Hallo WeristWer,
ich habe zur Zeit meinen depressiven Vater bei mir wohnen. Ich habe evtl. ein paar Tipps für dich die dir (meiner Erfahrung nach) im Umgang helfen könnten.
Was für mich nicht schlüssig ist: Stand dein psychischen Wohlbefinden schon Frage bevor du mit deinem Partner zusammen gelebt hast, oder kam das erst mit den mit deinem Partner.
Das mag komisch klingen ist aber erstmal wichtig um zu sehen ob du denn selbst für die dauerhafte Mißstimmung veranlagt bist oder die Umstände dafür verantwortlich sind.
Ich befand mich selbst in Behandlung und kann dir nur folgendes sagen:
Depressive Menschen sind, an mich selbst erinnernd und an das was ich von anderen erleben durfte, eher intensionsgesteuert. Das heißt die Wahrnehmung schwangt von Moment zu Moment.
Mal ist es gut, mal werden Umstände ob Vergangenheit oder Präsents unabhängig ihrer tatsächlichen Relevants, sehr gewichtig zur Diskussion getragen. Einfach abhängig der emotionalen SItuation.
Diesen Hirnfasching zu verstehen, ist eine unmögliche Aufgabe. Dein Partner hat warscheinlich auch keine böse Absicht dahinter.
Wichtig ist erstmal nur das du dir deiner Erwartungen klar wirst. Wenn man einen depressiven Menschen vor Verantwortungen stellt die nicht erfüllen kann, oder er GLAUBT das er sie nicht erfüllen kann
verschlechtert dies eher die Situation als sie zu verbessern.
Dir muss bewusst sein das du nicht normale Ansprüche an deinen Partner stellen kannst und vor allem seine Äußerungen, im Streitfall, eher deeskalierend behandeln solltest.
Das hilft die nur nicht in deiner Situation weiter. Also um auf deine Bedürfnisse ein zu gehen.
Du bist Mutter 3er Kinder und kommst mit diesen klar...kann also keiner Behaupten du wärst nicht belastbar. Du bist aber auch gleichzeitig die Person die Handlungsfähig ist(oder soll), in deinem Haushalt.
Sollte es zutreffen das es dir schlecht geht seit dem du diesen Partner hast...muss das nicht die Trennung bedeuten. Versuch ihn erst zu ermutigen eine Initative zu ergreifen...entweder etwas zu ändern zu sich falls er es nicht schafft sich in Therapie zu begeben. Wenn das nichts hilft gib nachdruck, es sind auch deine Kinder die unter den Umständen nicht aufwachsen müssen. Du möchtest sicherlich auch eine gewisse Beständigkeit.
Mehr kannst du im Grunde nicht tun. Und ganz wichtig ist für dich heraus zu finden warum es dir so geht....dazu brauchst du nicht zwangsläufig eine Selbsthilfegruppe. Denk in Ruhe an den Zeitpunkt ab dem das los ging...nimm dir dafür Zeit...und versuch mal auf zu drödeln wie der Verlauf weiter ging. Sollte der Zeitpunkt auf deinem Partner zutreffen weißt du das du da anpacken solltest (wie eben gesagt) solltest du feststellen das du es seit längerem hast dann such dir unter Umständen hilfe.
Wichtig ist folgendes:
-du kannst nicht mehr tuen als deinen Partner zu ermutigen, ihm ein Ultimatum zu setzen (therapie oder Eigeninitiative) oder irgendwann andere Entscheidungen für dich selbst zu treffen und wenn es die Trennung ist.
-versuche zu akzeptieren das du in der nächsten Zeit erstmal allein verantwortlich bist für die Kinder. Die wichtige Frage ist wie lange du das noch kannst.
- Wenn du merkst das es dir damit nicht gut geht, sich nichts entwickelt, zieh deine Register: nicht nur für dich sondern auch für deine Kinder.
-Was dich betrifft bist du was deinen Partner betrifft unter Umständen nur begrenzt Handlungsfähig....du kanns ihn ermutigen, ihn unterstützen....wenn sich nichts entwickelt braucht es entweder eine Therapie, eine GEMEINSAME Beratung oder eine Trennung.
Für dich am wichtigsten ist das du dir bewusst wirst ob du die beschissen fühlst wegen oder nur wegen der Umstände. Das ist essentiell wenn du dir darüber im Klaren bist fällt dir auch einiges leichter.
Dazu kannst du dir natürlich selbst die Hilfe deiner Wahl suchen...und das tust du auch. Das ziegt das du Handlungsfähig bist...du bist nach wie vor Initiativergreifend....das solltest du dir bewusst machen.
Dann gehts dir auch besser.
Gruß David
11.01.2014 20:45 •
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