Freund blockt alles ab und will Beziehung beenden

K
Hallo KiNjAl,

ganz lieben Dank für Deinen Zuspruch !!! Ich gebe zu, mein heutiger Tag war ebenso voller Zweifel, ob ich es überhaupt schaffe. Ich würde mir wünschen, gerade jetzt, wo es ihr einigermaßen gut geht... dass sie mir ein wenig mehr Zuspruch zukommen läßt... doch darauf habe ich vergebens gewartet. Ich schrieb ihr heute morgen eine SMS mit dem Text: Du bist mir sehr wichtig. Ich erhielt keine Reaktion darauf. Er als ich am späten Nachmittag schrieb: Hi, wie geht es Dir ? meldete sie sich... kein Wort von der morgendlichen SMS. Mich beschlichen erneut Zweifel...

Ich traute mich aber nichts zu sagen... also schluckte ich es... Vorhin hatten wir telefoniert... alles war wie vorher...

Am kommenden Samstag habe ich drei Termine wg. einer Whg. Ich hoffe, dass es endlich klappt... gebe die Hoffnung nicht auf..

Ich ahnte es, dass die Zweifel mit den depressiven Phasen zusammen hängt. Sie will es so nur leider nicht wahrhaben. Ich diskutiere auch nicht mit ihr... ich denke es würde das ganze noch verschlimmern. Wenn wir miteinander reden... dann immer in einem ruhigen Ton. Ich gebe ihr zwar gerne recht... bringe meine Meinung jedoch diplomatisch rüber. Bisher bin ich damit ganz gut gefahren. Ist nur immer sehr schwierig, die richtigen Worte zu finden, ohne dass ich sie unter Druck setze, bzw. ihr das Gefühl gebe sie nicht ernst zu nehmen.

Ich hoffe doch, dass sie sich irgendwann öffnet und wir es doch noch schaffen. Ich glaube fest daran... hoffe nur, dass mir die Kraft dazu erhalten bleibt...

Wie geht es Dir heute ? Hast Du Deine Krankheit im Griff... oder bist Du gar darüber hinweg ?

Ganz lieben Dank für ALLES !!! Tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist...

Viele Grüße
Kimba

05.05.2011 21:15 • #16


K
Hallo Kimba :-)

Ich versuche immer auch gerade Angehörigen wie dir so viel Zuspruch zu geben wie es geht, weil ich weiß
wie viel Kraft man da reinsteckt sich um einen depressiven Menschen zu kümmern.
Laut dem was du schreibst kümmerst du dich sehr gut um deine Partnerin...besonders das mit der SMS
fand ich lieb.
Du darfst nicht denken dass all diese Kleinigkeiten nicht bei ihr ankommen, nu weil du nicht unmittelbar ein
Feedback dazu bekommst. Du bedeutest ihr etwas, wenn nicht, dann wäre sie weg. Wenn ich von mir ausgehe,
hab ich da immer sehr radikal aussortiert, so nach dem Motto: Du bist nicht für mich da, also scher dich zum Teufel!
Auch nicht schön...aber naja...
Diplomatisch sein ist im Großen und Ganzen das Beste. Dennoch solltest du sie in gewissen Abständen daran erinnern,
dass sie noch immer ein Problem hat, und du dich um sie sorgst und willst dass es ihr besser geht.
Ich denke dass sie sich nämlich auch auf Dauer auf deiner Liebe ausruhen könnte wenn du ihr nicht zumindest hin und wieder
einen Stubs in die richtige Richtung gibst. Du willst ja irgendwann dahin kommen, dass sie sich helfen lässt.
Das muss alles sehr schwer für dich sein und ich gebe gerne zu dass man sich als Angehöriger oft auf ziemlich dünnen Eis befindet.
Es ist super dass du die Hoffnung nicht aufgibst!
Ich kenne leider nur zwei Extreme. Meine Mama ist auch depressiv und mein Dad schluckt das weitesgehend herunter
und meine Mum denkt daher dass sie keine Hilfe nötig hat. Es geben ihr immer alle klein bei, egal was sie für einen Blödsinn redet oder tut.
Und ich und mein Partner. Er hat mir wenn man es genau betrachtet keine Wahl gelassen. Er hat mich so lange bearbeitet und mich immer wieder auf mein
Verhalten aufmerksam gemacht, bis ich Hilfe angenommen habe! Ich denke der Mittelweg wäre der Beste, doch ich weiß nicht wie der aussieht - leider :-/
Sie sollte wissen dass du dir Gedanken zu ihrem Verhalten machst. Setz dir doch im Kopf für dich einen Tag im Monat/in der Woche fest wo du das was laut deiner
Ansicht schief läuft thematisierst. So hast du es ausgesprochen, gleichzeitig hat sie die Möglichkeit darauf zu reagieren. Puh, was für ein Drahtseilakt!
Ich bewundere Leute wie meinen Partner oder dich! :-)
Ich drücke dir ganz doll die Daumen wegen der Wohnung!

