
Heideblümchen
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Ich hatte gerade wirklich ein Deja-vu:
Zitat von Proband:Ich denke bei mir hat das auch viel mit meinen Eltern zu tun. Mein Vater der Erfolgstyp immer unter Kontrolle und meine Mutter die Emotionale und Gefühlvolle
Danke, meine Basis ist beinahe die Gleiche und aus diesem Grund bin ich die, die ich heute bin! Mit genau den Problemen, die diese Basis aufwirft:
Zitat von Proband:Das alles hat mich und meine Rollen trefflich ausgeprägt.
Aber der durchaus weiche und emphatisches Kern wurde immer verleugnet und klein gemacht.
Das unterschreibe ich vollumfänglich, danke!
Also, du hast geschrieben, dass du einem Therapeuten nicht abgeneigt wärst. Gratulation! Auch wenn es gerade in der depressiven Phase unglaublich schwer ist: häng dich ans Telefon! Klar wirst du einige Absagen kassieren, aber weise immer auf deinen derzeitigen Zustand hin, dass du dringend jemanden brauchst, der dir hilft! Schau, ob es in deiner Stadt oder Umgebung eine psychiatrische Ambulanz gibt, an die du dich erst mal (akut) wenden kannst. Sprich mit deinem Hausarzt. Ja, alles kostet Kraft. Aber du wirst dich sicher schon mal besser fühlen, wenn du den Anfang gemacht hast.
Dann schreib dir mal auf einer Liste wirklich alles auf, was dich derzeit alles belastet. Beschäftige dich mit allem, was du aufgeschrieben hast (das sind jetzt nur Ratschläge, die mir aber auch geholfen haben, als mir sooooo viele Gedanken im Kopf rumgeschwirrt sind, dass ich es kaum noch aushalten konnte). Sortiere diese Gedanken nach vorrangig und weniger bis gar nicht wichtig. Streich die unwichtigen. Überlege, ob es sich lohnt, über die vorrangigen nachzudenken oder ob sie nicht vielleicht auch erst mal warten können. Das kann helfen. Zu viele Baustellen gleichzeitig sind ungesund und sorgen dafür, dass der Kopf voll ist und die Gedanken blockieren.
Ein Austausch hier im Forum kann auch eine große Hilfe sein. Ähnlich wie ein Aufenthalt in einer Klinik. Viele gemeinsame Erfahrungen, viele Tipps, viele nette Menschen, die zuhören und genau Gleiches durchgemacht haben wie du oder derzeit durchmachen. Ein Tagebuch vielleicht, einfach, um den Kopf freizubekommen. Fortschritte nachzulesen. Frust abzulassen.
Wie oben schon stand: so eine Depression wird wohl nie so ganz weg sein. Aber es gibt Hilfe, auch wenn es Kraft braucht, diese erst mal zu finden, zu organisieren, anzunehmen und sich helfen zu lassen. Den ersten Schritt hast du gemacht, gratuliere, wirklich, @Proband ! Und keiner hat gesagt, dass man 56 Jahre einfach so von heute auf morgen ändert. Jeder kleine Schritt, den du für gut hältst, ist ein Erfolg! Rückschläge gehören zum Leben dazu. Ich wünsche dir eine gute, hilfreiche und interessante Zeit hier! Mir hat vieles auch sehr gut geholfen (an dieser Stelle mal wieder ein Danke an euch alle hier!). Alles Gute, @Proband.....das Heideblümchen