Er ist unglücklich mit mir und der Beziehung

dragon
Alles abbrechen und neu anfangen wäre wahrscheinlich echt das Beste.
Geht halt nicht!

Auf jeden Fall scheints du heute nicht mehr ganz so tief im Loch zu sitzen.

LG
Dragon

07.08.2010 15:38 • #76


M
Weißt Du, was das Allerschlimmste für mich wäre??? - So zu sein wie meine Mutter: nur an sich selbst denkend und mit sich selbst beschäftigt, unzufrieden, pessimistisch, neidisch,verbittert, ...

Ihre Lebensweise kann ich nicht verstehen. Heute wieder nicht. Nach jedem kleinen Bonbon hat sie sich gebückt, Popcorn, ... immer die Hand ausgestreckt für die guten Sachen, die umsonst sind. Zwei Rosen habe ich aufgehoben - die hat sie einer alten Dame geschenkt, weil sie sich sonst stechen könnte und weil sie den Beutel so voll machten.

Ich hätte ja gestern reiten gehen können, aber irgendwie war ich wohl nicht gut drauf - sagt sie zu mir.

Manchmal merke ich, wie ich auf dem besten Weg bin, so zu werden wie sie. Dann ziehe ich die Notbremse und versuche, es zu ändern. Schaue, wie ich wieder zufriedener werde, gönne den anderen ihr Glück und räume auf.

Sie geht ja nur wegen ihren körperlichen Beschwerden zum Arzt (Asthma, Diabetis - Hauptkrankheiten, sonst wird die Liste zu lang), doch man kann sagen, was man will - ich bin überzeugt davon, dass sie irgendwie auch depressiv ist und das schon verdammt lange.

07.08.2010 17:35 • #77


A


Hallo Muedmaus,

Er ist unglücklich mit mir und der Beziehung

x 3#3


dragon
Warum verbringst Du überhaupt Zeit mit ihr?

Ansonsten gilt das gleiche wie in Bezug auf deinen Vater.
Sobald du die Fehler erkennst und dich damit auseinandersetzt, wird du sie nicht wiederholen.

Das tust Du ja.
Ist deine Mutter nicht viel zu aktiv, um wirklich depressiv zu sein?
Außerdem scheint sie kaum auf andere Rücksicht zu nehmen und wie du weißt wollen die meisten Depressiven anderen gefallen.

Also ich glaube nicht, dass du mit deinen Depressionen deiner Mutter im Verhalten ähnlich wirst.

Warst Du in deiner Pubertät ein liebes Kind, oder hast du wenigstens da mal rebeliert?

LG
Dragon

08.08.2010 01:16 • #78


M
Guten Morgen!

Ich habe von frühester Kindheit auf gelernt, dass die Familie das Wichtigste ist. Wir haben meine Großeltern (väterlicherseits) jedes Wochenende gesehen. Sie kamen samstags, meine Oma hat Eintopf gekocht und mein Opa hat den Garten gemacht. Wenn sie samstags nicht kamen, sind wir sonntags zum Essen dort hingefahren. Noch Kaffee und Kuchen und dann ab nach Hause.

Außerdem habe ich ja die erste Zeit meines Lebens bei ihnen verbracht und bin dort aufgewachsen, immer wenn meine Mutter wieder im Krankenhaus auf Intensiv lag (wegen ihrem Asthma).

Bei meiner Oma und meinen Urgroßeltern (beides mütterlicherseits) war es so, dass wir jeden zweiten Tag dort waren. Wir haben für sie eingekauft, Kohlen geschippt und hoch geschleppt. Manchmal (als ich größer war) bin ich alleine mit dem Rad hingefahren.

Wie Du vielleicht in meinem TB gelesen hast, habe ich meinem Opa sogar bis zum letzten Herzschlag die Hand gehalten.

Man stellt sich nicht gegen die Familie - man ist immer für sie da.

Ich war immer lieb und angepasst. Habe mich nur geringfügig aufgelehnt. Wenn ich bei einer Freundin war und um 18:00 Uhr zu Hause sein sollte, habe ich einen Platten vorgetäuscht und bin eine Stunde später gekommen...

