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Es gibt absolut keine Belohnung im Leben

Ell
Ich wünsche dir, dass du Wege ins hellere findest, denn du hast echt viel geschafft bis hier her.
Tag für Tag und Schritt für Schritt auch die kleinen schönen Dinge wahrnehmen.
Ich weiß wie schwer das ist, trotzdem schauen…auch ein Lächeln beim Bäcker, an der Kasse tut manchmal schon gut.
Dir selbst unbedingt auf die Schulter klopfen, denn du hast echt einiges geleistet was nicht jeder von sich in deinem Alter behaupten kann, wenn er mit so einer Depression zu kämpfen hat. Vielleicht kannst du mit deinen inneren Dämonen reden …wenn meine wieder sehr aktiv sind, versuche ich sie zu beruhigen ihnen gut zuzureden . Naja gelingt nicht immer, mach ich auch nicht dauernd, aber wenn sie allzu nervig sind, dann weiß ich es muss sein.
Klingt seltsam? Ja genau, deswegen vergesse ich das auch gerne, aber es hilft mir dann wenn ich mich selbst daran erinnere gegen den kompletten Absturz.
Ich weiß immer, irgendwann geht diese düstere Phase auch wieder vorbei( auch wenn ich das dann anzweifelte ) manchmal gibt es nicht mal einen sichtbaren Grund.
Vor allem wünsche ich dir unter Menschen zu gehen…Spaß haben….

24.08.2023 07:19 • #16


Alexandra2
@ParanoidAndroid
Mich hat Deine Geschichte berührt, diese ganze Verzweiflung, und auch erinnert an mein Leben. Es hat keinen Sinn in einer depressiven Krise über persönliche Erfolge, Zufriedenheit nachzudenken. Dieses Schwarzsehen ist dann typisch und sobald es mir besser geht, fühle ich auch anders. Jedenfalls habe ich diese Erfahrung gemacht.
Wenn andere Probleme hinzukommen, fühle ich mich benachteiligt, und auch das ändert sich wieder, wenn es besser wird.
Probleme, die viele Menschen betreffen, wie vergebliche Wohnungssuche, fehlende Freunde, treffen dann in schlechten Zeiten besonders hart. Auch das relativiert sich, sobald die Stimmung steigt. Die Verzweiflung verkleinert sich dann. Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich das Fühlen und Denken in einer Depression sein kann. Vielleicht ist es ähnlich bei Dir.
Um aus der Spirale rauszukommen, ist eine komplexe Behandlung wichtig. Das haben die anderen Antworten gezeigt.
Zusätzlich versuche jeden Tag viel Bewegung einzubauen und Kleinigkeiten, die Dir gut tun, im Tagesablauf umzusetzen.
Eine Liste positiver Dinge, die Du Dir selbst verfasst, kann dabei helfen.
Und genauso wichtig ist, Deine harte Arbeit anzuerkennen, mit ungeheuren Durchhaltevermögen hast Du das Studium absolviert, das ist großartig. Überforderung bzw Stress kann ein Auslöser einer depressiven Krise sein.
Im Laufe Deiner Berufstätigkeit wird sich herauskristallisieren, was Du künftig arbeiten möchtest. Jetzt sicherst Du Deinen Unterhalt und das ist positiv.
Eins nach dem anderen

Liebe Grüße Alexandra

24.08.2023 15:44 • x 6 #17


A


Hallo ParanoidAndroid,

Es gibt absolut keine Belohnung im Leben

x 3#3


koschlacht
Ich glaube nicht, dass es was mit geistekrank zu tun hat, wenn man sich sagt, dass alles bisher erreichte keine Belohnung ist bzw. sich nicht wie eine anfühlt.
Oft ist es einfach so. Das Leben besteht aus einem sinnlosen Kampf, die eigene Lebensqualität zu verbessern, um dem Nachwuchs damit auch bessere Überlebenschance zuzusichern.

Aber es gibt innerhalb der parasitären Masse auch Lebewesen, deren Hirn ist vielleicht hypertroph, die haben eine Menge Empathie abbekommen und wollen weder in diesem Teufelsrad rennen noch andere dort hinein pressen.

