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Fehlende Anerkennung - oder erwarte ich zu viel?

Lilly-18
Ja, du hast Recht, liebe Resi. Reden hilft immer. Ich habe nur das Problem, dass mein Chef ganz schwer erreichbar ist, obwohl er im Zimmer neben mir sitzt. Es sagt oft morgens, dass er jetzt gleich zu mir rüber kommt, dann war er am Nachmittag noch nicht da. Inzwischen weiß ich das, ich habe ja trotzdem genug zu tun. Aber unter Zeitdruck lässt es sich oft schwer reden.
Ich habe gelernt, darauf zu warten, bis er von selber kommt. Und das tut er schon immer wieder.
Jetzt bin ich schon über ein Jahr bei ihm, und schön langsam lerne ich, mit ihm umzugehen. Wurde auch Zeit

02.03.2020 09:47 • x 2 #76


Lilly-18
Heute ist Montag und ich muss arbeiten, obwohl das normalerweise mein freier Tag ist.
Letzte Woche war ich auch schon allein, mein Chef war in Quarantäne , er ist aber negativ.
Momentan stehe ich wieder extrem unter Strom und habe richtig Angst. Alle Symptome deuten darauf hin. Ich habe vor 2 Wochen eine Fortbildung begonnen, die ich in meiner Freizeit absolvieren muss. Die letzte Woche war richtig heftig, ich habe montags immer ein Online-Seminar zu einem bestimmten Thema, das muss ich dann in meinem Lerncockbit beackern und am Freitag bekomme ich einen Test dazu, den ich bis Sonntag Abend machen muss. Das ganze geht jetzt bis Ende Mai, da werde ich dann geprüft. Nachdem ich den ersten Test gestern bestanden hatte war ich etwas erleichtert, aber heute geht es ja von vorne los!
Freizeit habe ich momentan erstmal keine mehr. Einerseits ist es schon gut, dass ich das machen darf. Andererseits geht es nicht mehr so gut wie früher, ich kann mich teilweise schwer konzentrieren und brauche zum lernen viel länger.
Aber irgendwie werde ich das schon hinbekommen. Ich stelle mir vor, was das für ein erhebendes Gefühl sein wird, wenn ich es geschafft habe. Und dann habe ich ja immer noch den ganzen Sommer vor mir.

16.03.2020 07:34 • x 3 #77


A


Hallo Lilly-18,

Fehlende Anerkennung - oder erwarte ich zu viel?

x 3#3


Lilly-18
Das Thema diese Woche war wesentlich interessanter als das letzte Woche. Ich kann mir die Fakten viel besser merken. Und es ist bei weitem nicht so umfangreich, ich werd also diese Woche ein bisschen entspannter sein als letzte Woche.
Ich hatte letzte Woche wirklich Angst, das geht jetzt so weiter. Aber tut es nicht.
Und nachdem ich in nächster Zeit alle Treffen mit Freundinnen, meine Geburtstagsfeier und alle Veranstaltungen, die ich besuchen wollte, abgesagt habe, habe ich viel Zeit zum lernen.
Schön langsam entspanne ich mich wieder ein wenig.

16.03.2020 20:18 • x 1 #78


Lilly-18
Heute liege ich mit Fieber flach. Nach einem Telefonat mit meiner Hausärztin geht es mir besser, die Panik ist verschwunden. Ich habe eine ganz normale Erkältung, Kopfschmerzen und Fieber eben. Sie hat mich die ganze Woche krank geschrieben und schickt mir die Krankmeldung per Post zu. Das finde ich sehr gut.
Mein Chef ist natürlich alles andere als begeistert, weil er selber im Moment sehr eingespannt ist und mich im Büro brauchen würde. Aber ich kann ja auch nichts dafür.
Trotzdem werde ich ihm anbieten, wenn mein Fieber morgen weg ist, dass ich vormittags ins Büro gehe, damit das Telefon besetzt ist.

17.03.2020 14:46 • #79


L
Zitat von Lilly-18:
Sie hat mich die ganze Woche krank geschrieben und schickt mir die Krankmeldung per Post zu. Das finde ich sehr gut.
Mein Chef ist natürlich alles andere als begeistert, weil er selber im Moment sehr eingespannt ist und mich im Büro brauchen würde.


Puhh, das finde ich heftig. Aufpassen!

Zitat von Lilly-18:
Trotzdem werde ich ihm anbieten, wenn mein Fieber morgen weg ist, dass ich vormittags ins Büro gehe, damit das Telefon besetzt ist.


