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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Katherina
Das stimmt wohl. Er nimmt seine Pflicht als Vater sehr ernst.
Ich danke euch! Von Herzem! Jetzt hab ich wieder Mut und etwas mehr Hoffnung!
DANKE!

24.02.2020 15:49 • x 1 #1696


Jedi
Zitat von Wuguli:
Mein Partner sagt zu mir die ganze Zeit, dass er Schuldgefühle hat die ihn extrem belasten.

Zitat von Wuguli:
Ich weiß nicht was ich mit dieser Information immer machen soll

Du brauchst gar nichts damit machen !

Schuldgefühle :
Schuldgefühle sind im eigentlichen Sinne keine Gefühle, sondern Bewertungen u. Schlussfolgerungen !
Erst durch unsere Bewertungen u. Schlussfolgerungen, entsteht in uns ein schlechtes Gefühl.
Schuldgefühle können gar stimmen u. berechtigt sein, wenn man sich irgendwie schuldig gemacht hat.
In der Regel sind Schuldgefühle von uns selbst erzeugt.
Frühe Prägungen haben uns nie einen wirklichen Umgang mit bestimmten Verhaltensweisen gelehrt.
So sind innere u. von uns akzeptierte Normen entstanden.
Verhalten wir uns ihnen zuwider, dann wird unser Verhalten bewertet u. daraus entwickeln wir unpasende Schlussfolgerungen.
So hilft es, wenn wir unsere Bewertungen hinterfragen u. unsere Schlusfolgerungen, die wir getroffen haben.
Schuldgefühle sind daher, so meine persönliche Überzeugung niemals Hilfreich u. helfen auch bei Reue wenig.

Villt. hilft es ein wenig, Schuldgefühle überhaupt einmal zu verstehen ?

LG Jedi

(Worauf ich gerne noch einmal hinweisen möchte, dass Schuldgefühle, gerade in einer Partnerschaft, als Druckmittel u.
emotionale Erpressung genutzt werden)

24.02.2020 18:17 • x 3 #1697


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


M
Eine Depression + Medikamente verändern einen Menschen enorm. Der oder die wie sie vorher waren, gibt es nicht mehr. Wir müssen uns schützen und zurückziehen. Der oder die Betroffene weiß um unsere Liebe zu ihnen, entweder kommen sie zurück oder nicht. Wir können nichts anderes tun, stellt oder zumindestens reduziert den Kontakt zu ihnen, lebt eurer leben weiter, wir haben nur das eine.

24.02.2020 22:42 • x 1 #1698


O
Zitat von M+M:
Der oder die wie sie vorher waren, gibt es nicht mehr.


Doch! Er kann sich nur gerade selbst nicht finden. Er ist im Moment verloren.
Aber es gibt ihn noch.

24.02.2020 22:56 • x 5 #1699


W
Ich glaube wir alle wissen das wir unser Leben weiterleben und das machen und tun sollen was uns glücklich macht.
Ich denke mal wir alle haben einfach nur damit zu kämpfen damit, dass meistens die Krankheit einen den Boden unter den Füßen weggerissen hat und wir plötzlich nicht mehr wüssten wo oben und unten ist. ( natürlich ist es für den Betroffenen schlimmer)
Ich will damit eigentlich nur sagen, dass wir unser Glück mit dem Partner geteilt haben. Wenn einem es an einem Tag mal nicht gelang glücklich zu sein, dann war da jemand der einfach ein Stück Freude abgegeben hat.
Die meisten von uns haben die daran gedacht, dass es zu Zweifel an Gefühlen kommt.
Die Umstellung auf alleine glücklich sein ist schwer.

Klar sind wir alle in der Lage das zu schaffen, kein Zweifel.
Jedoch fühlen sich vielleicht viele hier noch nicht bereit. Ich spreche nicht für die Allgemeinheit.
Ich wollte einfach mal zu diesen ganzen lebt euer Leben und macht das was euch glücklich macht sagen, dass im Partner ein Teil von uns ist und in und ein Teil von partner. Man ist einfach verbunden, da ist das Abschalten und alleine glücklich sein eher leicht dahin gesagt.

Wollte niemanden damit jetzt angreifen.

24.02.2020 22:59 • x 2 #1700


W
Ich stimme @ohneFunktion zu

Den Partner gibt es noch, ich denke nur das er entscheiden kann, ob er sich neu orientieren will und sein Leben anderes leben will oder nicht.
Bei so einer Krankheit öffnet das bestimmt oft den Betroffenen die Augen, dass sie was verändern müssen.
Und wenn es die Beziehung oder die Arbeit oder was auch immer ist, dann ist das so.