Wie es mir heute geht?! Naja, ich hatte 2 x Psychotherapie, eine Klinikaufenthalt und eine kleine Familie die immer für mich da ist. Ich denke schon dass das geholfen
hat und es auch immer noch tut, auch nachhaltig. Ganz vorne steht immer erst der Entschluss Ich will gesund sein! Wenn dieser Wunsch nicht zumindest
irgendwo in ihr drinnen existiert, dann kannst du dich als Angehöriger auf den Kopf stellen, du wirst sie nicht gegen ihren Willen zum Psychologen schleifen können.
Sie muss erkennen dass sie ein Problem hat und es beheben wollen.
Das ist eine schwere Einsicht die Jahre dauern kann. Hat es bei mir auch.
Ich merke bei mir dass die Krankheit immer irgendwo in mir drin lauert, und bei der kleinsten Schwäche greift sie wieder an. Ich vertrete die Ansicht, wenn man die Veranlagung
zur Depression hat, dann kann man die Krankheit zwar in den Griff kriegen, aber ein komplett symptomfreies Leben in dem dann immer nur Sonnenschein existiert, wird es nie geben.
Ja, das klingt jetzt demotivierend, aber es wäre blöd dir falsche Hoffnungen an der Stelle zu machen.
Ich hab auch heute noch Tage an denen ich alles hinschmeißen will, oder auch nur Momente. Sie sind seltener, weil ich nicht krank sein will und durch meine kleine Tochter eine
Aufgabe habe wo ich Verantwortung übernehmen muss. Da kann ich mich nicht mehr den ganzen Tag ins Bett legen und heulen, ich muss funktionieren.
In schlechte Momenten ist es GENAU DAS - funktionieren! Aber in den vielen anderen weiß ich, dass meine Familie mich ins Leben zurück gebracht hat :-)
Ich denke es ist alles eine Frage des Willens und der Motivation und man muss sich eingestehen dass man Hilfe braucht und es nicht allein schafft.
Im Groben und Ganzen würde ich behaupten ich hab gelernt mit der Krankheit zu leben und akzeptiert dass sie hin und wieder wieder hervorbricht, weil ich ein Mensch
bin mit Fehlern und Macken. Ich werde nie das leisten was normale Menschen können. Aber wer sagt eigentlich was normal ist?!
Ich schick dir in Gedanken eine große Portion Kraft und du weißt ja jetzt dass du nicht allein bist ;-)
Schreib wann immer dir danach ist, gern auch via pn, falls es dir zu persönlich wird :-)

Alles Liebe

KiNjAl

06.05.2011 04:04 • #17


M
Zitat von KiNjAl87:
Ich vertrete die Ansicht, wenn man die Veranlagung
zur Depression hat, dann kann man die Krankheit zwar in den Griff kriegen
Da gebe ich Dir Recht, aber vielleicht interpretieren wir auch nur jedes Unwohlsein direkt so .
Zitat von KiNjAl87:
ein komplett symptomfreies Leben in dem dann immer nur Sonnenschein existiert, wird es nie geben
Das hat leider niemand, auch gesunde Menschen haben ihre schlechten und traurigen Phasen.

06.05.2011 12:45 • #18

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