14473

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

B
@Jedi und Laurien

Danke fürs Anteilnehmen und Hilfestellung geben.

Ich hab keine Ahnung, ob und welche Therapie er bekommt. Würde gerne mitgehen. Vermute das er in der Klinik ist, aber er spricht nicht mit mir.

Möchte wahnsinnig gerne für ihn da sein und ihn unterstützten.

22.06.2020 19:52 • x 2 #2731


J
Zitat von Bella1234:

Möchte wahnsinnig gerne für ihn da sein und ihn unterstützten.


Liebe @Bella1234 ,

Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Aber, was mit hilft ist mir dann bewusst zu machen das er das im Moment nicht annehmen kann/ möchte und wie Jedi ja schon so oft schrieb, er ist ja weiterhin ein mündiger Mensch und so ist das zu akzeptieren.
Das hilft mir dann einen Schritt Zurück zutreten und darauf zu warten das er sich meldet. Bedrängen, bzw. Hilfe aufdrängen ist eher kontraproduktiv und dieser Abstand lässt auch mich ruhiger zu werden.
Ich, bzw. wir alle hier sind da wenn es von unseren Lieben gewünscht wird, das wissen die auch, aber mehr können wir halt nicht tun.

Ich wünsch dir weiterhin Geduld und gute Nerven.

Lg
Just_me

22.06.2020 19:59 • x 2 #2732


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Jedi
Zitat von Bella1234:
Würde gerne mitgehen

Würde ihm nicht helfen u. Dir erstmal auch nicht !
Er muss erst selbst etwas über seine Erkrankung u. deren Ursache lernen.
Wenn er dann mit Hilfe der Therapie neue Perspektiven entwickelt, dann kann eine Partnerin,
zu einer wichtigen Ressource werden.
Und, wenn der Betroffene es zulässt u. wünscht, kann dann die Partnerin an die ein oder andere Therapiesitzung
dabei sein. -das würde Sinn machen !
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Bella1234:
Möchte wahnsinnig gerne für ihn da sein und ihn unterstützten.

Verstehe Dich gut u. das finde ich von Dir auch sehr Ehrenwert.

Doch,
Zitat von Bella1234:
er spricht nicht mit mir.

Dann wirst Du das schweren Herzens akzeptieren müssen.

22.06.2020 20:07 • x 1 #2733


Laurien
Vielleicht geht man auch bezüglich des für den anderen da sein zu sehr von der eigenen Perspektive aus? Frauen (Ausnahmen bestätigen hier wie immer die Regel) neigen ja eher dazu, Dinge die sie bewegen mit den guten Freundinnen zu besprechen. Da wird auch mal ein Problem zwei Stunden lang in alle Einzelheiten seziert und ggf. drei mal wiederholt. Eine Lösung hat man hinterher auch nicht immer unbedingt, aber es hat gut getan, mal ausgiebig darüber mit der Freundin gesprochen zu haben.

Männer (auch hier wieder: Ausnahmen bestätigen die Regel) machen das von Natur aus eher nicht so und wenn, dann auch nicht so ausgiebig. Da wird mit den Kumpels ein Film geschaut, oder Sport gemacht, oder ... Vielleicht zwischen mal kurz erwähnt, dass es in der Arbeit gerade nicht so toll läuft, der andere nickt dann wissend und sagt, er hätte es auch mit ein paar unverbesserlichen Vollpfosten zu tun und dann wird wieder der eigentlichen Beschäftigung nachgegangen.

Während ich mir aus meiner Perspektive denke, dass ich eigentlich nicht wirklich für meinen Freund da bin, da ich nicht aktiv etwas für ihn tue (und sei es auch nur darüber zu reden, ohne eine Lösung zu haben), sieht er das eventuell ganz anders? Vielleicht empfindet er das gerade als ein für ihn da sein, dass ich die Situation akzeptiere so wie sie ist und ihm kein zusätzliches Feuer unter dem Hintern anzünde.

Sollte ich mal Gelegenheit haben, mit ihm darüber zu reden, ich bin gespannt auf seine Sichtweise.


 

23.06.2020 06:39 • x 4 #2734


B
Ihr seid echt lieb danke.

@Jedi möchte mich nicht einmischen in seine Therapie, wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich bei Bedarf auch dazu bereit wäre. Aber soweit sind wir vermutlich noch lange nicht.

@Laurien
Du hast vermutlich recht. Und hinzu kommt, dass manche Männer in alten Rollenbilder denken und uns beschützen und ernähren wollen und wenn das wegfällt wollen sie das evtl. nicht zugeben.
Wir können das schon selber, aber das denken ist teilweise noch da

@Just_me ihr habt schon recht, aber hat halt objektiv Schwierigkeiten und hat mich eingeweiht, hab dann getröstet und er hat sich geöffnet und sich auch gefreut. Und am nächsten Tag ist er wieder im Schneckenhaus verschwunden.

Hoffe so sehr, dass wir auf einem guten Weg sind. Immerhin sprach er mit mir, wenn auch, nur an dem einen Tag.

23.06.2020 09:54 • x 2 #2735


J
Liebe @Bella1234 ,

ich kann dich so gut verstehen. An besseren Tagen ist die Kommunikation so offen und vertraut, er erzählt wie es in ihm aussieht, etc....
Und dann wieder kommt über Tage oder Wochen gar nichts. Es ist einfach verwirrend, man fühlt sich so hilflos. Aber trotzdem weiß man ja schon das es nicht an einem selbst liegt und das Vertrauen grundsätzlich da ist. Nur geht an diesen Tagen halt einfach gar nichts.

