohl sie es möchte, dann ist das eine Körperverletzung. Er quält sie ja unnötig. Für mich ist das ne klare körperliche Misshandlung und inzwischen eine Sache für die Polizei. Und das Kind, so schlimm es klingt, wird da wohl nicht unbeschadet rausgehen. Das tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das kann nicht mehr lange gut gehen.

25.02.2021 21:19 • x 2 #29


A


Hallo Bella72,

x 4#15


Monesie
Hallo Bella,
wie ich gelesen habe leidet sie wohl an einer Stoffwechselstörung HPU und Porphyrie, die wohl auch schwierig zu behandeln ist. Zusätzlicher Stress, den ihr Freund auf sie ausübt, ist da nicht gerade förderlich. Aber ich würde mich trotzdem daraus halten und mich nicht zum Spielball machen lassen. Zur Not hilft ihr wirklich nur eine Einweisung ins Krankenhaus, wo sie sich zumindest körperlich etwas erholen kann.

26.02.2021 09:07 • x 1 #30

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