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Erschöpft wegen anstrengender Arbeit - es zieht mich runter

W
Liebe Robbe,
ich habe da wohl was falsch verstanden. Ich dachte, du konntest für dich entscheiden, dass du aus dem Arbeitsleben gehst. Na ja, ich denke trotzdem, dass die erste Zeit wohl ziemlich schwer für dich gewesen ist, akzeptieren zu müssen, dass es nicht mehr geht - und davor habe ich eine Riesenangst.
Die Sprüche, die du hören musstest kenne ich nur zu gut.O-Ton meine Oma: sollst mal sehen, wie weit du noch kommst.
Und dann der ewige Kampf. Auch bei mir, und wie Resi schrieb, bei vielen ist das Leben ein lebenslanger Kampf. Das fing bei mir auch schon in der Kindheit an. Ich habe drei Brüder und keine Schwester und ständig musste ich um so Vieles kämpfen: nicht die typischen Mädchensachen machen müssen - wie abwaschen oder anderes im Haushalt, Kampf um Anerkennung, dass ein Mädchen auch was wert ist usw.
Und heute - es ist immer noch Kampf, aber ich bin so müde und kann nicht mehr.

@resi: Wenn ich jetzt in Rente gehen würde, hätte ich seeehr große Abzüge.
Und das macht mir auch wieder Angst, was passiert mit mir, wenn ich alt bin. Meine Mutter kam mit 66 ins Pflegeheim. Sie starb mit 72.
Lohnt sich der Kampf wenn mich so etwas erwartet?
wozu

27.01.2021 21:25 • x 1 #16


W
Hallo,
im Moment ist es so, dass ich zwischen zwei Polen schwanke, und mich nicht wirklich entscheiden kann.
- der erste Pol: wie schaffe ich es mir mehr Regenerationsräume zu nehmen, um das, was ansteht zu schaffen? Wie kann ich es schaffen, meine Erschöpfung in den Griff zu bekommen? Wo gibt es Auftankquellen für mich? - Da bin ich ziemlich ratlos und hoffe auch auf Tipps von euch.
- der zweite Pol: lohnt sich dieses Kämpfen überhaupt?
Ich spüre, dass ich wirklich sehr am Kämpfen bin und habe im Moment auch kein positive Antwort darauf. Merke aber, dass meine Stimmung immer mehr in den Keller geht, und dieses Gefühl kommt mir sehr bekannt vor.
Zusammenfassung: ich kann nicht mehr, was kann ich tun um daraus zu kommen?
wozu

03.02.2021 01:28 • x 1 #17


A


Hallo wozu,

Erschöpft wegen anstrengender Arbeit - es zieht mich runter

x 3#3


R
Liebe wozu,
lass dir helfen, du musst es doch nicht alleine schaffen.
Nimm dir eine Auszeit von der Arbeit, damit du wieder zu Kräften kommen kannst.
Ich war auch schon so oft an dem Punkt wo ich mich gefragt habe, ob sich das Kämpfen überhaupt lohnt. Und ich möchte dir sagen: es lohnt sich. Es wird nicht so bleiben wie es jetzt ist, wenn du bereit bist dir helfen zu lassen.
Ich wünsche dir alles Liebe und den Mut den ersten Schritt für dich zu gehen
Robbe

03.02.2021 10:44 • x 2 #18


W
Vor ein paar Tagen habe ich mich mit meiner Psychiatriepraxis in Verbindung gesetzt um einen zeitnahen Termin zu bekommen, weil es mir schlecht geht und um ein neues Rezept zu erhalten. Es ist mir nicht leicht gefallen, aber ich habe mich endlich getraut, weil ich immer mehr spüre, es geht nicht mehr.
- und was ist passiert? Die Antwort war: - Sie haben doch schon im März einen Termin. Das haut mich um und macht mich nur noch hilfloser.
wozu

06.02.2021 00:59 • x 1 #19


R
Liebe wozu,
das tut mir sehr leid für dich, dass das so blöd gelaufen ist.
Bei meinem Arzt ist das so, dass ich da einfach hingehen kann wenn es mir sehr schlecht geht, also auch ohne Termin. Geht das bei deinem Arzt nicht?
Ich werde weiter für dich beten.
LG, Robbe

06.02.2021 10:58 • #20


W
Da ich auch noch andere Baustellen habe, bin ich heute zu meiner HA.
Sie hat mich dann für diese Woche Arbeitsunfähigkeit geschrieben. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen ein wenig ausruhen und Kraft sammeln kann.
wozu

08.02.2021 20:39 • x 2 #21


E
Ich wünsch es dir sehr!

08.02.2021 20:41 • x 2 #22


R
Ich auch
LG, Robbe

09.02.2021 11:48 • x 1 #23


W
Seit Samstag arbeite ich wieder. Aber ich bin immer noch sehr schnell erschöpft. Vor ein paar Tagen habe ich in meinen Kalender geschaut und mit Erschrecken festgestellt, dass ich bis Mitte Juni kein freies Wochenende mehr habe.
Ich weiß, dass das nicht gut ist, bin da aber total im Zwiespalt: auf der einen Seite mag ich meine Arbeit und finde sie auch sinnvoll, auf der anderen Seite aber ist es zu viel und ich habe keine Ahnung, wie und ob ich das überhaupt delegieren könnte.
Wie lerne ich mich besser abzugrenzen? Habt ihr Tipps?
LG
wozu

17.02.2021 20:18 • #24


Ecca
@Robbe und @wozu,
Mir geht es ähnlich so, wie euch. Ich lebe ländlich und hier besteht ein großer Ärzte sowie Psychologen Mangel. Einfach findet man weder den einen noch den anderen. Zu meiner Psychiaterin kann ich nur mit Termin gehen und das gerade jetzt in dieser, meiner schwersten Depressionsepisode überhaupt. Seit ca. 1 Jahr bin ich arbeitsunfähig. Ich war gerade in einer 6 wöchigen Reha. Dort ging es mir gegen Ende ganz gut aber heute, mit Beginn meiner Wiedereingliederung, packt mich schiere Panik. Mit der Psyrena konnte ich noch nicht beginnen, die Gruppen, in einem Umkreis von 25 km von meinem Wohnort, sind voll. Tagesklinik war während meiner Krankheitszeit wegen Corona und damit verbundener kleinerer Gruppengröße nicht möglich - Aufnahmestopp -. Die einzige Möglichkeit die mir angeboten wurde war die Reha, die mir aus meiner heutigen Sicht nicht viel gebracht hat.

Ich frage mich auch : wozu das alles. Klar habe ich Familie, die ich liebe. Aber Familie zusammen mit Arbeit und mind. 1 stündiger Pendelei (einfacher Weg), fühle ich mich total überfordert. Ich bin nur noch erschöpft, traurig und voller Angst und frage mich - wie kann ich die Zeit bis zur Rente noch durchhalten - ?

Vor 5 Jahren im Alter von 55 Jahren habe ich einen Grad der Behinderung von 20 aufgrund seelischer Störungen zuerkannt bekommen. Jetzt habe ich einen Verschlechterungsantrag gestellt. Meine Frage an dich Robbe ist nun: Muss man für die Rentenversicherung als schwerbehindert, GbB 50 und höher, gelten, wenn man Erwerbsminderungsrente beantragen möchte?

Was passiert mit mir, sollte ich ausgesteuert werden und meine Psychiaterin mich nicht mehr krank schreiben ? Sogar davor habe ich Panik. Ich kann Sie nicht gut einschätzen. Ich kam zu ihr, nachdem mein Psychiater in seinen wohl verdienten Ruhestand ging. Zu diesem Zeitpunkt war ich nur heilfroh überhaupt wieder psychiatrisch und damit medikamentös versorgt zu werden.

Therapie - Müde bin ich zudem. Zum einen bringe ich derzeit nicht die Kraft auf, ständig bei Psychologen anzurufen und mit deren Anrufbeantworter zu kommunizieren und auf meine Mails habe ich nur Absagen bekommen bzw. größtenteils überhaupt keine Antworten.

Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Nur soviel, mir ist unverständlich weshalb sich in Großstädten Ärzte und Psychologen nur so tummeln und auf dem Land die Menschen im Stich gelassen werden. Unser Gesundheitssystem hat Nachholbedarf was die Versorgung der Bevölkerung in jeglicher Weise angeht.

Viele Grüße Ecca

18.02.2021 04:41 • #25


Ecca
Apropos: fehlende Abgrenzung ist auch mein Ding. Ich habe darauf bisher noch keine Antwort gefunden.

