Es klingt für mich dennoch, als wärst du einen innerlichen Druck ausgesetzt und äußerst es in einer Überreaktion.
Lass mich ein paar Kopfgedanken wiedergeben.
Dein Mann erzieht dich seit deinem 14 Lebensjahr, einer Zeit wo du gerade in die Pubertäre Phase schlüpfst und dich von deinen Eltern biologisch abnabelst. In dieser Phase baut sich ein Gehirn neu auf und bereitet sich für das Leben vor. Vergleichbar mit dem Wechseln der Insel meiner Eltern (Geborgenheit zu Zuflucht) wo ich den rauen Ozean (Pubatäre Phase) überquere um die Insel meiner Träume (eigenes Leben) zu beleben. Der Einfluss deines Partners ist der Einfluss deines jetzigen Denkens, er war beim Überqueren des Ozeans ständig an deiner Seite. Er und die 19 Jahre, haben dich zu dem gemacht, was du derzeit bist. Dein innerliches ICH, weigert sich das anzunehmen und schreit es seit Jahren nach außen, doch du wirst nicht gehört. Im Gegenteil du wirst sogar noch von deinen Liebsten unter Druck gestellt.
Die Reaktion gehört zu werden äußert sich zwischenzeitlich bereits bei Kleinigkeiten. Ohne nachzudenken, sucht dein Gehirn die Kohärenz im Angriff. Weg, lasst mich in Ruhe, ich will nicht mehr, warum akzeptiert keiner meine Entscheidung. ICH WILL FREI SEIN?
Tilu: Vorschlag:
Lehne dich zurück und beobachte deine Situation von einer Helikopterperspektive aus an. Lass deine Emotionen dabei außer Acht und konzentriere dich auf die Szenen deines Lebens. Als Metapher könnte man sich vorstellen in der letzten Reihe eines Theaters, ganz oben auf der Tribüne zu sitzen und sich das Schauspiel des eigenen Lebens zu widmen. Wie siehst du dich in dieser Rolle? Wo sind deine Kinder? Deine Eltern, dein soziales Umfeld? Wer steht dir nahe, wer zu nahe?
Du schreibst, du magst die Dunkelheit. Dunkelheit gibt Geborgenheit und versteckt die Umwelt, den Druck, den Einfluss von außen. Deine dunklen Farben passen zu diesem Muster und deine Phobien sind klassisch. Gut, die Spinnenphobie würde ich der Evolution zuschreiben, die Platzangst würde ich mit deiner eingeschränkten Freiheit, die du so dringend brauchst, vergleichen und die Höhenangst spricht vor der Angst der Ungewissheit, des Fallen Lassens, des nicht kontrollierbaren.
Ich hatte mal ein Erlebnis mit einem 1 1/2 jährigen Kind. Der Vater der Familie verstand nicht immer seine Wortwahl und den Ton richtig zu treffen und nahm auch keine Rücksicht mit seinem Tonfall vor dem Kleinkind. Kleinkinder erkennen im Tonfall nicht, ob etwas gut oder schlecht ist, dennoch nahm das Kind den Vater eines Tages an der Hand und führte ihn in sein Zimmer. Als sie dort ankamen, fing das Kind bewusst an zu schreien und stampfe mit den Füßen auf den Boden während es lächelte. Für den Vater war es das Zeichen in Zukunft seine Luft woanders auszulassen, was er auch tat.
Es ist nicht immer notwendig sich sofort auf Dinge zu äußern oder seine Meinung dazu abzugeben. Das Gegenteil ist der Fall. Zähle beim nächsten Mal bis Zehn oder zwanzig und stell dir danach die Frage, ob du überhaupt noch Lust hast zu antworten oder dich zu äußern. Wenn du dennoch merkst das die Stresshormone einschießen, dann geh an einem Ort wo du trampeln kannst du viel du willst. Lass das Wasser raus aus dem Topf und vermeide, dass es überläuft. Mach das ein paar mal und du wirst merken wie dein Körper auf einmal anders reagiert.
27.05.2021 11:01 •
x 2 #24