37

Es geht mir wieder schlechter

Lost111
Ich frage mich jeden Tag, warum ich überhaupt aufstehe. Aber letztendlich mache ich es doch (noch).
Ich merke seit Wochen, dass es wieder abwärts geht. Und ich fürchte, ich schaffe es nicht mehr lange, dagegen zu steuern.
Ein Grund dafür ist sicherlich, dass eine ganz liebe Kollegin ab April wechseln muss und wir somit eine neue Mitarbeiterin in der Abteilung bekommen werden. Ich weiß, dass man sich seine Kollegen nicht aussuchen kann, aber so eine Veränderung macht mir immer sehr zu schaffen.
Dazu kommt das momentan hohe Arbeitsaufkommen. Ich merke, dass es mir vermehrt an Konzentration fehlt. Dazu kommt eine aktuelle Vertretungssituation, so dass ich über meine Grenzen hinaus arbeite, d.h., mindestens 5 Stunden, heute waren es 6. Aber es muss ja alles laufen, da fragt niemand, wie es mir damit geht. Ich habe kaum noch Kraft.
Nun habe ich mir nach langem Zögern und Überlegen am 05.04. einen Termin bei meinem HA gemacht. Dabei nehme ich Rücksicht darauf, dass die neue Kollegin sonst an ihrem 1. Arbeitstag am 01.04. alleine auf weiter Flur wäre. Und das mag ich niemandem zumuten.
Diverse Symptome wie Schwindel, Rücken- und Nackenschmerzen sowie eine bleierne Müdigkeit machen es nicht einfacher. Die kleinste Kleinigkeit ist extrem anstrengend. Und doch stehe ich Tag für Tag auf der Matte. Weil etwas in mir sagt: du musst.

Ignoriere ich wieder mal viel zu lange die Warnsignale meiner Seele und meines Körpers? Oder will ich mal wieder nicht wahrhaben, dass ich abrutsche? Oder beides?

Also werde ich bis zum 05.04. irgendwie durchhalten. Weil ich so verdammt pflichtbewusst bin.

16.03.2022 20:58 • #1


Kate
Ich kann dich verstehen liebe Lost. Mir gehts aktuell arbeitsmäßig genauso, das private kommt da noch zusätzlich drauf.
Ich schaffe auch nur noch Tag für Tag und überlege am Montag zum Arzt zu gehen und mich eventuell 1-2 Wochen krankschreiben zu lassen. Das Problem was ich da aber immer sehe, in den 2 Wochen krank ändert sich nichts. Ich gehe genauso kaputt dann auch bloß wieder auf Arbeit und während der Krankschreibung würde ich nur rumliegen und verwahrlosen.

Mir erscheint derzeit überhaupt kein Ausweg.

16.03.2022 21:10 • x 1 #2


A


Hallo Lost111,

Es geht mir wieder schlechter

x 3#3


Lost111
Zitat von Kate:
Ich kann dich verstehen liebe Lost. Mir gehts aktuell arbeitsmäßig genauso, das private kommt da noch zusätzlich drauf.
Ich schaffe auch nur noch Tag für Tag und überlege am Montag zum Arzt zu gehen und mich eventuell 1-2 Wochen krankschreiben zu lassen.

Ich würde dir ans Herz legen, zum Arzt zu gehen. Aber du sagst ja, dass dir das auch nicht wirklich helfen würde.
Was soll ich dir da bloß raten, liebe Kate? Vielleicht wäre es trotzdem ein 1. Schritt, für dich zu sorgen, indem du dich krank schreiben lässt. Auch wenn sich nicht viel ändert. Du hast dann wenigstens den Druck der Arbeit nicht mehr.

16.03.2022 21:25 • #3


Kate
Nun ja, genau das Gleiche könnte ich Dir eben auch empfehlen. Wir stecken einfach in der Misere

16.03.2022 21:27 • #4


Lost111
Zitat von Kate:
Nun ja, genau das Gleiche könnte ich Dir eben auch empfehlen. Wir stecken einfach in der Misere

Stimmt. Es ist einfach alles zum Kotzen.