Meine Eltern haben mich überall hingefahren. Geburtstage, Partys, Discos...

Ich bin dann mit Anfang 20 in die Wohnung meiner Urgroßmutter gezogen, um meine Mutter zu entlasten, damit sie nicht 3x am Tag zu Oma fahren musste. Ich habe ihr abends Gesellschaft geleistet, für sie gekocht und habe sie nachts zurück ins Bett gehoben.

Meine Mutter rennt zwar zu allen möglich Gruppen, aber andererseits schafft sie ihren Haushalt gar nicht und jedes Mal, wenn ich da bin, sitzt sie in Unterwäsche (mit T-Shirt) auf der Couch. Die meisten Dinge schafft sie gar nicht. (Ich warte seit ca. 10 Jahren auf einen Schal, den sie angefangen hat und den ich zu Weihnachten bekommen sollte...) Ein Intimleben zwischen meinen Eltern gibt es schon lange nicht mehr. (Jaja, mein Vater kotzt sich gerne mal bei mir aus...)

08.08.2010 08:25 • #79


dragon
So wie Du deine Mutter jetzt beschreibst, sieht es doch sehr nach Depression aus, da hast Du recht.

Verurteilst Du sie deshalb, oder kannst du sie jetzt aufgrund deiner eigenen Depressionen besser verstehen?

Wie du dein früheres Familienleben beschreibst, hattet ihr ein sehr enges Verhältnis zueinander.
So etwas kann auch Halt geben und ein Zugehörigkeitsgefühl schaffen. Hattest du das?

Fühlt sich dein Zwerg eigentlich wohl bei deiner Mutter oder ist er froh, wenn er dort weg kann?

Wie fühlst Du dich heute?
LG
Dragon

08.08.2010 16:03 • #80


M
Zitat von dragon:
Verurteilst Du sie deshalb, oder kannst du sie jetzt aufgrund deiner eigenen Depressionen besser verstehen?

Ich verurteile sie nicht, ich werfe ihr nur vor, dass sie aufgegeben hat. - Nein, eigentlich hat sie ja gar nicht aufgegeben, sie hat ja nie gekämpft. Sie hat sich der Situation einfach hingegeben. Ich dagegen habe gekämpft nach der Diagnose, habe alle Rückschläge ertragen und bin noch nicht bereit, aufzugeben. Mein Leben ist noch nicht vorbei. Ich kann sie nicht verstehen. Warum auch? Wie kann man sich der Depression einfach hingeben - ja, nicht einmal wissen wollen, dass sie existiert, anstatt ihr die Stirn zu bieten??

Zitat von dragon:
So etwas kann auch Halt geben und ein Zugehörigkeitsgefühl schaffen. Hattest du das?

Nein. Mir wurde mein Leben vordiktiert und wird es heute noch. Probleme durften nicht (und dürfen auch heute nicht) nach außen dringen. Das geht niemanden etwas an. Ich habe mich immer allein gefühlt. Auch mit meinen Problemen. Warum sonst hätte ich ihnen mit meinen 8 Jahren verschweigen sollen, dass 5 Jungs zudringlich geworden sind???

Zitat von dragon:
Fühlt sich dein Zwerg eigentlich wohl bei deiner Mutter oder ist er froh, wenn er dort weg kann?


Er liebt Oma und Opa. Wenn wir mal nicht dort sind, weil ich z.B. das Auto meines Liebsten habe, dann fragt er, ob er nicht doch zu ihnen darf. Allerdings gibt es auch Tage, da möchte er dort ganz schnell weg. Vielleicht ist er zu klein, um wirklich zu wissen, was er will. Ich sehe nur, dass er dort partout nicht schlafen möchte und die Augen so lange aufhält, wie es ihm möglich ist.

Zitat von dragon:
Wie fühlst Du dich heute?

