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Erwartungen nicht erfüllen können - ich bin ein Blender

blackJoy
Vielen Dank für deine Zeilen @kalle68
Vieles was du schreibst, gibt mir sehr zum Nachdenken. Ich werde nach Ostern meine Psychotherapeutin kontaktieren. Auch sollte ich mir eine Strategie wegen meinem Job überlegen.
Und du hast vollkommen recht: keiner kann Gedanken lesen und es ist ok, sich Hilfe zu holen Ich tu mir damit einfach immer und immer wieder so schwer. Überhaupt über Probleme, Fehler, etc. zu sprechen...

Ach, ich bin heute übrigens Tante geworden. Meine ältere Schwester hat ein kleines Mädchen zur Welt gebracht. Das lässt mich gerade alles andere vergessen...

Frohe Ostern
LG

11.04.2020 20:02 • x 1 #16


blackJoy
Hallo @Annaleen Irgendwie habe ich ganz vergessen dir zu antworten...sorry dafür.
Ganz ehrlich, weiß ich nicht was mir helfen würde. Ich grübel schon die ganze Zeit darüber, welche Lösung ich benötige...Ich merke nur, dass ich klare Anweisungen für mein Tun benötige. Also man muss mir sagen was ich tun soll. Ich mach das dann und dann ist das gut. Sobald es aber an irgendwelche Analysen oder Konzepte/Lösungsfindungen geht, komme ich nicht mehr klar.

Ich fühle mich seit gestern Abend so unwohl, so beschissen (sorry für den Ausdruck). Auch weil ich viel zu viel Osterschoki verdrückt habe. Außerdem komme ich heute gar nicht aus dem Bett. Als wäre ich aus Beton. Ich habe mir aber nun den Laptop hergeholt und will ein paar Zeilen an meine Therapeutin aufsetzen...

Ich hoffe es ist okay, wenn ich noch kurz meine aktuellen Gedanken abtippe. Das muss raus um mich bisschen zu ordnen:
Ich schäme mich aktuell sehr für meinen Körper. Es ekelt mich. Ich spüre regelrecht das Fett, dass sich durch die gestrige Schoki angesetzt hat. Ich schaffe es nicht, die Nachrichten von Freunden zu lesen. Ich will einfach nicht oder finde es zu anstrengend. Ich schiebe das alles vor mich hin. Ich kann nicht ehrlich sagen, ich habe keine Lust auf telefonieren. Mein Kopf ist leer. Ich sollte mir ein Geschenk für meine Schwester und ihr Neugeborenes überlegen. Aber nicht mal das macht mir gerade Spaß zu recherchieren. Wenn ich an meine Schwester denke empfinde ich sogar Neid und dafür schäme ich mich. Sie hat einfach keinen fetten Ar. so wie ich, obwohl sie noch vor kurzem schwanger war. Sie hat eine Familie gegründet und ich schaffe es nicht mal einen Freund zu haben. Ich möchte einfach nichts mehr tun. Ich überlege wie ich am besten verschwinden kann. Ich sehe keine Zukunft für mich. Ich scheitere schon wieder. Ich habe keine Ziele im Leben. Ich habe immer vor irgendwas Angst. Wieso fällt mir alles so schwer? Wieso kann ich mich nicht zusammenreißen? Wieso bin ich so wie ich bin?
...

13.04.2020 14:56 • #17


A


Hallo blackJoy,

Erwartungen nicht erfüllen können - ich bin ein Blender

x 3#3


kalle68
Hi blackJoy,

ich habe gerade deine Zeilen an Annaleen gelesen und möchte dir noch Paar Sachen schreiben.

Zitat:
Ganz ehrlich, weiß ich nicht was mir helfen würde.

Zitat:
...Ich merke nur, dass ich klare Anweisungen für mein Tun benötige.


