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Erschöpft wegen anstrengender Arbeit - es zieht mich runter

W
Liebe Lost, vielen Dank, ein Schritt nach dem anderen.
Aber:
I C H K A N N N I C H T M E H R.
Ich fühl mich noch kaputter als vor der Klinik und verletze mich jetzt jeden Tag, auch die Suizidgedanken
tauchen wieder auf.
Ich will mich ja an den Plan halten, aber es wäre gut, wenn ich auch etwas Positives spüre.
wozu

29.08.2021 19:28 • #61


Lost111
Liebe @wozu ,

das hört sich alles nicht gut an. Du, sprich doch nochmal mit deiner Ärztin. Weiß sie von deinen Gedanken?
Auf die Arbeit bzw. WE wirst du dich so wohl kaum konzentrieren können.
Kannst du dir vorstellen, eine kleine Sache am Tag aufzuschreiben, die positiv war/ist?

LG Lost111

30.08.2021 19:44 • x 1 #62


A


Hallo wozu,

Erschöpft wegen anstrengender Arbeit - es zieht mich runter

x 3#3


W
Liebe Lost und alle, die mich vielleicht lesen,
jetzt bin ich in der 3. Woche der Wiedereingliederung. Am Wochenende habe ich außer schlafen und
essen nichts auf die Reihe bekommen.
Gestern war wieder die APP da und wir haben einen Wochenplan aufgestellt. Ich denke, er kann mir helfen
für mich eine zur Zeit passende Tagesstruktur zu finden.
Wobei das Leben oder die Umstände ja ständig dazu zwingen, flexibel zu sein. Heute
z.B. kam ein Handwerker, sodass der Vormittag blockiert war und ich erst mittags zur Arbeit
gehen konnte. Aber ich habe es geschafft, PMR zu machen und etwas zu lesen. Das sind
denke ich wirklich 2 positive Sachen. PMR war mir etwas zu kurz, da werde ich beim nächsten
Mal die längere Version wählen.
Danach dann die Arbeit, von 12.15 bis 14.15. das war furchtbar anstrengend, wir hatten ein
Vorbereitungstreffen für ein großes Ereignis Ende September. .
Nach dem Treffen habe ich noch ein Gemeindemitglied getroffen, die mich dann gefragt hat: Geht's
gut? Da war ich erst geplättet, habe dann aber ehrlich geantwortet: nein, und nach einer
kurzen Pause aber jeden Tag ein bisschen besser. Vielleicht ist der Wunsch Vater des
Gedanken. Aber darauf muss ich auch bedacht sein, dass ich nicht nur Leute aus meinem
Team treffe, sondern auch andere und mir da auch noch passende Antworten überlegen.
Und- was ich mir schon am Entlassungstag aus der Klinik vorgenommen habe , heute endlich
konnte ich es umsetzen. Ich habe mir ein halbes Hähnchen geholt und gegessen. Der hatte bis
heute Urlaub. Auch das was Schönes.
Danach habe ich nur noch geschlafen.
Aber, leider hat sich das noch nicht geändert, ich habe mich wieder verletzt. Und die Flächen
werden größer und tiefer. Aber, es ist wie es ist.
wozu

01.09.2021 22:40 • #63


Lost111
Liebe @wozu ,

Zitat:
Aber ich habe es geschafft, PMR zu machen und etwas zu lesen. Das sind
denke ich wirklich 2 positive Sachen. PMR war mir etwas zu kurz, da werde ich beim nächsten
Mal die längere Version wählen.

Das sind definitiv 2 positive Sachen! Gut gemacht! :
Ich glaube dir, dass auch 2 Stunden Arbeit sehr anstrengend sein können. Deshalb die WE. Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen.
Aber ich denke, dass du auf einem guten Weg bist, trotz aller Widrigkeiten. Lass dich nicht unterkriegen!
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft!

