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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Juli1
Ihr Lieben,
danke für die ganze Empathie.
Mir ist schmerzlich bewusst, dass sich ohne therapeutische Hilfe eine Depression nicht verscheuchen lässt, sie unbehandelt sogar schlimmer werden kann. Und dass eine depressive Episode auch jederzeit wiederkehren kann. Ich hoffe sehr für ihn, dass er sich weiter Hilfe sucht.
Ich habe mir Hilfe gesucht, um das ganze zu verarbeiten und auch eigene Baustellen anzugehen. Der Fokus lag in den ganzen Monaten viel zu sehr auf ihm. Die Depression hat wohl auch auf mich abgefärbt, dazu kamen Angstzustände. Wie alle anderen auch habe ich gehofft und gebangt, gebetet dass alles wieder gut wird. Und gleichzeitig gesehen wie schlecht es ihm ging und er immer mehr in einem Loch verschwunden ist.
Jetzt wo ich alleine bin, merke ich natürlich, dass er an allen Ecken und Enden fehlt. Aber ich atme auch ein bißchen durch, da ich sein Leid nicht mehr täglich mit ansehen muss.
Wir haben nach wie vor Kontakt, und ich weiß, dass er immer da sein wird, falls ich Hilfe brauche. Wir waren außer Partnern auch sowas wie beste Freunde
Was weiter passieren wird, kann nur die Zeit sagen.
Ich kann nur sagen, dass ihr bitte gut auf euch aufpassen müsst und nicht vergesst, dass ihr auch ein eigenes Leben habt, es gibt nur das eine.
Und immer schön aufpassen, dass die Krone sitzt.

29.02.2020 00:30 • x 5 #1786


maya60
Liebe selly! Ah, jetzt verstehe ich das ganz. Es kam zu massiv wiederholt von uns, das meinst du. Ich werde in Zukunft drauf achten. Gut, dass du nochmal geantwortet hast! Danke!

Und jetzt schlaf gut, das wünsche ich dir! maya

29.02.2020 00:31 • x 3 #1787


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Juli1
Hallo Maya und Jedi,

ich finde es immer gut, wenn ihr was schreibt, ich denke, das hilft uns allen schon sehr. Wir können ja nur unsere Seite sehen und durch euch bekommt man auch Einblicke in die andere Seite. Danke dafür.

29.02.2020 00:35 • x 4 #1788


maya60
Liebe Juli, danke, immer wieder so gut, zu lesen, wenn unsere Betroffenen-Erfahrungen helfen!

Und auch deinem vorherigen Beitrag kann ich nur in allem zustimmen, als ehemalige Angehörige und als Betroffene, deinen Erfahrungen und wie du für dich und deine eigene psychische Gesundheit sorgst, ganz wichtig, auch wie du weißt, dass dein Partner dir vor allem auch ein treuer bester Freund ist! Ja, Selbstfürsorge und Krone graderücken!

Und jetzt eine und liebe Grüße! maya

29.02.2020 00:40 • x 2 #1789


Jedi
Hallo @selly !

Ich verstehe Dich gut, was Du mir gegenüber ausdrücken woltest !
Meine Inhalte in meinen Beiträgen, sind alles langjährige Erfahrungen mit der Depressionserkrankung-Ängsten u.
wie Angehörige (ich war Patientenfürsprecher in Rehaeinrichtung) davon sehr in ihrem Leben beeinträchtigt werden.

Auch habe ich oft erwähnt, dass mir beim lesen eurer Beiträge, dies mir unendlich an Respekt Euch gegenüber abverlangt.

Dann habe ich auch nur darauf reagiert, was @Juli1 schrieb, dass ihr Partner wohl denkt u. versucht,
mit dieser Krankheit allein fertig werden zu können.
Natürlich habe ich es sehr drastisch beschrieben, dass mit in die Hölle geschaut, aber es sind meine Erfahrungen,
in einigen Begegnungen mit anderen Erkrankten (Klinik,SHG,Reha,Seminaren), als ich noch auf meinem persönlichen Heilungsweg unterwegs war.
Ich wollte auch @Juli1 mutmachen, wenn ihr Partner um Hilfe bittet, dass sie nicht selbst versucht, irgendwelche Hilfe zu geben,
sondern ihn ermutuigt, sich sehr schnell professionelle Hilfe einzuholen.
Auch das eine Depression, nur mit professioneller Hilfe möglich ist zu heilen, ist eine Tatsache,
die Wissenschaftlich u. auch in Therapeutischen Fachkreisen nicht mehr bestritten wird.

