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Emotionslosigkeit bei Depressionen - eure Erfahrungen?

M
Zitat von Laura79:
Lieber Michael 808,
Nimmst du denn Antidepressiva?

Nein, nicht mehr. Vor einigen Wochen nahm ich noch Mirtazapin 15mg, aber das war für mich kontraproduktiv. Ich habe noch sehr mit Entzugserscheinungen zu kämpfen (Magen-Darm-Probleme, heftigste Muskelzuckungen, starke Verspannungen). An den meisten Tagen geht es mir sehr schlecht, aber es sind auch gute dazwischen, an denen ich wieder rationaler denken kann und dann wird mir immer bewusst, wie wichtig Geduld ist.

22.08.2019 13:53 • #16


B
@Laura79

Ja das kommt mir sehr bekannt vor. Ertappe mich dann auch regelmäßig dabei, wie ich einfach nur irgendwo rumsitze und nichts mit mir anzufangen weiß. Ich hoffe einfach, dass die medis bald und gut wirken und ich dann in eine effektive Gesprächstherapie starten kann. Im aktuellen Zustand ist das laut meinem Therapeuten nur schwer möglich und bringt wenig.

Eine befreundete Psychiaterin gab mir heute den Rat, für jeden Tag eine Art Stundenplan aufzustellen, der möglichst viele Aktivitäten enthält und zusätzlich dazu immer zu notieren, wie ich mich jeweils dabei gefühlt habe (+-0) um eben auch zu registrieren wenn vielleicht wirklich mal ein Gefühl dabei war. Mal sehen obs was bringt.

Bisher sind die Nebenwirkungen auch halbwegs gut auszuhalten. Neben einem undefinierbaren Hungergefühl/Bauchweh und Herzrasen nach der Einnahme, schlafe ich immerhin ordentlich - hoffentlich auch weiterhin.

22.08.2019 17:09 • #17


A


Hallo Blablubb,

Emotionslosigkeit bei Depressionen - eure Erfahrungen?

x 3#3


LittleWing
Ich weiss nicht,ob ich das bereits geschrieben hatte.es gibt ein Buch,das eine gute Anleitung ist im Umgang mit Depressionen:
Wenn das Leben zur Last wird von Rolf Merkle.
In dem Buch fand ich auch diesen Text,den man sich täglich morgens und abends durchlesen soll.

HOFFNUNGSVOLLE GEDANKEN

Alles wird gut werden.Ich kann meine Depressionen überwinden,auch wenn ich im Moment noch nicht so recht daran glaube.
Solange ich lebe,gibt es Hoffnung.
Im Moment erscheint mir vieles sinnlos.
Doch hinter den dunklen Wolken ist die Sonne.Sie wird wieder hervortreten und die Wolken vertreiben.
Die Sonne wird auch für mich wieder scheinen.
Ich habe Geduld und erinnere mich daran,dass man Depressionen nicht wie Staub von der Schulter wischen kann.
Ich habe die Fähigkeit und die Kraft.mich aus diesem Gefängnis zu befreien.
Der Tag wird kommen,an dem ich wieder mehr Freude verspüre.
Ich akzeptiere für den Moment,dass es mir schlecht geht und dass negative Gedanken mir das Leben sehr schwer machen.
Diese Zeit wird ein Ende haben.
Ich weiss,dass es meine negativen und pessimiistischen Gedanken sind,die mir das Leben zur Hölle machen.
Deshalb bemühe ich mich darum,sie von mir fernzuhalten.
Das gelingt mal besser und mal schlechter.
Ich werde mich auch bei Rückschlägen immer wieder darum bemühen,meine pessimistischen Gedanken durch hoffnungsvolle Gedanken zu ersetzen.
Ich kann und werde meine Depressionen besiegen.

22.08.2019 17:29 • x 1 #18


B
@LittleWing

Vielen Dank für den Text und den Buchtipp! Werde es mal versuchen mir das morgens und abends durchzulesen!