Ich arbeite seit 18 Jahren im Bereich Bildung und Lehre und habe viel mit Studenten und Dozenten zutun. Bis auf Bachelor und Master Betreuungen dh Studenten bei Ihrer Arbeit unterstützen kann der Rest der Arbeit als Routine bezeichnet werden. Zudem Zeitpunkt wusste ich nicht, wie meine Seele auf schnelle Veränderungen später reagieren würde. Ältere Kollegen gingen in die Rente und wir wurden weniger und die Arbeit nahm massiv zu . Ich wusste immer was zu tun war durch Erfahrung und Routine bis mein Bereich von einem der Dozenten in die Hand genommen wurde und so landetet ich in kurze Zeit in den Burnout. Was ist passiert ? Dieser Mensch hat eine Arbeit nach der anderen aus dem Boden gestampft und brachte auf die schnelle zu viele Veränderungen, was bei mir in der Seele Überforderung und einen Kurzschluss verursachte. Das ist ungefähr wenn der Chef zum Busfahrer sagt Ab heute fliegst du Hubschrauber mach dich schlau. Mehr Arbeit und Belastung passiert kontinuierlich so hat man das immer hingenommen und gar nicht gemerkt in welchem Teufelskreis man reingerutscht ist, weil man nicht gelernt hat nein zu sagen und sich zu wehren.Ich arbeitete die doppelte Menge bei gleicher Besoldung, nur weil gewisse Individuen der Meinung sind es muss mehr getan werden.

Du hast vollkommen recht und du weiß was dir hilf nämlich klare konkrete Anweisungen.

Zitat:
Ich schaffe es nicht, die Nachrichten von Freunden zu lesen. Ich will einfach nicht oder finde es zu anstrengend. Ich schiebe das alles vor mich hin. Ich kann nicht ehrlich sagen, ich habe keine Lust auf telefonieren. Mein Kopf ist leer.


Das sind die Symptome von Burnout und Depression, deswegen darfst du dich nicht verdammen und auch nicht hassen. Du darf dich nicht mit da Draußen Normalzustand vergleichen.

Zitat:
Ich möchte einfach nichts mehr tun. Ich überlege wie ich am besten verschwinden kann. Ich sehe keine Zukunft für mich. Ich scheitere schon wieder. Ich habe keine Ziele im Leben. Ich habe immer vor irgendwas Angst. Wieso fällt mir alles so schwer? Wieso kann ich mich nicht zusammenreißen? Wieso bin ich so wie ich bin?


Wenn ich zurück denke was ich alles an Trauer und negative Emotionen erlebt habe. Eltern haben sich scheiden lassen und gingen in Streit und Zorn auseinander, da waren wir noch sehr jung. Um die Scheidung zu verhindern hat meine Schwester Suizid Versuch begangen. Sie hatte auch Probleme mit unserer Mutter und hatte auch viele Therapien und Sitzungen hinter sich. Heute ist sie wegen ihrer Gesundheit frühberentet und bedingt belastungsfähig aber sie kann lachen. Sie hat Freude im Leben und versucht Dank der Therapien im Positiven zu bleiben.
Dass du nichts tun möchtest ist in Ordnung aber du tust niemanden nicht mal dir selbst einen Gefallen, wenn du verschwinden möchtest. Durch Burnout und Depressionen hat man einen verzerrten Blick im Leben und daher siehst du euch keine Zukunft. Was die Ziele betrift, da brauchst du erst mal Hilfe von deine Therapeutin, um einen Weg zu entdecken, was frei von Scherben und Steinen ist. Burnout Menschen ohne gezielte Therapie Maßnahmen fallen schnellen in den alten Muster zurück, daher ärgerst du dich, weil du denkst, dass du dich nicht zusammenreißen kannst. Bei YouTube habe ich einen sehr interessanten Psychologen entdeckt. Seine Worte werden dich beruhigen. Er hat viele Videos schau dir seine Videos über Burnout und Depression an es wird dir gefallen.
https://www.youtube.com/results?search_...obert+betz

