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Fehlende Anerkennung - oder erwarte ich zu viel?

Lilly-18
Es treibt mich um dass ich schon wieder den Arbeitsplatz wechseln soll. Warum passiert immer mir so ein Mist?
Es gibt Leute die fangen irgendwo an und es läuft und die bleiben dort ewig lang. Haben einen sicheren Arbeitsplatz, verlässliches Gehalt und einigermaßen ordentliche Bedingungen.
Das hätte ich auch gern.
Natürlich bin ich selbstkritisch genug um mir zu überlegen, welchen Anteil ich an meiner verfahrenen Situation habe.
Bin ich zu empfindlich? Habe ich mich zu sehr in die Opferrolle drängen lassen? Hätte ich von Anfang an mehr auf mich achten sollen und mir nicht so viel gefallen lassen sollen?
Hätte hätte Fahrradkette.....
Es ist wie es ist. Ich bin wie ich bin. Mein größter Wunsch ist, endlich mal anzukommen. Zufrieden zu sein. Mit der
nötigen Wertschätzung.
Ich muss mich diese Woche entscheiden, ob ich das Angebot meines Schwagers annehme und mich in der Behörde bewerbe. Er würde mir dabei helfen. Es ist mal wieder ein komplett neuer Bereich, in dem ich noch nie gearbeitet habe. Und eigentlich ist es wahrscheinlich ein relativ eintöniger Job. Aber machbar, sagt mein Schwager.
Und die Konditionen sind gut. Ich würde als Anfangsgehalt schon mehr bekommen als bei meinem jetzigen Chef NACH der Gehaltserhöhung. Ich könnte Gleitzeit arbeiten, hätte 30 Tage Urlaub und tarifliches Weihnachtsgeld. Und das Gehalt steigt jährlich nach Tarif an.
Das klingt alles sehr gut. Ich könnte es mir leisten, 30 Stunden zu arbeiten und die Konditionen reizen mich schon sehr.
Aber ich habe ja noch meine andere Bewerbung laufen, von der ich leider noch nichts gehört habe. Ich muss da unbedingt diese Woche mal nachfragen, denn davon hängt es ab, ob ich mich mit meinem Schwager in die Bewerbungsaktion stürze.
Denn der andere Job hätte Prio 1, weil er mir von der Arbeit her mehr taugen würde, ich hätte Kundenkontakt, die Arbeit wäre abwechslungsreicher und das Gehalt wäre auch um einiges mehr. Aber das nützt mir natürlich nichts, wenn der mich nicht brauchen kann. Und zum warten habe ich keine Zeit mehr. Dafür bin ich zu alt.

Ich brauche einen Job, den ich bis zur Rente machen kann. Dahin sind immerhin noch 9 Jahre. Mindestens aber 7, ich muss mir das mal ausrechnen lassen. Und nochmal wechseln kann ich sicher nicht.
Ich finde es so schrecklich, dass ich mir das auf meine alten Tage nochmal antun muss. Es ist alles so anstrengend und quält mich. Aber ich habe kein Vertrauen mehr zu meinem Chef. Er hat mir sogar angekündigt, dass er mir heuer kein Weihnachtsgeld zahlen wird (wahrscheinlich weil er so enttäuscht von mir ist. Er muss ja auch nicht). Das brauche ich aber dringend für die Zahlungen, die im Januar alle anstehen.
NEIN, es geht nicht anders. Ich muss da jetzt durch. Und ich muss eine Entscheidung treffen. Es hilft ja nix.

21.06.2021 07:01 • x 4 #166


Pilsum
Zitat von Lilly-18:
Ich muss mich diese Woche entscheiden, ob ich das Angebot meines Schwagers annehme und mich in der Behörde bewerbe. Er würde mir dabei helfen.

Guten Morgen Lilly,

ich verstehe Dich nicht. Was ist so schwierig daran, das Angebot Deines Schwagers anzunehmen und
eine Bewerbung an die Behörde zu schreiben. Eine Bewerbung zu schreiben bedeutet nicht, dass Du
dort auch anfangen darfst.

Stehst Du Dir bei der Jobsuche nicht selbst im Weg? Wenn Du noch nicht einmal eine Bewerbung schreibst,
wie willst Du dann mal einen anderen Job bekommen?

Wenn Dir das alles zu schwierig und zu risikoreich ist, dann bleibe lieber da, wo Du jetzt arbeitest.
Jammern über schlechte Arbeitsbedingungen unterscheidet sich bei einer Behöre vermutlich
wenig, von den Bedingungen bei einem privaten Unternehmer.