22.08.2019 18:40 • x 1 #19


Alexandra2
Emotionslosigkeit macht mir immer noch zu schaffen, aber nicht mehr so quälend. Seit über 3,5 Jahren geht das so. Leider empfinde ich nur die schlechten Gefühle, falls sie da sind. Schöne Gefühle kenne ich wohl noch zu wenig. Aber es hilft sehr, das nicht zu beobachten, weil es nichts bringt. Außer mich in Verzweiflung zu versetzen.
Inzwischen bin ich gut eingestellt mit den Medikamenten und die emotionalen Schwankungen sind kleiner geworden. Das erleichtert sehr.
Ich wünsche Euch, daß Ihr Abstand zu all den quälenden Zuständen findet.

23.08.2019 21:34 • #20


B
@Laura79

Wie geht es dir mittlerweile?

Ich habe momentan das Gefühl, dass das Escitalopram gaaaaaanz langsam anfängt zu wirken (hoffentlich nicht nur Einbildung) und ab und an in abgeschwächter Form kurzzeitig Emotionen durchblitzen. Allerdings bin ich nach wie vor etwas überrascht bezüglich der Nebenwirkungen und schlage mich mit enormer Appetitlosigkeit, schnell eintretendem Sättigungsgefühl und einer sehr langsamen Verdauung rum - nicht wirklich angenehm. Abgesehen davon scheint Schlafentzug sich echt schlecht auszuwirken.bin vergangene Nacht mit dem Bus durch ganz Deutschland getuckert und komme heute gar nicht klar (innere Unruhe), kann aber auch keinen Mittagsschlaf halten.

26.08.2019 17:42 • #21


L
Heute ist der erste Tag,wo ich merke,dass die Erhöhung von citalopram wirkt. Ein wundervoller Tag mit ganz viel Energie und Freude! Juchhuu.schön, blablubb,dass bei dir auch Emotionen hochkommen. Ich wünsche uns,dass es weiter aufwärts geht!

26.08.2019 18:30 • x 2 #22


B
Nachdem ich das Zeug jetzt seit 3 Wochen in der höheren Dosis nehme, fange ich allmählich an, es ernsthaft anzuzweifeln. Eigentlich hat sich so gut wie nichts geändert.bzw. führe ich die kleinen Dinge die sich geändert haben auf meine aus Eigenantrieb veränderten Gedanken zurück.
Ich fühle nach wie vor nichts und habe momentan sogar noch weniger Antrieb als vor einer Woche noch - möchte nicht rausgehen etc. Dies trifft sowohl auf positive als auch auf negative Gedanken zu. Alles was ich spüre ist rein körperlich.

Zusätzlich erwischt mich alle 3-4 Tage eine Schwankung die mich wieder ins Wanken bringt. Dabei empfinde ich aber auch nichts sondern bekomme lediglich einen Druck auf der Brust und eine Gedankenspirale ala geht das jemals wieder weg? oder muss ich mich einweisen lassen?. Außerdem habe ich seit 2,5 Wochen jede einzelne Nacht Durchschlafstörungen und träume so gut wie nichts (und wenn doch sind sie ganz schwach und schwerlich als Träume zu identifizieren). Immerhin haben sich die Übelkeit und die Verdauungsprobleme gelegt.

Was denkt ihr? 3 Wochen müssten doch eigentlich reichen um auf emotionaler Ebene wenigstens eine kleine Tendenz zu spüren, oder? Ich frage mich ernsthaft wie es mir gerade ohne die Pillen gehen würde - vllt. besser?

09.09.2019 10:25 • #23


LittleWing
Diese Frage wird Dir niemand abschliessend beantworten können.

Jetzt mal unabhängig von den Medikamenten:

Ich weiss,ich wiederhole mich aber eine Depression braucht Zeit um abzuklingen.
Das liegt in der Natur einer Depression.

Ich empfehle Dir,dass Du Dir ein Buch bestellst:
Wenn das Leben zur Last wird von Dr. Rolf Merkle.
Darin findest Du konkrete Anleitungen ,wie man die Krise bewältigen kann.

Wenn Du bezüglich Deines Medikamentes Zweifel hast,vereinbare zeitnah einen Termin bei Deinem Psychiater.
Der scheint ja echt gut zu sein,zumal er zugibt,dass es immer nur ein Versuch sein kann.

09.09.2019 15:02 • #24


A


Hallo Blablubb,

x 4#10


L
Ich würde nochmal zum Arzt gehen. Meine Wirkung kam aber auch erst nach vier Wochen

10.09.2019 09:03 • #25

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