14473

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

M
@Sandra-k @Jedi

Bei mir wars auch der Geburtstag der ignoriert wurde.
Wenn es möglich gewesen wäre mir zu gratulieren, dann hätte er es getan, da bin ich mir sicher.
Ich denke schon, dass es Phasen gibt in denen es nicht möglich ist irgendwas zu schreiben oder zu sagen.

Bin im Moment auch ziemlich traurig und verwirrt.
Einerseits weiß ich, dass ich ihm wichtig bin. Aber er zeigt mir im Moment das Gegenteil.
Ich habe mich auch verändert. Wurde einerseits weicher, weil er mir eine Liebe gezeigt hat, die ich so nicht kannte. Anderseits habe ich viele Kontakte die mir nicht gut tun aus meinem Leben verbannt und bekomme öfter zu hören, ich sei nicht mehr ich.

15.10.2020 09:04 • x 3 #3016


S
@Milla er hat mir am Geburtstag sogar noch geschrieben was er macht. Aber von gratulieren keine Spur. Naja oh bewusst oder nicht, ich weiß es nicht und denke auch nicht weiter drüber nach. Oh ja das kenne ich zu gut. Ich weiß das ich ihm wichtig bin, aber.... und genau das aber in meinem Kopf hat das Herz mit seiner Hoffnung jetzt eingeholt. Genau aus dem Punkt weil ich so eine Liebe noch nie zuvor erlebt hatte und dadurch zu lange zu weich war, warte ich mit meiner sms noch bis ich wirklich ganz ganz sicher nicht mehr weich werde.

15.10.2020 10:25 • x 1 #3017


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Jedi
Hi @Sandra-k !

Zitat von Sandra-k:
Tja das mit dem Leid tun hat zwei Seiten,
schade das ich es jetzt erst erkannt habe oder ist es schade das ich so langen Atmen hatte.


Diesen Satz den ich markiert habe, den streiche bitte -aber ganz schnell - ich bin !

Schau, unser Verhalten in solchen Situationen ist ein Merkmal unserer Persönlichkeit u.
da gibt es für Dich nichts, Dir da etwas Vorzuhalten.
Wenn Du/ Ich alles schon früh wüssten, wie etwas ausgeht - wie sich etwas entwickelt, wären wir nicht mehr
Menschlich !
Wie sollten wir dann noch Erfahrungen machen können ?

Wenn ich gewusst hätte, was auch meine Prägungen , bis hinein in mein Erwachsen sein, Einfluss genommen hat,
dann wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin.
Ich habe lange Zeit mit meiner Depression/ Angsterkrankung gehadert -warum ich ?, aber ich bin heute davon
überzeugt, dass diese Phase zu meiner Lebenplanung gehörte. - Nichts in unserem Leben ist ohne Sinn,
davon bin ich persönlich überzeugt u. alles was uns im Leben geschieht - die Menschen die in unser Leben kommen
dann auch wieder gehen u. Neue kommen, folgt einem Plan !


Wie wir es auch nennen mögen- manche nennen es Göttliche Vorhersehung, uvm. -
ich nenne es einfach Schicksal - hab dafür noch keinen anderen Begriff gefunden !
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Zitat von Sandra-k:
Aber einem Menschen in Zukunft vertrauen oder Vertrauen schenken wird wohl schwer.
Ich arbeite dran.....

Ich weiß, was Du damit meinst !

Doch würde ich es nicht so sehr schwer nennen, denn das wichtigste ist - das Du Dir selbst vertraust
Sich selbst zu vertrauen, ist für mich die Basis, um mich auf andere Menschen einzulassen u. dann wieder ihnen
ein Stück meines Vertrauens entgegen bringen zu können !

Und so ist es auch mit der Liebe - Verliebtheit ist ein Gefühl - Liebe ist eine Entscheidung !

So kann man auch davon ausgehen, wer sich selbst nicht liebt - wird einen anderen Menschen auch nicht wirklich lieben können !
Wer nicht gut für sich sorgen kann - der wird auch sich nicht, um Andere gut sorgen können !

Vertrauen findest Du nur bei Menschen,
die mit deiner Seele umgehen,
als wäre es ihre eigene.