In Bezug auf mein Leben oder wirklich HEUTE??? - Also HEUTE kann ich Dir beantworten: Meine Vergangenheit hat mich auf der Kirmes eingeholt und schwer getroffen. Ich war 4 1/2 Jahre mit meinem ersten Freund zusammen. Ich war 16, als wir zusammen kamen. Zwar hat er mir in einigen S. Dingen nicht gut getan, aber darum geht es nicht. Meine beste Freundin konnte ihn nicht leiden, sie verbat mir, ihn mit auf ihren Geburtstag zu bringen, blieb zu Hause, wenn er bei mir war und redete bis zum Schluss auf mich ein, was für ein A**** er doch sei. Dann verkuppelte sie mich mit einem Freund von ihrem Freund. Und HEUTE???? Da sind die beiden zusammen und laufen Arm in Arm über die Kirmes...

Außerdem ist mein Ex so freundlich wie früher. Versucht, mit mir zu lachen. Was soll das? Und meine Eltern??? Machen einfach weiter, als wäre nix gewesen.

08.08.2010 17:48 • #81


dragon
Ich hatte genau nach dem HEUTE gefragt.
Du hast ringsum dich herum nur Verrat, Lügen und Unverständnis.

Erstaunlich, daß du es noch schaffst irgendwo eine Wahrheit zu erkennen.

Das ganze Geflecht ist derartig dicht, dass ihr da nie rauskommt, du, der Zwerg und dein Freund.

Vielleicht willst Du das jetzt nicht hören, aber ihr müßtet weit weg, damit ihr nicht fremdbestimmt werdet.

Ich bin nach meinem Abitur an die am weitestest gelegene Uni gegangen. Und es war eine wunderbare Zeit, in der ich endlich mal frei war.
Allerdings hatte ich keinen Anhang und konnte einfach weg.

Es darf nichts nach außen dringen. Als ich in Therapie ging, wollten mir meine Eltern doch tatsächlich verbieten, etwas über sie zu erzählen.

Ist das Schreiben im Forum für dich auch eine Möglichkeit gegen die Depressionen anzukämpfen?

LG
Dragon

09.08.2010 00:09 • #82


M
Ja, denn manchmal öffnen mir hier Leute die Augen, wenn ich mal wieder in eine Sackgasse renne. Es hilft. Hier werde ich verstanden oder eben zurecht gewiesen. - Das ist jetzt keineswegs böse gemeint! Ich bin dankbar für andere Sichtweisen, auf die ich alleine aufgrund meines Tunnelblicks nie gekommen wäre.

In meinem TB habe ich z.B. gelesen, dass ich nach vorne blicken soll - auf meinen Sohn und meinen Liebsten. Nicht zurück in die Vergangenheit. Die verpassten Chancen kann ich nicht ändern. Und weißt Du was??? Sie haben Recht damit.

Genau deswegen geht es mir jetzt besser. Ich kann mich auf JETZT konzentrieren, stolz darauf sein, dass mein Zwerg heute morgen um 07:00 Uhr super in den anderen KiGa gegangen ist und heute abend kuscheln wir ganz doll auf der Couch!

Ich scheine ihm so viel Halt zu geben, dass ihn neue Situationen nicht überfordern. Er hat nicht geweint. (Nur nach dem Aufstehen ganz kurz.)

Ich werde neue Träume finden und sie verwirklichen. Und: Der Weg ist das Ziel.

09.08.2010 07:36 • #83


Glasscherbe

(mehr gibts zu deinem letzten Beitrag nicht zu sagen!)

Liebe Grüße

09.08.2010 07:43 • #84


dragon
Halt das Positive unbedingt fest!

Bin gespannt, wie es weiter geht.

Behalt dein Ziel im Auge.

LG
Dragon

09.08.2010 14:54 • #85


dragon
Wie geht es dir heute und was macht dein Fragebogen?

LG
Dragon

10.08.2010 15:11 • #86


M
Ich bin müde und erschöpft, aber es ist ok. Therapie ist eben anstrengend im Kopf. Genauso wie alleine auf der Arbeit zu sein.

Der Fragebogen ist doch längst weg. Mein Therapeut meint, dass es glatt läuft. Anfang September (nach unserem Urlaub) habe ich den nächsten Termin.

