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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

DABTalkPodcast
Liebe Sandra,

dein Post erinnert mich an eine Frau die ich als Talkgast in meinem Podcast begrüßen durfte. Sie hat ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du. Sie hatte hinterher immer das Gefühl, ihrem Partner nicht gut genug zu sein. Verstellte sich um ihm zu gefallen und Gehör zu bekommen.
Vielleicht magst Du ja einmal hinein hören:

Depression, Abhängigkeit, Borderline - Der anonyme Talk-Podcast - DABTalkPodcast
#9 Bulimie, Depressionen, emotional instabile Persönlichkeitsstörung Franzi 21, Essen

Du findest die Folge 9 in Deinem Lieblings-Streaming-Dienst oder über meine Seite:
dabtalkpodcast.de

Lasse den Kopf nicht hängen!

Liebe Grüße
Markus

11.04.2020 07:52 • #2266


Jedi
@Jofi !

Zitat von Jofi:
Ich würde euch alle ganz lieb drücken wollen!


Fühl Dich jetzt einmal von mir gedrückt

LG Jedi

11.04.2020 11:47 • x 1 #2267


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


J
Danke Jedi, das tut gut!

Mir läuft es wie Sturzbäche aus den Augen.
Ich muss mich erstmal wieder erden!

11.04.2020 13:00 • x 1 #2268


S
Hallo an alle...
Ich habe nun schon einiges hier gelesen und bin froh euch gefunden zu haben!
Ich gehöre eher zu den Angehörigen eines Betroffenen, aber im moment fühle ich mich selbst depressiv.
Mein Partner ist mit PTBS (vielleicht sogar kPTBS) diagnostiziert. Ich wusste es von Anfang an (wir kennen uns 1.5j und wohnen seit fast 1j zusammen) aber es hatte bisher nie auswirkungen auf unsere beziehung. Wir verstehen uns sehr gut, von Anfang an und hatten nie streitigkeiten. Wir waren richtig glücklich! Aber seit ein paar monaten spürte ich ab und zu Gefühlskälte seinerseits. Und als er im januar seine Therapie anfing wurde es schlimmer. Dann sprach er von eigenen 4 wänden und seinem rückzugsort... nun zieht er in seine wohnung in 2 wochen. Mir hat es den boden unter den füssen weggerissen... Wir reden viel und ich verstehe ihn auch. Aber es ist so schwer! Er will auf keinen fall uns aufgeben... trotzdem fühl ich mich schlecht, antriebslos, leer

11.04.2020 13:10 • #2269


Jedi
@Jofi !

Zitat von Jofi:
Mir läuft es wie Sturzbäche aus den Augen.
Ich muss mich erstmal wieder erden!

Magst Du einmal schreiben, was es gerade ist, was die Sturzbäche verursacht ?
Erden ist sicherlich richtig !
Ungeprüfte Gedankenschleifen verursachen Emotionen, die es einem oft schwer machen,
Allein sich wieder zu erden.

Villt. kann ich Dir dabei etwas Unterstützung sein ? - Natürlich nur , wenn Du magst !

LG Jedi

11.04.2020 13:31 • x 1 #2270


S
Hallo,

Bei mir sieht es wie folgt aus, er ist jetzt in letzter Zeit öfter auf dem Heimweg bei mir vorbeigekommen, kurzes Gespräch vor der Tür, die Initiative kam immer von ihm. Er meldet sich auch ständig. Aber .... naja es fehlt so viel liebes. . Er tut ja alles was ich angesprochen habe mir gegenüber, also sich melden uns so, aber die Qualität der Nachrichten ist leer. Letztes Wochenende wollte er das ich vorbeikomme, aber mir war nicht danach, dann gab es hier zu Hause noch eine Sache die es nicht so reibungslos gemacht hätte mehrere Stunden weg zu bleiben und so habe ich ihn nicht getroffen. Mir fehlt die ganze liebevolle Art. Auch heute will er sich gerne treffen bei ihm, aber ich bin mir noch unsicher. Ich weiß nicht ob da noch genug Liebe da ist. Klingt vielleicht komisch, weil ich vor Monaten noch traurig war das er sich gar nicht meldet, aber das ja jetzt gut funktioniert. Irgendwie ist alles abgeflaut. Ich lass es auf mich zukommen und werde weiter sagen/schreiben was ich denke und dann wird es sich wohl zeigen.