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Zitat von Sandra-k:
Er ist ja nicht mein alleiniges Paket.

Gut das Du Dir da Hilfe dazu geholt hast !
--------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Sandra-k:
Ich muss sagen es tut mir gut.
Und das ist das Wichtigste daran !
Wenn auch vielen Menschen in meinem Umfeld nicht, aber dann hat es wohl nie richtig gepasst.
Das kenne ich auch !
Eine Therapie verändert einen, man selbst wird Selbstbestimmter u. das wahre Selbst zeigt sich .
Dieser neue Umgang mich sich u. seinem Leben, irritiert andere in unserem Umfeld,
weil sie immer noch das alte Bild von uns in sich tragen.
Nun, so war es auch bei mir, Menschen sind aus meinem Leben weggegngen - haben Platz für die neuen Menschen gemacht,
die nun sich in meinem Leben befinden !

So lasse, was Andere denken oder meinen bei Ihnen, denn es gehört auch zu Ihnen !

--------------
Du wirst deine Baustellen nach u. nach abbauen - da bin ich mir bei Dir sicher !

LG Jedi

15.10.2020 11:46 • #3018


C
Hallo an alle,

ich lese schon seit Anfang des Jahres im Forum mit, habe mich bisher aber irgendwie nicht getraut zu schreiben. Ich wusste glaube ich auch nicht, wo ich anfangen soll. Jetzt fasse ich mir ein Herz und versuche einen Anfang

Ich bin seit eineinhalb Jahren mit meinem Freund zusammen. Er war und ist ein ganz besonderer Mensch für mich. Es war die erste Beziehung (ich bin 33), in der ich wirklich glücklich war...bis sich bei ihm etwas veränderte. Wenn er überfordert ist, überlastet, unsicher, sich schlecht fühlt, dann läuft er weg, hört auf zu reden und lässt mich stehen - einfach so. Dann sagt er, er fühlt nichts mehr und radiert mich und alles, was unsere Beziehung ausmacht, aus. Er flüchtet. (Zum Hintergrund: er ist seit Anfang des Jahres in Therapie. Nach dem letzten Zusammenbruch vor einigen Wochen, nimmer er seit ca. 3 Wochen Antidepressiva. Er sollte in eine Klinik, aber wegen Corona findet das ganze gerade nur Online statt 2-3 mal / Woche).
Sagt, er wüsste selbst nicht warum, versteht sich und seine Reaktionen nicht. Mit mir und unserer Beziehung hätte es nichts zu tun. Aber ich bekomme es natürlich ab.

Das ist jetzt zum dritten mal passiert - er ist geflüchtet. Und diesmal war es besonders heftig für mich, da wir eigentlich gerade dabei waren, eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Mein WG-Zimmer, in dem ich die vergangenen Monate nur noch Sachen gelagert habe (ich war meinstens bei meinem Freund), habe ich schon einem Nachmieter versprochen und dann der große Knall. Mein Freund flüchtete und ich stand mit einem Fuß auf der Straße. Ich weiß jetzt - nach 5 Wochen - immer noch nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Ich habe mittlerweile eine Wohnung für mich gefunden. Aber ich vermisse ihn so unglaublich!

Ich schreibe ihm gelegentlich, wenn mir danach ist. Hin und wieder telefonieren wir auch (auf mein Bitten) - aber er verhält sich meistens abweisend, gefühlskalt, haut mir um die Ohren, dass er einfach keine Lust hat, mich zu sehen. Warum, sagt er, wisse er nicht.
Ich habe wirklich viel Verständnis für seine Situation. Ich selbst habe auch schon depressive Episonden gehabt. Allerdings bin ich ein ganz anderer Typ als er. Ganz gleich, wie schlecht es mir ging. Ich hätte und habe nie die Beziehungen zu den Menschen, die mir wichtig sind, aufgegeben oder in Frage gestellt. Vielleicht fällt es mir deswegen so schwer, die Situation einfach zu akzeptieren, wie sie ist. Ich kann nur schwer bis gar nicht nachvollziehen, wie er mich so tief verletzten kann, wo er doch kurz vorher noch sagte, dass er noch nie jemanden so sehr geliebt hat wie mich.