Ich weiß nicht wie es ist, wenn man vom Arzt eine Woche krank geschrieben ist, aber trotzdem arbeiten geht? Wie ist das eigentlich? Ist man dann versichert, wenn was passieren sollte? Eine Krankschreibung ist eine Krankschreibung. Ich wäre da sehr vorsichtig.

Tut mir leid, wenn ich das jetzt so anmerken muss, zumal dein Chef deine Erkrankung anscheinend nicht anerkennt. Ist doch auch nicht in Ordung, oder doch?

Aber so ist das halt, ich würde wahrscheinlich genau so handeln .

Auf alle Fälle wünsche ich dir gute Besserung, pass auf dich auf

17.03.2020 15:06 • x 1 #80


Lilly-18
Danke liebe laluna, ich teile deine Bedenken, kann aber auch nicht aus meiner Haut

17.03.2020 17:19 • #81


Lilly-18
Gestern war ich - trotz Fieber - vormittags im Büro, den Nachmittag hab ich dann komplett verschlafen.
Heute habe ich kein Fieber mehr. Mein Chef hat mich heute früh angerufen und gemeint, ich brauche nicht ins Büro gehen, seine Frau ist heute drin. Scheinbar hat er doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen.
Mir geht es momentan gar nicht gut. Obwohl ich kein Fieber mehr habe liege ich nur rum, ich habe null Auftrieb, wenn ich aufstehe ist mir schwindlig. Und ich könnte jederzeit schlafen. Mein Körper ist scheinbar noch sehr geschwächt.
Aber auch meine Psyche ist in einem desolaten Zustand. Ich spüre das erste Mal seit sehr langem wieder Symptome einer Depression. Das schöne Wetter tut sein übriges dazu. Ich schaffe es kaum, raus zu gehen, obwohl ich einen wunderschönen Garten habe, wo schon die Krokusse, Märzenbecher und Hyazinthen blühen. Ich hab mich zwar heute schon ein bisschen raus gelegt, hab es aber nicht lange ausgehalten. Und wenn ich drin sitze denke ich mir, ich MUSS doch raus gehen Ein Dilemma.
Das Gute daran, dass ich zuhause bin, ist, dass ich in Ruhe mit meinem Lerncockbit arbeiten kann. Das macht mir auch Spaß. So komme ich wenigstens mit meiner Ausbildung vorwärts. An einem Webinar habe ich heute auch schon teil genommen.
Außerdem habe ich mir gestern mein outlook aus der Arbeit auf meinen laptop zuhause gelegt. Falls doch noch die Ausgangssperre kommt. Aber ich würde trotzdem ins Büro gehen, bin ja völlig allein im Büro und wenn ich es nicht möchte, begegne ich selbst im Büro keinem Menschen. Ich glaube, es tut auch gut, wenigsten zum arbeiten raus zu kommen. Zumindest wenn die Voraussetzungen passen. Und das tun sie bei mir.

19.03.2020 13:11 • x 1 #82


L
Wenn ich das so lese, dann meine ich das selbst geschrieben zu haben.

Aber ob das alles wirklich richtig ist? Ich weiß es nicht.

Wir haben es eigentlich selbst in der Hand und trotzdem widersetzen wir uns ständig unserer Grenzen.

Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit zeichnen uns aus und doch finden wir immer wieder Gründe, wo wir wohl doch nicht zu genügen scheinen.

Die Ursache liegt in unserer Kindheit begründet. Denn diese scheint uns auch beiden gemeinsam zu sein.

Doch das Wissen alleine reicht nicht. Wir sollten schon etwas ändern.

19.03.2020 14:40 • x 1 #83


Lilly-18
Eigentlich müsste ich morgen wieder arbeiten, fühle mich aber überhaupt nicht fit genug. Ich habe heute den ganzen Nachmittag verschlafen, bin total erschöpft und müde.
Grade hat mich mein Chef angerufen und mich gebeten, mich nochmal krank schreiben zu lassen, wenn ich nicht 100 %-ig fit bin. Die Kollegen haben Angst, die machen jetzt doch nicht home-office, wie ursprünglich geplant.
Ich habe auch Angst und bin total deprimiert. Ich werde meine Ärztin morgen bitten, einen Test machen zu dürfen.
Dem Chef geht es auch nicht gut, der geht auch nicht ins Büro momentan.
Mich macht die ganze Situation total kirre. Ich möchte nichts riskieren und bin total unsicher.