Schöne Ostern euch allen

11.04.2020 14:47 • x 5 #2271


S
Zitat von Suvi:
Hallo an alle...
Ich habe nun schon einiges hier gelesen und bin froh euch gefunden zu haben!
Ich gehöre eher zu den Angehörigen eines Betroffenen, aber im moment fühle ich mich selbst depressiv.
Mein Partner ist mit PTBS (vielleicht sogar kPTBS) diagnostiziert. Ich wusste es von Anfang an (wir kennen uns 1.5j und wohnen seit fast 1j zusammen) aber es hatte bisher nie auswirkungen auf unsere beziehung. Wir verstehen uns sehr gut, von Anfang an und hatten nie streitigkeiten. Wir waren richtig glücklich! Aber seit ein paar monaten spürte ich ab und zu Gefühlskälte seinerseits. Und als er im januar seine Therapie anfing wurde es schlimmer. Dann sprach er von eigenen 4 wänden und seinem rückzugsort... nun zieht er in seine wohnung in 2 wochen. Mir hat es den boden unter den füssen weggerissen... Wir reden viel und ich verstehe ihn auch. Aber es ist so schwer! Er will auf keinen fall uns aufgeben... trotzdem fühl ich mich schlecht, antriebslos, leer


Ich erhoffe mir hier Hilfe und Rat wie ich damit umgehen kann. Was euch geholfen hat, falls jemand in einer ähnlichen situation war.
Er bittet um abstand und den versuch ich ihm zu geben. Aber ich lese auch soviel, dass es sich nicht wieder bessert. Eher eine Trennung auf Raten ist...

11.04.2020 15:12 • #2272


selly
Hallo, lies am besten unseren Verlauf hier, da hast Du soviel Antworten, auch von Betroffenen...

Eine Antwort können wir hier nicht geben zu Deinen Fall,außer dsss man sich hier mal aussprechen kann.
Aber es haben auf den letzten Seiten und vorher schon, Betroffene so tolle Erklärungen gegeben.

Alles Gute!

11.04.2020 15:17 • #2273


S
Danke Selly!

11.04.2020 15:21 • #2274


J
@Sandra-k
Verstehe ich! Es fühlt sich so an als wenn man nicht wirklich gewollt ist.

@Jedi
Lieben Dank!
Ich habe Angst das es nie besser wird.
Ich fühle mich so hilflos, würde ihm gerne helfen, ihn in den Arm nehmen. Aber ich denke ich überfordere ihn oft mit mir selbst.
Ich habe riesige Angst ihn zu verlieren.
Ich habe Angst, dass er wegen mir so abgewandt ist, weniger wegen anderem, dies als Vorwand nutzt.

Ich habe mich wieder zurück genommen. Als ich gemerkt habe, er fragt nicht mehr wie es mir geht. Als wir uns das eine mal zum Stelldichein getroffen hatten, habe ich ihm gesagt, ich kann nicht nur das eine. Ich möchte wieder einmal richtig verabredet sein. Darauf kam, das er mich versteht, aber seine Gedanken gerade um anderes kreisen.
Jetzt habe ich mich so sehr zurück genommen. Ich habe Angst, das er dies falsch versteht. Ich denke bei ihm spielt auch noch eine Bindungsangst mit.

Ich denke das waren erstmal meine Gedankenschleifen.

@Suvi
Ich denke Selly hat es auf den Punkt gebracht. Lese dir alles genau durch, das hilft schon mal!

11.04.2020 16:14 • x 1 #2275


Jedi
@Jofi !

