Heute hatte ich endlich ein Telefonat mit ihr. Sie scheint den Unfall ihrer Freundin gut verkraftet zu haben - sie ist außer Lebensgefahr.
Dennoch war das Gespräch wieder mal sehr apathisch und rational. Nicht, wie erhofft, emotional und erst recht nicht in irgendeiner Art romantisch.
Ich sagte ihr, dass ich sie sehr gerne wieder sehen würde und fragte, wann sie mal wieder Zeit hätte.
Sie meinte darauf, dass es erst im nächsten Jahr wieder klappen könnte.
Nach etwas hin und her konnte ich sie dann doch noch überzeugen, dass es in diesem Jahr auch geht.
Wir einigten uns auf das WE vor Silvester. Wieder mal schien dieses Unterfangen sehr einseitig und ich musste Initiative ergreifen.
Ich wüsste zu gern, wann sie nach einem nächsten Treffen gefragt hätte.
Allein schon, dass solch ein Gedanke in mir aufkommt, fühlt sich nicht sehr wohl an.
Meine Zweifel werden immer größer. Ich denke wieder vermehrt über einen Abbruch nach.
Heute war ich eig. recht gut drauf und motiviert. Habe es sogar geschafft, um 8 Uhr aufzustehen. Mein Rekord in diesem Monat!
Doch als ich dann am Abend vom Ausüben meines Hobbys wieder heim kam, brach ich erneut in Tränen aus.
In mir kamen wieder diese Gedanken hervor, dass es doch eh nichts wird und sie kaum Interesse hat.
Mir wurde mal wieder bewusst, was mich an dieser Einsamkeit so zermürbt. Es ist die fehlende körperliche Nähe.
Eine einfache Umarmung. Ein paar nette, wohlwollende, von Herzen kommende Worte. Dieses Gefühl von Wärme.
Seit knapp drei Jahren schon spüre ich davon nichts mehr. Ich bin in dieser Hinsicht so ausgetrocknet.
Ich fühle mich wie eine Pflanze die monatelang nicht gegossen wurde.
Wenn es nach mir ginge, könnte ich sie eine Woche lang nur Umarmen und hätte immer noch nicht genug Liebe getankt.
Versteht ihr, was ich meine?
Das ist es, was die Einsamkeit so unerträglich macht.
Ich glaube, es ist ähnlich wie bei einem Phantomschmerz.