Ich bin verletzt, verzweifelt, anchmal wütend....Ich versuche, so weit wie mir möglich, die verletztenden Worte abprallen zu lassen - es gelingt mir aber nicht immer. Ich halte mich, wenn wir reden auch nicht immer zurück und sage ihm, dass er mir mit bestimmten Dingen weh tut. Ich weiß, er will mich nicht verletzen, er möchte, dass ich glücklich bin. Er versteht nur scheinbar nicht, dass er mit dem Versuch mich zu schützen nur ncoh mehr verletzt. Ich versuche den Kontakt zu halten und ihm zu signalisieren, dass er mir wichtig ist., es ok ist, wenn er Dinge für sich selbst klären muss und Zeit braucht...dass ich für ihn da bin. Aber das alles ist hart....und heute verzweifle ich mal wieder. Nicht immer ist mein Fell dick genug, diese Ablehungen auszuhalten. Und heute fühle ich mich nur rumgeschubst, wertlos und unwichtig für ihn...wie eine Last, die er loswerden muss. An Tagen wie diesen fange auch ich an zu Zweifeln - wie viel Sinn macht es um ihn und für uns zu kämpfen? Ist es nur eine Ausrede und er will mich eigentlich nur los werden? Verheimlicht er mir Dinge?
Damit quäle ich mich heute sehr. Und vielleicht hat jemand von euch den einen oder anderen Rat für mich, besser mit der Situation fertig zu werden. Ich möchte selbst nicht mehr in eine Epidode rutschen....ich gebe alles das zu verhindern.


Ganz liebe Grüße an euch
-Cat-

P.S.: bitte entschuldigt, dass der Text doch so lang geworden ist. Kaum habe ich angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Es musste offenbar mal alles raus. Falls dadurch was unklar geblieben ist, gerne nachfragen

07.11.2020 14:45 • #3019


Jedi
Hallo @-Cat- !

Sei hier im Forum herzlich Willkommen !

Zitat von -Cat-:
habe mich bisher aber irgendwie nicht getraut zu schreiben.

Gut, dass Du es jetzt gatan hast, denn ein Austausch tut immer gut u. man fühlt sich auch verstanden.
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Zitat von -Cat-:
Ich weiß jetzt - nach 5 Wochen - immer noch nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll.

Ersteinmal solltest Du gar nicht mit der Situation versuchen umzugehen - weil das ist Unmöglich !
Dein Freund muss jetzt mit Hilfe der Therapie versuchen gesund zu werden u. lernen, mir seiner Situation
umzugehen.
Therapie- Klinik u. die Einnahme von Antidepressiva kann ihm dabei helfen !
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Du solltest Dich jetzt ausschließlich um Dich kümmern - was Du auch schon getan hast,
Zitat von -Cat-:
Ich habe mittlerweile eine Wohnung für mich gefunden.


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Zitat von -Cat-:
Hin und wieder telefonieren wir auch (auf mein Bitten) - aber er verhält sich meistens abweisend,
gefühlskalt, haut mir um die Ohren, dass er einfach keine Lust hat, mich zu sehen.

Das ist meine Begründung dafür, jetzt ausschließlich um sich selbst zu kümmern !
Zitat von -Cat-:
Warum, sagt er, wisse er nicht.

Dafür ist die Therapie da, damit er mit der Zeit, wieder an Stabilität gewinnen kann. -Wenn er diesen Prozess nutzt ?
Wie lange es bei deinem Freund eine therapeutische Begleitung braucht, ist sicher jetzt noch nicht abzusehen u.
er wird seine Zeit brauchen.
Therapie=Selbsterfahrung u. dies ist ein Prozess, durch den Dein Freund hindurch muss u. mir persönlich
erging es als von Depression- Betroffener genau so !
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Zitat von -Cat-:
Allerdings bin ich ein ganz anderer Typ als er. Ganz gleich, wie schlecht es mir ging. Ich hätte und habe nie die Beziehungen zu den Menschen, die mir wichtig sind, aufgegeben oder in Frage gestellt.