21.06.2021 08:39 • #167


A


Hallo Lilly-18,

Fehlende Anerkennung - oder erwarte ich zu viel?

x 3#3


Lilly-18
Zitat von Pilsum:
ich verstehe Dich nicht. Was ist so schwierig daran, das Angebot Deines Schwagers anzunehmen und
eine Bewerbung an die Behörde zu schreiben.

Hallo Bernhard,
das ist überhaupt nicht schwierig, ich habe absolut kein Problem damit, Bewerbungen zu schreiben. Im Gegenteil, das kann ich sehr gut und das belastet mich auch nicht.
Hier geht es um meinen Schwager, der sich für mich einsetzen würde und die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Job dann auch bekomme ist sehr groß.
Aktuell hätte ich einfach den anderen Job lieber, für den ich mich schon beworben habe und bevor ich da keine Rückmeldung habe dass ich eh keine Chance habe den zu bekommen, möchte ich meinem Schwager nicht zusagen. Das Prozedere selbst ist dann wahrscheinlich nur noch Formsache.

Im übrigen ist das hier mein geschützter Bereich, hier darf ich Jammern, Argumente abwägen, meine Gedanken sortieren und über meine Ängste berichten soviel ich will. Das musst du nicht verstehen.

21.06.2021 12:09 • x 8 #168


E
liebe Lilly,

als mein gelber Wellensittich aus dem Fenster flog, hackte eine Schar von Spatzen auf ihn ein,

denn er sang wohl etwas anders, aber das geht in Spatzenhirne nicht hinein...........

(Gerhard Schöne)


.......als ein auch mehr sensibler Mensch kann ich dich da echt gut verstehen. Auch ich kenne Mobbing. Heute bin ich stärker, und kann anders reagieren. Das war ich früher nicht. Und das haben Menschen auch gemerkt.........................................
es ausgenutzt.............


Einige Meschen sind besonders grausam zu den scheinbar Schwächeren, die sich nicht so wehren können. Aber der typische Mobber hat auch wenig Selbstvertrauen. Der muss sich durch sein Machtgehabe stark machen. Und so wirft er alle moralischen Bedenken über den Haufen. Es geht ihm nur um sich selbst.............So schüchtert er mit Worten ein, brüskiert, kann eigene Fehler und Schwächen nicht zugeben.. Was du zu ihm sagst, da hört er gar nicht drauf.

Oft reden die auch noch über dem Rücken schlecht über andere Menschen. , behandelt dich wie Luft, kränkt dich durch eine falsche Beurteilung deiner Arbeit......

Aber DU bist hochbegabt,, pflichtbewusst, etwas scheu, aber kompetent, höflich, nett, möchtest Freude an deiner Arbeit haben ............und verschenkst auch gerne Freude............

Selbst war ich schon immer anders, ruhiger, stiller, habe mich versucht mich abzugrenzen..................................

Unser eher sensibles Wesen ist ein Grund, warum man gemobbt wird, und das es uns liebe Lilly so brutalst weh tut.

Wir nehmen uns Worte mehr zu Herzen, wagen es nicht so, anderen Menschen Grenzen zu setzen. Und wir tendieren dazu, trotz Mobbing länger im Job auszuhalten. Und uns fehlt die Ellenbogentaktik.

Selbst wurde ich durch Sport auch innerlich stärker, bekam mehr Selbstvertrauen. Nach wie vor bin ich gegen Gewalt, aber wenn ich wollte.............

Und liebe Lilly, nicht alle Menschen mögen uns, meinen es gut mit uns.....

Vertrauen zu dir selbst, in dich, ist ganz arg wichtig. Das wir uns selbst bewusst auftreten, uns bewegen.

Und das wünsche ich dir von Herzen liebe Lilly, das du den Mut hast, deinen Arbeitsplatz zu wechseln............

DU hast es doch drauf, DU darfst immer stärker in dir werden, wie ein Löwe.

Früher habe ich nie so small talk gemacht, mich da nie beteiligt. Heute habe ich auch Freude an Witzen, Humor,

wo du im Spaß auch mal jemand eins auswischen darfst.


ganz viele liebe Grüße an dich,

Frederick

21.06.2021 16:22 • x 1 #169


Pilsum
Zitat von Lilly-18:

Hallo Lilly,
Du hast Recht. Du kannst schreiben was Du willst. Dafür braucht es hier noch nicht einmal einen geschützten Bereich.
Ich glaube ich verstehe Dich.
Allerdings habe ich den Eindruck, Du verstehst nicht so ganz, was ich Dir mit meinem Beitrag sagen wollte.