Zitat von Jofi:
Ich habe Angst das es nie besser wird.

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber !
Ob es besser werden kann, bei sachlicher Betrachtung, hängt dies nicht von Dir ab,
sondern, wie dein Partner die therapeutische Hilfe annehmen u. umsetzen kann.

Meine Partnerin hätte mir damals nicht helfen können, denn Therapie heißt ,Selbsterfahrung machen u.
ich als Klient war Eigenverantwortlich, mich den Themen u. den Erkenntnissen, aus der therapeutischen Arbeit
zu stellen.
Es ist ein ganz persönlicher Prozess, den man nur Selbst durchlaufen kann !- So meine ganz persönliche Erfahrung !
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Zitat von Jofi:
Ich fühle mich so hilflos,

Du bist nicht hilflos, sondern Du kannst deinem Partner, in seinem Prozess nicht helfen.
Zitat von Jofi:
würde ihm gerne helfen

Du kannst ihm nicht helfen, den Prozess muss er ganz Alleine hindurch.
Zitat von Jofi:
ihn in den Arm nehmen.

Wenn er das Zulassen kann, ist das die Unterstützung, die Du ihm geben kannst u. auch dabei, muss er bereit sein,
dies auch so annehmen zu können.
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Zitat von Jofi:
ich denke ich überfordere ihn oft mit mir selbst.

Womit denkst Du ihn zu überfordern ?
Zitat von Jofi:
Ich habe riesige Angst ihn zu verlieren.

Ich glaube viel eher, dass Du Dich selbst mit dieser Angst überforderst, anstatt Deinen Partner !
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Zitat von Jofi:
Ich habe Angst, dass er wegen mir so abgewandt ist, weniger wegen anderem, dies als Vorwand nutzt.

Kannst Du dafür einen wirklich gut begründbaren Grund nennen ?
Hat er solches Dir gegenüber schon einmal geäußert oder angedeutet ? -
Oder sind das wieder nur deine eigenen unwahren Gedankenkonstrukte ?
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Zitat von Jofi:
aber seine Gedanken gerade um anderes kreisen.

Wenn er dies Dir gegenüber schon so äußern konnte, fände ich es Fair, wenn er gesagt hätte, was das für Gedanken sind.
Denn so nährt er natürlich Deine Gedankenschleifen.
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Zitat von Jofi:
Jetzt habe ich mich so sehr zurück genommen.

Hätte ich sicher auch, weil eben die Erklärung fehlt !
Zitat von Jofi:
Ich habe Angst, das er dies falsch versteht.

Du musst aufhören, zu versuchen, dass Denken, wie dein Partner über etwas denkt, sein zu lassen.
Gedanken sind frei u. die auch Deines Partners.
Außer er wäre bereit, sich einwenig mehr zu Öffnen.
Zitat von Jofi:
Ich denke bei ihm spielt auch noch eine Bindungsangst mit.

Aber dies kann ein Thema in der Therapie werden, weil die Bindungsangst auch mit möglichen anderen Ängsten oder Verhaltensmuster koalieren könnte.
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Zitat von Jofi:
Ich denke das waren erstmal meine Gedankenschleifen.

Die sind aber immer gefährlich, weil in den meisten Fällen, sehr viel unwahres in unseren Verstand hineintragen wird
u. so negativ unsere Gefühle u. Emotionen beeinflussen.
Zusätzlich wird in uns Stress erzeugt u. senkt unser Selbstbewusstsein.

Bei solchen Gedankenschleifen u. wenn Du eher neg. Gefühle bei Dir spürbar werden, bleibe sehr Mißtrauisch u.
versuche diese Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen !

Du möchtest Deinen Partner gerne helfen, dann gehe besonders achtsam mit Dir um,
besonders mit Deinen Gedanken u. Emotionen ! - Das ist die größte Hilfe, die Du deinem Partner zukommen lassen kannst !

LG Jedi

11.04.2020 17:03 • x 1 #2276


Jedi
@Sandra-k !

Zitat von Sandra-k:
Mir fehlt die ganze liebevolle Art.

Würde Dich dazu gerne einmal Fragen, gehört dies eher zu deiner Erwartung oder zu deinem Gefühl ?
Würde so für mich ein Unterschied machen !
Spür dem einmal bei Dir nach, wenn Du magst.
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Zitat von Sandra-k:
Ich weiß nicht ob da noch genug Liebe da ist. Klingt vielleicht komisch,

Nee Sandra, klingt für mich gar nicht komisch, sondern darin drückt sich deine berechtigte Unsicherheit aus.
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Dir fehlt die liebevolle Art u. steht gegen ich weiß nicht, ob da noch genug Liebe da ist

Ich ganz persönlich würde da Unterscheiden u. das ist aber meine persönlich Meinung,
liebevolle Art - wäre ein Gefühl,
Liebe dagegen eine Haltung.
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Zitat von Sandra-k:
Ich lass es auf mich zukommen

Ich glaube, dass dies ein richtiger u. wichtiger Gedanke von Dir ist !

LG Jedi

11.04.2020 17:28 • #2277


J
@Jofi und @Sandra-k

Verliert nicht den Mut! Es wird besser, wenn auch in kleinen Schritten und es braucht einfach Geduld.

Nur so zum Beispiel, mein Freund konnte sich als er tief in der Depression steckte nicht dazu aufraffen, etwas in seine Wohnung zu tun und es muss eine Zeitlang echt übel dort ausgesehen haben. Er erklärte mir das so, das es quasi der äußere Spiegel dazu wäre, wie es innerlich in ihm aussah.
Inzwischen ist es , sagen wir mal grob ordentlich.
Und letztes Wochenende schrieb er mir dann, das er gerade sein großes Wohnzimmerfenster geputzt hat, welches wohl schon sehr lange kein Wasser mehr gesehen hatte.
Wisst ihr, es stört mich nicht im geringsten... aber dass er das plötzlich ganz aus sich heraus macht, freut mich so sehr. Keine Ahnung ob ihr mir folgen könnt was ich meine, step by step kommt er mehr aus seinem Loch raus und es freut mich so sehr das zu sehen.

Von daher habt Geduld mit euren Partnern, sie müssen das Tempo vorgeben wie ihnen was möglich ist. Und Sandra, ganz realistisch... wenn du ihm nicht wichtig wärst, würde er den Kontakt zu dir nicht suchen.

Fühlt euch alle mal ganz fest gedrückt und habt den Umständen entsprechend ein schönes Ostern.

Lg
Just_me

11.04.2020 20:11 • x 2 #2278


S
Das hört sich toll an und macht Mut... Danke

11.04.2020 20:37 • #2279


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


J
Liebe @suvi,

Genau das möchte ich auch, euch Mut machen.
Ich stand ja im November genauso plötzlich wie ihr mit jede Menge Fragezeichen im Kopf da, habe ja dann auch 3 Monate gar nichts von meinem Freund gehört, wusste nicht was richtig oder falsch ist.
Ich habe auf meinen Bauch gehört, ihm den gewünschten Abstand gegeben, ab und an einfach mal eine kurze Mail und ansonsten einfach versucht, ganz bewusst das zu tun was mir gut tut um mich nicht mit in dieses Loch ziehen zu lassen.
Mitte Februar meldete er sich dann völlig unerwartet, es folgten viele, lange und intensive Gespräche und so konnte uns die Krankheit nicht trennen. Ganz im Gegenteil, wir wissen nun beide das wir uns immer aufeinander verlassen können, auch wenn er gerade mal eine Zeit hat, in der er nicht kommunizieren kann.

Es ist nicht einfach, manchmal möchte man einfach alles hinwerfen oder auch aufgeben.
Aber durchhalten lohnt sich !

Lg
Just_me

11.04.2020 20:48 • x 3 #2280

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