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Freund ist wieder verschwunden

Jedi
Zitat:
Aber ist es nicht so, dass eine Therapie darum geht, dass derjenige mit sich selber klar kommt?

Ja sicher !
- Doch Ressourcen zu nutzen, kann für eine therapeutische Begleitung, sehr dabei Unterstützend wirken.
--------------------
Zitat:
Wenn ich also loslasse und es als Trennung sehe,

Ob Du es als eine Trennung betrachtest ? - nur dann kann Dir loslassen dabei helfen,
besser mit der Situation umgehen zu können.
Zitat:
dann nehm ich meinen Partner Sicherheit und Unterstützung die er vermutlich braucht

Wenn Dein Partner es denn möchte u. auch annimmt.
-----------------
Zitat:
sobald es ihm besser geht.

Du entscheidest selbst, ob Du es als Trennung betrachtest.
Was Dein Partner mal brauchen wird, wenn es ihm besser gehen wird, dass muss er dann Dir auch sagen,
dass solltet ihr dann gemeinsam verabreden, auch was Du dann bräuchtest, damit es auch ein Wir wieder werden kann.

02.04.2021 22:37 • x 1 #16


M
Naja Jedi,

Ich bin Laie. Aber ich stelle es mir so vor: unsere Partner sind ja nicht aus böser Absicht weg, sondern weil sie ihre Kraft verlässt. Also sie leiden unter der Situation ebenfalls.
Und dann kommen wir als Partner noch und deuten die Symptome ihrer Krankheit als Trennung und bauen Druck auf.

(Ich müsste dann die Dinge zurückfordern und ihm seine geben.) würde das die Lage nicht verschlechtern?

Isr es nicht so, dass eine Depression die Fähigkeit sich klar zu äußern stark einschränkt? Das es schwer wird Nähe zu geben und zu zulassen?

02.04.2021 22:44 • x 1 #17


A


Hallo AnYi,

Freund ist wieder verschwunden

x 3#3


M
Zitat von AnYi:
Ich kann nicht wieder das gleiche wie letztes Jahr durch machen
Hat jemand auch solche Erfahrungen gemacht? Ist das normal dass ein Mensch mit Depressionen einfach abhaut?


Du schreibst du kannst das gleiche wie im letzten Jahr nicht nochmal durch machen das kann ich verstehen.
Aus meiner Erfahrung kann ich dir berichten das es bei meinem Mann normal war abzutauchen bis hin zu Suizidandrohungen wenn ich ihn nicht in Ruhe lassen würde.
Das habe ich viele Jahre mitgemacht weil ich ja der Meinung war er ist krank und braucht Unterstützung.
Ich habe sein Verhalten gedeckt und immer wieder neue Entschuldigungen gefunden warum er nicht da war.

Bis irgendwann meine Kraft aufgebraucht war und es in unserer Ehe keine Vor und kein Zurück mehr gab.

Es hat dann einen Tag gegeben da haben wir beide in der PIA Notfallambulanz gesessen. Ich war in einer Co Depression gelandet. Es wurde mir klar es muss jetzt was passieren.

Ich habe angefangen zu Grenzen zu setzten. Depressionen sind kein Freibrief für alles mögliche.
Habe losgelassen mit dem Hinweis du weißt wo ich bin aber du musst den ersten Schritt machen.

Dadurch kam es dazu das mein Mann zu der Ursache seiner Depressionen stand. Damit hat sich vieles verändert
und unsere Liebe hat gewonnen.

Egal für was du dich entscheidest Pass auf dich auf und Sorge gut für dich.

02.04.2021 23:21 • x 4 #18


Jedi
@Milla
Zitat:
Ich bin Laie.