Das mag so sein - aber jeder Mensch ist anders u. Frauen, so meine Erfahrung, gehen mit einer psychischen Erkrankung
eh noch etwas anders damit um, wie die Männer !
Im besten Falle, kann der Partner/ in eine wertvolle Ressource für einen Erkrankten sein !
Therapeuten versuchen immer, diese Ressource nach Möglickeit mitzunutzen.
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Zitat von -Cat-:
Er versteht nur scheinbar nicht, dass er mit dem Versuch mich zu schützen nur ncoh mehr verletzt.

Liegt sich auch in der Erkrankung, da er sicher zur Zeit gar nicht beurteilen kann, wa Du brauchst ?
Eine Fixierung sollte er jetzt auch ganz auf sich richten u. dies in der Therapie weiter zur Sprache bringen.
Zitat von -Cat-:
Ich kann nur schwer bis gar nicht nachvollziehen, wie er mich so tief verletzten kann, wo er doch kurz vorher noch sagte, dass er noch nie jemanden so sehr geliebt hat wie mich.

Sicher steckt darin auch ganz viel an eigener Hilflosigkeit - aber das kann ich von hier aus , auch nur vermuten.
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Zitat von -Cat-:
Ich versuche den Kontakt zu halten und ihm zu signalisieren, dass er mir wichtig ist.,
Tue dies, so lange es sich stimmig für Dich anfühlt !
es ok ist, wenn er Dinge für sich selbst klären muss und Zeit braucht...
Das kann er - dabei hilft ihm die Therapie u. Zeit wird er dafür auch benötigen !

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Zitat von -Cat-:
Nicht immer ist mein Fell dick genug, diese Ablehungen auszuhalten. Und heute fühle ich mich nur rumgeschubst, wertlos und unwichtig für ihn...wie eine Last, die er loswerden muss.

Weiter ein Grund mehr für meine Aussage, Sorge zuerst gut für Dich !

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Zitat von -Cat-:
An Tagen wie diesen fange auch ich an zu Zweifeln - wie viel Sinn macht es um ihn und für uns zu kämpfen?

Diese Antwort brauchst Du jetzt noch nicht zu finden u. sei überzeugt, diese Antwort wird Dich finden,
wenn die Zeit dann reif dafür ist !
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Zitat von -Cat-:
Ist es nur eine Ausrede und er will mich eigentlich nur los werden?
Verheimlicht er mir Dinge?

Frage Ihn danach !
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Zitat von -Cat-:
vielleicht hat jemand von euch den einen oder anderen Rat für mich, besser mit der Situation fertig zu werden.

Sorge jetzt gut für Dich - das ist jetzt kein Rat, sondern eine dringende Empfehlung von mir !
Ich möchte selbst nicht mehr in eine Epidode rutschen....ich gebe alles das zu verhindern.
Das solltest Du absolut verhindern u. das geht nur, wenn Du bei Dir bleibst u. Dich nicht mit irgendwelchen
Gedanken beschäftigst, die Dich nur in eine drepressive Episode ziehen werden !

LG Jedi

P.S. Sorry auch meine Antwort ist etwas sehr lang geraten !


07.11.2020 15:37 • x 1 #3020


C
Hallo Jedi,

vielen lieben Dank - fürs willkommen heißen und für deine Worte! Ich habe schon einige deiner Beiträge gelesen und ich finde es toll, wie intensiv du auf uns - in diesem Fall auf mich - die einzelnen Beiträge und individuellen Sorgen eingehst! Dass du dir die Zeit nimmst, dafür bin ich dir sehr dankbar! Und ich bin jetzt tatsächlich froh, endlich Worte gefunden zu haben

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Zitat:
Du solltest Dich jetzt ausschließlich um Dich kümmern - was Du auch schon getan hast,




Da hast du vollkommen Recht! Es gibt nur solche Tage, an denen es mir schwer fällt, überhaupt zu spüren, was mir eigentlich gut tun würde. Ich bin sehr erschöpft, nicht nur durch die Situation mit meinem Freund...wenn es kommt dann dicke...ich war auch noch krank, hatte viel Arbeit, heute hat mir jemand - zu allem Überfluss - auch noch das Autofenster eingeschlagen und und und...ich muss mich wirklich um mich kümmern statt immer um andere und anderes.
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Zitat:
Im besten Falle, kann der Partner/ in eine wertvolle Ressource für einen Erkrankten sein !
Therapeuten versuchen immer, diese Ressource nach Möglickeit mitzunutzen.