Ich vestehe Dich u. Deinen Einwand gut, dass wenn Juli´s Partner keine oder noch keine professionelle Hilfe
in Anspruch genommen hat, meine persönliche Aussage, dass möglicherweise die Hoffnung auf Besserung mindert.
Das täte mir Leid, aber würde an meine Feststellung, so nichts ändern !
Und das wollte ich aber nicht damit bezwecken, sondern etwas sachliches Beitragen, um besser verstehen zu können,
was für ihren Partner absolut sinnvoll ist zutun.

Ich habe aus meiner eigenen Krankheitsgeschichte u. während ich auf meinem Heilungsweg unterwegs war gelernt,
sowohl die Emotionalität anzunehmen, aber auch die Sachlichen Aspekte dabei nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich bin in diesem Forum unterwegs, nicht nur um auch emotional zu unterstützen, Mut zu machen,
sondern finde u. habe selbst, die sachlichen Hinweise von Betroffenen für mich als sehr Erkenntnisreich u.
Hilfreich erlebt, um auch mit dem Wissen handlungsfähig zu bleiben.

Ich wünsche Euch allen weiter, dass es so ausgehen möge, ob jetzt schon oder auch gar zu einem späteren Zeitpunkt,
wie ihr es Euch so sehr wünscht !

LG Jedi

29.02.2020 11:41 • x 6 #1790


loolapalooza
Hallo !

Ein kleines Update zu mir: Ich habe auf Vorschläge einiger hier sie in Ruhe gelassen und mich eigtl auch gar nicht mehr wirklich bei ihr gemeldet. Nach zwei Wochen Funkstille dann Kontaktversuch ihrerseite. Habe es spärlich erwidert, um ihr zu zeigen dass ich für sie da bin aber ein eigenes Leben habe ( hört sich vielleicht negativ an aber es war glaub ich die richtige Portion Kontakt den sie haben wollte)

Was soll ich sagen.es hat Wunder gewirkt.Kontakt nahm immer mehr zu von ihrerseite bis zu einem von ihr initiierten Telefonat. Habe nichts über Beziehung usw angesprochen sondern einfach laufen gelassen.zum schluss wollte sie wissen ob ich mich anderweitig umschaue und ich antwortete nur dass ich für sie da bin un das is die Hauptsache.

Eine Woche später mit täglichem kurzen Schreiben dann wieder Telefonat.Sie öffnete sich mir komplett: Sie will es nochmal versuchen, sie weiß auch trotz ihrer Gefühlstaubheit tief im innern dass ich der richtige für sie bin, dass sie stärker an sich und für uns arbeiten möchte, sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie zu gründen.

Wahnsinn es läuft sehr gut! nächstes Wochenende treffen wir uns wieder

29.02.2020 13:41 • x 9 #1791


W
Hey ich schon wieder, diese Woche war die schlimmste Woche für mich.
Ihm gehts wieder schlecht und das zeigt sich sofort an seinem schreibstil.
Ich wollte mich am Freitag ablenken und feiern gehen, aber ging komplett in die Hose. Ich bin in einem heulkrampf zusammengebrochen und bin nach Hause gefahren.
Ich habs wirklich versucht mit dem ablenken, aber es ging nicht.
Da kam so ein Gedanken und der hat alles kaputt gemacht.

Ich bin ehrlich. Ich weiß nicht mehr, ob ich das so noch aushalte.


Dir Ablenkung funktioniert gar nicht. Freunde waren bis jetzt nicht die größte Hilfe.
Hat jemand noch irgendwelche Tipps.