16.03.2022 21:28 • #5


M
Hallo Lost111,
nicht schön dass es dir zur Zeit nicht gut geht…
Die Frage ist, weißt du, warum es dir nicht gut geht? Liegt es an der Arbeit?
Wenn du zum 1.April eine neue Kollegin bekommst, hättest du ja theoretisch jetzt noch die Möglichkeit, eine Auszeit in Form einer Krankschreibung zu nehmen.
Und im Prinzip ist es ja auch nicht dein Problem, solltest du am 1.April nicht da sein… jeder kann ja jederzeit krank werden.
Würden die freie Tage gut tun? Dann tu es unbedingt…
Lg

17.03.2022 19:25 • x 1 #6


W
Liebe Lost,
ist schon eine verfahrene Situation, aber was zählt wirklich (das muss ich jetzt z.Zt auch lernen= eine Entscheidung für dich selbst).
Und im Grunde hast du Kate ja auch schon eigentlich mit deiner Antwort gesagt, was auch für dich notwendig ist.
Ich bin da ganz bei Myrra. Geh nicht erst am 5.4. zum Arzt! Ich denke an
dich
wozu

17.03.2022 20:10 • x 1 #7


Lost111
Zitat von Myrra:
Die Frage ist, weißt du, warum es dir nicht gut geht? Liegt es an der Arbeit?
Wenn du zum 1.April eine neue Kollegin bekommst, hättest du ja theoretisch jetzt noch die Möglichkeit, eine Auszeit in Form einer Krankschreibung zu nehmen.

Hallo @Myrra ,

es liegt zu einem nicht zu unterschätzenden Teil auch mit an der Arbeit. Die Arbeit wird immer mehr, die Anforderungen steigen und ich habe eine Kollegin, mit der ich bereits diverse schlechte Erfahrungen gemacht habe. An und für sich mag ich meinen Job sehr. Und ich weiß, was ich kann. Trotzdem komme ich immer wieder an einen Punkt, wo - auch im privaten - alles nur noch den Bach runter geht.
Theoretisch könnte ich jetzt zum Arzt gehen, aber da ich vertreten muss und ich Rücksicht auf meine (noch-)Kollegin nehmen will (die sonst ganz alleine die Abteilung wuppen müsste), nehme ich davon Abstand.
Zitat:
Und im Prinzip ist es ja auch nicht dein Problem, solltest du am 1.April nicht da sein… jeder kann ja jederzeit krank werden.

Das stimmt im Grunde genommen. Aber - wie gesagt - ich bin einfach zu pflichtbewusst. Solange es geht, stehe ich jeden Morgen wieder auf. Ob das gut ist, sei dahingestellt.

LG Lost111

17.03.2022 20:35 • #8


Lost111
Zitat von wozu:
Und im Grunde hast du Kate ja auch schon eigentlich mit deiner Antwort gesagt, was auch für dich notwendig ist.
Ich bin da ganz bei Myrra. Geh nicht erst am 5.4. zum Arzt! Ich denke an
dich

Liebe @wozu ,

ich kann da leider nicht aus meiner Haut. Ich bin dabei so ziemlich die Letzte, an die ich denke. Oder ist das schlechte Gewissen, die Anderen im Stich zu lassen? Das spielt sicherlich auch eine Rolle.
Selbstfürsorge ist ein schönes Wort - damit tue ich mich wirklich sehr schwer.
LG Lost111

17.03.2022 20:43 • #9


O
Hi @Lost111 ,
hast du einen Therapeuten/in mit dem du reden kannst ?
Dein Pflichtbewusstsein ehrt dich, aber du solltest an dich denken.
Denkt jemand an dich und hilft dir ? Kannst du das mit einem ja beantworten ?
Also ich meine, würden deine Kolleginnen auch soviel Verständniss für dich haben und sich
jeden Tag zur Arbeit schleppen nur um dich nicht in Stich zu lassen ?