18.02.2021 04:43 • x 1 #26


W
Hallo,
ich mal wieder. @ Ecca ich habe keine Familie mehr, außer Geschwister, die sehr weit entfernt sind. meinem Bruder, mit dem ich einen engeren Kontakt hatte, habe ich seit Sommer des vergangenen Jahres nicht mehr gesehen. Das ist sicherlich auch ein Problem, das mich gerade sehr beschäftigt. Beruflich habe ich Kontakte, aber privat so gut wie keine mehr, außer ein paar per Telefon. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum es mir so schlecht geht.
Ich habe in den letzten Tag meinen innerlichen Druck nicht mehr ausgehalten und bin wieder in alte Muster verfallen, ich habe wieder mit SVV begonnen, ich bin nicht stolz drauf, aber in dem Moment spür ich eine Erleichterung. Ja, und ich weiß das, das nicht gut ist. Es fühlt sich aber z.Zt. befreiend an.
Arbeitstechnisch war es heute wieder voll. Aufgeteilt in drei Gruppen (Corona-bedingt) hatte ich heute eine Veranstaltung mit jeweils 15 Kindern und einem Elternteil in der Kirche eine katechetische Versammlung, natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften.
Ich mag nicht immer jammern, aber ich habe wirklich das Gefühl: Ich kann nicht mehr
wozu

28.02.2021 01:33 • #27


W
Heute hatte ich den Termin bei meiner Psychiaterin. Wir hatten ein längeres Gespräch. Ja, sie wollte mich krank schreiben, weil es bei mir noch nicht besser aussieht als bei meinem letzten Eintrag. Lange hat sie versucht mir verständlich zu machen, dass es kein Versagen ist und kein im Stich lassen des Kollegen, wenn ich jetzt eine Auszeit nehme.
Ich will es mir durch den Kopf gehen lassen, aber ich komme mir schon jetzt wieder wie die große Versagerin vor. Und ja, wenn eine*r von euch sagt, dass das kein Versagen ist, sondern Selbstfürsorge - verstandesmäßig ist mir das klar, aber in meinen Gefühlen ist das längst nicht angekommen.
Vielleicht brauche ich auch von außen die Erlaubnis?! - Ich bin so ratlos.
Mein SVV ist jetzt wieder täglich.
wozu

04.03.2021 20:23 • #28


Lost111
Hallo @wozu,

es ist schonmal gut, dass du dich deiner Psychiaterin anvertraut hast. Das war ein richtiger und wichtiger Schritt.

Ich kenne diese Gefühle, sich als Versager vorzukommen, nur zu gut. Leider habe ich diese Gefühle auch immer, wenn ich mich krank schreiben lasse. Ich komme dagegen einfach nicht an. Es dauert bei immer Tage, bis ich das einigermaßen akzeptieren kann.
Ich bin jetzt die 1. Woche krank geschrieben und langsam kommt es bei mir an, dass das nun mal jetzt so ist und Punkt. Was ist daran bitte so schwer zu verstehen?! Ich weiß es nicht.
Lass dich nicht unterkriegen!

LG Lost111

04.03.2021 23:28 • x 1 #29


A


Hallo wozu,

x 4#15


W
Hallo Lost,
wer soll mich unterkriegen? bin ich es nicht selbst?
Ja, es ist so, wenn ich mich jetzt krank schreiben lasse, ist es wie ein Versagen, wie vor ein paar Jahren. Ich pack's einfach nicht.
Meine Psychiaterin hatte einen Vergleich mit einem Auto gebracht: ein geflicktes Auto ist nicht mehr so leistungsfähig und ausdauernd wie ein anderes Auto. Aber, wenn ich mein Auto zur Reparatur gebracht habe, dann erwarte ich doch, dass es so leistungsfähig fährt, wie vorher auch.
Und das erwarte ich von mir auch. Oder bin ich da blind in dieser Frage?
Es steht so viel an in der nächsten Zeit, und viel verlassen sich auf mich.
Deshalb brauche ich einen Tipp von euch allen, was würdet ihr in meiner Situation machen.
Nochmal versuchen mit der Psychiaterin ins Gespräch zu kommen, um mich doch krank schreiben zu lassen oder besser sagen, warte bis Ostern, dann kannst du dir 2 Tage frei nehmen und Kraft schöpfen.
Ich weiß nicht was richtig ist, bin ratlos und steh ständig unter (Schneide)-Druck.
Bin dankbar für eure Antworten
wozu

10.03.2021 22:34 • #30

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