Nun Milla, ich selbst bin auch ein Betroffener meiner Depression u. Angstekrankung u. schreibe hier,
von meinen ganz eigenen gemachten Erfahrungen.
Hinzu kommen die Erfahrungen, die ich durch Klinik, Reha, Einnahme von Antidepressiva, SHG u. durch viele Seminare gemacht habe u.
dabei bin ich vielen auch von Depression-Betroffene begegnet u. habe sie mit ihren Geschichten kennengelernt.
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Zitat:
Aber ich stelle es mir so vor: unsere Partner sind ja nicht aus böser Absicht weg, sondern weil sie ihre Kraft verlässt.

Meine Geschichte verlief so, dass ich auch in einer Beziehung war u. ich es nicht geschafft hätte meine Partnerin zu verlassen,
Ich war froh, diesen Menschen noch an meiner Seite zu wissen (es war meine Ressource).
Ich war dann auch gleich in einer Psychiatrie gegangen u. hatte Glück, dann im Anschluß auch in eine Therapie zukommen.
Wichtig waren auch die Antidepressiva, die ich gleich nahm, um wieder einigermaßen eine Tagesstruktur halten zu können.
Habe dann auch meine Arbeit aufgegeben, da ich diesen Beruf, unter dieser Erkrankung nicht mehr hätte ausüben können.
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Zitat:
Und dann kommen wir als Partner noch und deuten die Symptome ihrer Krankheit als Trennung und bauen Druck auf.

Meine Partnerin hat ihr Leben beibehalten (Beruf -Sport-Freundinnen, uvm.) u. es hat mir persönlich eher Druck genommen,
da sie mir nicht immer helfen wollte, sondern ich wusste, dass sie einfach da ist.
So habe ich mich voll auf meinen Heilungsweg konzentrieren können.
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Zitat:
(Ich müsste dann die Dinge zurückfordern und ihm seine geben.) würde das die Lage nicht verschlechtern?

Du müsstest Dir selbst erstmal klar werden, ob Du es jetzt als eine Trennung betrachtest oder Du selbst
Dir eine Trennungsoption noch offen lässt ?
Danach kannst Du entscheiden, ob ihr euch gegenseitig die Dinge, die Euch gehören dann zurückgeben wollt.
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Zitat:
Isr es nicht so, dass eine Depression die Fähigkeit sich klar zu äußern stark einschränkt?

Sicher schränkt eine Depressionserkrankung einen Betroffenen ein.
Aber sich gar nicht zu äußern, gerade gegenüber einen geliebten Menschen, fällt mir persönlich schwer
dass zu glauben.
Wenn ich hier viele Beiträge von Nicht-Betroffenen gelesen habe, was ihre Betroffenen-Partner noch so alles können
u. bei ihrer Partnerin plötzlich geht nichts mehr, fällt es mir persönlich schwer, dass so zu Akzeptieren zu können.
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Zitat:
Das es schwer wird Nähe zu geben und zu zulassen?

Das ist sicher so u. war bei mir auch der Fall !
Aber darüber zu sprechen u. sich da zu Verabreden, wie man als Paar damit umgehen kann,
dass war mir u. vielen anderen Betroffenen, mit denen ich über dieses Thema gesprochen hatte schon möglich.
Das ist sicher für den Nicht-Betroffenen Partner eine schwierige Phase, Unlust auf körperliche Nähe,
kann auch durch die Antidepressiva ausgelöst werden u. durch die psychische Erschöpfung.
Aber diese Phase kann auch wieder überwunden werden !
Dazu ist natürlich professionelle Hilfe nötig !

03.04.2021 12:08 • x 3 #19


M
Lieber Jedi,

Ich denk die Schattierung von Depression ist so groß, dass auch ein Betroffener nicht alles nachvollziehen kann und muß.

Freut mich, dass ihr das geschafft habt und auch gemeinsam stark wart. Und du so schnell Hilfe hattest und das diese auch half. Eine Lebensumstellung erfordert Mut und zeugt von Stärke.

Mein Leben ist ohne meinen Partner auch ausgefüllt und gut. Aber er ist trotzdem ein Bestandteil und meine Gedanken sind bei ihm.

Ich sehe seinen Rückzug als Symptom seiner Erkrankung und nicht als Trennung.
Ich werde und will mich nicht trennen. Und da er noch nie davon sprach (im Gegenteil) werde ich bleiben.