Bleib gesund
LG

13.04.2020 16:23 • #18


mrsrobot
Also, ich habe einen ähnlichen Weg gerade hinter mir, Stellenwechsel, Stellenwechsel, Überlastung, Überlastung,... Seit meinem Burnout vor vier Jahren rödle ich immer mehr in diesem Hamsterrad. Jetzt habe ich einen Rehaantrag vor mir liegen, weil ich einfach nicht aus dieser Schleife komme, auch nicht mit 2wöchiger Therapie. Ich werde Montag zum Therapeuten gehen und ich gehe davon aus, weiter mich krankschreiben zu lassen. Das Arbeitsvolumen bei meinem Arbeitgeber, was immer mehr wurde, die sich stundenmäßig ändernden Prioritäten, die fehlende geäußerte Wertschätzung, mein Nichtinteresse für diese Aufgabe, das Rumgezanke mit meiner Psychokollegin, die sich immer einmischt, das Nicht-Auflösen der ungeregelten Strukturen, die fehlende Vertretung und das fehlende Teamgefühl, sind für mich nicht mehr machbar. Ich gehe arbeiten, zack, kommt was, bin ich wieder mit kreisenden Gedanken zuhause. Das geht jetzt auch über diese Stelle hinaus seit Jahren so und ist immer stärker geworden. Insofern, werde ich das mit dem Psychiater besprechen und mich um mich kümmern.

Denk an Dich:) liebe Dich selbst und gebe Deiner Gesundheit mehr Raum. Sie ist wichtiger als alles, was Du denkst.

29.04.2020 13:44 • x 1 #19


blackJoy
Liebe @mrsrobot,

es ist sehr stark sich Hilfe zu holen und sich auch einzugestehen, dass man es wohl alleine nicht mehr schafft.
Mir hilft meine Therapeutin auch sehr. Nur ab und an habe ich das Gefühl, dass man sich auch in die ganze Sache ziemlich reinsteigern kann und dadurch irgendwie noch mehr Ängste entwickelt und sich noch weniger zutraut. Zumindest geht es mir gerade so. Und diese Krankschreibungen machen es ansich irgendwie auch nicht besser. Oder wie geht es dir damit?

Du schreibst, dass neben der zu vielen Arbeit und der ungenügenden Wertschätzung auch dein Nicht-Interesse an einer Aufgabe, dazu führen, dass du nicht mehr kannst/willst. Sind es nur einige Aufgaben, die dich an deiner Arbeit stören oder ist es der ganze Beruf bzw. das Themengebiet?
Bei mir ist es aktuell so, dass es hauptsächlich ein Aufgabenbereich in meinem Job (Projektmanagement) ist, der mich stresst und überfordert. Ich habe davor einen heiden Respekt, aber auch das Gefühl, dass ich es mir nicht liegt bzw. mich überfordert, auch wenn ich es so gerne könnte. Und egal wie viel ich mich in die Materie einlese oder mich selbstständig fortbilde, es wird nicht besser. Ich glaube ich habe schon eine grundsätzliche Abneigung dagegen, weswegen mich dann dieser Teilbereich meines Jobs super stresst.

02.05.2020 11:37 • #20


mrsrobot
Ja, es tatsächlich so, der Job macht mir auf der Basis dessen, was zu tun ist, keinen Spaß beziehungsweise ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Es ist das Themengebiet, was mich nicht interessiert, bzw. es fehlt die Zeit um sich mit Kollegen zusammenzusetzen und da mehr im Teamarbeit draus zu machen. Na und es ist viel zu viel zu tun, ich schaffe die Arbeit nicht mehr. Es ist immer mehr geworden und da ist die Krankschreibung mittel zum Zweck, da ich überlastet bin, um Entspannung zu schaffen.

03.05.2020 13:56 • #21


mrsrobot
Betreffend der Krankschreibung, ich habe jetzt einen Rehaantraag fertig gemacht, da ich mich nicht in der Lage sehe, so immer weiter zu machen. Ich werde immer wieder krank und habe keine Kraft und auch Lust mehr dazu. Das geht seit über 20 Jahren so. Ich möchte mich mit der Kernproblematik auseinandersetzen und sehen, was geht und was nicht. Eine 2wöchige Therapie reicht da nicht. Hast Du das immer mit dem Job oder nur jetzt?

03.05.2020 14:00 • #22


blackJoy
Zitat von mrsrobot:
Ja, es tatsächlich so, der Job macht mir auf der Basis dessen, was zu tun ist, keinen Spaß beziehungsweise ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Es ist das Themengebiet, was mich nicht interessiert, bzw. es fehlt die Zeit um sich mit Kollegen zusammenzusetzen und da mehr im Teamarbeit draus zu machen. Na und es ist viel zu viel zu tun, ich schaffe die Arbeit nicht mehr. Es ist immer mehr geworden und da ist die Krankschreibung mittel zum Zweck, da ich überlastet bin, um Entspannung zu schaffen.