Das hat seine Therapeutin scheinbar auch schon versucht: Sie hat ihm wohl wochenlang geraten mit mir zu sprechen - bevor er mich quasi auf die Straße gesetzt hat. Aber er hat es dennoch nicht versucht. Konnte nicht umsetzen, was sie ihm vorgeschlagen hat. Warum weiß ich nicht.
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Zitat:
Liegt sich auch in der Erkrankung, da er sicher zur Zeit gar nicht beurteilen kann, wa Du brauchst ?


Spüren kann er es sicherlich zurzeit nicht. Dafür ist er tatsächlich zu sehr bei sich (und das ist auch absolut ok! und richtig, um gesund zu werden.) Ich erwarte auch nicht, dass er das spüren oder sehen kann. Deswegen äußere ich immer klar, was ich brauche oder mir wünsche. Ich kommuniziere, seit meiner eigenen Therapie immer sehr deutlich. Auch jetzt noch...und mein einziger Wunsch ist momentan, nicht ausradiert zu werden. Mit allem anderen kann ich leben. Eigentlich weiß er das also.

Zitat:
Sicher steckt darin auch ganz viel an eigener Hilflosigkeit - aber das kann ich von hier aus , auch nur vermuten.


Ich glaube, da liegst du nicht ganz falsch. Ich denke auch manchmal, dass er sich hilflos fühlt, verunsichert, weil er selbst nicht versteht, warum er handelt, wie er handelt. Und sicherlich stecken noch noch einige andere Dinge mehr mit drin. Ich frage mich nur manchmal, wie ich ihm zeigen kann, dass er sich vor mir nicht weder schämen, noch sich schlecht fühlen muss, nur weil es ihm nicht gut geht und er Zeit braucht. Dass er seine Probleme selbst bearbeiten muss, ist klar! Das ich da nichts für ihn tun kann, ist klar! Ich wünschte nur, er wäre in der Lage mich als Energiequelle und nicht als Last zu sehen. Aber das ist nunmal nicht der Fall aktuell.
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Zitat:
Frage Ihn danach !


Das habe ich versucht. Aber auf vieles kann/will er mir nicht antworten. Manchmal bleiben die Antworten schwammig. Ich denke, ganz loslassen will er mich nicht. Mich aber auch nicht um sich haben.
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Zitat:
Sorge jetzt gut für Dich - das ist jetzt kein Rat, sondern eine dringende Empfehlung von mir !


Ich arbeite daran! Ich war heute mit einem Freund im Wald spazieren. Wir haben uns lange unterhalten, die Sonne schien als wir am Aussichtspunkt ankamen. Ich habe es sehr genossen. Das hat ganz gut getan...


Noch mal lieben Dank, dass ich mich hier auslassen darf
-Cat-

07.11.2020 21:21 • x 2 #3021


Jedi
Zitat von -Cat-:
Noch mal lieben Dank, dass ich mich hier auslassen darf


Tue dies gerne weiter u. dafür ist ein Forum schließlich auch da !

LG Jedi

07.11.2020 23:58 • x 1 #3022


Jedi
@-Cat- !

Zitat von -Cat-:
Es gibt nur solche Tage, an denen es mir schwer fällt,
Dann akzeptiere solche Tage u. denke darüber weiter nicht nach !
überhaupt zu spüren,
was mir eigentlich gut tun würde.
Dann ist das eben mal so !

Es gibt nicht wenige Menschen, die dann versuchen Krampfhaft etwas spüren zu wollen, was ihnen gut tun könnte.
Das funktioniert so nicht, denn dadurch blockiert man sich u. es sind unsere selbsterschaffenen Gedanke,
die etwas finden wollen, was uns gut tun könnte. - da ist dann die Enttäuschung nicht weit !
Sinnvoller ist, sich finden zu lassen - zudem richtigen Zeitpunkt, wenn er da ist, was mir guttun würde.


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Zitat von -Cat-:
Das hat seine Therapeutin scheinbar auch schon versucht:
Sie hat ihm wohl wochenlang geraten mit mir zu sprechen -

Dann hat es zur Zeit auch keinen Sinn.
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Zitat von -Cat-:
Warum weiß ich nicht.

