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Es ist dunkel hier in meiner Seele

Lost111
(Leider) wieder ein neuer Tag. Der mich damit konfrontiert, was ich verloren habe.
Da ist soviel Schmerz in mir, immer noch. Soviel, dass es kaum zu auszuhalten ist.
Dabei habe ich mich tagsüber von Stunde zu Stunde geschleppt. Versucht, mich mit TV gucken und lesen abzulenken. Was auch kurzfristig funktioniert hat. Ich habe Tagebuch geschrieben. Ich habe versucht, mir den Schmerz von der Seele zu schreiben.
Was bleibt, ist diese innere Leere. Die nicht zu füllen ist.

Alles um mich herum hat die Farbe verloren. Es gibt keinen Weg zurück.

02.03.2021 00:02 • x 3 #16


T
Hallo liebe Lost,
ich bin noch neu hier und habe gerade deine traurigen und verzweifelten Worte gelesen.

Ein Tier gehen lassen zu müssen, welches uns über Jahre begleitet hat, ja uns in manch schwerer und dunklen
Stunde das Leben ein wenig heller machte, das ist unsagbar schwer und es lässt uns verzweifeln.
Das Gefühl die Trauer nicht ertragen zu können, die Frage danach ob die Trauer jemals wieder geht.

Weist du, ich und mein Mann, auch wir haben schon viele Tiere gehen lassen müssen.
Hunde, Katzen, Ziervögelchen. Die Trauer um all unsere Tiere war immer ein ganz schlimmer Schmerz, besonders
für mich. Ich habe mich tagelang nicht mehr eingekriegt, habe geweint bis ich keine Tränen mehr hatte, habe ihre Namen
geschrien, ich war einfach fertig. Aber irgendwann liebe Lost, wurde der Schmerz erträglicher.

Ich finde es schön das du dein Flöckchen zu dir nach Hausegeholt hast.
Weist du, wir selbst haben auch drei verstorbene Katzen in einer schönen großen Sammelurne daheim.
Sie haben einen ganz besonderen Platz bekommen und dort ruhen sie nun. Hin und wieder spreche ich mal mit ihnen, aber
ich gestehe, selten. Sie haben ihren Gedenkplatz und mögen dort und in meinem Herzen ruhen.

Früher hatten wir ein eigenes Haus mit großem Garten,dort haben einige Kätzchen,Hunde und Vögelchen ihren letzten
Ruheort im Garten gefunden. Doch heute geht das leider nicht mehr, da wir umgezogen sind.

Ich sende dir liebe Grüße mit dem Wunsch an dich, das deine Trauer erträglicher wird und auch du dich wieder
besser fühlst.

Lg. Tierliebe

06.03.2021 18:32 • x 5 #17


A


Hallo Lost111,

Es ist dunkel hier in meiner Seele

x 3#3


Lost111
Hallo liebe Tierliebe,

vielen herzlichen Dank für deine mitfühlenden Worte! Ich drück dich mal ganz vorsichtig, wenn ich darf.

Ja, es ist nach wie vor nicht einfach, aber ich versuche, der Trauer nicht mehr so viel Raum zu geben. Was mir mal gut gelingt, dann mal wieder so gar nicht. Du weißt. was es bedeutet, Abschied nehmen zu müssen. Du hast es selber viele male erlebt.
Danke, dass du mir von dienen Erfahrungen erzählt hast.

Weißt du, was momentan am schlimmsten ist? Dass ich mein Flöckchen im Stich gelassen habe, weil ich sie beim Tierarzt gelassen habe. Sie musste ohne mich sterben. DAS quält mich gerade sehr. Jeden Abend, wenn ich das Teelicht auf der Urne anzünde, überkommen mich die Gefühle, dass ich nicht für sie da gewesen bin. Ob es wirklich die richtige Entscheidung war, sie noch dem ganzen Stress beim Tierarzt auszusetzen. Und sie ALLEINE zu lassen.

Aber ich tröste mich damit, dass sie jetzt wieder hier bei mir ist. Es wird wohl noch dauern, bis ich sie gehen lassen kann.

LG Lost111

08.03.2021 20:49 • x 2 #18


Kate
Zitat von Lost111:
Jeden Abend, wenn ich das Teelicht auf der Urne anzünde, überkommen mich die Gefühle, dass ich nicht für sie da gewesen bin. Ob es wirklich die richtige Entscheidung war, sie noch dem ganzen Stress beim Tierarzt auszusetzen. Und sie ALLEINE zu lassen.

Ich kann das Gefühl nachvollziehen liebe Lost, mein Katerchen musste auch alleine sterben, wäre ich nur ne halbe Stunde eher zu Hause gewesen.
Ich hatte danach eine Reportage gesehen, wie sich Tiere zum sterben zurückziehen. Sie sterben lieber alleine, dass ist die Natur. Viele Menschen machen das auch so, sie sterben während die Angehörigen sich nur schnell neuen Kaffee holen.
Das hat mich getröstet.

Ich umarme Dich

10.03.2021 19:23 • x 2 #19


Lost111
@Kate

Danke dir liebe Kate. Der Schmerz wird langsam erträglicher mit jedem Tag, der vergeht.
Trotzdem ist es noch dunkel in und um mich. Alles fühlt sich so dumpf und leer an. Die Depression hat mich fest im Griff. Sogar das Notwendigste zu tun kostet extrem viel Kraft.
Eigentlich wollte ich meine Wohnung auf Vordermann bringen; viel geschafft habe ich in der Hinsicht nicht. Ich liege meistens nur auf der Couch und kann mich zu nichts aufraffen.

