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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

C
Habe wahrscheinlich gestern echt so alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Und wir waren auf einem. echt guten Weg. Ich bin so ein Honk

Ich hätte ihn einfach in Ruhe lassen sollen

30.08.2020 18:20 • #2971


M
Du (wir alle) stecken in einer Ausnahmesituation. Wie soll man da durchgängig richtig agieren?

Und verhält er sich durchgängig richtig? Wohl auch nicht.

Der Partner darf mal nervig sein, mal zickig und auch mal zornig, sowas hält eine Partnerschaft aus. Und wenn nicht, dann ist es die falsche.

Vielleicht schreibst ihm einen Brief und erklärst ihm, warum du agierst, wie es du es tust und das du auf ihn wartest. (Wenn du das möchtest.)

30.08.2020 19:10 • x 1 #2972


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


C
Zitat von Milla:
Du (wir alle) stecken in einer Ausnahmesituation. Wie soll man da durchgängig richtig agieren?

Und verhält er sich durchgängig richtig? Wohl auch nicht.

Der Partner darf mal nervig sein, mal zickig und auch mal zornig, sowas hält eine Partnerschaft aus. Und wenn nicht, dann ist es die falsche.

Vielleicht schreibst ihm einen Brief und erklärst ihm, warum du agierst, wie es du es tust und das du auf ihn wartest. (Wenn du das möchtest.)


Danke für deine Worte. Ich bin auch echt ordentlich streng mit mir selbst. Du hast absolut recht. Hatte eben ne falsche Brille auf.

30.08.2020 20:31 • x 1 #2973


M
Überlege auch bei jeder meiner Nachrichten 20mal, ob die Druck erzeugt und und.
Und dann mach ich mir Sorgen, dass wir die Leichtigkeit vom Anfang verlieren und nie wieder finden.

Hab also auch keine Lösung für eine gute Kommunikation gefunden.

Die blauen Haken erzeugen angeblich auch Druck. Aber Briefe finde ich bei uns auch krampfig und emails haben wir noch nie geschrieben.

30.08.2020 20:39 • #2974


Laurien
Die Lesebestätigungen bei Whatsapp habe ich schon vor Jahren deaktiviert. Mich nervt das ehrlich gesagt auch...

30.08.2020 21:02 • x 1 #2975


C
Zitat von Laurien:
Die Lesebestätigungen bei Whatsapp habe ich schon vor Jahren deaktiviert. Mich nervt das ehrlich gesagt auch...


Geht mir genauso!

31.08.2020 02:24 • #2976


C
Zitat von Milla:
Überlege auch bei jeder meiner Nachrichten 20mal, ob die Druck erzeugt und und.
Und dann mach ich mir Sorgen, dass wir die Leichtigkeit vom Anfang verlieren und nie wieder finden.

Hab also auch keine Lösung für eine gute Kommunikation gefunden.

Die blauen Haken erzeugen angeblich auch Druck. Aber Briefe finde ich bei uns auch krampfig und emails haben wir noch nie geschrieben.


Nachrichten versende ich kaum bis gar nicht. Ausser es ist echt eine handfeste info die an ihn herangetragen werden muss. Was auch immer. Wir haben die Woche über 2x telefoniert. Meistens rief ich mittwochs an, er Sonntags.. Email und Briefe.. Briefe finde ich grundsätzlich wahnsinnig toll, allerdings merke ich das alles was emotional ist, gerade keinen Platz in seinem kosmos hat. Er kann nur Dinge tun, die überlebenswichtig sind..

Ich werde sehen, ob trotz meines Rückzug er sich meldet. Aber hatte mehrfach ausgesprochen das alle ihn bitte in Ruhe lassen sollen.

31.08.2020 06:20 • #2977


Jedi
Hallo !

Zitat von Carino87:
Habe wahrscheinlich gestern echt so alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
Und wir waren auf einem. echt guten Weg.
Ich bin so ein Honk

@Carino87 , du hast überhaupt nichts falsch gemacht !
Ich hatte es hier im Thread schon einmal geschrieben, ihr als die Partnerinnen müsst authentisch bleiben.
Dies dient der Orientierung für einen an Depression-Erkrankten.
Wenn ihr Euch anders verhaltet, woran soll sich euer Partner orientieren, wenn er gerade selbst Orientierungslos ist.

Es soll jetzt nicht heißen, ihn mit Textnachrichten zuzuschmeißen oder ständig bei ihm auf der Matte erscheinen,
aber Euch komplett nach eurem Partner auszurichten, ist keine wirklich gute Option.

Sprecht das an, was wichtig ist zu klären - was für Euch u. Euer persönliches Leben auch wichtig ist !

Der betroffene Partner kann dann selbst entscheiden, wie er damit umgehen will u. darauf reagieren möchte.
Dabei würde er in der Therapie auch Unterstützt werden - wenn er denn sich in therapeutischer Behandlung befindet
u. wenn er dem Therapeuten von euren Kontakten u. Nachfragen berichtet.
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Zitat von Milla:
Überlege auch bei jeder meiner Nachrichten 20mal, ob die Druck erzeugt und und.

Warum @Milla ?
Dies 20x überlegen ist nicht mehr authentisch ? - oder tust Du es sonst auch ? - wohl bestimmt nicht !

Wie willst Du denn real wissen, was Druck erzeugt ?
Das kann allein dein Name schon sein - ein Buchstabe - ein Wort - ein Satz.
Wie willst Du das real einschätzen können ?
Und je mehr Du überlegst, was u. wie Du etwas schreiben möchtest, umso mehr entfernst Du Dich
von der Milla, wie sie sich real in ihrem Leben sonst ausdrückt.
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Zitat von Milla:
Hab also auch keine Lösung für eine gute Kommunikation gefunden.

die Lösung besteht darin, in der Kommunikation die Milla zu sein, die Du bist !

und das:
Zitat von Milla:
dann mach ich mir Sorgen
und das blockiert eine authentische (gute) Kommunikation.

31.08.2020 10:41 • x 4 #2978


C
@Jedi - vielen Dank für deine Perspektive und deine Meinung dazu.
Du hast auch in allem recht.. ich habe einfach einen zu hohen Anspruch und möchte meinem Gegenüber einfach ein hohes Maß an Verständnis zeigen.
An der Stelle muss ich selbst noch etwas an mir arbeiten.

31.08.2020 10:50 • x 1 #2979


Jedi
Zitat von Carino87:
ich habe einfach einen zu hohen Anspruch

Überfordere Dich nicht damit ! - ein zu hoher Anspruch, kann Dich auch krank werden lassen.
Behalte das immer im Fokus !
-----------------------------------------------
Zitat von Carino87:
möchte meinem Gegenüber einfach ein hohes Maß an Verständnis zeigen.

hohes Maß ? - welches Maß ? u. weißt Du überhaupt, wie hoch es sein darf ?
----
Verständnis - das zeigst Du allein schon dadurch, indem Du authentisch bleibst !

31.08.2020 12:00 • x 1 #2980


M
Danke Jedi, für deine Mühen.

Ich denke allerdings, dass ein normaler Umgang im Moment nicht Möglich ist.
Und ich bin authentisch, wenn ich auf seine Bedürfnisse eingehe und meine Kommunikation entsprechend gestalte.
Also wenn ich überlege und abwäge.

Die Situation ist nicht mehr wie vor seiner Erkrankung. Entsprechend muß ich mich anders verhalten, sonst verliere ich den Zugang zu ihm. (Hab versucht normal zu sein, ihn zu behandeln wie früher. Er hat sich komplett verschlossen.) Er sich dann irgendwann wieder ein bisschen geöffnet, als ich meine Kommunikation angepasst habe.
Und ich hab jetzt verstanden, dass Rückschritte ganz normal sind.

Und trotzdem denke ich, dran, ob wir unsere Unbeschwertheit verlieren. Und auch das ist glaub ich ganz normal. Das man zweifelt.

31.08.2020 15:57 • x 1 #2981


Jedi
Zitat von Milla:
auch das ist glaub ich ganz normal.
Das man zweifelt.