17.03.2022 21:11 • x 1 #10


Lost111
Zitat von OmaWilhelmine:
hast du einen Therapeuten/in mit dem du reden kannst ?

Hallo @OmaWilhelmine ,

ich bin derzeit nicht in Therapie. Wollte mich aber schon lange darum kümmern... Beim wollte ist es geblieben...

Zitat von OmaWilhelmine:
Also ich meine, würden deine Kolleginnen auch soviel Verständniss für dich haben und sich
jeden Tag zur Arbeit schleppen nur um dich nicht in Stich zu lassen ?

Zumindest bei einer Kollegin könnte ich das bejahen. Aber ich weiß schon, wie du das meinst.
Es wird einem auch nicht gedankt. Ich denke, es ist auch der hohe Anspruch an mich selbst, dem ich mich schwer entziehen kann.

17.03.2022 21:18 • x 1 #11


O
@Lost111 ,
na dann solltest du schnellstens aus dem du wolltest ein ich mache das jetzt umsetzen.
Was hindert dich daran ? Du möchtest doch das es dir besser geht ? Also musst du etwas für
dich tun und diesen Schritt gehen,sonst bleibst du letzendlich auf der Strecke.
Gut,bei einer Kollegin wüsstest oder denkst du dir, das sie auch das für dich tun würde, was du für sie tust.
Sicher kann man sich da nie sein. Eben es wird einen nicht gedankt. Du bräuchtest mehr Verständniss
für dich selbst und deiner Erkrankung und mehr Selbstfürsorge.

17.03.2022 21:30 • x 1 #12


B
Hallo Lost,
was du geschrieben hast,kann ich sehr gut nach empfinden.Geht mir ähnlich.Mein persönlicher Rat?
Achte auf dich und deine Gesundheit, fühle dich nicht ständig für alles und jeden verantwortlich.Ich weiß,dass sagt sich leichter als es ist.
Ich war auch immer so und nun ? Kreislauf Zusammenbruch,ein Infekt jagt den nächsten (aktuell Lungenentzündung)
Und wieder massive Depressionen.Letztendlich hat es mir keiner gedankt,oder fragt mich einmal,ob ich Hilfe brauche.Gesundheit ist etwas sehr kostbares.Ich wünsche Dir alles Liebe und das es Dir bald wieder besser geht
L.G.Birga

23.03.2022 20:46 • x 1 #13


Lost111
Zitat von Birga:
was du geschrieben hast,kann ich sehr gut nach empfinden.Geht mir ähnlich.Mein persönlicher Rat?
Achte auf dich und deine Gesundheit, fühle dich nicht ständig für alles und jeden verantwortlich.Ich weiß,dass sagt sich leichter als es ist.
Ich war auch immer so und nun ?

Hallo @Birga ,

danke dir. Ich brauche immer echt lange, bis ich mal zum Arzt gehe...
Kann ich mir nicht eingestehen, dass es mir schlecht geht? Warum ist das so bei mir? Warum gehe ich immer wieder ans Limit? Gesund ist das nicht.

Heute war die Arbeit wieder unterirdisch. Ich musste mich anmaulen lassen für etwas, was ich gar nicht getan hatte. Und das sagte ich auch so. Eine Entschuldigung kam natürlich nicht. Wenn ich psychisch stabiler bin, kann ich das einfach so abhaken und es so stehen lassen. Aber aktuell trifft mich das sehr. Nun ja, ich muss noch 2 Wochen hinter mich bringen...

LG Lost111

23.03.2022 21:18 • x 1 #14


A


Hallo Lost111,

x 4#15


B
@Lost111 ,
Es ist für viele Menschen schwer,mal Schwäche zu zeigen.Aber meinst Du nicht,dass man irgendwann an sich selbst denken muss?
Warum nimmst Du Dir nicht die
Zeit zum Arzt zu gehen? Schildern wie es Dir geht?Dann wird er Dir sagen,was er für richtig hält.Warte bitte nicht zu lange.
L.G
Birga

23.03.2022 21:27 • x 1 #15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag