Vielleicht geht man auch bezüglich des für den anderen da sein zu sehr von der eigenen Perspektive aus? Frauen (Ausnahmen bestätigen hier wie immer die Regel) neigen ja eher dazu, Dinge die sie bewegen mit den guten Freundinnen zu besprechen. Da wird auch mal ein Problem zwei Stunden lang in alle Einzelheiten seziert und ggf. drei mal wiederholt. Eine Lösung hat man hinterher auch nicht immer unbedingt, aber es hat gut getan, mal ausgiebig darüber mit der Freundin gesprochen zu haben.
Männer (auch hier wieder: Ausnahmen bestätigen die Regel) machen das von Natur aus eher nicht so und wenn, dann auch nicht so ausgiebig. Da wird mit den Kumpels ein Film geschaut, oder Sport gemacht, oder ... Vielleicht zwischen mal kurz erwähnt, dass es in der Arbeit gerade nicht so toll läuft, der andere nickt dann wissend und sagt, er hätte es auch mit ein paar unverbesserlichen Vollpfosten zu tun und dann wird wieder der eigentlichen Beschäftigung nachgegangen.
Während ich mir aus meiner Perspektive denke, dass ich eigentlich nicht wirklich für meinen Freund da bin, da ich nicht aktiv etwas für ihn tue (und sei es auch nur darüber zu reden, ohne eine Lösung zu haben), sieht er das eventuell ganz anders? Vielleicht empfindet er das gerade als ein für ihn da sein, dass ich die Situation akzeptiere so wie sie ist und ihm kein zusätzliches Feuer unter dem Hintern anzünde.
Sollte ich mal Gelegenheit haben, mit ihm darüber zu reden, ich bin gespannt auf seine Sichtweise.
23.06.2020 06:39 •
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