Sicher ist Zweifel nicht schlechtes, so lange der Zweifel nicht alles zu beherrschen beginnt.
----------------
Zitat von Milla:
trotzdem denke ich, dran, ob wir unsere Unbeschwertheit verlieren.

Da denke ich wiederum, dass das Normal ist, denn solche Situation wird mit Sicherheit
etwas von der Unbeschwertheit nehmen.

31.08.2020 16:47 • #2982


Laurien
Hallo zusammen,

@Jedi

Zitat:
Sprecht das an, was wichtig ist zu klären - was für Euch u. Euer persönliches Leben auch wichtig ist !


Grundsätzlich Zustimmung. Nur, wenn man sich so durch den Thread (und ähnliche) liest, habe ich mittlerweile den Eindruck, dass die Angehörigen insbesondere emotionale Themen für sich klären möchten (z. B. wie geht es mit der Beziehung weiter) und viele Betroffenen (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) gerade bei emotionalen Themen dicht machen.

Wenn man als Angehöriger unbedingt derartige Themen klären will, führt dies oftmals zur Trennung, da der Betroffene immer mehr mauert. Das ist ja nicht unbedingt das Ziel (außer es gibt nur entweder oder für einen oder beide der Beteiligten).

Als Angehöriger kann man in diesem Fall eigentlich nur für sich selber entscheiden, ob man mit der Klärung der Fragen warten kann, bis es dem Betroffenen möglich ist (dank Therapie oder wie auch immer), darüber zu sprechen oder nicht und dann die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

LG

31.08.2020 16:57 • x 3 #2983


Jedi
@Laurien !

Zitat von Laurien:
Als Angehöriger kann man in diesem Fall eigentlich nur für sich selber entscheiden, ob man mit der Klärung der Fragen warten kann,

Das ist natürlich für mich eine Selbstverständlickeit !
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Laurien:
bis es dem Betroffenen möglich ist (dank Therapie oder wie auch immer)

Das ist mir völlig bewusst !
Aber ohne Therapie u. so sind nicht nur meine eigenen gemachten Erfahrungen mit dieser Krankheit, glaube ich nicht daran,
dass es gelingen kann.
- (ist natürlich, wie alles was ich hier schreibe u. hier einbringe, meine ganz persönliche Meinung u. Erfahrung) !

Was ich immer u. bei vielen Begegnungen mit Betroffenen, ob in Klinik, Gruppentherapie, SHG oder in der med. Reha,
wurde es mir sehr deutlich, je länger es dauert, bis sich ein Betroffener professionelle Hilfe sucht,
umso schwieriger der Weg raus aus der Depression u. umso schwieriger der Weg, als Paar diese schwierige
Lebenssituation zu überwinden.
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Zitat von Laurien:
Nur, wenn man sich so durch den Thread (und ähnliche) liest, habe ich mittlerweile den Eindruck, dass die Angehörigen insbesondere emotionale Themen für sich klären möchten (z. B. wie geht es mit der Beziehung weiter)
das halte ich auch für verständlich u. absolut akzeptabel !
Wäre ich Angehöriger würde ich mir schon wünschen, dass meine Betroffene Partnerin, ihre Verantwortung übernimmt u.
sich frühzeitig Hilfe sucht.
Dabei kann ich sie als Angehöriger unterstützen u. Mut machen.

Aber Monate mich hinhalten zu lassen u. villt. weil die Person professionelle Hilfe entweder ablehnt oder aus anderen Gründen
u. nur ich sollte mein Leben danach ausrichten - müsste ich mir das ganz genau überlegen, ob ich das wollte ?

und
viele Betroffenen (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) gerade bei emotionalen Themen dicht machen.

Ist auch OK, aber gerade das zeigt einem doch auf, dass Hilfe dringend notwendig ist.
Das sollte einem doch der geliebte Partner/ in doch wert sein u. gerade hier im Thread,
bewundere ich hier Alle
, zu was ihr alles bereit seit zu geben, um dem Partner zu unterstützen u.
um ein Wir aufrecht zu erhalten.