Warum Fragen sind Energiefresser u. führen miest zu Nichts - außer zu Grübelei u. die führt auch meist zu Nichts !
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Zitat von -Cat-:
Deswegen äußere ich immer klar, was ich brauche oder mir wünsche.

Das halte ich auch für Richtig.
Zitat von -Cat-:
Ich kommuniziere, seit meiner eigenen Therapie immer sehr deutlich.

Das ist es, was man gut in der Therapie lernen kann u. die Wichtigkeit auch erfährt, dass es wichtig ist,
deutlich zu kommunizieren.
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Zitat von -Cat-:
Ich wünschte nur, er wäre in der Lage mich als Energiequelle und nicht als Last zu sehen.

Dazu wird es Ihm zur jetzigen Zeit, an kognitiver Fähigkeit fehlen.
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Zitat von -Cat-:
Aber auf vieles kann/will er mir nicht antworten. Manchmal bleiben die Antworten schwammig.

Da hat seine Therapeutin noch ein ganzes Stück an arbeit zu leisten.
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Zitat von -Cat-:
Ich denke, ganz loslassen will er mich nicht. Mich aber auch nicht um sich haben.

Darin sehe ich immer die Gradwanderung für die Angehöriger der Erkrankten.
Hat irgendetwas auch von Warmhalten zu tun, aber ohne klare Position beziehen zu müssen.
Da sollten Angehörige sehr wachsam sein, um nicht Energie in etwas hineinzuinvstieren u.
dann ein böses Erwachen zu erleben.
Diese Fälle gibt es auch u. auch hier in diesem Thread !

Trotz einer inneren Ambivalenz, die auch in einer psychischen Erkrankung stecken kann, sollte sich der Angehörige
auch eine Gewisse Wachsamkeit - Distanz u. auch Misstrauen erlauben !
Und ich nenne dies Selbstfürsorge !

LG Jedi

08.11.2020 13:14 • x 1 #3023


C
Hallo ihr Lieben,

oha....schon fast zwei Wochen vergangen seit den letzten Posts.
@jedi, entschuldige bitte, dass ich auf deinen nicht reagiert habe. Ich habe ihn aufmerksam gelesen und danke dir sehr dafür! Ich war einfach zu kraftlos zu schreiben.

Jetzt habe ich mich so langsam wieder etwas besser im Griff - mag daran liegen, dass morgen mein letzter Arbeitstag ist. Dann habe ich endlich Urlaub Ich hoffe, ich kann ihn neben meinem Umzug und meinem Nebenjob auch ein bisschen genießen. Es war doch sehr viel in den vergangenen Wochen...

Meinem Freund - ich habe ihn seit etwa 4 Woche nicht mehr persönlich gesehen - scheint es ein wenig besser zu gehen. Wir telefonieren gelegentlich....so ca. 1x pro Woche. Ich rufe dann an, weil ich wissen will wie es ihm geht. UNd er sagt, das wäre auch gut so....wenn ich Nachrichten schicke, verursacht das Ängste. Er weiß selbst nciht warum. Vermutlich, weil er denkt, er hätte etwas falsch gemacht, oder ich hätte irgendwelche Erwartungen an ihn. Wenn wir telefonieren, zeigt sich, dass wir super harmonieren. Er merkt, dass ich ihm keine Vorwürfe manche und meistens spricht er dann endlcih auch mit mir - darüber, was ihn bewegt, was in ihm vorgeht. Mehr möchte ich ja gar nicht.
Er sagte mir zuletzt, dass er die Zeit gerne zurück drehen würde. Er würde vieles anders machen, aber das er das nunmal nicht könne. Es tat mir irgendwie gut das zu hören...das habe ich ihm auch gesagt. Sehen möchte er mich noch nicht - er sagt, es späche eigentlich nichts dagegen, es gibt kein ABER. Dennoch...er lebt von Tag zu Tag und kann/will nichts für die nächsten Tage planen. Ich verstehe das! Ich weiß, wie man sich nach einer Therapiestunde fühlt - und er macht das zwei Mal die Woche. Es ist anstrengend, ermüdend...ich habe ihm gesagt, dass ich mich freuen würde, wenn wir und einen schönen Abend machen könnten. Er mir dann einfach Bescheid geben soll, wenn er das möchte.
Alles in allem kann ich mcih also nicht beschweren über die Entwicklung. Im Gegenteil, ich sollte Luftsprünge machen. Aber ich bin noch vorsichtig und skeptisch. Erst mal abwarten und gucken was passiert. Ich habe ja auch gerade genug eigene Probleme zu lösen....
Aber da ist natürlich unterschwellig die leise Hoffung: das es vielleicht doch wieder gut werden wird. Das wir das irgendwie hinkriegen. Ich vermisse ihn auf jeden Fall sehr, gerade jetzt, gerade in der Situation. Da bin ich auch ehrlich und sage ihm das, wenn er es wissen will. Ich sage ihm, dass ich mir die Dinge anders vorgestellt habe, dass ich auch Ängste habe, dass es auch nicht leicht für mich ist und ich ihn manchmal auch an meiner Seite bräuchte. Ich sage ihm dann aber auch, dass es dennoch ok ist wie es ist! Und ich dankbar bin dafür, dass er sich mir mitteilt.