Ich kann das total nachvollziehen, dass man erst einmal wieder klarkommen muss und sich aus dem Zu-Viel in der Arbeit rausholen muss. Mal wieder körperlich und vorallem geistlich zur Ruhe kommen muss. Und das dauert erstaunlicherweise doch seine Zeit. Und die sollte man sich auch geben.

Ich glaube aber auch, dass sich die Erschöpfung verstärkt, wenn man in seinem Tun keinen richtigen Sinn sieht geschweige denn Spaß daran hat. Das kommt dann sozusagen on Top zum Arbeitsvolumen dazu.

03.05.2020 14:41 • x 1 #23


blackJoy
Zitat von mrsrobot:
Betreffend der Krankschreibung, ich habe jetzt einen Rehaantraag fertig gemacht, da ich mich nicht in der Lage sehe, so immer weiter zu machen. Ich werde immer wieder krank und habe keine Kraft und auch Lust mehr dazu. Das geht seit über 20 Jahren so. Ich möchte mich mit der Kernproblematik auseinandersetzen und sehen, was geht und was nicht. Eine 2wöchige Therapie reicht da nicht. Hast Du das immer mit dem Job oder nur jetzt?


Ich kenne mich da nicht aus, aber stellt man den Rehaantrag bei seiner Krankenkasse, oder? Ich hoffe aber auf alle Fälle, dass das für dich klappt

Also ich bin jetzt insgesamt an die 5/6 Jahre im Berufsleben. Meine erste Stelle habe ich nach 1,5 Jahren gewechselt, weil ich schon gemerkt habe, dass das nicht so meins ist. Dann war ich 3 Jahre bei einem anderen Arbeitgeber. Und da gings dann das letzte halbe Jahr bevor ich gekündigt habe los, dass ich schlechter geschlafen habe, dass ich nur noch für die Arbeit gelebt habe. Und alles was mit Freizeit zu tun hatte wurde zur Pflicht. Also ich war in einem Du MUSST doch noch das und dies und jenes tun-Teufelskreis. Und irgendwie ging mir dann die Kraft aus. Ich glaube ich hatte das insgeheim gespürt und dachte das beste sei den Job zu wechseln. Also habe ich mich spontan beworben und sofort eine neue Stelle bekommen. Also alten Job gekündigt und nach zwei Wochen Resturlaub im neuen Job angefangen. Ich war so darauf fixiert, dass jetzt wieder alles besser wird, dass ich wieder zu Kräften komme und ich wieder mehr Freude habe, aber dem war nicht so. Und da war das erste Mal Schicht im Schacht. Ich wurde dann in der Probezeit gekündigt.
Danach hat mich mein alter Chef nochmal angehauen, ob ich nicht zurückkommen möchte. In der Zwischenzeit habe ich mich auch dazu durchgerungen eine Therapie zu beginnen. Und in Absprache mit meiner Therapeutin war es eine gute Idee und gute Lösung wieder in den alten Job mit bekannten Aufgaben und Kollegen zurückzukehren. Auch mit weniger Wochenstunden, etc. Aber leider hat das dann nach ca. 3 Monaten auch nicht mehr geklappt. Also wieder Kündigung. Danach habe ich erstmal ein Jobcoaching und eine ca. 2-monatige Fortbildung gemacht. Und während dieser Zeit habe ich mich neu beworben und den Job angenommen, den ich Anfang des Jahres angefangen habe.
Anfangs lief alles super: ich war mega motiviert, hab höchsten Einsatz gezeigt und habe glaube ich echt viel gemacht und mich zusammengerissen, um ja selbstbewusst und stark aufzutreten. Ich wollte jedem gerecht werden und ja nicht meinen Chef enttäsuchen. Ich muss dem Gehalt und allem ja gerecht werden. Ich habe schon gemerkt, dass mir schon wieder bissl die Puste ausgeht und ich wieder auf nichts Lust habe. Aber ich habe es verdrängt. Dann kam diese ganze Corona-Sache, die natürlich auch dazubeigetragen, dass nicht nur bei mir weiterer Stress aufkam sondern im ganzen Unternehmen. Ab da war ich dann nur noch blockiert. Ich habe nichts mehr zustande bekommen. Also wirklich nichts mehr. Dann gabs noch eine Mini-Auseinandersetzung mit meiner Mutter und ab da hat dann bei mir nicht nur der Kopf gestreikt sondern auch mein Körper.