Es fällt mir auch schwer zu verstehen, dass man sich von seinem geliebten Menschen zurückzieht. Sehr schwer.
Aber ich auch nicht depressiv. So eine richtige Antwort warum das so viele tun, finde ich leider nicht.

Mir fällt auch schwer zu verstehen, dass depressive mit Familie und Kindern sich das Leben nehmen. Aber auch das gibt es.

Nur weil es schwer fällt etwas zu glauben oder nachzuvollziehen, ist es ja trotzdem möglich.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich alle Partner hier aus böser Absicht zurückziehen oder zu feige sind um Schluss zu machen.
Zumal in einigen Büchern zum Thema steht: die Erkrankung nahm mir die Stimme.

03.04.2021 15:16 • x 2 #20


A
Also da bin ich deiner Meinung Milla....die Erkrankten wollen aber können nicht und nicht jeder Rückzug bedeutet gleich, dass man sich trennen möchte....

03.04.2021 16:46 • x 1 #21


Jedi
@Milla

Zitat:
Ich denk die Schattierung von Depression ist so groß, dass auch ein Betroffener nicht alles nachvollziehen kann und muß.

Da gebe ich Dir vollkommen recht !
Deshalb, kann ich auch immer hier nur von meinem Weg u. meinen Erfahrungen berichten u. das hatte ich auch schon
so geschrieben:
Zitat:
u. schreibe hier, von meinen ganz eigenen gemachten Erfahrungen.

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Zitat:
Ich werde und will mich nicht trennen. Und da er noch nie davon sprach (im Gegenteil) werde ich bleiben.

Das ist doch eine klare Entscheidung u. ich finde es gut, dass Du sie so auch selbst für Dich so getroffen hast.
Möge Deine Entscheidung zu bleiben, dann Euch auch wieder zusammenführen, so dass ihr gemeinsam
wieder Freude an der Beziehung findet - das wünsche ich Dir !
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Zitat:
Es fällt mir auch schwer zu verstehen, dass man sich von seinem geliebten Menschen zurückzieht. Sehr schwer.
So eine richtige Antwort warum das so viele tun, finde ich leider nicht.

Ich denke, dass die Gründe sehr Vielfältig sein werden.
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Zitat:
Mir fällt auch schwer zu verstehen, dass depressive mit Familie und Kindern sich das Leben nehmen.

Deshalb darf man als Betroffener diese Depressionserkrankung nicht unterschätzen !
Schnelle u. gute professionelle Hilfe allein schützt nicht davor, dass es in einer tiefen Krise,
zu einem Suizid kommen kann.
Dies betrifft auch Prominente, wie den bekannten Fussball-Torwart Robert Enke, der trotz guter Therapie,
Erfolgreich im Leben, Ehefrau u, Kinder, sich dann doch eines Tages auf einen Bahngleis dann suizidierte.
Gründe gibt es sicher recht viele, so könnte für einen Suizid die Hoffnungslosigkeit u. nicht mehr daran zu glauben,
dass es doch noch einen Weg, raus aus der Depression geben könnte, das man Anderen nicht mehr länger zur Last
fallen möchte, uvm. !
Wenn denn so etwas dann passiert, ist es für Alle ein Schock, Unverständlich u. ein riesiges Drama,
oft auch mit Schuldgefühlen beladen, die Hinterbliebene sich dann machen, weil sie glauben,
den Betroffenen nicht gut genug geholfen, gar Unterstützt zu haben.
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Zitat:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich alle Partner hier aus böser Absicht zurückziehen
oder zu feige sind um Schluss zu machen.

Schwieriges Thema, so finde ich !
Ich habe dazu so meine ganz persönliche Meinung, aber die ist sicher auch nicht allgemeingültig !

Bleib jetzt erstmal bei Deiner Entscheidung u. beobachte, wie es sich weiter entwickelt.

03.04.2021 18:04 • x 4 #22

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