Ich habe in meinem Leben das Glück gehabt, noch so ein zwei Leute zu haben, die mich versorgen, sodass ich nahezu keinen Finger krumm machen musste. Lebe auch nur vom Steuerzahler, was aber auch daran liegt, weil mich die Leute gar nicht haben wollen, besonders nicht dort wo das Image einer Firma von Bedeutung ist. Viele sehen mich nur als hässliche Frau und behandeln einen eh wie Dreck, aber wenigstens komnte ich mir mit derem Geld ein Gaminglaptop und mobile Daten leisten um bisschen zu zocken und zu Filme zu glotzen. Selten versuche ich auch Zeichnen zu lernen, ich hätte gerne Bilderbücher raus gebracht aber kann den Stil nicht den ich gerne hätte. Habe auch schon versucht AI promt-to-image tools zu benutzen, leider ist der Algorythmus durch die perversen prompts der Männer versifft, ähnliches Problem wie bei Deepfakes, wo man überwiegen p*rnografischen Mist (frauenfeindlich) hat, obwohl die Technologie an sich für tolles Cinema benutzt werden kann. Ist fast wie ein Texteditor oder TheSims Spiele, einige produzieren nur Müll, während andere damit etwas schönes herstellen können.

01.08.2024 07:59 • #18


Pilsum
Zitat von koschlacht:
Ich habe in meinem Leben das Glück gehabt, noch so ein zwei Leute zu haben, die mich versorgen, sodass ich nahezu keinen Finger krumm machen musste.


Das Du da Glück gehabt hast, das denke ich eher nicht. Wer keinen Finger krumm macht, der wird sich
vermutlich bald schlecht fühlen.

Zitat von koschlacht:
Lebe auch nur vom Steuerzahler, was aber auch daran liegt, weil mich die Leute gar nicht haben wollen,


Willst Du denn die anderen Leute in Deiner Nähe haben?

Viele Grüße
Bernhard

01.08.2024 16:36 • #19


Oli
@ParanoidAndroid

Wenn ich Deinen Bericht lese, fällt mir mein eigener Werdegang ein.

Ich hatte in meiner Schule recht schnell begriffen, dass es Lob und gute Noten nicht für das gibt, was mich selbst interessiert, sondern dann, wenn ich Dinge, die mir aufgetragen wurden, so ausführte, wie sie jemand anderes als „sehr gut“ definiert hatte. Nach der Schule dann die komplette Leere. Da war niemand mehr, der mir gesagt hat, wofür ich mich zu interessieren habe. Ich war völlig von diesem Lob abhängig geworden, auch wenn es für wenig sinnvolle Inhalte gegeben wurde.

[…]

Erwachsensein ist großer Mist. Gleichzeitig können wir versuchen, es besser zu bewerten, als wir es tun.

Du bist mit dem, was Du geschafft hast, der perfekte Sohn und Schwiegersohn der alten Schule. Du ziehst Sachen durch, auch wenn sie Dich nicht im Mindesten interessieren. Du schließt mit einer guten Note ab, bekommst eine Stelle, auf der Du pflichtbewusst arbeitest. Du bist Dir nicht zu schade, ganze Wochenenden durch die Gegend zu gondeln, um eine Wohnung zu suchen.

Zu Zeiten meiner Schulzeit (1980er) wurde ein Verhalten wie Deines als vorbildhaft dargestellt. Ob man das selbst gut findet oder nicht, hat im Grunde niemanden interessiert.

Da haben sich die Zeiten gewandelt. Wir erwarten heute mehr vom Leben. Und das kann man durchaus begrüßen.

Du hast in meiner Auffassung ein ordentlich dickes Brett gebohrt. Jetzt bist Du im A.

Ich denke aber, dass Du recht gute Chancen hast, Dich erfolgreich auf die Suche zu machen, wie Du ein Leben gestalten kannst, das Dich in Teilen belohnt, nämlich dort, wo Du Dir Aufgaben suchst, die Dich interessieren. Und vielleicht wird dann auch das Belohnen an sich immer weniger wichtig.

01.08.2024 20:32 • x 2 #20


Gingganz
Ich frage mich beim lesen, von wem denn eine Belohnung kommen soll, außer von mir selbst. Ich arbeite um mir die Möglichkeit zu schaffen, Spaß zu haben. Wenn man Glück hat, dann findet man einen Job, der ebenfalls viel Spaß macht. Das beinhaltet aber das Risiko, zuviel zu arbeiten und so ging es mir. Aber eine Belohnung? Die erarbeite ich mir und erwarte sie nicht. Das ist aus meiner Sicht der Haken an Formulierungen wie wir erwarten mehr vom Leben. Wer oder was soll denn diese Erwartungen erfüllen, wenn ich es nicht selbst in die Hand nehme? das Leben vielleicht? Das Leben ist aber keine Entität, von der ich irgendetwas erwarten kann, sondern nur eine Abfolge von Ereignissen. Die kann ich teilweise gestalten oder ich kann klagend dabei zusehen, wie sie nicht so abläuft, wie ich mir das vorgestellt habe.

15.08.2024 08:07 • x 1 #21

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