Jetzt bin ich seit 3 Wochen krankgeschrieben und weiß nicht so recht weiter. Soll ich im Job bleiben? Was will ich sonst machen? Was kann ich denn überhaupt? Wird es in einem anderen Job wirklich besser? Liegt alles nur an meiner Einstellung und an meinem zu geringen Selbstbewusstsein? etc.
Ich weiß, dass mich bestimmte Bereiche in meinem Job ziemlich überfordern und mich ängstigen. Kann ich diese Angst jemals ablegen und sicherer in meinem Tun werden? Ich weiß es gerade wirklich nicht...
Mein Chef steht aktuell noch zu mir und hat gesagt, ich soll mir Zeit nehmen und mir helfen lassen. Das schätze ich wirklich sehr an ihm. Solche verständnisvollen Chefs gibt es sicher nicht wie Sand am Meer. Aber trotzdem habe ich solche Angst seinen Erwartungen einfach nicht gerecht werden zu können...

Seit wann bist du denn bei deinem aktuellen Arbeitgeber?

03.05.2020 15:03 • x 1 #24


mrsrobot
Das könnte ich geschrieben haben, uff
Erstaunlich. Ich bin seit über einem Jahr bei dem Arbeitgeber, das war nicht meine erste Wahl, dachte aber, vielleicht kann ich daran arbeiten und sehen, was zum Ausfall führt. Und dafür erfüllt es seinen Zweck. Es ist nicht so, dass ich die Arbeit schlecht mache, dass was man dort machen kann, mache ich. Es geht im ganzen auch nicht um die Arbeit alleine, bedingt durch corona hatte ich mehr Kontakt mit meinen Eltern und das löst bei mir zusätzlich Stress aus. Letztendlich musst Du Dich auf das, was Dein Chef sagt, verlassen. Meiner lügt mir so ins Gesicht, indem er sagt, im Team gibt es keine Kurzarbeit und ich habe 2 Kollegen, die Kurzarbeit machen. Ok, gehe ich mit um, aber dann heute morgen hüh, mittags holt, dann wieder andersrum, die Kollegin, die immer sich einmischt, mischt sich weiter ein,... Das ist zuviel.
Wie häufig machst Di Therapie?

03.05.2020 16:14 • #25


mrsrobot
Den Rehaantraag habe ich an die gesetzliche Rentenversicherung ausgestellt. Ich denke auch, dass wenn ich Deine Geschichte lese, es aufgrund der viel tieferen Konflikte mit Deiner Familie zu der Problematik auf der Arbeit kommt. Ganz aktuell habe ich auch den Eindruck, mir hat die letzten Jahre die Zeit gefehlt zum einen, mich mit mit meinen Eltern und ihrer Art zum einen auszusöhnen und zum anderen einen Umgang zu finden. Zusätzlich habe ich auch keinen Umgang mit Menschen gefunden, die so sind, was im Arbeitsalltag nicht einfach ist.

Was sagt denn Deine Therapeutin zu dem Gedanken einer Reha oder Dein Psychiater?

03.05.2020 16:35 • #26


blackJoy
Zitat von mrsrobot:
Das könnte ich geschrieben haben, uff
Erstaunlich. Ich bin seit über einem Jahr bei dem Arbeitgeber, das war nicht meine erste Wahl, dachte aber, vielleicht kann ich daran arbeiten und sehen, was zum Ausfall führt. Und dafür erfüllt es seinen Zweck. Es ist nicht so, dass ich die Arbeit schlecht mache, dass was man dort machen kann, mache ich. Es geht im ganzen auch nicht um die Arbeit alleine, bedingt durch corona hatte ich mehr Kontakt mit meinen Eltern und das löst bei mir zusätzlich Stress aus. Letztendlich musst Du Dich auf das, was Dein Chef sagt, verlassen. Meiner lügt mir so ins Gesicht, indem er sagt, im Team gibt es keine Kurzarbeit und ich habe 2 Kollegen, die Kurzarbeit machen. Ok, gehe ich mit um, aber dann heute morgen hüh, mittags holt, dann wieder andersrum, die Kollegin, die immer sich einmischt, mischt sich weiter ein,... Das ist zuviel.
Wie häufig machst Di Therapie?