01.03.2020 17:13 • x 5 #1792


selly
Es gibt echt keine tipps außer Geduld und zu wissen dass es lange dauert und sich zum Trost hier auszuheulen, glaub mir, ich habe Horror Monate hinter mir und dachte oft ich kann nicht mehr.!ich hatte letztes Jahr auch gerade frisch einen neuen verantwortungsvollen Job begonnen, als es zwei Monate später bei ihm begann. Und es kam der absolute Rückzug seinerseits und ich in der Probezeit.ich habe jeden Tag geweint. mir half nur hier zu lesen dass es anderen auch so geht oder eben wenn Betroffene aus ihrer Sicht schreiben. Zusätzlich informierte ich mich und las, dass die Depression durchschnittlich 6-8 Monate dauert. Bei meinem sind es jetzt 7 Monate und seit 6 Wochen merke ich Stück für Stück Besserung in seinem Verhalten, er ist wieder lieber im Schreibstil.und er schreibt überhaupt endlich mal.
Aber es wird noch dauern.aber es bessert sich

Kopf hoch, wir sitzen zumindest alle im gleichen Boot

01.03.2020 17:23 • x 5 #1793


W
Danke für die Worte @selly

Meine Freunde verstehen das alles hier nicht. Bei ihren scheint es nur, als hätte er paar schlechte Tage, wo es ihm nicht gut geht.

Aber keiner von ihnen will es überhaupt verstehen. Es ist ihnen komplett egal. Hauptsache ihre Beziehung läuft super. Natürlich freue ich mich für sie. Es ist nur schwer.

01.03.2020 17:32 • x 2 #1794


W
Ich möchte gerne was fragen.

Das ist vielleicht sehrt gemein, aber findet ihr, dass das Vertrauen zu dem Partner weniger wird?

Ich meine, ja es ist die Krankheit, die das alles macht.
Aber gibts bei euch Momente, wo ihr denkt, er will einfach nicht mehr mit euch zusammen sein. Und man selbst fängt an Dinge zu hinterfragen?

01.03.2020 17:35 • x 2 #1795


37Jahre
Liebe Wuguli,
Ich denke nicht das es ein Patentrezept gibt damit umzugehen.
Ich habe Phasen da hilft die Ablenkung durch ausgehen,Aktivitäten jeglicher Art ganz gut aber oft brauche ich auch den Rückzug um der Traurigkeit und der Hilflosigkeit einen Raum zu geben.
Nicht wehren sondern annehmen was ist in diesem Augenblick.
Und immer wieder sich selber dran erinnern das es die Depression ist ,die den Partner steuert.
Liebe Grüße

01.03.2020 17:39 • x 3 #1796


Katherina
@wuguli: auch ich kenne das belächeln mach einer Person, die mein Verhalten nicht nachvollziehen kann. Und das kann ich in manchen Momenten selbst nicht um ehrlich zu sein.

01.03.2020 17:40 • x 4 #1797


Katherina
Und zu seiner zweiten Nachricht: auch ich denke manchmal drüber nach, ob er nicht schon eine andere hat oder das alles gar macht um mich los zu werden weil es für ihn die einfachste Lösung wäre sich so aus der Beziehung zu ziehen. Zusammen oder getrennt? Auch das frag ich mich oft. . . . .

01.03.2020 17:42 • x 2 #1798


37Jahre
Zitat von Wuguli:
Ich möchte gerne was fragen.

Das ist vielleicht sehrt gemein, aber findet ihr, dass das Vertrauen zu dem Partner weniger wird?

Ich meine, ja es ist die Krankheit, die das alles macht.
Aber gibts bei euch Momente, wo ihr denkt, er will einfach nicht mehr mit euch zusammen sein. Und man selbst fängt an Dinge zu hinterfragen?


Aber Natürlich!

01.03.2020 17:44 • x 2 #1799


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


W
Ich weis einfach nicht mehr was ich ihm glauben soll. Ich hab das Gefühle seine Meinung ändert sich jeden Tag.
Das Vertrauen ist so labil. Ich versuche es wirklich. Aber manchmal erzählt er etwas oder sagt das komplette Gegenteil zu dem was er eigentlich mal gesagt hat.

01.03.2020 17:46 • x 2 #1800

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