LG Lost111

01.09.2021 23:19 • x 1 #64


W
So, die nächste Woche steht bevor. In dieser Woche habe ich sehr schmerzlich erfahren, wie blöd
es ist, die Vorlagen meiner Ärztin einzuhalten. Sie sagt ja, keine Abendtermine und keine
Wochenendtermine. Am Mittwoch hätte ich eine Sitzung mit einer Gruppe gehabt, ich habe aber
schweren Herzens abgesagt. Und am Freitag haben wir eine Veranstaltung für einen Samstag geplant .
Inhaltlich habe ich das jetzt mit vorbereitet und werde auch die Materialien besorgen, aber
durchführen kann ich das jetzt nicht und das fühlt sich echt doof an.
Erschöpft und müde bin ich immer noch, habe aber auch gemerkt, dass etwas für sich tun
sehr anstrengend ist. So ist morgen Mittag erst mal der Besuch bei der Psychiaterin angesagt,
meine APP-Begleiterin möchte gern dabei sein und morgen Nachmittag habe ich eine
Therapiestunde in der Nachbarstadt. Diese Termine (auch die Begleitung durch APP ) empfinde
ich als sehr anstrengend.
Was mich auch etwas beunruhigt sind die körperlichen Symptome : mein Juckreiz ist wieder
total stark und macht mich fast wahnsinnig, Übergeben und Durchfall wechseln sich ab und ich
habe einen enormen Schneidedruck (das ist jetzt täglich), ich stelle aber fest, dass ich anscheinend
auf das Pflaster allergisch reagiere, die Haut ist total rot und mit kleinen Bläschen belegt.
Am liebsten möchte ich schreien: ich kann und will nicht mehr - aber ich kenn mich und tu
es nicht
wozu

05.09.2021 20:01 • #65


W
Das ist jetzt aber blöd. Ich hatte einen Text geschrieben und der ist
nicht erschienen, ich weiß nicht, ob ich ihn so wieder auf die Reihe kriege.
Gestern hatte ich Mittags Arztbesuch und nachmittags Therapie in der Nachbarstadt (ca. 50 min Fahrt)
Es ging auch um Suizidalität, die Therapeutin hat mich gefragt, wie der letzte Versuch war, was
ich gemacht habe und mich gefragt, wie es zur Zeit bei mir aussieht, weil sie wahrgenommen hat, das ich mich an den
Handgelenken verletzt habe. Ich habe zwar entschieden gesagt, dass ich jetzt nicht suizidal
bin. - aber ich weiß es nicht mehr.
Natürlich haben wir auch über die WE gesprochen. Und mir wurde jetzt, in der Therapiestunde, so
richtig bewusst, dass ich beeinträchtigt bin. Das macht mich unendlich traurig.
Auf der Rückfahrt schwirrten tausende Gedanken und Fragen durch meinen Kopf:
bin ich wirklich nicht suizidal, kann ich so eingeschränkt leben, und auch die Frage nach meinem Wert
(ich weiß, jeder Mensch ist wertvoll an sich und ich will das niemanden absprechen!),
aber ich hole mir meine Wertschätzung über die Arbeit, sie ist mein Leben.
Ich kann so nicht weiterleben
wozu

07.09.2021 19:57 • #66


W
Kann ich noch aktiv gegen die Suizidalität angehen?
Ich glaub ich brauch Hilfe.
wozu

07.09.2021 23:23 • #67


W
Hallo, da bin ich mal wieder,
ich habe noch mal ein intensives Gespräch mit meiner Psychiaterin gehabt und auch von der APP werde
ich engmaschig begleitet. Zur Zeit ist es so, dass die Suizidgedanken nicht mehr so
drängend sind und falls etwas sein sollte, gibt es einen Notfallplan.
Ich hoffe, ich habe durch meine Äußerungen niemanden getriggert. Es tut mir leid, wenn doch.
Ja. und wie geht's mir jetzt?
Es ist noch immer alles ziemlich schwer, ich bin so erschöpft und müde. Meine neuesten
körperliche Symptome sind: geschwollene, rote und brennende Augenlider, das ist sehr unangenehm
Abends habe ich ein fiebriges Gefühl, das Gesicht fühlt sich heiß an.
Ich hatte das auch in der Klinik und war beim Augenarzt, dort hieß es ist ein Lidphlegmone,
das eigentlich mit Antibiotika behandelt wird, aber das habe ich nicht bekommen. Jetzt muss
ich schon wieder mal zum Arzt um das abklären zu lassen und davon habe ich auch die
Nase voll.
LG
wozu