23.03.2020 19:32 • x 2 #84


Lilly-18
Heute hat mich meine Hausärztin angerufen und mit mitgeteilt, dass sie mich dem Gesundheitsamt gemeldet hat und ich jetzt offiziell in Quarantäne bin. Na toll! Und das nach 2 Wochen!
Ich wollte eigentlich morgen wieder arbeiten gehen und habe mich sehr darauf gefreut. Das darf ich natürlich nicht. Ich muss jetzt warten, bis das Gesundheitsamt anruft und muss das tun, was die sagen. Getestet werde ich übrigens nicht. Das verstehe ich überhaupt nicht! Wenn ich ein Verdachtsfall bin, dann sollten sie mich wenigstens testen, dass ich das Virus nicht unwissend weiter gebe!
Mein Chef ist auch krank, der hat die selben Symptome, die ich auch hatte. Das Schlimmste ist diese Erschöpfung. Er sagt, er liegt auch den ganzen Tag rum und kommt nicht auf, hat leichte Erkältungssymptome. So ist es mir auch gegangen. Aber eigentlich fühle ich mich inzwischen schon wieder ganz gut. Hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende.
Das zuhause rumsitzen macht mich verrückt. Vor allem habe ich Angst um meinen Freund und meine Tochter. Beiden geht es gut, ich hoffe nur dass ich sie nicht angesteckt habe.

30.03.2020 12:01 • x 1 #85


L
Zitat von Lilly-18:
Heute hat mich meine Hausärztin angerufen und mit mitgeteilt, dass sie mich dem Gesundheitsamt gemeldet hat und ich jetzt offiziell in Quarantäne bin. Na toll! Und das nach 2 Wochen!
Ich wollte eigentlich morgen wieder arbeiten gehen und habe mich sehr darauf gefreut. Das darf ich natürlich nicht. Ich muss jetzt warten, bis das Gesundheitsamt anruft und muss das tun, was die sagen. Getestet werde ich übrigens nicht. Das verstehe ich überhaupt nicht!


Also dieses Vorgehen verstehe ich nun auch nicht, gehe aber davon aus, dass das hundertfach in Deutschland soo gehandhabt wird.

Ist fast zu vergleichen mit den Menschen, die Handschuhe tragen und sich dann damit ständig ins Gesicht fassen.

Ich denke man kann nicht alles 100% absichern. Der Wille ist da, klar, aber bei der Umsetzung scheitert es dann.

Das habe ich gelesen:

Mehrere Fachgesellschaften von HNO-Ärzten aus den USA, Großbritannien und auch Spanien weisen auf diese neuen Symptome einer Coronainfektion hin:

Riech- und Geschmacksstörungen. Das Besondere an den neuen Symptomen ist, dass diese schon sehr früh auftreten. Viele Infizierte bemerken offenbar zuerst die Einschränkung des Geruchs- und auch Geschmackssinnes.

Erst später können andere Symptome wie Halskratzen und Fieber oder ein trockener Husten dazu kommen. Manche bekommen gar keine weiteren Symptome.

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Falls es wirklich Corona war, was du hattest, dann gehörst du wohl zu der Dunkelziffer und bist jetzt immun.

Und, du fühlst dich inzwischen wieder ganz gut

Nicht jeder Kontakt löst wohl eine Infektion aus. Das ist doch gut.

Ganz liebe Grüße und weiterhin gute Besserung
laluna

30.03.2020 15:52 • x 1 #86


L
Zitat von Lilly-18:
Das zuhause rumsitzen macht mich verrückt. Vor allem habe ich Angst um meinen Freund und meine Tochter. Beiden geht es gut, ich hoffe nur dass ich sie nicht angesteckt habe.


Das verstehe ich sehr gut. Ich drücke euch die Daumen, habe aber gute Hoffnung, wenn man mal überlegt wie lange du schon mit diesen Symptomen kämpfst.

Nicht jeder erkrankt, das ist schon mal sicher.