So ist das im Leben. Ich dachte Du bist auch daran interessiert Dir mal andere Sichtweisen und Meinungen anzuhören.
Da habe ich mich aber offensichtlich geirrt.
Dies ist dann nun mein letzter Beitrag an Dich.

21.06.2021 17:21 • #170


E
Liebe Lilly,

ich würde an deiner Stelle echt sofort der Behörde und damit deinem Schwager zusagen, das ist in unserem doch etwas fortgeschritteneren Alter bezogen auf des Berufsleben wie ein 6er im Lotto .

Auch wenn der andere Job interessanter ist:
Ein bißchen auf die sichere Seite müssen wir schon auch schauen, und die sichere Seite ist Behörde.

Aber ich denke, du weißt eigentlich schon, was du willst, gell?

Ich wünsch dir jedenfalls von Herzen ein Händchen für die richtige Entscheidung- und es ist nie zu spät!

Wie sieht es bei beiden Jobs mit Befristungen und Probezeit aus?

21.06.2021 18:17 • x 5 #171


Lilly-18
Probezeit normal, je 1/2 Jahr, keine Befristung.
Ja, Resi, ich weiß eigentlich schon was ich will und du hast völlig recht, der Job in der Behörde ist eigentlich wie ein 6er im Lotto. Ich muss das unbedingt versuchen.
Bin ja auch schon ein älteres Semester und auch wenn der andere Job spannender ist, so ist er auch viel anstrengender und stressiger. Mein Freund meinte, ich könnte ja dann in meiner Freizeit einen Ausgleich suchen, wenn die Arbeit recht eintönig ist.

Hallo Bernhard, ich wollte dich nicht vor den Kopf stoßen, hatte mich aber irgendwie angegriffen gefühlt. Natürlich lege ich wert auf andere Sichtweisen, ich mag mir nur nicht unterstellen lassen, dass ich zu viel jammere und zu wenig tue. So ist das nicht, es geht nur in meinem Kopf viel hin und her.

Lieber Frederick, deine Einschätzung von mir stimmt ziemlich genau, bis auf hochbegabt . Das bin ich glaube ich nicht. Aber ich traue mir relativ viel zu, weil ich den Fleiß aufbringe mir Dinge anzueignen, die ich noch nicht kann. Das habe ich in den letzten Jahren bewiesen. Bei der Menge an Jobs die ich schon hatte.
Und sicher bin ich auch etwas arg empfindsam. Mobbing ist übel, das habe ich schon arg schlimm erlebt. Mein Chef mobbt mich nicht in dem Sinn, er ist nur extrem eitel und lässt außer seiner Meinung keine gelten. Wenn ich immer zu allem ja und Amen sagen würde, hätte ich es einfacher bei ihm. Aber ich hätte niemals Anerkennung oder genug Geld.
Und genau darauf möchte ich nicht verzichten.
Weil ich es verdient habe. Jawoll!

21.06.2021 21:04 • x 2 #172


E
liebe Lilly,

oft schämen wir uns als depressive und hoch sensible Menschen für uns selbst. So wird unsere Scham schnell ein Lebensgrundgefühl für uns. Sie ist verantwortlich für unsere schwache Idendität. Wir denken oft, irgendwie sind wir verkehrt.

Wir empfinden keine Liebe für uns selbst, keine Würde, keine Wertschätzung, fühlen uns irgendwie demontiert, außen vor,..

Das Gefühl als ganze Person falsch zu sein. Und andere Menschen spüren es uns ab..............Das geht viel tiefer als etwas

falsches tun.

Wenn du beschämt bist liebe Lilly ist es nicht deine schuld. Eine andere Person ist an dir schuldig geworden. Jemand hat

dich gefühlmäßig beraubt, hat dir deine Würde genommen. DU selbst bist das Opfer und nicht der Täter.

Das tut sehr weh, und wenn es dann noch öffentlich gescheht, ist es noch schmerzhafter.

Damit du deine Würde zurück erhältst, brauchst du wie in unserem Forum Menschen, die für dich und deine Würde

eintreten. Damit du aus dem Gefängnis der Scham wieder herauskommen darfst.

In Beziehungen wirst du verletzt, aber in guten Beziehungen darfst du wieder Heil und Trost erfahren.

Viele beschämende Erlebnisse sind oft traumatisch. Aber du musst dich für dich selbst und dein Leben nicht schämen.

Auch nicht für deine dir geschlagenen Lebenswunden..........................

Du musst dich auch für deine Depression niemals schämen, liebe Lilly, Die Depression kann jeden Menschen treffen.

Schämen müssen sich die, die die Depression noch immer belächeln, und dich deswegen ausgrenzen, verurteilen, mobben.