24.02.2020 23:03 • #1701


Juli1
Ich denke, dass es auf jeden Fall gut ist, auf sich selber aufzupassen und sich nicht selber total zu verlieren. Aufgeben sollte man auf keinen Fall zu früh. Nicht zwangsweise muss es auf eine Trennung hinauslaufen.

24.02.2020 23:19 • x 1 #1702


M
Wann jemand aufgeben soll, das muss jeder für sich entscheiden. Aber meistens ist das aber der betroffene der aufgibt. Dagegen können wir allerdings nichts ändern.

25.02.2020 00:03 • x 1 #1703


E
Ich möchte mal was fragen- als ich krank wurde war ich nicht in einer Partnerschaft:
War es wirklich so, als ob da ein Schalter umgelegt wurde oder begann die Depression bei euren Partnern nicht etwa schleichend?
Bei mir kam das nicht von jetzt auf nachher, und ich kann von mir sagen, daß ich auch kein anderer Mensch wurde, als ich krank wurde- ich bin auch jetzt noch dieselbe, deshalb finde ich
Zitat:
Der oder die wie sie vorher waren, gibt es nicht mehr.
schon eine gewagte Aussage.
Ich habe mich zeitweise gefühlt wie unter Wasser, aber ich war immer ich, auch wenn ich mich in manchen Dingen verändert habe, und das ist auch gut so- das ist jedoch normal im Leben, daß es eine Entwicklung gibt, mit oder ohne Erkrankung.

Zitat:
Wir müssen uns schützen und zurückziehen

Schützen ja- diese Verantwortung haben wir uns gegenüber aber sowieso immer.
Wieso jedoch zurückziehen?
Wieso nicht zur Seite stehen, wie ein Partner in diesen schlechten Tagen?
Das bedeutet nicht mit-leiden, sondern das eigene Leben führen in der Partnerschaft.
Zitat:
(Worauf ich gerne noch einmal hinweisen möchte, dass Schuldgefühle, gerade in einer Partnerschaft, als Druckmittel u.
emotionale Erpressung genutzt werden)

Das ist richtig, Jedi, das gibt es leider ganz oft und die meisten finden das sogar normal.
Damit dürfte mir keiner kommen.

25.02.2020 06:17 • x 2 #1704


M
Hallo Resi, das war meine Erfahrung. Ich habe 25 Jahre mit meinem Partner zusammen gelebt. Ich weiß das er mich geliebt hat - ohne Zweifel. Ja es kam schleichend über viele Jahre, dass weiß ich jetzt. Ich habe so wie viele andere hier, alles versucht. Sein erster Klinikaufenthalt von 3 Monaten, da war noch alles ok. Als er dann nach Hause kam, wurde es immer schlimmer. Die Kinder und ich haben viel Verständnis aufgebracht. Ich bin berufstätig, ganztags, er wusste noch ein noch aus wie es weiter gehen sollte. Er stand kurz vor der Aussteuerung also hieß es für ihn wieder arbeiten gehen, alter Arbeitgeber wo er doch wusste wie stressig das werden wird. Dann kam die Wiedereingliederung. Bis heute geht er nicht mehr Vollzeit arbeiten. Ich weiß dass das berufliche ihm viel Stress bereitet hat. Sicherlich zu Hause auch. Haus, zwei Kinder mittlerweile erwachsen und ich berufstätig. Ich habe es versucht alles unter einen Hut zu bekommen, wirklich. Doch er entfernte dich immer mehr. Ich habe geglaubt, dass er mit mir über alles reden kann, ich habe mich getäuscht. Er konnte oder wollte nur mit Betroffene darüber reden. Ich habe ihn vertraut und nie hinterfragt was er den ganzen Tag so macht. Er traf sich mit einer Frau aus seiner Jugendzeit die auch erkrankt ist und erzählte mir nichts. Ich habe es dann selbst gesehen, als er zum angeln ging und ich ihn besuchen wollte. Die Treffen gingen schon einige Zeit. Das tat verdammt weh. Er hatte nicht nur ihr, aber dass vertrauen war für mich nicht mehr da. In einer Beziehung oder Ehe setzte ich Ehrlichkeit, vertrauen und liebe voraus. Ich habe bis dahin versucht alles möglich zu machen. Ich bekam keine Chance. Danach bin ich ausgezogen, die Kinder wollten mit mir mitkommen. Mit Abstand hielt ich zu ihm. Was kam das er nur eine Freundschaft zu mir wollte. Das ging bei mir nicht. Ich habe diesen Mann geliebt - sogar sehr auch nach so vielen Jahren - immer zwischen durch kam ein Ja von ihm, dann wieder nein, ich habe es lange versucht. Doch jetzt kann ich nicht mehr. In meinem Freundeskreis habe viele diese Krankheit, was völlig ok ist. Aber wenn dein Mann erkrankt ist, und dich immer wieder Weck stößt und dann doch wieder näher lässt, kannst du das eine Zeit lang schaffen. Aber nicht für immer. Bei ihm ist das schon chronisch. Er hat eine neue Beziehung begonnen, auch wenn er sagt dass das ein großer Fehler war. Dass ist Zuviel für mich, ich hätte ihm noch Zeit gegeben, so auf keinen Fall. Über den langen Zeitraum von ca. 4 Jahren und Medikamenten kann ich sagen das er such verändert hat.