Soooo...jetzt bin ich so ziemlich alle Gedanken los geworden
Ich hoffe, es ist nicht zu wirr und ihr könnt mir einigermaßen folgen....ich habe einfach mal drauf los getippt.

Fühlt euch umarmt (-- den wollte ich schon die ganze Zeit mal benutzen )
-Cat-

19.11.2020 21:05 • x 2 #3024


M
Hallo ihr Lieben,

Ich stehe grade vor einer Herausforderung.

Mein Partner hat sehr schwere Depressionen und wir haben uns Monate nicht gesehen.

Beim letzten Treffen hat er geäußert, dass er große Angst hat mich zu verlieren.
Hab versucht ihm Sicherheit zu geben, aber auch kommuniziert das ich mir mehr Nähe wünsche. Er wolle das auch und versuche das umzusetzen. (Wurde eher schlechter statt besser.)

Die Situation ihn nicht sehen zu können und nicht zu wissen, was er macht verunsichert mich aber sehr.

Seitdem zweiten lock down merke ich, dass seine Stimmung schlechter ist.
Vor dem lock down hat er noch Pläne mit mir gemacht.

Er spielt manchmal auf schöne Erlebnisse aus unserer Vergangenheit an und ich hab das Gefühl, dass ich ihm auch fehle, aber sobald ich drauf eingehe antwortet er nicht mehr.
Also er sagt nie, dass er mich nicht sehen möchte oder keine Zeit hat. Sondern lässt das einfach stehen.

Ich will ihn nicht drängen, aber auch nicht zu passiv sein.
Und bin unsicher, was ich tun könnte?

02.12.2020 16:17 • x 1 #3025


selly
Hallo Milla

Solange er keine Therapie macht, wird es immer und immer so weiter gehen.
Und ich kann Dir jetzt schon sagen, es nervt dann einfach nur und nimmt viel von Deiner eigenen Lebensqualität.

Bei meinem, der 9 Monate eine depressive Episode hatte (2019/2020) und wir uns nicht sahen In der Zeit , war es so dass er wegen eines neuen Jobs und weil es zu anstrengend für ihn emotional war, die Therapie nicht zuende durchgezogen hat
Er dachte es würde schon gehen usw.
Jetzt wackelt es wieder und ich merke nach 6 guten Monaten aus dem Tief raus, dass er wieder reingleitet ins Tief.

Trotzdessen wir so viel darüber geredet haben und er sich schämte dass er in der letzten depressiven Episode so kalt und ignorant zu mir war, fängt es langsam wieder an.
Und ich werde das in der Form nicht nochmal so mitmachen und ertragen.
Aber die Erkenntnis kommt mit der Zeit dass ich jetzt so denke.
Wie gesagt, mit einer Therapie ist das alles was anderes und ich würde unterstützen wo es geht. Aber wenn der andere nichts dagegen unternimmt, kann er nicht erwarten, dass man als Partnerin das immer und immer mitmacht.

02.12.2020 19:03 • x 2 #3026


M
@selly

Danke für deine Nachricht.