22.09.2021 19:52 • #68


W
Ich weiß nicht, ob noch jemand hier liest, trotzdem möchte ich ein kleines update geben.
Die letzten 2 Wochen waren sehr aufwühlend für mich und beschäftigen mich noch immer.
Ich habe schon mal gesagt, dass ich gläubige Christin bin und in der kath. Kirche arbeite. Nun
wurde vor kurzem die Studie zur S. Gewalt in unserem Bistum veröffentlicht. Der
verstorbene Bischof stand auch unter Verdacht, das aber nicht nachgewiesen werden konnte, wohl
aber, dass etliche Täter geschützt wurden und dass kaum auf die Opfer gesehen wurde.
Mir kam das K------ zen, obwohl ich nicht viel anderes erwartet habe.
Am Tag nach der Veröffentlichung hatten wir dann eine Sitzung mit Priestern und anderen
pastoralen Mitarbeitern. Jede(r) sollte erzählen, was ihn/sie gerade bewegt. Und ich habe genau
dies gesagt, dass es nicht darum gehen kann, die Täter zu schützen. Dass die Priester
sich wirklich mit ihrer Macht auseinandersetzen müssen u.a.m.
Einige fühlten sich sehr angepisst und meinten, ich habe ein Priesterfeindbild, auch mein Vorgesetzer,
der mir das schon mehrfach vorgeworfen hat.
Da ich aber selbst S. Gewalt durch meinen Bruder erfahren habe, finde ich diese
verlogenen Aussagen, wie sie dann am Tag drauf vom Papst kamen, in Bezug auf den Erzbischof
von Hamburg, kaum zum Aushalten.
Ich frage mich wirklich findet da ein Umdenken statt?
Inzwischen arbeite ich 3 Stunden die Woche und habe auch noch 2xWoche APP.
Manchmal werden es mehr Stunden, so z.B. gestern, wo der Weihbischof zur Visitation da
war, aber letztlich auch nur Schall und Rauch war.
Ich werde langsam wütend auf mich, weil ich keine Fortschritte sehe und ich Angst bekomme,
dass ich nicht wieder auf die Beine komme.
Hauptsächlich richtet sich diese Wut gegen mich, indem ich mich verletze, aber es ist auch
gegen die Institution.
Traurig machte mich die Äußerung meines Vorgesetzten mit dem Priesterfeindbild, ich habe so
oft betont, dass ich gerne hier bin und mit allen zusammen arbeite.
In der APP wurde mir geraten, den Blick auf das Positive zu lenken, aber ich nehme nichts wahr-
und weiß auch, dass ich in keinem guten Zustand bin.
wozu

08.10.2021 19:47 • x 2 #69


Lost111
Liebe @wozu ,

Zitat:
Am Tag nach der Veröffentlichung hatten wir dann eine Sitzung mit Priestern und anderen
pastoralen Mitarbeitern. Jede(r) sollte erzählen, was ihn/sie gerade bewegt. Und ich habe genau
dies gesagt, dass es nicht darum gehen kann, die Täter zu schützen. Dass die Priester
sich wirklich mit ihrer Macht auseinandersetzen müssen u.a.m.

Es ist nun mal Fakt, dass Priester diese Taten auch begangen haben. Und das hat nichts mit einem Priesterfeindbild zu tun. Du darfst zu deiner Meinung stehen. Die Frage ist nur, inwiefern man für einen solchen Verein noch arbeiten möchte, aber das muss Jeder für sich selbst entscheiden. Fühlst du dich mit der Arbeit dort denn ansonsten noch wohl?
Zitat:
Ich werde langsam wütend auf mich, weil ich keine Fortschritte sehe und ich Angst bekomme,
dass ich nicht wieder auf die Beine komme.