Es ist einfach zu viel bei dir. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Man will sich nur nicht eingestehen, dass es zu viel ist. Die anderen schaffen das ja auch alle. So denke ich oft. Aber das ist ein falscher Gedanke.
Bei mir in der Arbeit sind die meisten auch auf Kurzarbeit, ich aber nicht. Und das hat bei mir auch ein ganz schlechtes Gefühl ausgelöst. Ich, die Neue, mit ihrem Quatsch-Medien-Job, muss nicht in Kurzarbeit und muss nicht Pakete packen und schufften. Die kann am PC arbeiten,etc. Das hat bei mir zu noch mehr Unbehagen im Büro geführt...

Ich war letztes Jahr von Januar bis ca. November wöchentlich in Therapie. Dann gabs irgendwann den Punkt wo ich nicht mehr wusste was ich erzählen soll und deswegen haben wir dann pausiert. Jetzt bin ich seit kurz nach Ostern wieder dort.

Wie ist das bei dir?

04.05.2020 11:04 • #27


blackJoy
Zitat von mrsrobot:
Den Rehaantraag habe ich an die gesetzliche Rentenversicherung ausgestellt. Ich denke auch, dass wenn ich Deine Geschichte lese, es aufgrund der viel tieferen Konflikte mit Deiner Familie zu der Problematik auf der Arbeit kommt. Ganz aktuell habe ich auch den Eindruck, mir hat die letzten Jahre die Zeit gefehlt zum einen, mich mit mit meinen Eltern und ihrer Art zum einen auszusöhnen und zum anderen einen Umgang zu finden. Zusätzlich habe ich auch keinen Umgang mit Menschen gefunden, die so sind, was im Arbeitsalltag nicht einfach ist.

Was sagt denn Deine Therapeutin zu dem Gedanken einer Reha oder Dein Psychiater?


Ich lese gerade die Bücher von Josef Giger-Bütler und die helfen mir gerade sehr, meine Kindheit zu reflektieren und mein Verhalten irgendwie zu greifen und zu verstehen. Wenn du deine aktuellen Probleme auch in der Familie entstanden siehst, dann würde ich dir das Buch Depression ist keine Krankheit empfehlen. Der Titel ist zwar etwas gewagt und natürlich muss man das ganze kritisch betrachten, aber ich habe darin viele Anhaltspunkte und Verhaltensmuster, die auf mich zutreffen und mir gerade bisschen helfen, mir mein eigenes Verhalten zu verzeihen.

An eine Reha oder einem Psychiater habe ich noch nie gedacht und es auch noch nie in der Therapie angesprochen. Weißt du ungefähr wie so etwas abläuft und was das Ziel einer Reha ist? Bzw. hast du dazu schon genauere Infos? Helfen die mir mich umzuprogrammieren und normal zu werden?

04.05.2020 11:10 • x 1 #28


A


Hallo blackJoy,

x 4#14


mrsrobot
Therapie habe ich alle zwei Wochen, teilweise hat sich das aber auch Ende des Jahres auf mehr als vier Wochen gestreckt. Das war dann schon viel und da reicht eine Stunde nicht, um das zu reflektieren.

Den Psychiater sehe ich als Facharzt, der mich bei Krankschreibung und anderem unterstützt, der ist schon mehr im medizinischen drinne, als der Therapeut. Ich glaube, der kann Dich nicht umprogrammieren, wenn das so einfach wäre;)

Reha funktioniert intensiver als eine wöchentliche Therapie, insbesondere kümmert man sich auch um die Arbeitsthemen, soweit ich das jetzt verstanden habe. Du bist ja erst mal für ca. vier Wochen aus dem Alltag raus.
Danke für den Büchertipp, werde ich mal sehen, ob ich das über die Bücherei bekomme. Nur bin ich immer so ein Mensch, ich lese viel, höre viel, kann es aber nicht leben, da fehlt mir der praktische Ansatz. Mehr hat es mir gebracht mit anderen Betroffenen sich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen.

04.05.2020 16:43 • x 1 #29

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