30.03.2020 15:56 • x 1 #87


S
Zitat von Lilly-18:
Heute hat mich meine Hausärztin angerufen und mit mitgeteilt, dass sie mich dem Gesundheitsamt gemeldet hat und ich jetzt offiziell in Quarantäne bin. Na toll! Und das nach 2 Wochen!
Ich wollte eigentlich morgen wieder arbeiten gehen und habe mich sehr darauf gefreut. Das darf ich natürlich nicht. Ich muss jetzt warten, bis das Gesundheitsamt anruft und muss das tun, was die sagen. Getestet werde ich übrigens nicht. Das verstehe ich überhaupt nicht! Wenn ich ein Verdachtsfall bin, dann sollten sie mich wenigstens testen, dass ich das Virus nicht unwissend weiter gebe!
Mein Chef ist auch krank, der hat die selben Symptome, die ich auch hatte. Das Schlimmste ist diese Erschöpfung. Er sagt, er liegt auch den ganzen Tag rum und kommt nicht auf, hat leichte Erkältungssymptome. So ist es mir auch gegangen. Aber eigentlich fühle ich mich inzwischen schon wieder ganz gut. Hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende.
Das zuhause rumsitzen macht mich verrückt. Vor allem habe ich Angst um meinen Freund und meine Tochter. Beiden geht es gut, ich hoffe nur dass ich sie nicht angesteckt habe.



dazu sollte man wissen, dass mit den üblichen test´s bisher nur coronainfizierte im anfangsstadium nachgewieden werden können. wenn die bakterien aus dem mund und rachenraum nach unten in die atemwege gewandert sind - 5 - 10 tage, kann man sie so einfach nicht mehr nachweisen. deshalb macht ein test nach solch einer zeit auch wenig sinn.
etwas später, nach durchgestandener krankheit, kann man antikörper nachweisen.

30.03.2020 16:00 • x 1 #88


L
Aha - du kennst dich aus! Das wusste ich gar nicht.

OK - wenn dem so ist . . .dann ist das halt so.

30.03.2020 16:02 • #89


A


Hallo Lilly-18,

x 4#15


Lilly-18
Ja, mir geht es wirklich schon wieder gut. Ein bisschen erschöpft bin ich noch, aber das kommt sicher auch vom vielen rumliegen.
Dass sie mich jetzt nach 2 Wochen nicht mehr testen verstehe ich sogar irgendwie. Ich war in der Zeit aber auch zuhause und wenn nicht, habe ich dafür gesorgt, andere nicht in Gefahr zu bringen.
Für mich wäre es wichtig, irgendwann mal zu erfahren, ob es Corona war oder nicht, werde aber jetzt wohl auf einen Antikörpertest warten müssen, den es ja noch nicht gibt, zumindest keinen zuverlässigen.
Im übrigen werde ich auch in Zukunft auf die Hygienevorschriften achten, also Abstand halten und oft Hände waschen. Das ist das mindeste was jeder tun kann.
Und ich bin jetzt auch mal guter Dinge, dass es meinen Freund und meine Tochter nicht erwischt hat. Wir achten auch zuhause darauf, uns nicht gegenseitig anzustecken, was zwar schwierig aber nicht unmöglich ist.
Ich fange an, die Situation so anzunehmen wie sie ist. Hadern nützt niemandem etwas. Das Gefühl, nicht allein zu sein mit meinen Ängsten beruhigt mich etwas.
Trotzdem leide ich darunter, dass so viele schlimme Dinge im Moment passieren. Ich würde so gerne mehr helfen und unterstützen, jeder Hilferuf schmerzt mich in der Seele. Weiß aber, dass ich nicht jedem helfen kann. Ich hole in unserer Lieblings-Pizzeria Essen, weil wir momentan nicht dorthin gehen können, ich spende Futter an Tierheime im Ausland und unterstütze Essenslieferungen an Bedürftige in unserer Stadt. Leider bin ich auch nicht Krösus, aber ich tue was ich kann und erfreue mich auch an den positiven Meldungen über Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft unter den Leuten.
Natürlich löst das das Problem nicht an den Wurzeln, vieles ist falsch gelaufen, in anderen Ländern noch viel schlimmer als bei uns. Aber es macht Mut, dass die Menschen noch nicht so verroht und empathielos sind wie es zuletzt den Anschein hatte.
Ich weiß, dass viele Menschen auf der Strecke bleiben werden, in die Arbeitslosigkeit, Armut und Depression abrutschen werden in nächster Zeit. Das alles macht mich unendlich traurig. Trotzdem hoffe ich, dass wir es schaffen, einen Teil dieser Zusammengehörigkeit in die Zeit nach Corona zu retten und auch weiterhin zusammenhelfen, dass möglichst viele wieder auf die Beine kommen. Dazu gehört für mich, dass ich momentan nichts im Internet bestelle sondern warte, bis die Läden wieder auf machen. Nur ein Beispiel, wie es gehen könnte. Und den ausgefallenen Urlaub werde ich wieder im selben Reisebüro buchen, in dem ich auch vorher war. DAS ist jetzt wichtig.

30.03.2020 16:49 • x 2 #90

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