Du hast definitiv recht, dass eine Beziehung nur funktioniert, wenn derjenige eine Therapie macht.
Das sollte ihm eure Beziehung wert sein.
Wenn du so lange an seiner Seite warst, dann hast du doch bestimmt einen gewissen Einfluss auf ihn?

Mein Partner ist definitiv in Behandlung. Evtl. sogar stationär. (Er macht da Andeutungen, aber will nicht richtig rausrücken)

Sein Verhalten ist auch besser geworden. (Er antwortet meistens, gibt mir Kosenamen und so.)
Aber wir sehen uns halt immer noch nicht regelmäßig.

02.12.2020 19:12 • x 1 #3027


selly
In der Depression ist er nicht mehr Er!er ist dann gefühlskalt und kann seine Situation nicht mehr Händeln, er sagte selber als es anfing jetzt, er fühle sich wie in Trance...und ab da an wurde es auch von Tag zu Tag wieder schlimmer ..
Inder gesunden Phase muss er handeln.... aber es war er wiederum der Meinung diesmal würde er es durch die nicht vollständige Therapie trotzdem schaffen.

Stimmt aber nicht.
Alles Liebe für Euch!

02.12.2020 19:33 • x 1 #3028


Jedi
Hallo @Milla !

Dem was @selly schon geschrieben hat, dem kann ich nichts hinzufügen !
Zitat von selly:
Solange er keine Therapie macht, wird es immer und immer so weiter gehen.

Eine Therapie ist die Grundlage seine Verhaltensmuster zu erkennen u. sein Leben, die Beziehung
einmal zu überdenken u. mit dem TP gemeinsam, auf neue Beine zu stellen, um Stabilität ins eigene Leben -
Beruf u. Beziehung zu bekommen.
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Zitat von selly:
war es so dass er wegen eines neuen Jobs
und weil es zu anstrengend für ihn emotional war,
die Therapie nicht zuende durchgezogen hat


Das ist natürlich das Verkehrteste was passieren kann, weil dann der Fokus auf den neuen Job gerichtet wird u.
somit auch die gesammte Energie dort hinein fließt !
Alte Muster zu überdenken - sich mit der Priorität des Jobs u. der Beziehung auseinanderzusetzen,
ist dann auch nicht mehr möglich, weil eben die Notwendigkeit nicht erfasst werden kann.
So ist eine Muster- Veränderung nicht möglich, weil der Prozess einer Therapie schon vorzeitig beendet ist.
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Zitat von selly:
ich werde das in der Form nicht nochmal so mitmachen und ertragen.


Das gehört zur Selbstfürsorge u. Selbstschutz !
---
Zitat von selly:
Aber wenn der andere nichts dagegen unternimmt, kann er nicht erwarten, dass man als Partnerin das immer und immer mitmacht.


Ist sicher absolut verständlich !
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Zitat von Milla:
Mein Partner ist definitiv in Behandlung. Evtl. sogar stationär.
(Er macht da Andeutungen, aber will nicht richtig rausrücken)


Das wäre aber wichtig, da eine Partnerin eine gute Ressource dastellt, um eher die Motivation zu haben,
gut aus dieser schwierigen Phase herauszukommen.
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Zitat von Milla:
Sein Verhalten ist auch besser geworden.


Bewahre Dir die Zuversicht - aber schau auch darauf, was sich für Dich gut u. stimmig anfühlt !
Für sich, als Partnerin gut zu sorgen, hat nichts mit Egoismus zu tun - wird oft dabei verwechselt !

LG Jedi

02.12.2020 19:49 • x 1 #3029


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


Jedi
Zitat von selly:
Inder gesunden Phase muss er handeln....

Oftmals geht das sogar, für eine kurze Zeit
Doch dann folgt meist,

aber es war er wiederum der Meinung diesmal würde er es durch die nicht vollständige Therapie trotzdem schaffen.

Und das ist ein Trugschluss !
Es ist so, als würde ich vorzeitig den Gipsverband abmachen, bevor der Knochen stabil zusammengewachsen ist.
Klappt nicht !


-------------------------------------------------
Zitat von selly:
Stimmt aber nicht.


Da hast Du absolut recht damit !

LG Jedi

02.12.2020 19:54 • x 1 #3030

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