Es ist schwer, die dunklen Wolken und Gedanken zu vertreiben. Und manchmal schleicht sich da der Gedanke rein: wozu machst du das alles noch? Sorry, ich will damit niemanden triggern. Aber das sind so Gedanken, die ich in meinem Kopf hin und her wälze.
Ohne zu irgendeinem Ergebnis zu kommen.

LG Lost111

10.03.2021 20:13 • #20


Kate
Ich kann das sowas von nachvollziehen. Ich würde auch den ganzen Tag rumliegen, wie jedes Wochenende und montags. Ich gehe zum Glück nur 4 Tage die Woche arbeiten, das ist Pflicht wozu ich mich jeden Morgen zwingen muss. Nicht nachdenken, einfach hingehen. Mein Mantra.
Und dennoch könnte ich jeden Morgen vor den Bus laufen.

Aber irgendwann kommt der Moment wo es uns besser geht

10.03.2021 20:22 • x 1 #21


Lost111
@Kate

Zitat:
Ich gehe zum Glück nur 4 Tage die Woche arbeiten, das ist Pflicht wozu ich mich jeden Morgen zwingen muss. Nicht nachdenken, einfach hingehen. Mein Mantra.


Ich arbeite normalerweise 5 Tage die Woche. Da ist jeder neue Morgen ein Kampf. Ich kenne das nur zu gut, dieses du musst.
Aber momentan kann ich einfach nicht arbeiten, es geht nicht. Und damit fühle ich mich schon schuldig genug.
Ja, wahrscheinlich wird die Last der Depression irgendwann leichter und die dunklen Wolken weichen.
Es fühlt sich nur nicht im geringsten so an. Und sich in Geduld üben war nie eine Stärke von mir.

LG Lost111

10.03.2021 20:52 • x 2 #22


Lost111
Heute ist - wieder einmal! - ein Tag, den es nicht bräuchte. Sinnlos. Überflüssig.
Dabei ist gar nichts besonderes vorgefallen. Ich fühle mich einfach nur schlecht; na ja, das ist nichts neues.
Und ich weiß wieder nicht, wohin mit mir. Zu viele Gedanken, zu viele Gefühle, ALLES ZU VIEL.
Ablenkung funktioniert gerade null bei mir. Ich will einfach... --- nichts mehr. Nichts mehr denken, nichts mehr fühlen, nichts mehr sehen.
SORRY, wenn ich mich wiederhole. Wer kennt das auch und was macht ihr dann damit

LG Lost111

12.03.2021 00:22 • #23


Marylu
Liebe Lost 111, es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Wird es abends besser? Ich kann mich dann zumindest auf den Abend freuen. Schaffst du es, raus zu gehen. Das hilft bei mir, auch wenn die Überwindung viel Kraft braucht, meistens. Ich zähle auch die Stunden rückwärts, wann ich endlich wieder schlafen gehen kann. Viele liebe Grüße.

12.03.2021 18:18 • #24


Lost111
@Marylu

Meistens ist es morgens nicht so gut, abends dann relativ unterschiedlich. Keine Ahnung, wovon das abhängt.
Leider schaffe ich es nicht mal, raus zu gehen.
Ich bin jetzt seit 2 Wochen krank geschrieben und verspüre nicht die geringste Besserung.

LG Lost111

12.03.2021 20:22 • #25


Marylu
Liebe Lost 111, es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht. Was hat dir denn in der Vergangenheit geholfen? Ich schreibe mir auch immer viel auf, was mir hilft. Ich wünsche dir viel Kraft.

13.03.2021 15:08 • #26


Lost111
@Marylu

Ich versuche halt, so gut es geht, mich abzulenken. Lesen, ein warmes Wannenbad, TV, Musik hören.
Manchmal hilft aber alles einfach gar nichts. Dann liege ich auf der Couch und starre die Decke an. Und dann geht erstmal gar nichts mehr.
Mir hilft es auch, mir kleine Ziele zu setzen. Heute z.B. habe ich mit meiner Frauenärztin telefoniert, das war dann aber auch fast schon wieder zu viel. Es gab eine Problematik zu klären, die ich eigentlich schon letzte Woche hätte klären wollen. Der Tag hat 24 Stunden, aber ich schaffe nur wenig.

LG Lost111

15.03.2021 20:46 • #27


Marylu
Liebe Lost 111, das ist sicher bei vielen von uns so ein Problem, dass wir immer denken, ganz viel schaffen zu müssen. Nur so fühlen wir uns wertvoll. Doch manchmal reicht es einfach, den Tag irgendwie Rum gekriegt zu haben. Kannst du schlafen? LG.

15.03.2021 21:09 • #28


Lost111
@Marylu

Ach der Tag hat viele Stunden! Vielleicht sollte ich mal auf meinen ehemaligen Psychiater hören, der immer sagte: Druck raus nehmen. Wie du schon so schön sagst: nur wenn wir Leistung erbringen, fühlen wir uns wertvoll, zufrieden, gebraucht.
Schlaf ist bei mir auch so ein Problem. Nehme 2 Medis zum Schlafen, stelle allerdings schon seit längerem einen Wirkverlust fest.
Kannst du gut ein-/durchschlafen?

LG Lost111

15.03.2021 21:50 • #29


A


Hallo Lost111,

x 4#15


Marylu
Meistens ja, nehme Quetiapin, damit kann ich ganz gut schlafen, worüber ich sehr froh bin. Wie geht es dir heute? LG.

16.03.2021 16:05 • #30

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