Heute habe auch ich mal wieder einen Tag wo es mir mehr zu schaffen macht und ich mich frage wie lang dieser ganze Mist noch so weitergeht. Aber es kommen auch ganz sicher wieder bessere Tage.

Und für mich gibt es auch nicht wirklich eine Alternative. Mich wegen dieser Krankheit abzuwenden käme mir nie in den Sinn, dafür ist er mir einfach zu wichtig.

Lg
just_me

23.06.2020 15:39 • x 2 #2736


B
@Just_me
Es tut so gut zu lesen, dass es euch ähnlich geht.

Will ihn auch nicht verlieren und Ihm nicht noch mehr Druck machen. Also ja eine Trennung ist eigentlich keine Option. Aber ja, es gibt Tage an denen halte ich es kaum aus, vermisse ihn.

Es kommen dann Zweifel, ob ich wirklich wichtig bin oder nur ne Randfigur.
Mein Kopf weiß, dass er krank ist und nichts Böses im Sinn hat. Aber mein Herz fühlt sich zurückgewiesen.

23.06.2020 15:48 • x 2 #2737


B
@Just_me seht ihr euch regelmäßig?

Wir haben uns früher jede freie Minute gesehen und jetzt halt Monate lang nicht. Da geht viel Vertrautheit verloren. Seine Nachrichten waren wieder süßer, aber dann wieder nichts.

23.06.2020 15:51 • #2738


Dani82a
Liebe Bella,

Betroffenen ist vor lauter eigenen Problemen oft nicht bewusst, wie sehr der Partner und/oder Angehörige ebenfalls leiden.

Finde es nach wie vor toll, dass du zu ihm hältst und dich von der Erkrankung bisher nicht hast verdrängen lassen.

Wenn es aber bei dir selbst zu lange rumort, weil du dich hilflos fühlst, dann schau mal, ob du selbst auch eine Therapie machen könntest/möchtest.

Letzte Instanz wäre die Trennung, zum eigenen Wohl.

23.06.2020 15:52 • #2739


J
Zitat von Bella1234:
@Just_me seht ihr euch regelmäßig?

Wir haben uns früher jede freie Minute gesehen und jetzt halt Monate lang nicht. Da geht viel Vertrautheit verloren. Seine Nachrichten waren wieder süßer, aber dann wieder nichts.


Liebe Bella,

Wir wohnen gut 200km voneinander entfernt, daher eher so oft wie möglich. Zuletzt haben wir uns nun Anfang April gesehen da es von da an wieder bergab ging.
Aber trotzdem haben wir in den guten Zeiten ständig Kontakt über Messenger, telefonieren stundenlang usw.

Aber jetzt gerade wieder absolute Funkstille. Hab nach seiner Bemerkung letzte Woche eine Mail geschrieben, aber seitdem nichts gehört.

23.06.2020 15:59 • #2740


J
Zitat von Dani82a:


Letzte Instanz wäre die Trennung, zum eigenen Wohl.


Liebe @Dani82a ,

Kapitulieren vor der Krake in seinem Kopf? Niemals!

Lg
Just_me

23.06.2020 16:02 • x 1 #2741


Dani82a
Zitat von Just_me:

Liebe @Dani82a ,

Kapitulieren vor der Krake in seinem Kopf? Niemals!

Lg
Just_me


Muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie weit er/sie gehen kann und will.
Das wollte ich damit ausdrücken.

23.06.2020 16:05 • x 1 #2742


B
@Dani82a du hast absolut recht. Man darf sich nicht selbst aufgeben.

Aber Trennung ist für mich auch keine Option.

Finde dieses ständige ignoriert werden und sich auf nichts verlassen können grade einfach belastend. Aber es hilft absolut zu lesen, dass es euch ähnlich geht und ihr trotzdem an die Liebe glaubt.

23.06.2020 16:13 • x 1 #2743


Dani82a
Zitat von Bella1234:
Finde dieses ständige ignoriert werden und sich auf nichts verlassen können grade einfach belastend. Aber es hilft absolut zu lesen, dass es euch ähnlich geht und ihr trotzdem an die Liebe glaubt.


Genau DAS finde ich so überaus bewundernswert!

Ich selbst wäre schon längst vor lauter Eifersucht und Zweifeln in die Wüste geflüchtet.

23.06.2020 16:15 • #2744


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


J
Zitat von Dani82a:
Muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie weit er/sie gehen kann und will.
Das wollte ich damit ausdrücken.


Liebe Dani,

Alles gut, das habe ich auch genauso verstanden. Nur bin ich wohl etwas stur diesbezüglich.

Und ja, ich muss manchmal schon arg aufpassen, dass ich mich selbst da nicht zu sehr von herunterziehen lasse. Aber da hilft mir dann gedanklich etwas Abstand zu nehmen und bewusst Dinge zu machen, die mir gut tun. Auch darüber habe ich mich mit meinen Freund schon ausgetauscht und ich denke es hilft auch ihm wieder indirekt, zu wissen das ich da gut auf mich aufpasse und nicht auch abrutsche.

Lg
Just_me

23.06.2020 16:20 • x 1 #2745

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