Geduld heißt das Zauberwort... Ich weiß, dass das so schwer ist, bin ich selbst doch auch total ungeduldig. Das sagt sich immer so einfach. Gibt es etwas, was du gerne machst?

LG Lost111

08.10.2021 20:36 • #70


S
Wie passt es denn zusammen , das sogenannte Gläubige , Kinder Missbrauchen ? und das ganze dann Kirche nennen

08.10.2021 20:42 • #71


S
Es soll doch alles nur vertuscht werden ,darum geht es, Hauptsache der Schein bleibt bestehen

08.10.2021 20:49 • #72


W
Eins muss ich unserer Kirche (ja, ich identifiziere mich noch damit) ja lassen,
sie versucht den Missbrauchsskandal wirklich aufzuarbeiten und bei uns im Bistum sind das
auch keine Kirchenleute, die das gemacht haben. Denn seien wir ehrlich, S. Gewalt gegen
Kinder oder auch Erwachsene fand (findet) in vielen Verbänden, Unternehmen und noch viel
mehr in Privathäusern statt.
Aber - und da hört mein Verständnis dann auf, wir sind zu wenig bei den Opfern und @ Silbermond es
wird glaub ich noch viel vertuscht.
Es gibt seit ca. 10 Jahren Präventionsmaßnahmen im Bistum, jeder der sich engagiert muss daran
teilnehmen, egal ob ehrenamtlich tätig, oder Priester oder pastorale Mitarbeiter*innen. DAs
finde ich wichtig und gut, denn auch heute noch gilt es, die Augen offen zu halten.

Irgendwie lässt mich das nicht los und blockiert auch mein anderes Handeln. Ich fühl mich ohnmächtig
und auch irgendwie ausgeliefert - das Gefühl wie damals,

@ Lost - was ´mache ich gerne? - normalerweise würde mir schon was einfallen, aber jetzt habe
ich große?
Am Dienstag muss ich wieder zur Ärztin, wahrscheinlich wird sie mir auch sagen, ich muss
Geduld haben.
Vielen Dank für euer Feedback
wozu

09.10.2021 18:33 • x 1 #73


W
Gestern war ich nun bei meiner Psychiaterin. Über 1 1/2 Stunden musste ich warten.
Ich konnte ihr erzählen, wie ich mich fühle, dass ich wütend auf mich selbst bin, weil
ich zu wenig Fortschritte sehe und auch meinen Ärger mit der Institution Kirche.
Was verwunderlich für mich war, sie hat mich positiv wahrgenommen. Meine Augen seien lebendiger
und insgesamt wirke ich wacher.
Was stimmt nun Selbstwahrnehmung oder Fremdwahrnehmung?
Ich weiß es nicht.
Ich wollte gerne auf ein anderes Anitdepressivum umsteigen, aber das wollte sie nicht.
Jetzt meine Frage an euch:
Kann es sein, dass es einem schon besser geht, obwohl ich das selbst gar nicht wahr nehme?
Ich bin irritiert.
wozu

13.10.2021 19:55 • x 1 #74


A


Hallo wozu,

x 4#15


Kate
Zitat von wozu:
Kann es sein, dass es einem schon besser geht, obwohl ich das selbst gar nicht wahr nehme?

Ich denke, dass kannst nur du selbst einschätzen. Sofern du ehrlich und kritisch auf Dich schaust, was Du erreicht hast und was noch nicht etc. kannst Du Dir ganz gut ein Bild machen.
Feedback von außen ist natürlich auch wichtig. Man kann zusammen anschauen was gut ist, worauf man alleine womöglich nie gekommen wäre.
Ich höre auch oft, gut siehst du aus, warst du im Urlaub? Nein ich komme von der Therapie und zermetzel mich gerade innerlich.
Von daher weißt tatsächlich nur Du wie Du Dich fühlst.

13.10.2021 20:06 • x 2 #75

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