25.02.2020 07:11 • x 2 #1705


Katherina
Guten Morgen Resi,
Also bei meinem Freund war der Prozess auch schleichend. Zumindest seh ich das jetzt rückblickend so. Er klagte in der letzten Zeit häufiger über Durchfall, Magenschmerzen, Müdigkeit und die Libido war auch nicht mehr so wie anfangs. Ich hatte nie zuvor Kontakt mit einer Depression. Deswegen hab ich es leider! nicht wahr genommen. Er hatte schon einmal einen bourne out vor paar Jahren. Da redete er mir ziemlich offen. Aber selbst da dachte ich ok das war, er hat es hinter sich, abgehakt. So im groben Sinne. Ich wusste nicht, dass er wieder in diese Richtung rutschen kann. Er sagte vor Weihnachten selbst zu mir, dass er es bereut die Anzeichen seines Körpers nicht wahrgenommen zu haben. Das hatte er sich damals auf Kur geschworen.

Ihm bei Seite stehen in der Partnerschaft, tja. Ich tue mein Bestes. Da wir nicht zusammen wohnen, er eine erneute Meditation strikt verweigert und uns ca 45km trennen - schwierig. Ich versuche ihm unterstützend hin und wieder eine Nachricht zu schicken. Meist kommt nichts, wird aber auch von mir ohne antwortsaufforderung geschrieben, ab und an kommt was. Aber in letzter Zeit sehr wenig.

Das eigene Leben führen, jaaaa. Ich geb mir Mühe. Bin viel mit Freunden/Bruder/Familie unterwegs. Was ehrlich gesagt nicht leicht fällt. Kurz gesagt: er fehlt! Nach wie vor/in jeder Lebenslange.

Und ergänzend zu deiner Frage: zum Schluss war der Kontakt Abbruch von heut auf morgen. Da kamen 3 Sachen zusammen, das warf ihn anscheinend komplett raus.

Schönen Tag euch allen und viel Kraft!

25.02.2020 07:36 • x 1 #1706


Katherina
Ach ja zum Thema Veränderung - er ist denk nach wie vor der selbe. Kümmert sich um alles und jeden. Nur zu mir ist er anders. Kühl, emotionslos. Nun ja

25.02.2020 07:40 • #1707


M
Dito, so war es bei mir auch und ist es noch heute.

25.02.2020 07:54 • #1708


Jedi
Zitat von Wuguli:
Ich wollte einfach mal zu diesen ganzen lebt euer Leben und macht das was euch glücklich macht sagen,
dass im Partner ein Teil von uns ist und in und ein Teil von partner. Man ist einfach verbunden,
da ist das Abschalten und alleine glücklich sein eher leicht dahin gesagt.

Wollte niemanden damit jetzt angreifen.

Du greifst damit auch keinen an u. ich glaube, dass die, die hier schreiben u. Mitlesen, deine Aussage
so auch annehmen können.

Das mit dem Teil des Partners zu sein u. wir, ein Teil unseres Partners, da habe ich eine andere Haltung dazu.
Ja, Verbundenheit mit dem Partner, da würde ich Dir zustimmen !

Partnerschaft bedeutet für mich eine bewusste Entscheidung zu treffen, mit diesem Menschen, für den ich Liebe empfinde,
für eine gewisse Lebensstrecke oder aber bestenfalls auch für den Rest des Lebens,
gemeinsam uns zu lieben, Respektvoll u. Wertschätzend miteinander umzugehen, aufeinander zu achten u. füreinander
Verantwortung übernehmen zu wollen.

Für mich gilt dabei, wer sich selbst liebt, achtet u. annehmen kann, wie er ist,
der kann dies auch einem Partner/in gegenüber sein, ihn achten, lieben u. annehmen, wie der Partner ist.
Wer mit sich im Frieden ist, der wird auch zu einem Friedensbringer in der Partnerschaft/Ehe sein können.

LG Jedi

25.02.2020 11:00 • x 4 #1709


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


M
Ja, da hast du recht Jedi. ABER: Das trifft nur zu wenn der Geliebte Partner gesund ist. Eine Depression die einen schweren und chronischen Verlauf hat.das ist auf Dauer nicht möglich.

25.02.2020 13:45 • x 1 #1710

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