Wir haben heute über früher gesprochen. Dass ich nicht möchte, dass der Zwerg so aufwächst. Mit so einem selbstverständlichen Chaos. Und dass ich das Gefühl habe, dass sie einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt haben. Er hat gefragt, ob sie mich mal in den Arm genommen haben, denn so drückt man Liebe aus. Leider konnte ich mich nicht daran erinnern. Nur, dass ich oft meiner Mutter die Arme oder Beine hingehalten und gekrault werden wollte. Wahrscheinlich habe ich so Zuneigung eingefordert.

Er findet meine selbstverordnete Sommerpause übrigens gut. Und wünscht mir einen schönen Urlaub.

Es hat gut getan. Mich mit früher auseinander zu setzen. Es erklärt einiges. Vielleicht kann ich Nähe deswegen nicht ertragen. Weil ich nie welche erfahren habe.

Mein Liebster ist mit meinem Zwerg unten Fußball spielen. Er hat mir gestern übrigens eine wunderschöne lilane Orchidee geschenkt. Einfach so.

10.08.2010 18:17 • #87


dragon
Du arbeitest wirklich hart an dir, hast aber auch entsprechende Erfolge.

Du kennst das Zitat: Wer sich nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen.

Irgendwann wirst Du auch Nähe zulassen können.

LG
Dragon

10.08.2010 23:23 • #88


M
Moin!

Ich denke, es liegt an meinem Sternzeichen, dass ich hart an mir arbeite. Ich werde diese Zielstrebigkeit und den Hang zum Perfektionismus einfach nicht los. So sind Steinböcke eben. Mir ist sehr wohl bewusst, dass mich dieser Perfektionismus in meinem Leben verdammt viel Kraft gekostet hat - aber andererseits habe ich doch viel von dem erreicht, was ich mir gewünscht habe. Auch ohne Lob oder Bestärkung von meinen Eltern.

Ich bin meinen Weg alleine gegangen. Ich sollte auf die Realschule - habe mich durchgesetzt und war auf dem Gymnasium (ok, ich bin einmal sitzen geblieben, aber das interessiert heute eh keinen mehr). Dann habe ich mich (nach 2 Praktikumsversuchen) für die Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten entschieden und die Prüfung ein halbes Jahr vorgezogen.

Meine Eltern haben nichts dazu gesagt, ich weiß nicht mal, ob sie stolz auf mich sind. Es gab immer nur Hausarrest und Ärger, wenn ich schlechte Noten nach Hause brachte.

Selbst jetzt sind sie noch so negativ. Heute morgen (mein Vater brachte mich zum Zug): Er fragte, was es mir denn eigentlich bringen würde, dass ich ab nächsten Monat von 8 - 12.30 Uhr arbeite und montags auch (jetzt arbeite ich von 8.30 - 13.00 Uhr und montags von 8.30 - 15.30 Uhr). Ich sagte ihm, dass ich mich dann alleine um meinen Zwerg kümmern könne. 3x fragte er noch nach: Ja, aber was bringt es Dir?? Und dann kam: Tja, dann hat der KiGa ein Problem. Du wirst mindestens 1x die Woche zu spät kommen oder Du sagst Deinem Chef, dass Du keine Überstunden mehr machen kannst.

Aha, so ist das also. Ich möchte das Beste für mein Kind und möchte zudem meine Eltern entlasten und dann heißt es sofort indirekt Tja, dann kümmerst Du Dich eben alleine, dann springen wir auch nicht mehr ein. Sehr nett.

11.08.2010 07:44 • #89


A


Hallo Muedmaus,

x 4#15


dragon
Sie sehen das nicht als Entlastung, sondern als Mißtrauen ihnen gegenüber.

Wir sind nicht mehr gut genug, um auf dein Kind aufzupassen, du willst das nicht mehr.

Und dann kommt die Trotzreaktion (eigentlich kindisch), wenn du uns nicht brauchst, dann sieh zu wie du klarkommst.

Warum hast Du nicht studiert?

LG
Dragon

11.08.2010 22:02 • #90

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