DU bist und bleibst voll wertvoll, das darfst du niemals vergessen. Und DU hast ein Recht auf Würde............

DU darfst innerlich immer stärker werden,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

das wünsche ich dir von Herzen,


viele, liebe Grüße an dich,

Frederick

22.06.2021 16:57 • x 1 #173


Lilly-18
Danke lieber Frederick für deine lieben und aufmunternden Worte!
Unter Depressionen leide ich momentan nicht, ich habe eine Angsterkrankung.
Und ja, ich habe mich für mein gescheitertes Leben geschämt. Mein kaputtes Elternhaus, die Lieblosigkeit meiner Mutter, das Scheitern meiner Ehe, das immer wieder Scheitern im Beruf.
Aber trotz allem habe ich Gott-sei-Dank auch immer das Positive in meinem Leben gesehen.
Ich habe sehr viel gelernt, sowohl beruflich als auch im Privaten. Ich habe gelernt, nicht gleich aufzugeben wenn es mal schwierig wird, ich habe kämpfen gelernt.
Und ich habe gelernt, wieder aufzustehen, wenn ich gefallen bin.
Momentan fühle ich mich enorm stark. Heute ist mein Chef nach seinem Urlaub wieder gekommen. Ich habe in seiner Abwesenheit einiges geschafft, wieder ein paar Dinge in Ordnung gebracht, die irgendeiner meiner Vorgänger verbockt hatte. Im Moment bin ich ein richtiges Trüffelschwein was das Entdecken von Fehlern betrifft.
Und ich fühle mich absolut sicher. Ich habe jetzt das Stadium an Routine erreicht, das ich mir immer für meinen Job gewünscht habe. Das verleiht mir Selbstsicherheit und Stolz. Und ein Auftreten, das ich so von mir nicht kannte bisher.
Mein Chef war heute sehr beeindruckt, was ich alles in seiner Abwesenheit fertig gebracht habe.
So wie ich mich gerade fühle sollte es noch eine zeitlang bleiben. Ich habe enorm viel Energie, und die muss ich unbedingt umsetzen. Es ist auch immer noch die Wut darüber, dass ich eine Viertelstunde am Tag weniger arbeiten muss, nur weil er mir die nicht bezahlen will. Ich könnte mich darüber ununterbrochen aufregen! Diese Wut treibt mich an.
Ich werde morgen dort anrufen, wo ich mich vor über 2 Wochen beworben habe. Und wenn da kein Interesse besteht, rufe ich auch morgen meinen Schwager an und mache die Bewerbung mit ihm fertig.

22.06.2021 21:01 • x 6 #174


S
Ich bin beeindruckt, wie du das angehst.
Deine Kraft ist so spürbar !

Der kann dich mal- dieser KorinthenKacker Chef !

22.06.2021 21:17 • x 4 #175


Lilly-18
Ja, liebe Shana, ich strotze vor Kraft und Energie
Ich hoffe, das hält etwas an ...

22.06.2021 21:27 • x 3 #176


S
Ganz viel Glück im der Wahl der neuen Stelle wünsche ich dir .

P.s ich hab einen Chef, der sitzt wahrscheinlich einen Tag im Monat an den FahrkostenRechnungen der Mitarbeiter um mit GoogleMap Kilometer nach unten zu korrigieren
Da kann ich mich auch so aufregen,
Keine Ahnung was in so Menschen vor geht.
Sehr unangenehme KorinthenKacker,
Von denen es keine Wertschätzung für niemanden gibt.

22.06.2021 21:37 • x 3 #177


Lilly-18
Zitat von Shana1967:
ich hab einen Chef, der sitzt wahrscheinlich einen Tag im Monat an den FahrkostenRechnungen der Mitarbeiter um mit GoogleMap Kilometer nach unten zu korrigieren


das ist doch nicht zu fassen! Und solchen Leuten wird die Führung von Mitarbeitern anvertraut.

23.06.2021 06:14 • #178


Kate
Ich stelle fest liebe Lilly, Du hast einen ausgezeichneten Plan und besitzt alles was für dessen Umsetzung notwendig ist. Ich finds gut, dass Du lieber was veränderst, anstatt dich zu Arrangieren. So gibt man nämlich immer mehr von sich auf.

23.06.2021 06:26 • x 3 #179


A


Hallo Lilly-18,

x 4#15


Lilly-18
Danke liebe Kate für deinen Zuspruch.
Nein, ich habe keine Lust mehr, mich zu arrangieren. Das höhlt einen von innen aus.

23.06.2021 06:31 • x 3 #180

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