Ich wüsste nicht, ob ich das so täte oder könnte ?[/b]

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Natürlich muss das jeder für sich entscheiden, wie weit sie/ er da mitgehen kann.
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Zitat von Laurien:
Wenn man als Angehöriger unbedingt derartige Themen klären will, führt dies oftmals zur Trennung, da der Betroffene immer mehr mauert.

Aber ich wollte u. Ihr wollt es in der Regel doch auch, ein zufriedenes Leben führen - ein Leben mit Perspektiven.
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Zitat von Laurien:
Das ist ja nicht unbedingt das Ziel

Natürlich ist es nicht das Ziel, dass es zwangsläufig zur Trennung kommen muss, gar sollte,
aber dafür gibt es Vorraussetzungen, die Beide in ihren Möglichkeiten auch wahrnehmen sollten.
- bestenfalls könnte der Betroffene die Ressource Partnerin nutzen (worauf auch die TP immer hinweisen, dies zu tun),
um auch von seiner Seite her, eine günstige Prognose, wieder gesund werden zu können u. die Beziehung zu erhalten
mit zu erschaffen.

Aber auch hier:
Zitat von Laurien:
Als Angehöriger kann man in diesem Fall eigentlich nur für sich selber entscheiden

da stimme ich Dir Laurien uneingeschränkt zu !

LG Jedi

31.08.2020 17:48 • x 1 #2984


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


Laurien
@Jedi

ist es das denn, den Partner monatelang hinhalten? In die Kategorie hinhalten würde bei mir z. B. fallen, wenn einer mit mir zusammen wäre, obwohl derjenige genau weiß, dass ich nicht die Frau für ihn bin, aber trotzdem mit mir zusammen ist, bis ihm die Frau des Lebens über den Weg läuft und dann weg ist. Quasi bewußt und absichtlich eine besser die als gar keine Beziehung mit mir führt.

Oder ist es ein Prozess (der seine Zeit braucht), durch den der Betroffene erst einmal durch muss, um bestimmte Dinge überhaupt erst einmal zu erkennen und dann einen Weg raus suchen muss? Ist nicht auch die ein- oder andere Verhaltensweise der Krankheit geschuldet und der Betroffene muss erst einmal lernen, mit gewissen Dingen umzugehen (wie z. B. die Notwendigkeit einer Therapie in welcher Form auch immer)? Je schneller umso besser, aber so einfach wie es sich da mal eben hinschreibt ist das leider auch wieder nicht.

Wie lange man als Partner diesen Prozess der Selbsterkenntnis bereit ist, mitzutragen, ist sicher sehr individuell. Das hängt wahrscheinlich vor allem davon ab, wie stark man selber darunter leidet. Würde ich sehr darunter leiden, hätte ich mich schon längst aus der Gleichung genommen. Letzten Endes besteht bei mir nach wie vor die Bereitschaft, darüber zu reden. Das beinhaltet nicht, dass die Beziehung auch definitiv fortgesetzt wird. Die Bereitschaft darüber zu reden kann aber auch jeden Tag zu Ende sein. Mein Leben danach ausrichten tue ich meines Erachtens nicht. Ich würde nichts anders machen, gäbe es dieses Thema nicht.

Wie auch immer, die Reise zu sich selbst ist nicht immer der angenehmste Weg im Leben. Mir hat das ein- oder andere auch nicht wirklich gefallen, was ich bei mir so im Laufe der Zeit gefunden habe. Und auch die Akzeptanz desselbigen hat dann nochmal seine Zeit gedauert und rückblickend wäre vieles leichter gewesen, hätte ich manche Tatsache schneller akzeptiert. Nichts desto trotz war ich lange der Auffassung, dass ich das gut so mache, wie ich es mache und das ein guter Weg ist, mit der Sache umzugehen. Rückblickend war manches doch nicht so ideal. Das ist das Problem an der Sache. Wenn man mittendrin steckt, sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht und läuft so manches mal im Kreis herum.

LG

31.08.2020 19:56 • x 3 #2985

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